Schlagwort: Portugal

Bacalhau com Natas – Klippfisch mit Sahne

Rezept des portugiesischen Klassikers • von Ana Paula Goyke

ZUTATEN:

  • 6 Kartoffeln, in dünne Stäbchen geschnitten (wie Zahnstocher – batata palha)
  • 4 Filetscheiben vom Bacalhau, leicht gekocht
  • 2 große Zwiebeln
  • Margarine
  • 3 EL Olivenöl
  • 300g Sahne
  • geriebener Käse
  • Paniermehl 
  • 1 Zitrone
     
    Béchamelsauce
  • 1/2 l Milch
  • 2 EL Margarine
  • 2 EL Mehl

SAUCE:

  • Die Margarine in einer Pfanne schmelzen und das Mehl dazugeben. Umrühren bis ein heller Schaum an der Oberfläche entsteht.
  • Die Milch langsam dazugeben und mit einem Holzlöffel umrühren, bis alles cremig ist. Vorsicht, Klumpen-Alarm!
  • Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen und 10 Minutem köcheln lassen. Bitte nicht vergessen: Immer wieder umrühren!!!

BACALHAU:

  • Die Kartoffelstäbchen frittieren, bis sie gerade hellbraun sind. Ruhen lassen.
  • Die Zwiebelringe in Margarine goldbraun braten. Den leicht gekochten Klippfisch (ohne Haut und Gräten) splittern und dazugeben. Einen Moment garen lassen und danach vom Herd nehmen.

Jetzt Bacalhau, Kartoffelstäbchen, Béchamelsauce, Sahne und Zitronensaft vorsichtig mischen und auf einer Platte anrichten, die auch für den Backofen geeignet ist. Mit geriebenem Käse und Paniermehl bestäuben und im warmen Backofen (200 °C) ca. 15–20 Minuten gratinieren, bis alles schön goldbraun ist.

Bom apetite!

Kehrst Du, Emigrant, nicht heim, komme ich zu Dir nach »draußen«

Graffiti-Foto aus Lissabon

von Ana Carla Gomes Fedtke und Eberhard Fedtke

> Die fortlaufenden Rückkehr-Programme für Emigranten, vom Staat in Perioden von vier Jahren ausgearbeitet, erbringen keinen nennenswerten Erfolg. Mit dieser Erkenntnis muss er letztendlich verstehen, dass sehr wenige seiner Landsleute in der Welt draußen zurückkehren wollen, nachdem sie ihren Lebensabschnitt in spezieller Absicherung in irgendeinem Land in beliebiger Position bewerten – sofern nicht in den Ferien oder im Ruhestand. So sieht das wahrhaftige gegenwärtige Szenario aus. Ein drängendes politisches Thema ist, darüber nachzudenken und zur bedrückenden Realität zu gelangen: Entsprechend offizieller Untersuchungen wird Portugal bis 2060 2 bis 3 Millionen seiner Einwohner verlieren – mehrheitlich hochqualifizierte Jugendliche. Es ist als Tatsache festzustellen, dass mehr Portugiesen draußen leben als im Heimatland. Portugal, ein Land der Emigration, läuft – unvermeidbar – Gefahr, zumindest in ländlichen Regionen ein Altenheim sowie eine Zuflucht für Rentner zu werden, zumal Portugal bereits in der Welt den fünften Platz des Altenanteils in der Bevölkerung einnimmt.. Heimzukehren bleibt spirituell ein hübscher Titel für einen fröhlichen Fado.

Als Ergebnis der Analyse dieser neuen sozialen Plattform der portugiesischen Gesellschaft wird der Staat künftig seine Prioritäten und Visionen auf die Diaspora draußen in mehr als 80 Ländern ausrichten, um die Verbindungen zwischen Emigranten und Heimatstaat zu festigen und letztlich die portugiesische Kultur zu bewahren. Das reichhaltige Libretto enthält als vorrangiges Geflecht: Vereinswesen, Wirtschaft und Entwicklung, Bürgerrechte für Neubürger, Unterstützung vor Ort, Träger der sozialen Kommunikation in der Diaspora sowie authentisches Kulturwesen. Dieses Programm eines Wechsels der Prioritäten von Rückkehr zu einer Stärkung der Diaspora agil der Öffentlichkeit vorzustellen, diente eine grandiose Aufführung mit weiter Ausschau: Auf einem Ersten Kongress der Portugiesischen Diaspora, abgehalten am 13. Juli 2019 in Porto mit mehr als 400 Teilnehmern und in Anwesenheit der Chefs vom Staat, Regierung und Parlament, wurden von zahlreichen Rednern die bestehenden Probleme Portugals mit der Diaspora analysiert, debattiert und behandelt – insbesondere auch die der zweiten und dritten im Ausland geborenen Generation. Vorhaben des Treffens war vor allem, die Multi-Strukturen der aktuellen Emigrationspolitik zu erneuern oder gegebenenfalls zu korrigieren. Die Teilnahme des Außenministers belegt, dass diese neue Öffnung zur Diaspora einen Teil der offiziellen Außenpolitik bildet und ein politisches Gewicht erster Kategorie haben soll.

Das Ziel ist evident: Portugal möchte nicht die Verbindung zu seinen emigrierten Mitbürgern verlieren – einem enormen menschlichen Kapital an Intelligenz und kultureller Kreativität –, wobei dieses ethnische Potenzial seit dem Jahr 1900 in wachsenden Bewegungen das Land verließ, in seiner Mehrheit nach Zentraleuropa mit entwickelten Volkswirtschaften auf der Suche nach Spezialisten. Viele dieser Spitzenköpfe trachten nicht mehr danach heimzukehren. Ein signifikantes Beispiel: Heute bietet der deutsche Staat circa eine Million freier Stellen in unterschiedlichen Arbeitskategorien an. Es fehlen Fachkräfte in allen wichtigen ökonomischen Sektoren.

Die Frage ist, ob es dieser Anstrengung des Staates für die Diaspora bedarf. Jedwede portugiesische Familie hat ihre kleine wirkungsvolle Diaspora – vermögende Familienmitglieder oder Freunde in vielen Ländern draußen, was eine dauerhafte und vielseitige Verbindung mit charakteristischen Abdrücken lusitanischen Esprits belegt. Mithin fehlt es nicht an vielfältig einwirkenden Botschaftern für sämtliche Kulturbereiche in beiderlei Richtung. Die beeindruckende Demonstration durch Emigranten dieser Internationalisierung zeigt sich in den jährlichen Ferien zum Ergötzen der anderen hierzulande, wenn sie in luxuriösen Automobilen herumfahren und Häuser kaufen oder bauen – eine Rückkehr für die Zeit der Rente geplant. Dieser neue Reichtum zeitigt eine spektakuläre Sprache, was wirtschaftlich möglich ist, draußen zu leben, zu arbeiten und nicht zurückzukehren. Gegenüber derlei fortwährender Unausgewogenheit antwortet der Staat mit Besorgnis, möchte darauf mit Vordringlichkeit, Intensität und Fantasie reagieren.

Der erste Kongress der Diaspora definierte exakt die anstehenden Probleme der Emigration, dies in Ersetzung der Rückkehr-Programme. Im Kongress von Porto wurden folgende Punkte erarbeitet und beschlossen:

Ein neues Gesetz der Staatsbürgerschaft sieht vor, dass Kinder und Kindeskinder von Emigranten die portugiesische Staatsangehörigkeit erwerben können, auch wenn die Eltern geschieden sind. Ein neues Wahlrecht erfasst 1,5 Millionen Portugiesen, die in ausländischen Wählerlisten verzeichnet sind, und denen das Recht, in Portugal zu wählen, gewährt wird, was bisher nicht möglich war. Eine doppelte Staatsangehörigkeit stellt kein Hindernis dar. Analysten versprechen sich von diesem Sachverhalt eine signifikante »demokratische Reserve«. Das große Problem wird sein, diese neue »Klientel« zu motivieren. Das ist eine fundamentale Aufgabe der nationalen Presse, die Emigranten fortgesetzt über diese sozialen Neuheiten zu unterrichten. Eine maßgebliche Arbeit in sensibler Dimension.

Weitere Themen betreffen die Harmonisierung in Fragen der Steuerverfassung, wozu ein neuer Steuer-Leitfaden ausgearbeitet wurde, die Aufwertung von Sozialversicherung und Justiz, vor allem auf dem Gebiet des Schutzes von Minderjährigen, ferner die internationale Wertstellung der beruflichen Ausbildung in portugiesischer Sprache, draußen vermehrt das Studium der portugiesischen Sprache anzubieten, und dies mit Blick auf die neuen Regelungen. Einbezogen als weiteres Projekt ist die Stärkung gleichwertiger Zugänge zu sozialen Sektoren im allgemeinen. Schließlich hat das Land die Zusammenarbeit mit den gegenwärtig 66 Handelskammern in der Diaspora zu verstärken, damit diese über bloße Posten der Vertretung hinaus Unterstützung bei Projekten auf vielen Gebieten anbieten, um so Traditionen und kulturelle Gebräuche zu praktizieren.

Jede Diaspora-Gemeinde draußen kann ihre eigene integrale Plattform ausformen und realisieren sowie seine Zukunft zum Mutterland mit konkreten, realistischen Initiativen definieren. Das Fehlen allgemeiner Glaubwürdigkeit für dieses ethnische Ziel wäre unverzeihlich.

Der erste Kongress von Porto sensibilisierte die Teilnehmer umfänglich, indem er ausgesuchte Themenstellungen wählte, zukünftige Prognosen behandelte sowie das Symposium zu kreativen Vorhaben eines »neuen und weiten Portugals« anregte und ermunterte, und dies nicht lediglich im Sinne einer virtuellen Inspiration, sondern im Umfang praktischer Methoden von schlicht realistischer Struktur.

Hoffen wir, dass das Programm einer Rückkehr ins Heimatland weiter in der Agenda der Innen- und Außenpolitik eingebunden bleibt, um auf diese Weise berufsaktive Portugiesen zu bewegen, Erfahrungen aus dem Ausland nach Portugal zu importieren, damit das Land dadurch gewinnt, und dass die neue euphorische Vision für die Diaspora dazu dient, die Bindungen zu allen Portugiesen in der Welt draußen zu intensivieren sowie aufzuwerten und sie nicht als eine voluminöse mystische Demonstration ohne substantielle Ergebnisse verbleibt. Von Seiten der Staatsorgane muss erkannt werden, was konkret die Diaspora und ihre Gemeinschaften benötigen.

Wir werden sehen, was ein nächster Diaspora-Kongress an selbstkritischen Erkenntnissen über den Kongress »Porto 2019« erbringt. Wir werden sehen, ob das Diaspora-Programm ein hübscher Traum wie derjenige des Rückkehr-Programms ist.

Doch zu träumen ist ein Privileg der portugiesischen Mentalität.

Der Fado Sänger Telmo Pires in Berlin (13.11.2019)

Foto von Telmo Pires und seiner Band bei ihrem Auftritt am 13.11.2019 in Berlin

Bericht vom Benefiz-Konzert des portugiesischen Fado-Sängers am 13.11.2019    von Michael W. Wirges

> Am 13. November 2019 gab der bekannte Fado-Sänger Telmo Pires mit seinen drei Gitarristen im kleinen, aber feinen Myer’s Hotel in Berlin-Prenzlauer Berg ein ebenso feines Fado-Benefizkonzert zu Gunsten der Hamburger Stiftung KinderLeben e.V., für nicht mehr als 40 geladene und angemeldete Gäste, zwei Tage vor seinem Auftritt im Kammermusiksaal.
Abgesehen von einem leckeren Buffet vor dem Konzert und in der Pause, mit Brotzeit, Hummus, Käse, mediterranen Weinen und Sommerpils, gab es im Anschluss an das Konzert noch einen geselligen Ausklang mit meet and greet, also auf Tuchfühlung mit den Musikern. Harald Heinke war Telmo Pires sofort ein Begriff − sie hatten sich bereits in den Anfängen in Berlin kennen gelernt!
Telmo Pires wurde 1972 in Bragança geboren, und zog in den 1970er Jahren mit seiner Familie nach Deutschland, wo er zweisprachig aufwuchs. Er machte eine Ausbildung für Gesang und Schauspiel, und debütierte 1995 als Solist. Zunächst mit deutschen und französischen Chansons, entdeckte er nach und nach den Fado und nahm 2004 sein erstes Fado-Album auf. Er verbindet Fado mit Jazz und prägt somit seinen eigenen Stil.
Er lebte und arbeitete 12 Jahre lang in Berlins Szeneviertel Prenzlauer Berg, zog jedoch jetzt wieder nach Lissabon zurück und pendelt zwischen beiden Hauptstädten.
Telmo Pires, begleitet von Cajé Garcia (klassische Gitarre), Luis Coelho (portugiesische Gitarre) und Pedro Sousa (Bass), bot viele seiner Fados dar, sowie ein Instrumental.
Aus seinem neuen Album Através do Fado, das er zu seiner diesjährigen Deutschland-Tournee präsentiert, trug er die Fados Só o meu Canto, Medo und Era uma Vez vor.

Portugal in der Diskussion: Eine Tagung in Chemnitz

Foto von der Gedenkfeier auf dem Largo do Carmen in Lissabon (2014) zur Erinnerung an die Nelken-Revolution 1974

Portugal im deutsch-deutschen Fokus
Zwischen Diktatur, Kolonialkrieg, Revolution und Demokratie (1960–1990)«

Technische Universität Chemnitz, Institut für Europäische Studien und Geschichtswissenschaften Professur Kultureller und Sozialer Wandel

Veranstaltungsort: Zentrum für Materialien, Architekturen und Integration von Nanomembranen (MAIN), Rosenbergstraße 6, 09126 Chemnitz

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aktualisiertes Programm (20.11.2019)

DONNERSTAG, 5.12.2019
8.30–8.45 Uhr: Begrüßung und Einführung
 
8.45–10.15 Uhr: PANEL 1 – Der westeuropäische Rahmen
Moderation: Bernd Rother
• Hermann Wentker (Institut für Zeitgeschichte Berlin): Die Westeuropapolitik der DDR und die deutsche Frage 
• Michael Dauderstädt (ehemals Friedrich-Ebert-Stiftung): Die Europäisierung der portugiesischen Wirtschaft und der westdeutsche Beitrag 1975–1990
 
10.15–10.45 Uhr: Kaffeepause
 
10.45–12.15 Uhr: PANEL 2 – Diktatur und Kolonialkrieg 1961–1974
Moderation: Thomas Weißmann
• Nils Schliehe (Uni Hamburg): Von Geschäften, Gewehren und guten Beziehungen – Die Unterstützung der BRD für die Kolonialkriege des Estado Novo
• Hans-Joachim Döring (Lothar-Kreyssig-Ökumenezentrum Magdeburg): Die Unterstützung der DDR für die afrikanischen Unabhängigkeitsbewegungen
 
12.15–13.30 Uhr: Mittagspause
 
13.30–14.30 Uhr: Diskussionsrunde: Deutsche und das demokratische Portugal
Moderation: Teresa Pinheiro
Henry Thorau (Prof. i.R. Trier), Michael Vester (Prof. i.R. Hannover) und Rainer Bettermann (Universität Jena)
 
14.30–14.45 Uhr: Kaffeepause
 
14.45–16.45 Uhr: PANEL 3 – Portugal als Ost-West-»Politikum«: Deutsche Perspektiven der Nelkenrevolution. 1974–1975
Moderation: Michael Duderstädt
• Antonio Muñoz Sanchez (ICS Lissabon): Grundrisse einer unerwarteten linken Revolution während des Kalten Krieges 
• Bernd Rother (Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung Berlin): »Die Nelken brauchen jetzt Wasser« – Das Portugal-Engagement der SPD im internationalen Rahmen
• Gert Peuckert (Deutsch-Portugiesische Gesellschaft): »Hände weg von Portugal!« Die SED und die Nelkenrevolution
 
16.45–17.00 Uhr: Kaffeepause
 
17.00–18.15 Uhr: «Viva Portugal»: Eine kommentierte Filmvorführung mit dem Regisseur Malte Rauch
Moderation: Teresa Pinheiro
 
20.00 Uhr: Gemeinsames Abendessen
 
 
FREITAG, 6.12.2019
8.45–10.00 Uhr: 54 Jahre Portugal Erfahrung – ein Rückblick von Bodo Freund (Prof. i.R. HU Berlin)
Moderation: Uwe Optenhögel
 
10.00–10.15 Uhr: Kaffeepause
 
10.15–11.45 Uhr: PANEL 4 – Die Agrarreform als Utopie der deutschen Linke 
Moderation: Antonio Muñoz Sánchez
• Michael Vester (Prof. i. R. Universität Hannover): Die Agrarreform: Zwischen moralischer Ökonomie und kultureller Tradition 
• Regina Grajewski (Thünen-Institut Braunschweig): Göttinger (Agrar-) Studierende in einer Reisanbaukooperative am Rio Sado
 
11.45–13.00 Uhr: Mittagspause
 
13.00–15.00 Uhr: PANEL 5 – Kontaktzonen
Moderation: Nils Schliehe
• Uwe Optenhögel (Foundation for European Progressive Studies Brüssel): Unicidade und die Folgen: Portugals Gewerkschaftssystem und die Rolle des DGB
• Svenja Länder (Bucerius Law School Hamburg): Vom einmillionsten Gastarbeiter bis zur Nelkenrevolution: Portugiesische Migration in die BRD 1964–1974
• Thomas Weißmann (TU Chemnitz): Die Rolle des Sportes in den Beziehungen Portugal—DDR
 
15.15–16.00 Uhr: Abschlussrunde mit Kaffee und Kuchen
 

Organisation:
Thomas Weißmann
(TU Chemnitz) und Antonio Muñoz Sánchez (ICS Lisboa) · Eine Anmeldung ist nicht nötig. Bitte einfach nach Chemnitz kommen!

«Belcanto» dos preços baixos (artigo em português)

Ana Carla Gomes Fedtke e Eberhard Fedtke sobre a brincadeira com os consumidores

> Portugal é um país com muitos contrastes. Quem visita pela primeira vez este canto da Europa do Sul, fica admirado com os muitos hábitos fora da «normalidade europeia».
Não é só o tempo agradável, a pacifica área social, o ar puro, a gente amigável e acolhedora, mas também a capacidade duma flexibilidade e improvisação em todos sectores do dia a dia. Os portugueses querem improvisar e chamar atenção com ideias «fora da série«.
Fazemos uma observação especial no nosso país: Parece que vivemos continuamente num puro paraíso de pequenos preços. Quando entramos num supermercado, uma onda de ofertas especiais dá-nos as boas vindas em todo lado. É um espetáculo «omni-influenciável« de excessiva e agressiva publicidade perfeita. Uma opulenta redução aqui, uma impressionante ação do mês acolá, da semana ou do dia. Existe uma panóplia de preços tão bem instituída que leva o consumidor de forma arrebatadora. Toda a sala é uma vibração contagiosa de oportunidades exclusivas para «poupar». O publico é altamente stressado: pais esgotados não podem resistir aos caprichos irredutíveis dos filhos, adultos perdem o controlo mental sobre a lista de compras na mão, pessoas de alta formação esquecem perante furacões de ofertas únicas e radicais que, segundo as análises científicas aprofundadas, só máximo de 35% dos produtos expostos no supermercado no setor da alimentação são suficientes para se ter uma vida completamente equilibrada, agradável e saudável, aliás chegam 10% para bem viver, diríamos até: sobreviver. Basta recordarmos por poucos minutos as modestas listas de compras dos nossos antepassados não muito longínquos, não existindo ainda nem supermercados, nem minimercados, só pequenas lojas com mercadorias de produtos de sobrevivência. Se virmos as fotografias a preto e branco das pessoas desta época, notamos que eram elegantes e cheias de saúde. E hoje em dia? Receitas, produtos e consultas para emagrecer no ano 1900 não eram necessários.
A análise contemporânea espelha uma pura imoralidade perante a fome mundial em crescendo e que nos choca cada vez mais. Uma informação global e total via internet choca-nos todos. O mundo inteiro vive a crédito da produção de recursos a partir de meados do ano. Consumir é a maior doença do mundo moderno. Quem tem vergonha? Muito poucos.
Fazemos um exame de consciência e falamos a verdade: acham que são necessárias dez espécies de leite diferentes, vinte modelos de iogurtes, trinta marcas de pão, quarenta variações de queijo, cinquenta seleções de vinho, cem marcas de doces, chocolates ou cereais infantis?
Façamos uma introspeção mental, pensamos na saúde e nas calorias. A grande percentagem acima de 35% respetivamente; 10% representa um puro luxo para a nossa mesa, é muita decoração, e feitas as contas não é mais do que um grave perigo para o fígado, para o coração para o aumento do peso, finalmente uma boa parte, a boa parte talvez acabe no lixo. A secção infantil exerce uma ­esmagadora e potente diretriz nos supermercados, confrontando uma fraqueza significativa de pais que cedem com ­facilidade aos devaneios e birras das crianças. 60% ou mais das crianças portuguesas têm sobrepeso, um escândalo cultural e medicinal.
De propósito, com estratégias profundamente pensadas e minuciosamente ­articuladas, os grandes supermercados levam a cabo «um ambiente agradável de compras», conferindo «um determinado sentimento de bem-estar» de preferência dentro das cores alegres que oferecem músicas lisonjeiras em torno. Este ambiente «a alegria de poupar» é por isso propício ao estímulo de compras ­desenfreadas, tal como uma droga irresistível, despoletando assim o conflito entre tentação e racionalismo, entre força e fraqueza pessoal, entre lógica humana e um absurdo cenário de consumo de imoralidade. Perante este múltiplo stress, acompanha-se o amado cliente a partir da entrada até à caixa, onde filas longas provam significativamente, qual filosofia domina, apresentando-se os carrinhos ou os cestos das compras não raras vezes mega cheios com produtos de luxo.
Placas ilustres e penetrantes, uma invasão para os nossos olhos e ouvidos em forma de propaganda insistente e comovente, quer através da rádio e da televisão, de folhetos coloridos ou de enormes expositores de propaganda da rua contribuem para a sensação de tentar um produto novo ou ainda desconhecido, logo a partir de hoje, experimentar uma receita nova. O sector «PPD − Promoção, Poupar, Desconto» é uma nova industria ilustre e moderna, contaminando as fantasias dos consumidores. «Mais apetite, menos calorias», «A sua saúde é a nossa alegria«, «Hoje não se arrependa», «Novas formas de poupar», «Sempre ao seu lado», «Tudo a preços históricos», «Descobrir o melhor», «Sorriso aos preços cada dia mais baixos», «Centenas de produtos em promoção a não perder», são apenas uma pequena seleção de hipócritas promessas. «Poupar», «Aproveitar», «Comer ­confortavelmente demais», «Beber sem arrependimento» etc. são os slogans ­recorrentes da indústria alimentícia, ­ignorando também as dissonâncias ­financeiras de muita gente «gulosa». Uma suave realidade é que no fim o cliente usufrui de cupões de desconto para a ­gasolina que uma parte destes supermercados incorpora. Mais compras, mais combustível barato disponível, mais quilómetros, mais poluição para os pulmões. É o complemento perfeito: adição dos elementos destrutivos na nossa sociedade moderna, tão animada, constantemente debaixo do estigma da poupança.
Voltamos seriamente às regras económicas: pode um supermercado com um lucro global de 2 até 3% das vendas sobreviver com tais quantias de reduções permanentes de 20, 30, 40, 50 ou até 70%? Não pode. Mas o cliente reage de forma crédula, fraca ou pelo menos superficial e ignorante. Quem compara os preços das ofertas de vários supermercados, para encontrar o preço ideal de um determinado produto, por exemplo da manteiga, da carne e do peixe, dos abacates, dos limões, da batata doce e de todos os produtos favoritos na sua panela? Quem lê os jornais diários ou os labirínticos ­folhetos dos supermercados? Conforme sondagens sérias talvez até 5% dos adultos, entre eles uma boa parte dos reformados que têm tempo para cuidar da alimentação da família ou passam nos supermercados para divertir-se num ambiente agradavelmente pitoresco e que serve para se aquecer no inverno, tendo até cada supermercado de categoria um pequeno bar. A avó e o avô são um par bem informado no sector de supermercados, não os pais que depois do trabalho do dia se apressam para fazer as compras necessárias.
Aliás, a grande maioria dos consumidores compra sempre nas mesmas lojas, tem afinidades irresistíveis com os seus «supermercados de sempre». Alguns deles possuem já um «fan club» para todos: miúdos e graúdos. Ligações quase familiares.
Mesmo a brilhante promessa de equilibrar um preço mais baixo de um ­concorrente, é uma finta inteligente, mas vazia. Precisa-se de um controlo global e eficaz de todo o mercado em causa, para encontrar finalmente os preços certos, já para não mencionar as diferentes qualidades e volumes dos pacotes. O preço do quilo é um dos fatores essenciais para fazer uma comparação verdadeira. Nem pensar numa tal isenta comparação! Falta para a sociedade moderna «de pressa» passar o seu precioso tempo dentro de um supermercado, a fim de comparar preços. Pouco idílico num ambiente ­aldrabão de preços coloridos e encantadores.
No entanto se se fizesse este prazer de um controlo completo, o resultado surpreendente seria muitas vezes o de que um determinado preço baixo ou reduzido − incluído os enormes custos de ­publicidade − numa loja, é um preço normal noutra. O intuito é fazer uma análise total neste sentido e estudar diligentemente todas as secções dos produtos ­oferecidos, tal como faz o vendedor permanentemente, optando ele por colocar preços reduzidos, dependendo estrategicamente dos produtos e das respetivas ofertas na concorrência. Dá-se assim como provado que este sistema de reduções é uma simples tentativa de argumentar as vendas e ganhar mais clientes, pelo menos alguns do famoso grupo dos 5% que compram com os olhos bem abertos. O principal objetivo é sempre auto-egoísta, só em segundo lugar surge indiretamente a vantagem para o consumidor.
Conclusão: estas reduções de preços, em conjunto com uma esmagadora publicidade, servem em primeiro lugar para o bem-estar dos supermercados hoje em dia. A razão é que relativamente ao número populacional, para fornecer a alimentação, as ofertas de mercado −pequenas e grandes, nacionais e inter­nacionais − são em geral exageradas. ­Metade das lojas e supermercados seria suficiente. A população não cresceu em extensão como os metros quadrados dos mercados da alimentação. Os grandes impérios de supermercados que são cada vez mais os grandes responsáveis pela crise do pequeno comércio, que desaparece mais e mais, apresentam uma competição diária e desenfreada de redução de preços, para cobrir os seus próprios custos.
Viver num paraíso de preços verdadeiramente reduzidos é um sonho irreal e mítico. Baixas de preços são à partida preços certos. O preço mais alto, bem ­visivelmente cancelado no indicador para este efeito, é uma mentira tática, um estímulo dia-a-dia variável para servir os interesses de quem vende, uma filosofia individualista para multiplicar os seus lucros.
Brincadeira simples: truques ocultos para cilada dos consumidores de boa fé,
Portugal nada um pais de cucanha.

Der DPG-Präsident auf Reisen: Viagem pela minha terra

Foto der Ruine des Tempels der Diana in Évora

Eine Busreise durch Portugal • von Michael W. Wirges

> Die Maschine der TAP, die uns nach Lissabon bringen sollte, landete an diesem Abend im Mai erst kurz vor unserem Boarding in Berlin-Tegel, ­sodass wir erst anderthalb Stunden als geplant unser Ziel erreichten. Der Bustransfer unserer Reisegruppe − etwa 50 Deutsche mit deutschsprachiger Reisebegleiterin − zum Hotel der Gruppe Galé, das fast genau unter der Brücke Ponte 25 de Abril lag, verlief hingegen reibungslos. Dass wir zwei Tage und Nächte unter der Brücke Unterkunft finden sollten, haben da wohl einige falsch verstanden …
Endlich wieder in der alten Heimat! Obwohl ich in den vorangegangenen sechs Monaten schon zweimal die Gelegenheit dazu gehabt hatte. Für mich würde diese 8-tägige Busreise durch das ganze Land mehr zu einer nostalgischen denn zu einer touristischen Reise werden.
Am nächsten Tag eine Stadtrundfahrt durch Lissabon, mit dem Besuch der wichtigsten Sehenswürdigkeiten: im Stadtteil Belém die Torre de Belém und das als UNESCO-Weltkulturerbe gelistete Hieronymiten-Kloster mit dem Kenotaph für den Nationaldichter Luis de Camões, dem Sarkophag von Vasco da Gama, dem Indienfahrer, dem Kenotaph von König Sebastião (der 1578 nach einer Schlacht in Nordafrika nie mehr gefunden wurde), und dessen Onkel und Nachfolger Kardinal Henrique. Leider konnten wir aus Zeitgründen nicht auch den berühmten Kreuzgang besichtigen. Auf dem Rossio-Platz (Praça D. Pedro IV) standen die ­Jacaranda-Bäume in voller Lila-Blüte, und vom Castelo de São Jorge hatten wir einen herrlichen sonnigen Blick über die ganze Hauptstadt. Den Fußmarsch zu der Burg hinauf und wieder hinab durch das Alfama-Viertel − arabisch für heiße Quelle − haben wir uns nicht nehmen lassen, und auch nicht einen Bummel durch die Baixa (Unterstadt).
Sintra, das wir am nächsten Tag besuchten, war die Sommerresidenz der maurischen Herrscher und der portugiesischen Könige, und ist überhaupt ein mystischer Ort auf bewaldeten Hügeln. Unten das alte Königsschloss aus dem Mittelalter, oben das sehr sehenswerte, bunte und aus verschiedenen Baustilen bestehende Märchenschloss Pena, das der deutschstämmige Gemahl Prinz Ferdinand von Sachsen-Coburg-Gotha der portugiesischen Königin Maria II Mitte des 19. Jahrhundert erbauen und den Park von seinem Freund Baron von Eschwege anlegen ließ.
Hier waren wir oft mit unseren Eltern Quellwasser aus den Sintra-Bergen holen. Und Vaters Geburtstag krönten wir mit einer Fahrt per Pferdekutsche vom Ort hinauf zum Pena-Schloss und wieder zurück, in Serpentinen durch den mystischen Geisterwald! Sir Arthur Conan ­Doyle (Sherlock Holmes) lebte hier zeitweise in seiner Villa, und die Quinta da Regaleira (erbaut um 1900) mit ihrem mystischen Park wurde vor einigen Jahren erneuert.
Am Nachmittag fuhren wir noch über die Ponte 25 de Abril, die 1966 unter dem Namen Ponte Salazar und nach der Nelkenrevolution 1974 ihren heutigen Namen erhielt, zum Cristo Rei bei Almada.
Diese riesige Christusstatue an der gegenüberliegenden Seite des Tejo ist ein Heiligtum und Wallfahrtsort, entstanden nach einem Gelübde portugiesischer Bischöfe in Fátima (1940), sollte Portugal von dem Zweiten Weltkrieg verschont bleiben. Nicht weit entfernt liegt das kleine Städtchen Azeitão, in dem wir noch eine bekannte Keramikfabrik besuchten.
Zu einem Abstecher nach Estoril und Cascais, wo ich aufgewachsen bin, fehlte es an Zeit, und so fuhren wir tags darauf früh los über Fátima, Batalha, Coimbra nach Porto.
Fátima ist der bekannteste Wallfahrtsort Portugals und einer der bedeutend­sten Europas. Hier soll von Mai bis Oktober 1917 jeweils am 13. des Monats drei Hirtenkindern die Mutter Gottes erschienen sein, mit ihnen gebetet und ihnen drei Geheimnisse mit auf den Weg gegeben haben. Ein riesiger Platz, die Basilika mit den Grabmalen von zwei der Hirtenkinder, die sehr früh gestorben sind, die Erscheinungskapelle mit dem Baum der Erscheinung, das alles lässt auch Hartgesottenen den Atem stocken. Da unsere Eltern gläubige Katholiken waren, sind wir als Kinder mit ihnen oft hier gewesen.
In Batalha (Schlacht) steht das als ­Nationalheiligtum geltende gotische Kloster, das als Dank für die im August 1385 von den Portugiesen unter König João I in Aljubarrota gewonnenen Entscheidungsschlacht gegen das kastilische Heer erbaut wurde und heute als UNESCO-Weltkulturerbe gilt. An der Ostseite stehen die Capelas Imperfeitas, ­Kapellen, die nie vollendet wurden. In Coimbra besuchten wir das Universitätsgelände. Die Hochschule wurde 1290 gegründet, gilt als die erste des Landes und eine der ältesten weltweit, und wurde 2013 in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen. Hier in Coimbra ist auch eine besondere Art des Fado durch die Studenten entstanden. Am Abend erreichten wir Porto, die Hauptstadt des Nordens.
Ziele des nächsten Tages waren Braga und Guimarães, sowie die Erkundung von Porto. Die kirchliche Stadt Braga ist vor allem bekannt für das hoch über der Stadt, in den Bergen gelegene Heiligtum Bom Jesus do Monte mit seiner prachtvollen Anlage, der Kirche, den Statuen und den 580 Stufen, die in die Stadt hinunterführen. Zum Glück hielt der Bus oben an der Kirche! Guimarães gilt als berço da Pátria − die Wiege Portugals. Hoch über der Stadt wacht das mittelalter­liche Kastell aus dem 10. Jahrhundert. Afonso Henriques erblickte hier 1106 das Licht der Welt und wurde 1139 zum ersten König eines unabhängigen Portugals gekrönt. In der Taufkapelle steht das Taufbecken mit Inschrift.

Foro der Muro dos Cobertos da Ribeira in Porto

Muro dos Cobertos da Ribeira in Porto · © Michael W. Wirges

Porto, die zweitgrößte Stadt Portugals, Kulturhauptstadt Europas, ist wohl die dynamischste des Landes. Man sagt wohl nicht zu Unrecht, dass in Braga gebetet, in Coimbra studiert, in Porto gearbeitet und sich in Lissabon amüsiert wird! Eine Stadtrundfahrt und später auch ein Spaziergang durch die Altstadt − seit 1996 UNESCO-Weltkulturerbe − führte uns zum Douro hinunter, wo wir eine einstündige Fahrt mit einem traditionellen Schiff auf dem Fluss machten. Sehr beeindruckend war der Bahnhof São Bento, der noch im alten Stil erhalten ist und innen große Kacheln mit ­Bildern aus der portugiesischen Geschichte zeigt.
Richtung Süden ging es am nächsten Tag weiter, zunächst nach Bussaco, wo der berühmte Wald Mata Nacional do Buçaco und das romantische Schloss­hotel aus dem 19. Jahrhundert besucht werden konnten. Da standen auch eine 1000 Jahre alte Araukarie und ein 700 Jahre alter Benjaminbaum.
Hier im kühlen Norden, mal in den Termas do Luso, mal in den Termas de Manteigas in der Serra da Estrêla, ­haben wir im Sommer oft mit unseren Eltern die Ferien verbracht, um der großen Hitze weiter südlich zu entgehen.
Nazaré war das nächste Ziel. Das ­malerische Fischerdorf ist nicht nur ein beliebter Badestrand, sondern auch ­bekannt für seine sich in der Nähe brechenden Monsterwellen, die mutige Surfer aus aller Welt anlocken, wo auch internationale Meisterschaften ausgetragen werden. Nach dem Mittagessen ging es schnurstracks durch den Alentejo an die Algarve-Küste, vorbei an Kork­eichen, Getreide- und Reisfeldern, Salzsalinen, Weinreben und Olivenölbäumen. Während die Landwirtschaft im Norden von Minifundien geprägt ist, überwiegen hier die Latifundien (Großgrundbesitz) − die Kornkammer Portugals. An der Algarve findet man riesige Orangenplantagen, aber auch Birnen-, Mandel- und Johannisbrotbäume. Am Abend erreichten wir Armação de Pêra an der Algarve − »Arme Sau«, sagten einige Deutsche, in Anspielung auf den Stadtnamen!
Am nächsten Tag erkundeten wir das Hinterland. In Silves, kulturelle maurische Hochburg und Hauptstadt der Algarve im 11. Jahrhundert, besichtigten wir die mächtige Maurenburg, die Ende des 12. Jahrhunderts von Mauren und Kreuzrittern schwer umkämpft war, und die Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert. Die Thermen von Monchique mit ihren heißen Heilquellen, die schon zur Römerzeit bekannt waren und die Fahrt durch die Monchique-Gebirgszüge, die letztes Jahr größtenteils heftigen Waldbränden zum Opfer fielen, waren unsere nächsten Ziele, bevor es wieder zurück ins Hotel ging, und ein Nachmittag zur freien Verfügung angesagt war. Ausgeruht ging es dann am nächsten Tag weiter mit einer Fahrt an der westlichen ­Algarve-Küste entlang. Zunächst bis auf die Festung in Sagres, die vor dem 14. Jahrhundert gegründet wurde, und in der Prinz Heinrich der Seefahrer (1394−1460) bedeutende Gelehrte seiner Zeit − so auch den Nürnberger Martin Behaim −, um sich versammelte, um ­Navigationsgeräte, Seekarten und astronomische Berechnungen zu verbessern. Die Existenz einer Seefahrerschule ist jedoch nicht bewiesen. Das seit der Antike mystische Cabo de São Vicente gilt als der südwestlichste Punkt des europäischen Kontinentes, der Leuchtturm ist einer der lichtstärksten Europas. Auf der Rückfahrt machten wir noch den obligatorischen Foto-Stopp an der Ponta da Piedade mit ihren bizarren Felsformationen, die viele Millionen Jahre alt sein sollen. In Lagos machten wir einen Rundgang durch die Altstadt, mit dem Marktplatz, der Statue für Heinrich den Seefahrer, dem ironischen Denkmal für König Dom Sebastião, dem ehemaligen Sklavenmarkt und anderem Sehenswerten. Hierhin führte übrigens auch meine Hochzeitsreise, das ist jedoch schon sehr lange her, und es hat sich privat bei mir sehr vieles verändert!
Am Abend traf ich mich im Hotel mit Catrin George Ponciano, der Leiterin der DPG-Sektion Algarve. Sie brachte ihren Ehemann mit, den ich zunächst auf italienisch begrüßte, in der Annahme, dass er Italiener sei. Arménio wunderte sich etwas, bemerkte dann aber, dass er Portugiese sei! Zusammen verbrachten wir einen herrlichen Abend mit beeindruckendem Sonnenuntergang an der Praia Dourada, dem Goldstrand.

Foto eines zentralen Platz in Lagos (Algarve)

Zentraler Platz in Lagos (Algarve) · © Michael W. Wirges

Vorletzter Tag dieser für mich nostalgischen Reise: Sehr früh morgens starteten wir auf unsere letzte Etappe Richtung Lissabon. Wieder durch die Algarve und den Alentejo, zunächst nach Beja, wo eine Olivenölpresse von Figueirinha in São Brissos und eine Weinkellerei der Hotelkette Galé (wo wir immer logiert haben) in Santa Vitória besichtigt werden konnten. Im nahe gelegenen Vidigueira erhielt Vasco da Gama nach seiner Rückkehr aus Indien die Grafschaft als Dank für seine Verdienste.
Die einzige fast komplett erhaltene Stadtmauer Portugals befindet sich in Évora. Hier besuchten wir, nahe dem ­römischen Tempel der Diana, die Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert. Ein Stadtrundgang führte uns in der Altstadt, die seit 1996 auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes steht, an etlichen alten Gebäuden vorbei, wie auch an der Universität.
Ein letzter Stopp war die Besichtigung einer Korkfabrik im Alentejo, bevor es endgültig nach Lissabon zurückging, wo wir am späten Abend im Hotel ankamen. Sehr früh am nächsten Morgen hieß es dann Abschied nehmen von dieser schönen Hauptstadt, von den gastfreundlichen, liebenswürdigen Einwohnern dieses herrlichen Landes.
Adeus, Portugal − até à próxima! Bis hoffentlich sehr bald!

Portugal im 16. Jahrhundert: König Dom Sebastião

Gemälde von König Dom Sebastião

Ein unreifer König führt Portugal im 16. Jahrhundert in die Katastrophe • von Andreas Lausen

> Am 2. Januar 1554 starb der portugiesische Thronfolger Infant João ­Manuel mit nur 16 Jahren an Tuberkulose und Diabetes. Die Portugiesen waren entsetzt, denn nun war auch der letzte der sechs legitimen Söhne von König João III. gestorben. Aber die Witwe des toten Kronprinzen war schwanger. Ganz Portugal fieberte der Niederkunft entgegen. Nur ein Junge konnte die ­Dynastie Avis retten. Unermesslich war die Freude im Land, als am 20. Januar 1554 Infant Sebastião geboren wurde. Der «Desejado« (der Ersehnte) war da! Das Land schien gerettet.
Als sein Großvater König João III. am 11. Juni 1557 starb, kam als Thronerbe ­Infant Sebastião auf den Thron. Er war aber erst drei Jahre alt. Die Regentschaft übernahm Kardinal Henrique, Bruder von João III. Er war ein mürrischer, hinfälliger Mann. Moralische Prinzipien und strenge Askese standen im Mittelpunkt seines Denkens und Handelns. Als Großinquisitor oblag ihm die Gewissensprüfung religiöser Abweichler. Und er war nun für das Aufwachsen seines dreijährigen Großneffen verantwortlich.
Portugal befand sich in dieser Zeit schon auf dem absteigenden Ast. Die Zeit der großen Entdeckungsfahrten war vorbei, und immer schwerer wurde die Last des weltumspannenden Imperiums. Das kleine Land hatte sich mit seinem Weltreich übernommen. Die Kolonien, Stützpunkte, Festungen und Faktoreien zogen sich von Barbados in der Karibik bis zu Nagasaki in Japan, vom Rio de la Plata bis zu den Molukken, von Brasilien bis Moçambique. Allein an den Küsten Indiens hielt Portugal mehr als 50 Stützpunkte. Zu den Streitigkeiten mit benachbarten Reichen kamen Feindseligkeiten mit aufstrebenden europäischen Rivalen, wie Spanien, Frankreich und dem eigentlich verbündeten England.
Portugal war reich − und verarmte zusehends. Viele Felder lagen verlassen und wurden von Unkraut überwuchert. Auf der Suche nach schnellem Reichtum verließen junge Männer ihre Frauen und Kinder. Und in dieser schwierigen Phase saß ein Kind auf dem Thron.
An der absehbaren Katastrophe tragen die Erzieher und Berater des jungen Königs die Schuld. Sie impften ihm die Ideale eines Rittertums ein, das es in Portugal schon seit Jahrhunderten nicht mehr gab. Im Park des Schlosses von Sintra lauschte Sebastião fasziniert den Dichtungen von Luíz de Camões, der sein Epos von nationaler Größe, Heldentaten und vom Kampf gegen den Islam deklamierte. In Sebastião reifte der Gedanke, das nahe Marokko von den Mauren zu befreien.
Entsprechende Pläne gab es schon seit der portugiesischen Eroberung von Ceuta 1415. Aber sie gelangen nie. Portugal besaß nur einige trutzige Festungen an der Küste, konnte aber nie den Islam aus dem Land drängen. Da die Türken auf dem Balkan vordrangen, meinte Portugals König, in Marokko den Europäern ein Beispiel an Wagemut und Rittertum liefern zu müssen.
Mit 14 Jahren wurde Sebastião 1568 für mündig erklärt. Seine Berater hatten es versäumt, für ihn eine Eheschließung anzubahnen, damit der junge König demnächst für einen legitimen Nachfolger sorgen könnte. Denn aufgrund alter Erb­verträge war der spanische König Felipe II. der nächste Anwärter auf den portugiesischen Thron. Es gibt aber auch die Meinung, dass der junge König an weiblichen Wesen kein Interesse hatte.
Als ob sein Land nicht genug Probleme hätte, arbeitete der junge König an der Vorbereitung seines Feldzugs nach Marokko. Er erforschte die Rivalitäten unter den muslimischen Stämmen Nordafrikas, knüpfte Kontakte und ließ Schiffe bauen. In ganz Europa warb er Söldner und Glücksritter an. 1578 fuhr schließlich eine Streitmacht von 17.000 Männern nach Marokko. Sebastião war sich seines Sieges so sicher, dass er sein Unternehmen ausgerechnet im nordafrikanischen Hochsommer durchführte. Im Gepäck hatte er eine eigens angefertigte Krone, mit der er sich als marokkanischer König krönen wollte. Am 4. August 1578 trafen die Heere bei Alcácer-Quibir aufeinander. Sultan Muley Abd-el Malik hatte ­seine Truppe gut vorbereitet.
Portugals Meister-Regisseur Manuel de Oliveira beschreibt im seinem filmischen Epos Não, wie der König hektisch und hilflos die Front seines Heeres auf- und abreitet und den Soldaten Kommandos zuruft, die von den Italienern, Deutschen, Kroaten, Engländern, Spaniern kaum jemand versteht. Die Schlacht endet im Blutbad. Die portugiesische Trup­pe wird vernichtet. Weniger als 100 Mann kehren auf Umwegen oder gegen hohes Lösegeld nach Portugal zurück.
Einige der Heimkehrer berichten, der König sei dem Gemetzel entkommen. Bald hieß es, er sei auf seinem Pferd zum Himmel aufgestiegen (die erzählerische Anleihe beim Propheten Mohammed ist offensichtlich). Unter den Portugiesen breitet sich der Glaube aus, Sebastião werde eines Tages wiederkommen, um Portugal zu retten. Noch gab es einen Nachfolger aus der Dynastie Avis. Der Großonkel des verschollenen Königs, Kardinal Henrique, lässt sich mit Sondererlaubnis des Papstes krönen. Aber er ist schwach und krank. Anderthalb Jahre später stirbt er und macht den Thron frei für die spanischen Habsburger, die ­Portugal in Personalunion 60 Jahre lang regieren.

Weitere Bauwerke in Portugal als Welterbe anerkannt

Foto von der Klosterküche des Palácio Nacional in Mafra

Bauwerke in Mafra und Braga erhalten begehrte Auszeichnung der UNESCO • von Andreas Lausen

> Große Freude herrscht in Mafra und Braga, denn das Komitee der ­UNESCO sprach auf seiner Tagung im Juli 2019 in Baku/Aserbaidschan beiden Städten dieses weltweit begehrte Prädikat zu.
In Mafra wurde der barocke Palaçio Nacional anerkannt, nachdem er schon mehrfach auf der Vorschlagsliste stand. Das 1730 eingeweihte Edifiçio Real umfasst ein Kloster für einst 330 Mönche, einen königlichen Palast und eine prunkvolle Basilika. Ebenfalls Teil der Anerkennung sind der Park Jardim do Cerco und das ummauerte, 1200 Hektar große Jagdrevier (Tapada de Mafra).
Der UNESCO-Entscheidung gingen langjährige Bemühungen von Direktor Dr. Mario Pereira voraus. Die weltweit einzigartigen sechs Orgeln unter der Vierungskuppel, für die es mehr als 50 nur hier spielbare Kompositionen gibt, erklingen nach 200-jähriger Pause wieder. Die prachtvolle Bibliothek mit fast 40.000 historischen Bänden wird unter Leitung von Maria Teresa Amaral aufgearbeitet. Die beiden raffinierten Glockenspiele sind in der abschließenden Restaurierungsphase. Als nächstes wird das ­Musikmuseum Portugals in prachtvolle Räume des Südflügels einziehen.
Bei der Entscheidung in Baku waren sich die 21 Delegierten (Portugal ist nicht vertreten) nicht sofort einig. Den Ausschlag gaben die Voten von Brasilien und Angola, die auf die weltweiten Verbindungen beim Bau von Mafra hinwiesen. Portugals damalige globalisierte Wirtschaft machte den Bau mit brasilianischem Gold und angolanischer Sklavenarbeit erst möglich.
Ebenfalls zum Welterbe erklärt wurde die Wallfahrtskirche Bom Jesus do Monte bei Braga mit ihrer prachtvollen barocken Treppenanlage. Sie fand weltweit Nachfolgebauten, so auch in der nordportugiesischen Stadt Lamego, im indischen Goa und in Brasilien.
In Portugal gibt es 17 anerkannte Welt­erbestätten, angesichts der Dimension des Landes eine einzigartige Fülle. Weitere 15 Welterbestätten portugiesischen Ursprungs sind über die ganze Welt verteilt − von der Barockstadt Ouro Preto in Brasilien bis zur Ilha de Moçambique.
Es fällt auf, dass die UNESCO inzwischen alle Anträge sehr sorgfältig und kritisch prüft. In der Vergangenheit wurde offenbar manche Attraktion zu schnell anerkannt. Der portugiesische Botschafter bei der Weltorganisation stellte klar: »Jeder Vorschlag muss eine Qualität außerordentlichen und einzigartigen Charakters haben, damit die UNESCO-­Liste nicht zu einer Art Telefonbuch wird.«
Mafra und Braga wurde diese Qualität nun weltweit zuerkannt.

Konzertbericht von den Young Euro Classic 2019 in Berlin

Foto des portugiesischen Orchesters bei den Young Euro Classic 2019

Bericht von einem Konzert der Superlative am 26.7.2019 in Berlin • von Michael W. Wirges

> Wie jetzt schon zum zwanzigsten Mal wird in den Monaten Juli und August das Festival der besten Jugendorchester der Welt im Konzerthaus am Gendarmenmarkt in Berlin veranstaltet.
Für mich war es zwar erst das dritte oder vierte Mal, dass ich diese hochkarätige Musikveranstaltung besuche, ich bin allerdings immer wieder schwer beeindruckt von der phantastischen Leistung, die diese jungen Menschen aus vielen Teilen der Welt im Alter von 14 bis 25 Jahren auf die Bühne bringen − sei es als Solisten oder als ganzes Orchester.
Mit dabei war auch diesmal wieder die Jovem Orquestra Portuguesa aus Portugal mit dem Ensemble Notas de Contacto, unter der Leitung des Dirigenten Pedro de Carneiro. Vor dem offiziellen Anfang um 20 Uhr gab es noch eine 40-minütige Konzerteinführung mit dem Dirigenten und Anne Kussmaul.
Im ersten Teil des Konzerts wurde von George Enescu (1881−1955) die Prélude á lùnisson, 1. Satz aus der Suite für Orchester Nr. 1 op.9 (1903) gespielt. Es folgte eine Uraufführung von João Godinho (geboren 1976), Alcance/Reach, unter anderem mit neuartigen Percussion-Instrumenten. Er wurde mit diesem Werk jetzt und hier als Gewinner mit dem European Composer Award ausgezeichnet.
Das Ensemble Notas de Contacto unterrichtet Menschen mit Behinderung, mit improvisierter Mitwirkung von Schlagzeugen und Mitteln, die keine Notenkenntnisse verlangen.
Nach der Pause ging es mit Ludwig van Beethovens (1770−1827) Symphonie Nr. 7 A-Dur op. 92 (1812) weiter, auch dieses meisterhaft − und stehend! − gespielt.
Als Dank gab es minutenlange, tosende Standing Ovations und zum Schluss noch eine Zugabe, die nicht im Programm stand: eine chorales Stück, begleitet von kleinerer Percussion wie Glöckchen.
Nein, das Ende war es noch nicht! Vor dem Konzerthaus am Gendarmenmarkt fand noch eine Party statt − ein jazziges Trompetenkonzert von jungen Musikern, begleitet von Tanz und Gesang aller Beteiligten und stehenden Wein und Bier trinkenden Besuchern!
Was für ein Konzert, was für ein Ausklang unter sommerlichem Himmel!

Desaströses Ungeziefer im Ambiente der Flora in Portugal

Foto von zerstörten Palmen in Portugal

Über den hilflos wirkenden Umgang der Behörden mit der Insektenplage

• von Eberhard Fedtke und Ana Carla Gomes Fedtke


> Die portugiesische Flora leidet, wie die in allen modernen Ländern, unter der Fehlanwendung von Insektiziden zur Abwehr gegen Ungeziefer. Die Menge von Insekten, Würmern und Regenwürmern, für die Stabilität von Flora und Fauna verantwortlich – viele Tiere, nicht nur Vögel, leben von Insekten – nehmen kontinuierlich ab. Die Entomologie, die Wissenschaft, welche sich mit dem globalen Studium der Insekten und deren Arten befasst, schlägt länderübergreifend Alarm. Unter dem Titel »Der Verlust der Artenvielfalt und der Rückgang von Insekten« informieren die zuständigen Institutionen die Öffentlichkeit sowie die staatlichen Stellen über die Gefahren für Gesundheit und Gleichgewicht der Umwelt. Es wurden Programme ausgearbeitet, den verschiedenen Gefahren des Insektensterbens entgegenzuwirken. Die gesamte zeitgenössische Landwirtschaft steht zur Diskussion. Inzwischen gibt es gesicherte Erkenntnisse, wonach in der »Bio«-Landwirtschaft die Lage weniger besorgniserregend ist, das natürliche Gleichgewicht von Flora und Fauna sich weniger besorgniserregend zeigt, jedoch nicht, wie anempfohlen, perfekt ist. Um einen Vergleich zur globalen Bedrohung durch Plastik heranzuziehen, schließt, so die Spezialisten, die Bewahrung des modernen Weltgefüges die unbedingte Untersagung jeglicher Insektizidenprodukte ein.
Portugal lebt noch gefährlicher, was die aus dem Welthandel importierten Ungeziefer anbetrifft. Sie führen eine tödlichen Tanz in der portugiesischen Flora auf, nehmen zu und verdienen eine feste und entschlossene Antwort, um eine Apokalypse der Flora zu vermeiden.. Sprechen wir von einer kleinen Auswahl: fünf Arten von Insekten und Käfern tanzen einen Bauchtanz in der Flora Portugals. In fesche und vielfarbige Aufmachungen gekleidet, treten sie mit zerstörerischer Macht und diabolischer Gefahr gegenüber der Natur und den Menschen auf. Nicht glaubhaft? Übertrieben? Nennen wir die hehren Akteure beim Namen und kommen ohne Umschweife zu den Tatsachen:
Als ersten vorzustellen gilt es den pitoresken »Rhynchoporus ferugineus«, ein abscheulicher Käfer, aus den tropischen Gegenden Asiens und Polynesiens stammend. Er gelangte nach Afrika, schliesslich nach Europa und trat 1994 in Spanien auf. Radikal zerstört er verschiedene Arten von Palmen. Wer kennt nicht in unserem gesamten Land den schockierenden Anblick von Palmen mit herunterhängenden und vertrockneten Zweigen oder einen verlorenen, abrasierten Stamm als traurigen Beweis einer gestorbenen Pflanze? Beklagenswerte Anblicke, Belege für Krieg in der Flora, schreckliche Szenarien für alle Naturfreunde.
Der zweite Kumpane der illustren Auswahl ist die »Vespa-das-galhas-do-castanheiros«, ein Insekt, welches die Blattsprossen gallapfelig angreift, das Wachstum der Zweige hemmt, die Früchtebildung behindert, das Wachstum und die Qualität der Kastanienbäume beeinträchtigt und sie schließlich in Gänze vernichtet. Seine geographische Ausbreitung geht von Asien, Nordamerika bis Europa, sich immer stärker nach Mitteleuropa ausbreitend, zudem ersichtlich Portugal nicht verschonend.
Als dritten Parasiten heben wir die »Asiatische Wespe« hervor, aus Indien, China, Indochina sowie Indonesien stammend, und 2011 in Portugal entdeckt. 2015 wurden hierzulande 1.215 Nester gefunden. Die Plager dezimieren die heimischen Bienen hartnäckig, indem sie aggressiv und nachhaltig in deren Nester eindringen. Das wirtschaftliche Ergebnis bedeutet, dass die Produktion heimischen Honigs abnimmt.
Die Nummer vier, welche orkanartig die Wälder überfällt, ist die »Prozessionsspinne«, gleichermaßen für Mensch und Tier gefährlich. Ihr Ursprung liegt in Südeuropa.
Hat sie Kontakt mit sensiblen Körperteilen, sei es bei Mensch oder Tier, z.B. mit der Zunge von Hunden, kann dies schwerwiegende Verletzungen hervorrufen und bis zum Tod führen, sofern nicht umgehende ärztliche Hilfe zuteil wird. Das Tier fertigt weiße, gut sichtbare Nester in Pinien. Es handelt sich um eine ständig anwachsende Plage, sowohl für Pinien wie für Zedern.
Die Nummer fünf ist der »Buchsbaumzünsler«, ein weiterer asiatischer Import aus Japan, China. Korea und Indien. Er kennzeichnet sich durch Flecken auf den Blättern in grau-bräunlicher bis orangener Farbe, welche schnell zunimmt, durch schwarze Riefen auf der Kehrseite der Zweige, was mit deren Abfall endet. Es bedarf einer radikalen Behandlung.
Somit summiert und befördert die portugiesische Umwelt Probleme eines vorrangigen Schutz des Flora. Bekanntlich leidet das Portugal unter der besonderen Krise verbrannter Wälder und erduldet einen Mangel an wilden Tieren und Vogelsorten verschiedenster Art. Viele Jäger missbrauchen die Fauna, verringern sie auf Weniges. Wann wird die gefährliche und tödliche Gefahr für Flora und Fauna ein Ende nehmen, die sicherlich in einer Umweltkatastrophe endet?
Die portugiesischen Behörden des Zivilschutzes sind sich dieses schrecklichen Dramas bewusst, aber es kommt uns vor, dass wenige wirklich verängstigt erscheinen, sagen wir indigniert und moralisch reuig. Es gibt keine angemessenen medizinischen Behandlungen, den Parasiten Nr. 1 zu bekämpfen, ausser durch Importmittel. In Spanien ist jedermann verpflichtet, seine kranken Bäume den Behörden zu melden, während der Staat die öffentliche Natur behandelt. In Portugal fehlt es an einer solchen durchdachten Regelung und einer vernünftigen Choreographie, um in imperativer Weise die derart leidende Natur zu retten. Um den Feind Nr. 5 zu bekämpfen, reicht es aus, die kranken Bäume und Pflanzen abzuschneiden, was nicht der Schönheit der Natur dienlich ist.
Einige Ortschaften betreiben eigene Vorsorge, aber was zum Beispiel den Parasiten der Prozessionsspinne anbelangt, stellt man eindeutig Betroffenheit, Hilflosigkeit bis hin zur Desorientierung fest. Es ist erforderlich, eine gutes Programm zu besitzen, die Anfangszyklen der Plagen zu analysieren, praktisch mögliche Programme zu erarbeiten und sorgfältige Massnahmen durchzuführen, damit die betroffene Natur geschützt
wird, mit anderen Worten von der vernünftigen Vorsorge über die Kontrolle bis zur Entsorgung. Wir meinen, dass es stärkerer Anstrengung bedarf, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren, und das mit einer Strategie, wonach ein Wechsel stattfindet. Portugal verdient eine Abteilung »Spezialfeuerwehr Umwelt«, eine reine »chemische Truppe«, so wie sie andere Länder in identischen Situationen einsetzen.
Es gibt noch viel gegen diese unangenehmen Besucher zu tun, dies sehenden Blickes zunehmen. Wer kennt den nächsten indiskreten Eindringling, welcher die Pflanzen schädigt und die Gesundheit der Menschen angreift? Die portugiesische Natur verdient es nicht, eine »via mala der Umwelt« zu gehen. Es braucht Anstrengung und Ausdauer. Endgültig!
Ein Argument, mehr als abgenutzt, ist das fehlender öffentlicher Finanzen. Offenbar schenkt der Minister für Landwirtschaft, Forst und Entwicklung diesen globalen Gegebenheiten nicht genügend Aufmerksamkeit. Man weiß nicht einmal, ob die zuständigen staatlichen Stellen nicht Beihilfen der EU-Gemeinschaft, für diesen Zwecke bestimmt, beantragen. Träfe dies zu, wäre es eine unverantwortliche und skandalöse Gleichgültigkeit. Demgegenüber ist es interessant mitanzusehen, wie bestimmte Gemeinden »großzügig« einen guten Teil ihres Budgets für Feste, Feuerwerk, Jahrmärkte und die ganze Spezies übertriebener Veranstaltungen ausgeben. Prioritäten zählen. Spreche einer ein ehrliches »mea culpa« zu Gunsten der Natur als die wesentliche Grundlage unseres Lebens Tag für Tag aus.
Das Problem an sich verdient keinen Pardon. Das Naturlabor braucht effektive Unterstützung, einbezogen sämtliche aktuellen wissenschaftlichen Maßnahmen, um den Einfall, den Verbleib und die Vermehrung dieses unerwünschten Ungeziefers – tödliche Gäste – rigoros zu verhindern. Die Regionen benötigen in erster Linie die Hilfe des für diese Materie verantwortlichen Ministeriums. Die Würde der Natur erfordert gerechte und konkrete Manifestationen. Nicht angängig ist die »kommode Wechselwirkung«, in der Politik »zu denken«, in Parlamenten »nachzudenken«, akademische Regelungen zu schaffen, viel zu reden und in Gemeindeversammlungen aktive Pläne zu entwerfen, wenn nichts oder wenig geschieht. Brüssel hat zweckbestimmte Mittel.
Andernfalls wird die Identität eines Landes, dessen Umweltwert noch zufriedenstellend und multikulturellen Tourismus anzuziehen geeignet ist, verschwinden.
Sicherlich nicht?