Schlagwort: Portugal

Short News

Cover von Catrin George Poncianos Roman »Leiser Tod in Lissabon«

»Leiser Tod in Lissabon« (Cover) · © Verlag emons:

Foto von Catrin George Ponciano

Catrin George Ponciano · © Beate Schamp

 

 

 

 

 

 

 

 

 


016 | CATRIN GEORGE PONCIANO GEWINNT DEN STUTTGARTER DEBÜTKRIMIPREIS | 
Zum 12. Mal hat der Stuttgarter Kriminächte Verein den Stuttgarter Krimipreis ausgelobt. Den mit 1500 Euro dotierten Wittwer-Thalia Debütkrimipreis 2021 erhält die in Portugal ansässige Schriftstellerin, DPG-Mitglied und ESA-Redakteurin Catrin George Ponciano für ihren Kriminalroman Leiser Tod in Lissabon. Der Ende Mai 2020 im Emons Verlag Köln in der Reihe Sehnsuchtsorte publizierte Krimi überzeugte die Jury: »George Ponciano erzählt atmosphärisch dicht mit großer Kenntnis Portugals und der Historie des Landes. Wir tauchen ein in die Zeit der Nelkenrevolution mit ihren verborgenen Netzwerken und mafiösen Strukturen, die bis heute andauern. Mit ihrer Figur Dora Monteiro erfindet George Ponciano eine kantig skurrile starke Ermittlerin, mit der man gerne weitere Fälle lösen möchte. Ein sehr gelungenes Debüt.«
Leiser Tod in Lissabon · Taschenbuch, 272 Seiten, € 13,00 · Emons Verlag · ISBN 978-3-7408-0783-2
Catrin George Ponciano über ihr Buch In PORTUGAL REPORT 79:
https://dpg.berlin/ein-mord-in-der-kirche/
Buchbesprechung In PORTUGAL REPORT 79:
https://dpg.berlin/catrin-george-ponciano-leiser-tod-in-lissabon/

Erfahren Sie mehr über die Autorin und ihre Bücher auf:
http://www.catringeorge.com/

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Foto von Anja Bienert vom Herzzentrum Leipzig

Anja Bienert (Herzzentrum Leipzig) · © Thomas Meinicke Photography

 

015 | INTEGRATION AM HERZZENTRUM IN LEIPZIG | Anja Bienert ist Abteilungsleiterin für die Herzchirurgische Bettenstation in Leipzig. Anja Bienert sieht sich zwar in erster Linie als Krankenschwester, doch als fast zwanzig portugiesische Pflegekräfte nach Leipzig kommen, begleitet sie das Integrationsteam und nimmt Kontakt zur DPG in Leipzig auf. Lesen Sie gerne den ganzen Artikel auf Helios-Gesundheit.de

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Foto von Julia Böning, TREAT Berlin

Julia Böning von TREAT Berlin präsentiert Bio- und Naturweine aus Portugal · © Andreas Lahn


014 | BERLIN: BIOWEINE UND NATURWEINE AUS PORTUGAL | 
Was mit einem Weinkiosk in Hamburg anfängt, endet vorläufig in Berlin-Neukölln: Hier führt Julia Böning einen kleinen, aber feinen Weinladen namens TREAT. Sie beschäftigt sich seit ca. 15 Jahren mit Wein und verkauft aus Überzeugung Bio- und Naturweine – vornehmlich aus Deutschland, Frankreich, Spanien und Portugal. Sie hat direkten Kontakt zu den WinzerInnen in Portugal, die – oft zusammen mit ihrer Familie – in Handarbeit kleine Weingüter bewirtschaften. 
Der Geschmack der Weine ist besonders, zum Teil speziell und bisweilen gewöhnungsbedürftig. Er unterscheidet sich durch die klimatischen Besonderheiten der jeweiligen Region, aber auch, weil der Wein nicht durch chemische Zusätze verändert wird. Schauen Sie gerne mal in der Kienitzerstraße vorbei und kosten Sie selbst…
TREAT · Kienitzerstraße 95 · 12049 Berlin-Neukölln
Telefon: 030 | 69572613 · E-Mail: hello@treat.berlin · Internet: www.treat.berlin
Öffnungszeiten: Mo.–Fr.: 15–20 Uhr · Sa.: 10–20 Uhr

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Foto vom Brand in Monchique 2018

Feuer in Monchique 2018 · © Timo Dillner

013 | MONCHIQUE: «WITH WATER, THE FIRE GOES OUT.» | «Monchique com futuro» ist ein soziales Projekt, das von den Bränden 2018 betroffenen Menschen helfen möchte, sich selbst zu helfen. Ziel des Projekts ist die Errichtung von geschlossenen Wassertanks, um an bestimmten Stellen Löschwasser gegen zukünftige Waldbrände zur Verfügung zu haben. Weitere Informationen und ein Spendenkonto finden Sie hier: https://ppl.pt/en/monchique-com-futuro

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Foto vom Stammtisch der DPG Berlin/Brandenburg am 26.9.2019 im Café Lisboa in Berlin

Stammtisch der DPG Berlin/Brandenburg am 26.9.2019 im Café Lisboa in Berlin

012 | BERLIN, 26.9.2019 | Der Landesverband der DPG Berlin/Brandenburg hat mal wieder zum Stammtisch ins Café Lisboa eingeladen. Es sind circa 20 Personen gekommen, die sich in lockerer Atmosphäre angeregt unterhalten. Bei wunderbarem portugiesischem Essen und Getränken wird auch über die Zukunft der DPG und speziell des Berliner Landesverbandes gesprochen. 

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011 | WELTERBE | Die UNESCO hat in ihrer Vergabesitzung den Titel »Welterbe« an zwei einzigartige Baudenkmäler in Portugal verliehen:
– Palast von Mafra mit Jardim do Cerco und Tapada
– Bom Jesus do Monte in Braga
Der Palast von Mafra stand lange Zeit auf der Warteliste. In der UNESCO-Sitzung (in der zum Beispiel Portugal und Deutschland kein Stimmrecht haben) ist es der Initiative von Brasilien und Angola zu verdanken, dass Portugals größte Barockanlage am 7. Juli 2019 als kulturelles Erbe der Menschheit anerkannt wurde. 
Die Anlage Bom Jesus do Monte in Braga mit der imponierenden barocken Treppenanlage und der Wallfahrtskirche  kam dagegen nach relativ kurzer Vorbereitungszeit auf die Welterbe-Liste. 
Bei beiden Anerkennungen würdigte die UNESCO auch die weltweiten Bezüge der Anlagen.

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Sardinhada am 15.6.2019 in Leipzig · © DPG

010 | SARDINHADA IN LEIPZIG AM 15.6.2019 | Sardinen, Sonne, super Stimmung – was für ein toller Tag bei der Sardinhada, die Leipzigs Portugal-Freunde für sich und vor allem für portugiesische Musikstudenten organisiert hatten! Als kleines Dankeschön für das Konzert, das die jungen Portugiesen am 25. April zum Jahrestag der Nelkenrevolution vor sehr vielen Gästen gegeben hatten. Gut vorstellbar, dass Leipzig auch künftig Konzerte mit portugiesischer Musik erleben wird – und vielleicht auch solche Sardinhadas.

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Foto vom DPG-Stammtisch am 16. April 2019 in Berlin

Der DPG-Stammtisch am 16. April 2019 in Berlin · Foto: © Paula Goyke

009 | DPG-STAMMTISCH IN BERLIN | Am 16. April 2019 ist es endlich wieder soweit: Die DPG lädt zum Stammtisch ins Café Lisboa. Die Anwesenden verbringen bei leckeren Speisen und Getränken einen gemütlichen Abend. Interessierte nutzen die Gelegenheit, die DPG kennenzulernen. Es wird auf die Lesung des portugiesischen Autors Almeida Faria am 14. Mai im Literaturhaus hingewiesen. Alle Anwesenden sind sich einig: ein wundervoller Abend!

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Alexandra Klobouk und Ruth Tobias am 21.2.2019 im Berliner Literatur-Haus

Die Autorin Alexandra Klobouk (li.) und Ruth Tobias, Vorsitzende des DPG-Landesverbandes Berlin/Brandenburg · Foto: © Michael W. Wirges

008 | LESUNG MIT ALEXANDRA KLOBOUK IN BERLIN | Alexandra Klobouk hat einige ihrer Bücher am 21. Februar 2019 in Berlin vorgestellt. Durch das große Glück, die begnadete Köchin Rita Cortes Valente de Oliveira kennengelernt zu haben, weiß sie um einige Geheimnisse des portugiesischen Essens, die zum Teil in ihr Buch »Die portugiesische Küche« eingeflossen sind. Im Literaturhaus Berlin hat sie über Fisch im Teigmantel, Carpaccio de Bacalhau und Grüne Bohnen im Teigmantel gesprochen und den ca. 20 ZuhörerInnen erklärt, wie man Muscheln ohne Risiko genießt. Einige Passagen aus ihrem Buch »Lissabon – im Land am Rand« («Lisboa – num país sempre à beira») haben ihre Lesung abgerundet und deutlich gemacht, warum sie Land und Leute liebt. Ihre Illustrationen und Rezepte sprechen den Lisboetas einfach aus der Seele. Alles in allem ein wundervoller Abend!
Weitere Informationen

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Foto vom Saxophon-Konzert am 30.11.2018 in Freiburg

Saxophon-Konzert am 30.11.2018 in Freiburg · Foto: © DPG – Stadtsektion Freiburg

007 | DESTINOS CRUZADOS: EINE MUSIKALISCHE REISE NACH PORTUGAL | Unter diesem Motto fand am 30. November 2018 im historischen Peterhof-Keller im Zentrum Freiburgs ein Saxophon-Konzert mit einem deutsch-portugiesischen Ensemble statt. Das Quartett bestand aus den Musikern Romeu Costa (Musikkonservatorium Braga), Fernando Ramos (Musikhochschule Porto), Vincent Haïssaguerre (Musikschule Tübingen) und Ingo Sadewasser (Musikschule Tübingen). Auf dem musikalischen Weg nach Portugal, mit Werken von Bernardo Sassetti und Luiz Costa, machte das Quartett auch in Deutschland, Frankreich oder Spanien halt, u.a. mit Darbietungen von Kurt Weil, Claude Debussy und Pedro Iturralde.

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Werner Tobias bei seinem Vortrag »Fliesenkunst in Portugal

Werner Tobias erklärt einem interessierten Publikum die »Fliesenkunst in Portugal« · © Herbert Schlemmer (2018)

006 | FLIESENKUNST IN PORTUGAL | Am 8.11.2018 hielt DPG-Mitglied Werner Tobias im Hotel Pestana in Berlin vor einem interessierten Publikum von 45 Personen einen Vortrag über das Thema »Fliesenkunst in Portugal«. Aus seinem reichen Erfahrungsschatz schöpfend, schlug der Vortragende einen Bogen von den ersten portugiesischen Fliesen über die Blütezeit holländischer Fliesenmalerei in Portugal bis in die Moderne der fliesendekorierten Metrostationen in Lissabon.
Der Vortragende hatte neben Fotos portugiesischer Fliesenkunst in allen öffentlichen Räumen zahlreiche Ansichtsexemplare mitgebracht. Geschmückt wurde der Saal zudem von einem Fliesenbild der Fliesenmalerin Ulrike Pohl, die DPG-Mitgliedern durch ihr »Kachel-Atelier« in der Leibnizstraße in Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf seit langen Jahren ein Begriff ist.
Ein gemütliches Beisammensein bei Snacks rundete den Abend ab.
Weitere Informationen zum Kachel-Atelier

Foto von Werner Tobias bei seinem Vortrag »Fliesenkunst in Portugal

Werner Tobias bei seinem Vortrag »Fliesenkunst in Portugal« · © Herbert Schlemmer (2018)

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005 | 2. DPG-STAMMTISCH IN BERLIN | Am 18. September 2018 fand in Berlin-Wilmersdorf im Café Lisboa der zweite Stammtisch der Berlin-Brandenburgischen Sektion der DPG statt. Über 24 alte und neue Mitglieder fanden sich zu einem gemütlichen und zwanglosen Zusammensein bei leckerer portugiesischer Küche ein.
Es wurden viele interessante Gespräche über das (harmonische) deutsch-portugiesische Zusammenleben, über Wünsche der Mitglieder und Projekte für die Zukunft geführt. Und natürlich wurden auch die nächsten (spannenden) Termine der Berlin Brandenburgischen Landessektion der DPG erwähnt – der Vortrag von Werner Tobias über FLIESENKUNST IN PORTUGAL am 8. November um 19 Uhr im Hotel Pestana in Berlin und die Weihnachtsfeier/Jantar de Natal am 11. Dezember 2018. Wir haben uns mit einer großen Mehrheit dazu entschlossen, eine Feier zu organisieren, zu der jeder mit leckeren Spezialitäten beitragen kann. Der Ort wird noch bekannt gegeben.
Und natürlich haben wir viele neue Ideen für das Jahr 2019!

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Foto des gut besuchten DPG-Stammtisch am 20.3.2018 in Berlin

Gut besuchter DPG-Stammtisch am 20.3.2018 in Berlin · © Herbert Schlemmer

004 | DPG-STAMMTISCH IN BERLIN | Am 20.3.2018 fand in Berlin-Wilmersdorf im Café Lisboa der erste Stammtisch der Berlin-Brandenburgischen Sektion der DPG statt. Über 20 alte und neue Mitglieder fanden sich zu einem gemütlichen und zwanglosen Zusammensein bei deutschen Ostereiern und portugiesischer Küche ein. Der Stammtisch ist der erste Schritt zu einem kulturellen und kulinarischen Programm, das die beiden neuen Leiterinnen der Landessektion Berlin-Brandenburg, Paula Goyke und Ruth Tobias, für die DPG organisieren.

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Foto bei der Vernissage für die Ausstellung von Michael Goyke

Mitglieder der DPG bei der Vernissage der Ausstellung von Michael Goyke · © 2018 Cristina Dangerfield-Vogt

003 | AUSSTELLUNG MIT WERKEN VON MICHAEL GOYKE | Michael Goyke ist 1962 in Duisburg geboren und lebt seit 1999 in Berlin. Die Kraft, die zur Entstehung seiner Werke führt, ist das innere Verlangen, malerische und skulpturale Wirkungen zu verbinden. Dabei verwendet er u.a. textile Stoffe als Material. Zusammengeknüllt auf den Träger gebracht offenbaren sich in den gebirgsähnlichen Erhöhungen und Vertiefungen mit ihren Licht- und Schatteneffekten plötzlich mystische Gestalten und Figuren. Mal steht am Anfang eine Idee, mal ist es der »Zufall« des Stoffes, der die Form bestimmt und diese Geschöpfe entstehen lässt.
Auffallend sind die – in seinen Werken immer wiederkehrenden – schwebenden Miniatur-Meteoriten, mit denen er seine Figuren umgibt. Diese bewirken eine besondere Plastizität und verleihen den Bildern eine geradezu surreale, irdische und überirdische, kosmische Aura.
Goyke zeigt hier einige seiner Arbeiten, bei denen er mit verschiedenen Materialien gearbeitet hat, aber auch Werke, gemalt in anderen Techniken, welche uns einen Einblick in seine inneren Traumwelten gewähren.
Die Ausstellung läuft vom 10. März bis zum 6. April 2018 in der Wein-Bar 7 Mares, Heimstraße 3, 10965 Berlin; Mo.–Sa., 18.30–22.30 Uhr
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Taste Portugal 2018: Foto von Herbert Schlemmer

Taste Portugal 2018 · © Herbert Schlemmer

002 | TASTE PORTUGAL | Wie schon im vergangenen Jahr, fand auch 2018 die Kampagne »Taste Portugal« zur Bekanntmachung und Förderung von kulinarischen Produkten und Weinen aus Portugal statt. Vom 15. bis 17. März 2018 wurden in der Marheinicke Markthalle in Berlin-Kreuzberg typisch portugiesische, mit Liebe und Sorgfalt von Hand hergestellte ­Lebensmittel zur freien Verkostung angeboten, Produkte von portugiesischen Winzern, Ölerzeugern, Metzgereien, Käsemanufakturen, Honig- und Salzproduzenten. Als kulinarischer Botschafter war der bekannte TV-Koch Vitor Sobral anwesend, der ein Showcooking portugiesischer Spezialitäten veranstaltete, begleitet von der bekannten portugiesischen Musikgruppe »Trio Fado« aus Berlin. Die Veranstaltung wurde am Abend fortgesetzt mit einem Abendessen im ­Restaurant »Anabelas Kitchen« in Berlin-­Charlottenburg. Auch hier war Vitor ­Sobral anwesend, „»Trio Fado« rundete den Abend musikalisch ab. Vitor Sobral verlieh Urkunden an Inhaber der Restaurants aus Berlin und Umgebung, die zum weltweiten Netzwerk »Taste Portugal« gehören. (AUTOR: Michael W. Wirges)
Weitere Informationen (auf englisch)

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Foto von Herbert Schlemmer auf der Grünen Woche 2018 in Berlin

Auf der Internationalen Grünen Woche 2018 in Berlin · © Herbert Schlemmer

001 | INTERNATIONALE GRÜNE WOCHE (19.–28.1.2018 in Berlin): Der portugiesische Botschafter João António da Costa Mira Gomes besucht den portugiesischen Stand auf der Messe.
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Die Lyrikerin Florbela Espanca

Foto des Monuments für Florbela Espanca in Vila Viçosa · © Wikimedia Commons, GC.KER CACHE TEAM

Das Leben der portugiesischen Lyrikerin (1894–1930) noch mal neu entdeckt    von Catrin George Ponciano

> Die portugiesische Dichterin Florbela Espanca war zart wie ein Schmetterling und schön wie eine Nymphe. Sie war eine aufregende Exotin, ein lasziver Vamp, ein schutzbedürftiges Mädchen, die Ordensschwester Sehnsucht, eine blühende Blume, eine verwelkte Blüte, eine aufrichtig Trauernde, aber vor allem Liebende, Verliebte, Geliebte, Ungeliebte. All dies war Florbela, und mehr noch: Sie war die Athene der Moderne für die beginnende Emanzipation der weiblichen Literaturwelt ihrer Epoche, Leitfigur für die aufstrebende Emanzipationsbewegung Portugals. Sie war Minerva, die erste Frau Portugals, die Jura studiert hat, sie war aber ebenso Nyx und sank hinab in die innere Finsternis ihrer eigenen Melancholie. Niemand schaffte es, sich ihrer Aura zu entziehen. Und dafür wurde sie entweder geliebt oder beneidet. Eine sentimentale Balance existierte im Leben der Dichterin nie. Ihren eigenen Gefühlen ausgesetzt, strömten die ihrer Verehrer, ihres Bruders, ihrer wenigen Freunde auf sie ein und sorgten für eine unentwegte emotionale Eruption, die sie in ihrer poetisch zarten und gleichzeitig konsequent wirklichkeitsorientierten Dichtung aufblättert. 

Für jeden Lebensabschnitt schlägt Florbela ein eigenes Buch auf, das sie durchgehend Ich-bezogenen mit Sonetten füllt. Um ihrer inneren Aufruhr Herrin zu werden, führt Florbela rege Korrespondenzen und beschreibt darin im Rollenspiel ihre Auseinandersetzung mit dem Leben an sich, und gewährt über diesen literarischen Umweg intime Einblicke in ihre komplexe Persönlichkeit. »Die Welt will mich nicht, weil niemand solche Flügel hat wie ich …«, beschreibt sie die Schwierigkeit anderer, sich mit ihr und ihrer komplexen Persönlichkeit zurechtzufinden.

Als uneheliches Kind 1894 in Vila Visçosa im Alto Alentejo geboren, wächst Florbela gemeinsam mit ihrem jüngeren Bruder Apeles bei ihrem leiblichen Vater und dessen Ehefrau auf, ohne dass der Vater die Tochter und den Sohn als seine Kinder legitimiert hat. Das Mädchen wächst abgelehnt vom eigenen Vater auf, und ungeliebt von der Stiefmutter. Florbelas natürliche Sehnsucht nach Innigkeit und Geborgenheit bleibt unerfüllt, und so schenkt sie ihre gesamte kindliche Zuneigung dem einzigen Menschen, der ihr wahrhaftig nahesteht: Apeles. Er ist ihr Bruder, ihr Freund, ersetzt den ­Vater und stellt später − bewusst oder unbewusst − ihren Wunschprinzen dar. Unzertrennlich, sind die Geschwister ihrem Schicksal vollkommen ergeben.  

Foto von Florbela Espanca

Florbela Espanca · © Wikimedia Commons

Florbela notiert ihre Gedanken über sich und ihre Familie in ein Tagebuch. Wortmalerisch wünscht sie sich eine ­andere Welt, für sich, für die kleinsten Lebewesen, die Kinder, die Bienen, die Vögel, die Fliegen. Pflanzen, Tiere. Der Himmel schenkt Florbela in ihrer Vorstellung die Geborgenheit, die ihr im echten Leben fehlt. Somit enden all ihre Gedichte traurig − sobald sie aus ihrem Ideenhimmelreich in den familiären Alltag zurückfällt. Außer Apeles ist Papier ihr einziger Freund. Bald verdichten sich die Verse, finden präzisiert in Metaphern formuliert Ausdruck für ihre Sehnsucht nach Akzeptanz ihrer selbst und nach einem liebevollen Heim. Letzteres versucht Florbela selbst aufzubauen, heiratet dreimal − und scheitert dreimal. Lieben will sie, nichts als lieben, der Liebe willen, schreibt sie, versucht Mutter zu werden und verliert zweimal die Frucht ihres Leibes.

Was ihre Stiefmutter und ihre echte Mutter versäumt haben, wollte Florbela besser machen, eigene Kinder, gezeugt in Liebe bekommen, sie bedingungslos lieben und hätscheln, kosen und beschützen. Ihr Scheitern war endgültig. Florbela flieht, zieht nach Lissabon, taucht ein in den literarischen Reigen um die aufstrebende Avantgarde, lernt Almeida Negreiros, Carlos Queiroz, Fernando Pessoa und andere Dichter der modernistischen Bewegung kennen. Sie lässt sich fallen in den Strom der Zeit, den gesellschaftlichen Rausch in der Welt der Intellektuellen, wählt Liebhaber, wechselt sie, kostet das Leben aus in allen Zügen bis an die Grenzen des Erträglichen − und darüber hinaus. Völlig verausgabt kehrt Florbela von ihren Eskapaden an den Schreibtisch zurück und lässt ihre Seele auf Papier lyrisch reflektiert neu auferstehen, und zwar in solch aufrichtig egozentrischer und gleichzeitig sinnlich poetischer Weise, dass man selbst heute, neunzig Jahre später, ihre Unruhe, ihre Schluchzer und ihr Getriebensein beim Lesen spürt.

Die nichts weiter vom Leben wollte, als sie selbst zu sein und als Florbela geliebt, anerkannt und verstanden, strauchelt, weil ihr all dies verwehrt bleibt. Niemand liebt sie als diejenige, die sie ist. »Niemand kenne sie wirklich«*, sagt sie in der Rolle eines Liebhabers, der über Florbela schreibt, obwohl natürlich in Wahrheit Florbela einzig, immer und ausschließlich über sich selbst schreibt. »Selbst ich kenne mich nicht.«, setzt sie hinzu.

Seelischen Beistand empfängt sie von Apeles, der ihr Bett mit Sternschnuppen bestreute, aber dann in einem Flugzeugabsturz den Tod findet. Hinter vorgehaltener Hand sagt man den Geschwistern eine mehr als platonische Beziehung nach und behauptet gar, Apeles hätte sich das Leben genommen. Florbelas Verlust kann nicht größer sein. Das Gewicht ihrer Seelenpein drückt sie nieder, bis sie sich mehr und mehr in den Rollen verliert, die sie sich von Salomé zur Maria-Theresa selbst andichtet, und keine mögliche Frauenfigur der Literatur auslässt, bis sie wirklich nicht mehr weiß, wer sie ist.

Nach dem Tod ihres Bruders 1927 fällt Florbela in sich zusammen, physisch und psychisch. In den nächsten drei Jahren bringt sie ihre Geschichtensammlung «As Máscaras do Destino»  zu Papier und zieht metaphysisch Bilanz über »das ersehnte Leben und sei es auch bloß ein stinkender Sumpf«*. Ihr Fazit lautet: »Du lebst, aber du kennst das Leben nicht.«* 

Zu ihrem 36. Geburtstag am 8.12.1930 lädt Florbela Gäste ein, eine Party sollte es keine sein − sondern ihr Abschied vom Leben.

*Zitate aus: »Der Rest ist Parfum«, Gesa ­Hasebrink, 1994, Verlag Beck & Glückler

HINWEIS

Die Schriftstellerin Catrin George Ponciano, Landesvertreterin der DPG am Algarve, und ihre Bühnenpartnerin, die Geschichtsforscherin Paula Villares Pires, haben die Initiative Buchstabenbühne – Letras no Palco ins Leben gerufen. Portugiesische Dichterinnen wie Florbela Espanca bringen sie in einem eigens erarbeiteten Programm, zweisprachig auf die Bühne, simultan portugiesisch/deutsch interpretiert, mit musikalischen Interludien begleitet von Portugiesischer Gitarre und zu Fado vertonten Florbela–Weisen. Die Premiere fand am 12.12.2020 statt im Kloster Convento de São José in Lagoa im Algarve, live und virtuell, hybrid zur gleichen Zeit. Bis auf weiteres geht die Buchstabenbühne virtuell tingeln unter dem Motto: Petiscar Poesia – Poesie in Häppchen, im Live Stream. Sobald wieder möglich, treten wir im Algarve, im Alentejo und in Lissabon auf. Buchungsanfragen für unser Programm mit Live–Musik-Begleitung bitte per E-Mail an: catringeorge@yahoo.de  

Weitere Infos auf: https://www.facebook.com/LetrasnoPalcoBuchstabenbuhne

Die Legende vom Bolo Rei

Foto eines Bolo Rei

Portugiesische Volkstradition nach Infos von Lápis Mágico    von Ana Paula Goyke

> Der Bolo Rei, übersetzt Königskuchen, bekam seinen königlichen Namen auf Grund der Vielfalt an besonderen Zutaten. Einer portugiesischen Legende zufolge wird der Bolo Rei mit den drei heiligen Königen in Verbindung gebracht. 

Die Legende besagt, dass in einem fernen Land drei weise Männer lebten, die die Sterne und den Himmel betrachteten und studierten. Diese Weisen hießen Caspar, Melchior und Balthasar, denen die Tradition den Namen »die drei Heilige Könige« gab.

Eines Nachts, als sie den Himmel betrachteten, sahen sie einen neuen Stern, der sich über den Himmel bewegte und viel heller leuchtete als die anderen. Sie deuteten dies als eine Ankündigung, dass der Sohn Gottes geboren worden war. Entschlossen, ihm zu folgen, nahmen sie drei Geschenke mit: Weihrauch, Gold und Myrrhe, um den neugeborenen Messias damit zu beschenken. Als sie in der Stadt Bethlehem ankamen und bereits in der Nähe der Krippe waren, in der sich das Jesuskind befand, standen die Heiligen Drei Könige vor einem Dilemma: Wer von ihnen sollte zuerst seine Gabe überreichen dürfen? Diese Frage löste eine Diskussion unter den dreien aus.

Ein vorbeikommender Handwerker hörte sich das Gespräch an und schlug eine Lösung für das Problem vor, die alle zufrieden stellen würde. Er bat seine Frau, einen Kuchen zu backen und eine dicke Bohne in dem Teig zu verstecken. Derjenige, der diese fand, durfte seine Gabe als Erster überreichen.

Aber die Frau hat nicht nur einen einfachen Kuchen gebacken sondern einen Weg gefunden, die Geschenke, die die drei Männer dabei hatten, auf ihm darzustellen. Auf diese Weise backte sie einen Kuchen, dessen goldene Kruste das Gold, die kristallisierten Früchte die Myrrhe und der Streuzucker den Weihrauch symbolisierten.

Nachdem der Kuchen gebacken war, wurde er in drei Teile geteilt und derjenige der die Bohne erwischte, war tatsächlich der erste, der dem Jesuskind die Gaben darbrachte.

Der Königskuchen ist der Kuchen, den man traditionell zu Weihnachten in Portugal verspeist, sein Ursprung hat allerdings verschiedene Einflüsse. Die Idee eines Kuchens mit kristallisierten Früchten soll am Hof von König Ludwig XIV. in Frankreich entstanden sein, und sich mit der Zeit auch im restlichen Europa verbreitet haben. Nach der Ankunft in Portugal wurde das Rezept angepasst, erhielt die Form einer Krone, so wie sie heute zu kaufen ist, und wurde mit der Weihnachtszeit in Verbindung gebracht. Die Einführung der Fava (Bohne) stammt aus der Zeit der Römer, bei denen es bei den Festlichkeiten üblich war, den »König des Festes« zu küren, indem man eine Bohne in einen Kuchen steckte.

De Sousa bleibt Präsident Portugals

von Andreas Lausen

Mit 60,7 Prozent der Wählerstimmen bleibt Marcelo Rebelo de Sousa für weitere fünf Jahre der Staatspräsident Portugals. Der 72-jährige Professor der Rechtswissenschaft setzte sich schon im ersten Wahlgang gegen sechs Konkurrenten durch. De Sousa gilt als liberaler Konservativer, arbeitet aber gut mit dem ­Sozialisten António Costa zusammen, der als Ministerpräsident eine Mitte-Links-­Regierung führt. 

Den zweiten Platz belegte mit großem Abstand die Sozialistin Ana Gomes mit 12,9 Prozent. Unerwartet stark schnitt der rechte Populist André Ventura ab, der 11,9 Prozent erreichte. Das gilt als überraschend, denn seine Partei CHEGA (»es reicht«) spielte bisher in Portugal keine Rolle. Am besten schnitt Ventura in den besonders stark von Corona betroffenen Gebieten ab. 

De Sousa stand in den Umfragen vor der Wahl noch besser da, nämlich zwischen 70 und 80 Prozent. Aber die niedrige Wahlbeteiligung von 39,5 Prozent lässt vermuten, dass viele Wahlberechtigte aus Angst vor Corona zu Hause ­geblieben sind.

De Sousa stammt aus einer Familie des gebildeten Bürgertums aus der Nähe von Lissabon. Sein Vater war mehrfach Minister während der Salazar-Diktatur und Gouverneur der bis 1975 portugiesischen Kolonie Mosambik. 

Der Präsident Portugals hat mehr Befugnisse als sein deutscher Kollege Steinmeier. De Sousa kann Gesetze mit seinem Veto verhindern, das Parlament auflösen und die Regierung ernennen oder entlassen. Er ist außerdem Oberbefehlshaber der Streitkräfte. 

Beim Volk ist de Sousa beliebt. Im vergangenen Jahr stürzte er sich mutig in den tosenden Atlantik und rettete zwei Surferinnen aus den Wellen. Hoch angerechnet wird ihm, dass er 2012 den Konflikt mit Kanzlerin Angela Merkel nicht scheute: Sie warf den Portugiesen pauschal vor, sie arbeiteten zu wenig und hätten zu viel Urlaub. Rebelo de Sousa drehte mit seinen Studenten einen kleinen Film, in dem er das Gegenteil nachwies. Der Film ist heute noch bei Youtube in deutscher Sprache zu sehen: Ich bin ein Berliner (Prof. Marcelo) – Deutsch: https://www.youtube.com/watch?v=2SY3SrPibeQ

Sorrir em tempo da máscara

Foto zwei maskierter Frauen zu Corona-Zeiten

de Eberhard Fedtke e Ana Carla Gomes Fedtke

> Encontro-me de sangue-frio numa fila frente a um supermercado, o carrinho de compras ligeiramente nas mãos, bem disciplinado, observando a distância de 2 m relativamente aos ­vizinhos da frente e atrás, cumprindo o que estipula a lei 2-A de 20 de março 2020. Imperativamente marcado, este isolamento social está estampado no chão em linhas amarelas, a cada 3 até 5 minutos avanço, como verifico no meu fiel relógio chinês, avaliado num valor de 10 euros, vou calculando e multiplicando os 17 compatriotas em frente a mim com uma média de 4 minutos de diferença, quando poderei entrar na loja para comprar o que preciso para a minha família, enchendo rigorosamente o carinho até ao topo. Felizmente não chove, nem pensar num martírio de tal compra! O ambiente parece um pouco como folclore, Covid 19 em tempo de confinamento, ­fazer as tarefas quotidianas para sobreviver sem contactos «cara a cara». Um suplício para muita gente, se vejo os vários rostos em torno. No total contabilizo uma fila com cerca de 30 pessoas bem mascaradas, algumas com luvas deselegantes. Sem máscara, é certo, ninguém entra, uma regra indiscutível! Lutamos juntos contra esta pandemia. Tem de ser, reflito absorto nesta irrealidade social.
O serviço militar não pode ser mais regulado. Mas os portugueses têm a calma e a paciência no sangue. Faz lembrar os antepassados dos séculos XV e XVI, em pleno período de Descobrimentos. Para chegar à América, foram semanas e semanas purgantes sem vento para andar em frente. O nosso povo mostrou efetivamente a sua perseverança, praticando a arte de espera e esperança. Mas a distância de 2 metros num «país de beijinhos e abraços sem fim» é um juízo digno do céu, mas uma «via dolorosa» para todo o mundo infectado.
Assalta-me a ideia de como poderei transmitir a uma outra pessoa a minha simpatia com um sorriso por detrás da máscara larga. A maneira usual de abrir a boca, mostrar os dentes e inclinar a cabeça, não serve. Devo experimentar uma nova maneira. A pessoa à minha frente com 2 m de distância obrigatória parece ter um bom vulto para uma prova espontânea. Trata-se de uma beleza, na casa dos quarenta, bem equipada com uma máscara radiante, evidenciando a magnitude dos seus olhos profundamente ­sonhadores. A mãe, com uma beleza igual à da filha, de máscara rosa, traz a pequenota com cerca de 12 anos, Mafalda de nome, pela mão. A pequena parece olhar continuamente para a minha máscara simples branca. Em contrapartida ela tem uma bela e pitoresca peça, com uma viva imagem dum passarinho, pintado em cima no fundo preto. Menina Mafalda, tu és muito mais bonita com a tua máscara, ganhaste a nossa competição secreta num mundo de mascarados.
Quando a mãe se virou, curiosamente com o mesmo nome, como ouvi num ­telefonema dela com uma amiga, tentei oferecer-lhe os meus cumprimentos com um melhor e prometedor sorriso. Abri a boca com tanta força que, mostrando os dentes quase caiu a minha máscara. ­Esbugalhei os meus olhos com toda a ­claridade e bondade, mas ela não reagiu, como que se sentisse cravada em pensamentos pandémicos. Analisei com des­ilusão violenta: a máscara é um obstáculo social terrível, um distúrbio zangado para a comunicação humana, um drama excessivo para a cultura.
Quando ela se virou pela segunda vez, isto porque eu tivera, entretanto, sem qualquer problema de logística uma ­comunicação de intensa comparação de máscaras com a sua filha Mafalda II − a rapariga farta de tamanha monotonia à sua volta − reproduzi a mesma cerimónia, usando para tal a minha própria beleza e, reforçando a minha ação, levantei a mão direita. Cumprimentei-a, deixando tremer as minhas sobrancelhas e as ­minhas orelhas, mas nenhuma reação chegou desta beleza distante. Quando na minha última tentativa completei os requisitos anteriores com uma profunda e dolorosa reverência para a minha coluna, quase arriscando uma prostração atrás do meu carrinho, ela riu-se mais ou menos de forma clemente, como que encantada perante a palhaçada dum doido. Acabou, a máscara é um bloqueio social catastrófico, inflexível e intransigível! ­Experiências de solidão no meio duma superpopulação, sem romances platónicos com as Mafaldas por detrás das nossas máscaras.
Encenei com novo entusiasmo e optimismo a mesma cerimónia ao cumprimentar com um sorriso atrás a máscara dois rapazinhos na linha atrás de mim. Usavam máscaras de estilo ilustre oriental e ambos traziam uma garrafa de cerveja na mão. Como irão beber sem mexer na máscara ou a molhar, questionava-me eu, curioso. Mas eis que, de repente, para minha surpresa, sacaram relaxadamente de uma palhinha, deitaram-na elegantemente no gargalo da garrafa e, colocando a palhinha na boca sem tirar a máscara, uma anormalidade surreal, murmuraram «obrigado» ao meu sorriso expressivo, compreendendo eu talvez um «bom apetite» ou «boa saúde». Obviamente bebem sempre a cerveja assim. A ­minha máscara não funcionou, não operou bem. Fim então a estas tentativas e sonhos sociais frágeis! Foi um bico de obra para entrar no supermercado.
Abreviando estas terríveis vicissitudes: Se o uso de máscara tiver como objetivo a salvação do ambiente social, era talvez preferível o «não uso» de máscara branca, como disfarce comum. Oferece-se um grande mercado de configurações individuais e de decorações especiais, ampliando na totalidade a base humana − uma panóplia ampla de máscaras diversas, salvaguardando um resto de erotismo sociocognitivo e de arte. Para qualquer publicidade da declaração íntima, pois logo provocam um sorriso automático ao observador, a máscara pode ter as cores da bandeira nacional, mostrar o símbolo do clube de futebol preferido, pode deixar ver o signo de nascimento, leão, escorpião, peixes, virgem etc., pode até enobrecer almas animais ferozes como o tigre, o elefante, o hipopótamo, o orangotango ou mesmo o resto do zoo, mas uma coisa é certa: a máscara universal para as crianças, assim como um promotor de bonecas e figuras artificiais da internet, é para toda gente um novo mundo de inspiração com marcas individuais e surpresas definitivas, um caleidoscópio infinitivo repleto de facetas multidimensionais e ocultas, formando, em simultâneo, multiplicidades de rostos de ícones surreais, sendo que no fundo, todo este novo ambiente social não é mais que, em inúmeros aspetos, um espelho da raça humana, refletindo a cara da terra. Sem passar esta época, iremos ter pouco a pouco o fim da vida social. Uma sociedade permanente com máscaras faciais, fora do carnaval, não é concebível. Uma máscara contra o vírus e por cima uma máscara para a alegria do carnaval é uma contradição infernal, um horror ético.
A indústria de máscaras deve ativamente explorar o mercado com ideias inovadoras. Quando um dia − efetivamente − acabar este período contemporâneo com o retorno de explosões drásticas e fanáticas de beijinhos e abraços bilaterais, muitas máscaras serão arquivadas e deixarão na memória encontros mascarados expressivos com recordações nomeadamente dos olhos bonitos portugueses exemplares, sejam de origem romana, árabe, visigoda e «omni-europeia» − filigranas ou violentas, simpáticas ou desconfortáveis, elegantes ou vulgares, artísticas ou rústicas, introvertidas ou progressivas, clássicas ou futuristas, honestas ou misteriosas, transparentes ou enigmáticas, terrestres ou ­galácticas, ambiciosas ou comodistas, ­insípidas e aromáticas, altruístas ou egoístas, enfim, também um desfile de lembranças exóticas e sofisticadas conforme os múltiplos caracteres únicos de portadores da máscara e da refinada ­tecnologia têxtil.

Lächeln in Zeiten der Maske

Foto von Frauen mit Masken zum Schutz vor dem Coronavirus

von Eberhard Fedtke und Ana Carla Gomes Fedtke

> Ich stehe kühlen Mutes in einer Warteschlange vor einem Supermarkt, den Einkaufswagen lässig in Händen, voll diszipliniert den Abstand von zwei Metern zu den Nachbarn nach vorne und hinten beachtend, um der Regelung des Gesetzes 2-A vom 20. März 2020 zu entsprechen. Dieser Abstand ist imperativ in gelben Linien auch dem Fussboden markiert. Alle drei bis fünf Minuten, wie ich auf meiner zuverlässigen chinesischen Uhr im Wert von 10 Euro vermerke, rücke ich vor, kalkuliere und multipliziere die siebzehn Mitbürger vor mir mit durchschnittlich vier Minuten, wann ich in den Laden eintreten kann, um einzukaufen, was ich für meine Familie benötige, dabei den Einkaufswagen rigoros bis obenhin aufzufüllen. Zum Glück regnet es nicht, das wäre kaum zu ertragen bei diesem Einkaufsmartyrium! Das Ambiente ähnelt ein bisschen an Folklore, Covid 19 in Zeiten der Ausgangssperre, tägliche Aufgaben zum Überleben ohne Kontakt »Kopf an Kopf« zu erledigen, für viele ein Qual, wenn ich in mancherlei Gesichter rundherum blicke. Insgesamt zähle ich eine Reihe von etwa dreißig gut maskierten Personen, einige mit einfachen Handschuhen. Ohne Maske, das ist sicher, kommt niemand hinein, eine indiskutable Regel. Wir kämpfen gemeinsam gegen diese Pandemie. Das muss sein, reflektiere ich, in Gedanken versunken in dieser sozialen Irrealität.
Militärdienst kann nicht strenger reguliert sein. Aber die Portugiesen haben Ruhe und Geduld im Blut. Es erinnert mich an die vergangenen Jahrhunderte XV und XVI, an die hohe Zeit der Entdeckungen. Um nach Amerika zu gelangen, vergingen läuternde Wochen um Wochen ohne Winde zur Weiterfahrt. Unser Volk zeigte seine Beharrlichkeit, indem es die Kunst des Wartens und der Hoffnung praktizierte. Aber die Entfernung von zwei Metern in einem Land der Küsschen und Umarmungen ohne Ende ist ein gnädiges Urteil des Himmels, dennoch eine via mala für alle infizierte Welt.
Es kommt mir die Idee, wie ich einer anderen Person meine Zuneigung mit einem Lächeln hinter der Maske zuteil werden lassen kann. Die übliche Methode, den Mund zu öffnen, die Zähne zu zeigen und den Kopf zu neigen, hilft nicht. Ich muss eine neue Methode erfinden. Die Person vor mir in einem notwenigen Abstand von zwei Metern erscheint mit eine gute Gestalt für eine spontane Erprobung abzugeben. Es handelt sich um eine Schönheit, um die 40 Jahre, mit einer strahlenden Maske ausgestattet, welche die Schönheit ihrer zutiefst verträumten Augen hervorhebt. Die Mutter, dem guten Aussehen ihrer Tochter gleich, mit rosafarbener Maske ausgestattet, führt die Kleine von circa zwölf Jahren, Mafalda mit Namen, an der Hand. Die Kleine schaut ständig auf meine einfache weiße Maske, scheint es mir. Sie hingegen trägt ein schönes und schmuckes Stück, mit dem lebendigen Abdruck eines Vögelchens auf schwarzen Untergrund gemalt. Meine Kleine, du bist die weitaus hübschere mit deiner Maske, hast unseren heimlichen Wettbewerb in der Welt der Maskierten für dich entschieden.
Als die Mutter sich umdrehte, versuchte ich ihr meine Grüße mit meinem besten und verheißungsvollem Lächeln darzubieten. Ich öffnete meinen Mund mit so viel Anstrengung, die Zähne zeigend, dass fast meine Maske herabfiel. Ich riss meine Augen mit aller Klarheit und Wohlwollen auf, doch sie reagiert, als sei sie in pandemischen Gedanken vernagelt. Mit heftiger Enttäuschung analysierte ich: Die Maske ist ein schreckliches soziales Hindernis, ein exzessives kulturelles Drama.
Als sie sich ein zweites Mal umdrehte, und zwar weil ich inzwischen ohne jegliches logistisches Problem mit ihrer Tochter einen intensiven Vergleich unserer Masken betrieb – das Kind war die große Monotonie um sich herum leid –, wiederholte ich dieselbe Zeremonie, dafür meine eigene Erscheinung nutzend, und, um meine Aktion zu verstärken, hob ich die rechte Hand. Ich grüßte sie, ließ meine Augenbrauen und Ohren erzittern. Es kam jedoch keinerlei Antwort von dieser distanzierten Schönheit. Zu meinem letzten Versuch vervollständigte ich meine bisherigen Requisiten mit einem tiefen und einer für mein Rückgrat schmerzhaften Verbeugung, nahezu einen Kniefall hinter meinem Einkaufswagen riskierend. Doch sie lächelte mehr oder weniger milde, als erfreue sie sich an der Kasperei eines Verrückten. Schluss, die Maske ist eine soziale Katastrophe, zutiefst inflexibel und unnachgiebig, ohne Chance einer platonischen Romanze mit den Mafaldas hinter unseren Masken.
Mit neuem Enthusiasmus sowie Optimismus inszenierte ich dieselbe Zeremonie zum Gruß mit einem Lächeln hinter der Maske bei zwei Jungen in der Reihe hinter mir. Sie trugen Masken im illustren orientalischen Stil, und beide hielten eine Flasche Bier in der Hand. Wie werden sie trinken, ohne die Maske zu berühren oder sie nass zu machen, fragte ich mich neugierig. Aber sie zogen zu meinem Erstaunen geduldig einen Strohhalm hervor, stopften ihn elegant in den Flaschenhals, steckten ihn, ohne die Maske abzunehmen, in den Mund, eine surreale Anomalie und murmelten »Danke« auf mein expressives Lächeln hin, verstanden es wohl als »Guten Appetit« oder »Gute Gesundheit«. Offenbar trinken sie Bier immer auf diese Weise. Meine Maske funktionierte nicht, bewirkte nichts. Ende also mit diesen Versuchen fragiler sozialer Träume. War eine knifflige Sache, in den Supermarkt einzutreten.
Kürzen wir diese schrecklichen Missgeschicke ab: Wenn der Gebrauch der Maske die Rettung des sozialen Ambientes vorhat, wäre vielleicht der Nichtgebrauch weißer Masken als allgemeine Verkleidung anzuraten. Es bietet sich ein großer Markt für individuelle Konfigurationen und spezielle Dekorationen, die menschliche Oberfläche zu vergrößern – eine gigantische Fülle verschiedener Masken, die einen Rest von Erotik und Kunst bewahren. Für jedwede intime Darbietung, die sofort ein automatisches Lächeln beim Betrachter hervorruft, gilt: Die Maske kann in den Farben der Nationalflagge sein, das Symbol der bevorzugten Fußballklubs zeigen, kann das Sternzeichen verraten, Löwe, Skorpion, Fische, Jungfrau usw., vermag die typischen Charakter wilder Tiere wie Tiger, Elefant, Hippopotamus, Orang-Utan und gar den totalen Rest des Zoos zu adeln. Eine Sache ist zutreffend: Die universelle Maske für Kinder, angelehnt an einen Sender im Internet von Puppen und Kunstfiguren, ist für jedermann eine neue Welt von Inspirationen individueller Marken und definitiver Überraschungen, ein unbegrenztes Kaleidoskop voller multidimensionaler und okkulter Facetten, schafft zugleich Mengen von Gesichtern surrealer Ikonen, wobei im Grunde dieses neue soziale Ambiente Maske in ungezählten Aspekten ein Spiegel der menschlichen Gesellschaft ist, welche das Antlitz der Erde reflektiert. Ohne die Epoche der Pandemie zu überwinden, werden wir nach und nach ein Ende des sozialen Lebens haben. Außerhalb des Karnevals ist eine dauerhafte Welt mit Maske nicht vorstellbar. Eine Maske gegen den Virus und oben auf eine Maske für die Freude des Karnevals wäre ein infernaler Widerspruch, ein ethisches Greuel.
Die Maskenindustrie muss aktiv mit innovativen Ideen den Markt explorieren. Wenn diese augenblickliche Periode – endgültig – mit der Wiederkehr drastischer und fanatischer Ausbrüche von gegenseitigen Küsschen und Umarmungen endet, werden viele Masken archiviert werden und hinterlassen die Erinnerung an expressive Maskenbegegnungen, vor allem mit schönen Exemplaren portugiesischer Augen, seien sie romantischen, arabischen, gotischen oder alleuropäischen Ursprungs – filigran oder violent, sympathisch oder unbequem, elegant oder vulgär, artistisch oder rustikal, introvertiert oder progressiv, klassisch oder futuristisch, ehrlich oder mysteriös, transparent oder rätselhaft, irdisch oder galaktisch, ambitioniert und kommod, geschmacklos oder aromatisch, alles auch ein Defilee von esoterischen und sophistischen Erinnerungen entsprechend den multiplen Charakteren sowie der raffinierten Textiltechnologie.

Bacalhau com Natas – Klippfisch mit Sahne

Rezept des portugiesischen Klassikers • von Ana Paula Goyke

ZUTATEN:

  • 6 Kartoffeln, in dünne Stäbchen geschnitten (wie Zahnstocher – batata palha)
  • 4 Filetscheiben vom Bacalhau, leicht gekocht
  • 2 große Zwiebeln
  • Margarine
  • 3 EL Olivenöl
  • 300g Sahne
  • geriebener Käse
  • Paniermehl 
  • 1 Zitrone
     
    Béchamelsauce
  • 1/2 l Milch
  • 2 EL Margarine
  • 2 EL Mehl

SAUCE:

  • Die Margarine in einer Pfanne schmelzen und das Mehl dazugeben. Umrühren bis ein heller Schaum an der Oberfläche entsteht.
  • Die Milch langsam dazugeben und mit einem Holzlöffel umrühren, bis alles cremig ist. Vorsicht, Klumpen-Alarm!
  • Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen und 10 Minutem köcheln lassen. Bitte nicht vergessen: Immer wieder umrühren!!!

BACALHAU:

  • Die Kartoffelstäbchen frittieren, bis sie gerade hellbraun sind. Ruhen lassen.
  • Die Zwiebelringe in Margarine goldbraun braten. Den leicht gekochten Klippfisch (ohne Haut und Gräten) splittern und dazugeben. Einen Moment garen lassen und danach vom Herd nehmen.

Jetzt Bacalhau, Kartoffelstäbchen, Béchamelsauce, Sahne und Zitronensaft vorsichtig mischen und auf einer Platte anrichten, die auch für den Backofen geeignet ist. Mit geriebenem Käse und Paniermehl bestäuben und im warmen Backofen (200 °C) ca. 15–20 Minuten gratinieren, bis alles schön goldbraun ist.

Bom apetite!

Kehrst Du, Emigrant, nicht heim, komme ich zu Dir nach »draußen«

Graffiti-Foto aus Lissabon

von Ana Carla Gomes Fedtke und Eberhard Fedtke

> Die fortlaufenden Rückkehr-Programme für Emigranten, vom Staat in Perioden von vier Jahren ausgearbeitet, erbringen keinen nennenswerten Erfolg. Mit dieser Erkenntnis muss er letztendlich verstehen, dass sehr wenige seiner Landsleute in der Welt draußen zurückkehren wollen, nachdem sie ihren Lebensabschnitt in spezieller Absicherung in irgendeinem Land in beliebiger Position bewerten – sofern nicht in den Ferien oder im Ruhestand. So sieht das wahrhaftige gegenwärtige Szenario aus. Ein drängendes politisches Thema ist, darüber nachzudenken und zur bedrückenden Realität zu gelangen: Entsprechend offizieller Untersuchungen wird Portugal bis 2060 2 bis 3 Millionen seiner Einwohner verlieren – mehrheitlich hochqualifizierte Jugendliche. Es ist als Tatsache festzustellen, dass mehr Portugiesen draußen leben als im Heimatland. Portugal, ein Land der Emigration, läuft – unvermeidbar – Gefahr, zumindest in ländlichen Regionen ein Altenheim sowie eine Zuflucht für Rentner zu werden, zumal Portugal bereits in der Welt den fünften Platz des Altenanteils in der Bevölkerung einnimmt.. Heimzukehren bleibt spirituell ein hübscher Titel für einen fröhlichen Fado.

Als Ergebnis der Analyse dieser neuen sozialen Plattform der portugiesischen Gesellschaft wird der Staat künftig seine Prioritäten und Visionen auf die Diaspora draußen in mehr als 80 Ländern ausrichten, um die Verbindungen zwischen Emigranten und Heimatstaat zu festigen und letztlich die portugiesische Kultur zu bewahren. Das reichhaltige Libretto enthält als vorrangiges Geflecht: Vereinswesen, Wirtschaft und Entwicklung, Bürgerrechte für Neubürger, Unterstützung vor Ort, Träger der sozialen Kommunikation in der Diaspora sowie authentisches Kulturwesen. Dieses Programm eines Wechsels der Prioritäten von Rückkehr zu einer Stärkung der Diaspora agil der Öffentlichkeit vorzustellen, diente eine grandiose Aufführung mit weiter Ausschau: Auf einem Ersten Kongress der Portugiesischen Diaspora, abgehalten am 13. Juli 2019 in Porto mit mehr als 400 Teilnehmern und in Anwesenheit der Chefs vom Staat, Regierung und Parlament, wurden von zahlreichen Rednern die bestehenden Probleme Portugals mit der Diaspora analysiert, debattiert und behandelt – insbesondere auch die der zweiten und dritten im Ausland geborenen Generation. Vorhaben des Treffens war vor allem, die Multi-Strukturen der aktuellen Emigrationspolitik zu erneuern oder gegebenenfalls zu korrigieren. Die Teilnahme des Außenministers belegt, dass diese neue Öffnung zur Diaspora einen Teil der offiziellen Außenpolitik bildet und ein politisches Gewicht erster Kategorie haben soll.

Das Ziel ist evident: Portugal möchte nicht die Verbindung zu seinen emigrierten Mitbürgern verlieren – einem enormen menschlichen Kapital an Intelligenz und kultureller Kreativität –, wobei dieses ethnische Potenzial seit dem Jahr 1900 in wachsenden Bewegungen das Land verließ, in seiner Mehrheit nach Zentraleuropa mit entwickelten Volkswirtschaften auf der Suche nach Spezialisten. Viele dieser Spitzenköpfe trachten nicht mehr danach heimzukehren. Ein signifikantes Beispiel: Heute bietet der deutsche Staat circa eine Million freier Stellen in unterschiedlichen Arbeitskategorien an. Es fehlen Fachkräfte in allen wichtigen ökonomischen Sektoren.

Die Frage ist, ob es dieser Anstrengung des Staates für die Diaspora bedarf. Jedwede portugiesische Familie hat ihre kleine wirkungsvolle Diaspora – vermögende Familienmitglieder oder Freunde in vielen Ländern draußen, was eine dauerhafte und vielseitige Verbindung mit charakteristischen Abdrücken lusitanischen Esprits belegt. Mithin fehlt es nicht an vielfältig einwirkenden Botschaftern für sämtliche Kulturbereiche in beiderlei Richtung. Die beeindruckende Demonstration durch Emigranten dieser Internationalisierung zeigt sich in den jährlichen Ferien zum Ergötzen der anderen hierzulande, wenn sie in luxuriösen Automobilen herumfahren und Häuser kaufen oder bauen – eine Rückkehr für die Zeit der Rente geplant. Dieser neue Reichtum zeitigt eine spektakuläre Sprache, was wirtschaftlich möglich ist, draußen zu leben, zu arbeiten und nicht zurückzukehren. Gegenüber derlei fortwährender Unausgewogenheit antwortet der Staat mit Besorgnis, möchte darauf mit Vordringlichkeit, Intensität und Fantasie reagieren.

Der erste Kongress der Diaspora definierte exakt die anstehenden Probleme der Emigration, dies in Ersetzung der Rückkehr-Programme. Im Kongress von Porto wurden folgende Punkte erarbeitet und beschlossen:

Ein neues Gesetz der Staatsbürgerschaft sieht vor, dass Kinder und Kindeskinder von Emigranten die portugiesische Staatsangehörigkeit erwerben können, auch wenn die Eltern geschieden sind. Ein neues Wahlrecht erfasst 1,5 Millionen Portugiesen, die in ausländischen Wählerlisten verzeichnet sind, und denen das Recht, in Portugal zu wählen, gewährt wird, was bisher nicht möglich war. Eine doppelte Staatsangehörigkeit stellt kein Hindernis dar. Analysten versprechen sich von diesem Sachverhalt eine signifikante »demokratische Reserve«. Das große Problem wird sein, diese neue »Klientel« zu motivieren. Das ist eine fundamentale Aufgabe der nationalen Presse, die Emigranten fortgesetzt über diese sozialen Neuheiten zu unterrichten. Eine maßgebliche Arbeit in sensibler Dimension.

Weitere Themen betreffen die Harmonisierung in Fragen der Steuerverfassung, wozu ein neuer Steuer-Leitfaden ausgearbeitet wurde, die Aufwertung von Sozialversicherung und Justiz, vor allem auf dem Gebiet des Schutzes von Minderjährigen, ferner die internationale Wertstellung der beruflichen Ausbildung in portugiesischer Sprache, draußen vermehrt das Studium der portugiesischen Sprache anzubieten, und dies mit Blick auf die neuen Regelungen. Einbezogen als weiteres Projekt ist die Stärkung gleichwertiger Zugänge zu sozialen Sektoren im allgemeinen. Schließlich hat das Land die Zusammenarbeit mit den gegenwärtig 66 Handelskammern in der Diaspora zu verstärken, damit diese über bloße Posten der Vertretung hinaus Unterstützung bei Projekten auf vielen Gebieten anbieten, um so Traditionen und kulturelle Gebräuche zu praktizieren.

Jede Diaspora-Gemeinde draußen kann ihre eigene integrale Plattform ausformen und realisieren sowie seine Zukunft zum Mutterland mit konkreten, realistischen Initiativen definieren. Das Fehlen allgemeiner Glaubwürdigkeit für dieses ethnische Ziel wäre unverzeihlich.

Der erste Kongress von Porto sensibilisierte die Teilnehmer umfänglich, indem er ausgesuchte Themenstellungen wählte, zukünftige Prognosen behandelte sowie das Symposium zu kreativen Vorhaben eines »neuen und weiten Portugals« anregte und ermunterte, und dies nicht lediglich im Sinne einer virtuellen Inspiration, sondern im Umfang praktischer Methoden von schlicht realistischer Struktur.

Hoffen wir, dass das Programm einer Rückkehr ins Heimatland weiter in der Agenda der Innen- und Außenpolitik eingebunden bleibt, um auf diese Weise berufsaktive Portugiesen zu bewegen, Erfahrungen aus dem Ausland nach Portugal zu importieren, damit das Land dadurch gewinnt, und dass die neue euphorische Vision für die Diaspora dazu dient, die Bindungen zu allen Portugiesen in der Welt draußen zu intensivieren sowie aufzuwerten und sie nicht als eine voluminöse mystische Demonstration ohne substantielle Ergebnisse verbleibt. Von Seiten der Staatsorgane muss erkannt werden, was konkret die Diaspora und ihre Gemeinschaften benötigen.

Wir werden sehen, was ein nächster Diaspora-Kongress an selbstkritischen Erkenntnissen über den Kongress »Porto 2019« erbringt. Wir werden sehen, ob das Diaspora-Programm ein hübscher Traum wie derjenige des Rückkehr-Programms ist.

Doch zu träumen ist ein Privileg der portugiesischen Mentalität.

Der Fado Sänger Telmo Pires in Berlin (13.11.2019)

Foto von Telmo Pires und seiner Band bei ihrem Auftritt am 13.11.2019 in Berlin

Bericht vom Benefiz-Konzert des portugiesischen Fado-Sängers am 13.11.2019    von Michael W. Wirges

> Am 13. November 2019 gab der bekannte Fado-Sänger Telmo Pires mit seinen drei Gitarristen im kleinen, aber feinen Myer’s Hotel in Berlin-Prenzlauer Berg ein ebenso feines Fado-Benefizkonzert zu Gunsten der Hamburger Stiftung KinderLeben e.V., für nicht mehr als 40 geladene und angemeldete Gäste, zwei Tage vor seinem Auftritt im Kammermusiksaal.
Abgesehen von einem leckeren Buffet vor dem Konzert und in der Pause, mit Brotzeit, Hummus, Käse, mediterranen Weinen und Sommerpils, gab es im Anschluss an das Konzert noch einen geselligen Ausklang mit meet and greet, also auf Tuchfühlung mit den Musikern. Harald Heinke war Telmo Pires sofort ein Begriff − sie hatten sich bereits in den Anfängen in Berlin kennen gelernt!
Telmo Pires wurde 1972 in Bragança geboren, und zog in den 1970er Jahren mit seiner Familie nach Deutschland, wo er zweisprachig aufwuchs. Er machte eine Ausbildung für Gesang und Schauspiel, und debütierte 1995 als Solist. Zunächst mit deutschen und französischen Chansons, entdeckte er nach und nach den Fado und nahm 2004 sein erstes Fado-Album auf. Er verbindet Fado mit Jazz und prägt somit seinen eigenen Stil.
Er lebte und arbeitete 12 Jahre lang in Berlins Szeneviertel Prenzlauer Berg, zog jedoch jetzt wieder nach Lissabon zurück und pendelt zwischen beiden Hauptstädten.
Telmo Pires, begleitet von Cajé Garcia (klassische Gitarre), Luis Coelho (portugiesische Gitarre) und Pedro Sousa (Bass), bot viele seiner Fados dar, sowie ein Instrumental.
Aus seinem neuen Album Através do Fado, das er zu seiner diesjährigen Deutschland-Tournee präsentiert, trug er die Fados Só o meu Canto, Medo und Era uma Vez vor.

Portugal in der Diskussion: Eine Tagung in Chemnitz

Foto von der Gedenkfeier auf dem Largo do Carmen in Lissabon (2014) zur Erinnerung an die Nelken-Revolution 1974

Portugal im deutsch-deutschen Fokus
Zwischen Diktatur, Kolonialkrieg, Revolution und Demokratie (1960–1990)«

Technische Universität Chemnitz, Institut für Europäische Studien und Geschichtswissenschaften Professur Kultureller und Sozialer Wandel

Veranstaltungsort: Zentrum für Materialien, Architekturen und Integration von Nanomembranen (MAIN), Rosenbergstraße 6, 09126 Chemnitz

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aktualisiertes Programm (20.11.2019)

DONNERSTAG, 5.12.2019
8.30–8.45 Uhr: Begrüßung und Einführung
 
8.45–10.15 Uhr: PANEL 1 – Der westeuropäische Rahmen
Moderation: Bernd Rother
• Hermann Wentker (Institut für Zeitgeschichte Berlin): Die Westeuropapolitik der DDR und die deutsche Frage 
• Michael Dauderstädt (ehemals Friedrich-Ebert-Stiftung): Die Europäisierung der portugiesischen Wirtschaft und der westdeutsche Beitrag 1975–1990
 
10.15–10.45 Uhr: Kaffeepause
 
10.45–12.15 Uhr: PANEL 2 – Diktatur und Kolonialkrieg 1961–1974
Moderation: Thomas Weißmann
• Nils Schliehe (Uni Hamburg): Von Geschäften, Gewehren und guten Beziehungen – Die Unterstützung der BRD für die Kolonialkriege des Estado Novo
• Hans-Joachim Döring (Lothar-Kreyssig-Ökumenezentrum Magdeburg): Die Unterstützung der DDR für die afrikanischen Unabhängigkeitsbewegungen
 
12.15–13.30 Uhr: Mittagspause
 
13.30–14.30 Uhr: Diskussionsrunde: Deutsche und das demokratische Portugal
Moderation: Teresa Pinheiro
Henry Thorau (Prof. i.R. Trier), Michael Vester (Prof. i.R. Hannover) und Rainer Bettermann (Universität Jena)
 
14.30–14.45 Uhr: Kaffeepause
 
14.45–16.45 Uhr: PANEL 3 – Portugal als Ost-West-»Politikum«: Deutsche Perspektiven der Nelkenrevolution. 1974–1975
Moderation: Michael Duderstädt
• Antonio Muñoz Sanchez (ICS Lissabon): Grundrisse einer unerwarteten linken Revolution während des Kalten Krieges 
• Bernd Rother (Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung Berlin): »Die Nelken brauchen jetzt Wasser« – Das Portugal-Engagement der SPD im internationalen Rahmen
• Gert Peuckert (Deutsch-Portugiesische Gesellschaft): »Hände weg von Portugal!« Die SED und die Nelkenrevolution
 
16.45–17.00 Uhr: Kaffeepause
 
17.00–18.15 Uhr: «Viva Portugal»: Eine kommentierte Filmvorführung mit dem Regisseur Malte Rauch
Moderation: Teresa Pinheiro
 
20.00 Uhr: Gemeinsames Abendessen
 
 
FREITAG, 6.12.2019
8.45–10.00 Uhr: 54 Jahre Portugal Erfahrung – ein Rückblick von Bodo Freund (Prof. i.R. HU Berlin)
Moderation: Uwe Optenhögel
 
10.00–10.15 Uhr: Kaffeepause
 
10.15–11.45 Uhr: PANEL 4 – Die Agrarreform als Utopie der deutschen Linke 
Moderation: Antonio Muñoz Sánchez
• Michael Vester (Prof. i. R. Universität Hannover): Die Agrarreform: Zwischen moralischer Ökonomie und kultureller Tradition 
• Regina Grajewski (Thünen-Institut Braunschweig): Göttinger (Agrar-) Studierende in einer Reisanbaukooperative am Rio Sado
 
11.45–13.00 Uhr: Mittagspause
 
13.00–15.00 Uhr: PANEL 5 – Kontaktzonen
Moderation: Nils Schliehe
• Uwe Optenhögel (Foundation for European Progressive Studies Brüssel): Unicidade und die Folgen: Portugals Gewerkschaftssystem und die Rolle des DGB
• Svenja Länder (Bucerius Law School Hamburg): Vom einmillionsten Gastarbeiter bis zur Nelkenrevolution: Portugiesische Migration in die BRD 1964–1974
• Thomas Weißmann (TU Chemnitz): Die Rolle des Sportes in den Beziehungen Portugal—DDR
 
15.15–16.00 Uhr: Abschlussrunde mit Kaffee und Kuchen
 

Organisation:
Thomas Weißmann
(TU Chemnitz) und Antonio Muñoz Sánchez (ICS Lisboa) · Eine Anmeldung ist nicht nötig. Bitte einfach nach Chemnitz kommen!