Schlagwort: Portugal

Short News

Cover von Catrin George Poncianos Roman »Leiser Tod in Lissabon«

»Leiser Tod in Lissabon« (Cover) · © Verlag emons:

Foto von Catrin George Ponciano

Catrin George Ponciano · © Beate Schamp

 

 

 

 

 

 

 

 

 


016 | CATRIN GEORGE PONCIANO GEWINNT DEN STUTTGARTER DEBÜTKRIMIPREIS | 
Zum 12. Mal hat der Stuttgarter Kriminächte Verein den Stuttgarter Krimipreis ausgelobt. Den mit 1500 Euro dotierten Wittwer-Thalia Debütkrimipreis 2021 erhält die in Portugal ansässige Schriftstellerin, DPG-Mitglied und ESA-Redakteurin Catrin George Ponciano für ihren Kriminalroman Leiser Tod in Lissabon. Der Ende Mai 2020 im Emons Verlag Köln in der Reihe Sehnsuchtsorte publizierte Krimi überzeugte die Jury: »George Ponciano erzählt atmosphärisch dicht mit großer Kenntnis Portugals und der Historie des Landes. Wir tauchen ein in die Zeit der Nelkenrevolution mit ihren verborgenen Netzwerken und mafiösen Strukturen, die bis heute andauern. Mit ihrer Figur Dora Monteiro erfindet George Ponciano eine kantig skurrile starke Ermittlerin, mit der man gerne weitere Fälle lösen möchte. Ein sehr gelungenes Debüt.«
Leiser Tod in Lissabon · Taschenbuch, 272 Seiten, € 13,00 · Emons Verlag · ISBN 978-3-7408-0783-2
Catrin George Ponciano über ihr Buch In PORTUGAL REPORT 79:
https://dpg.berlin/ein-mord-in-der-kirche/
Buchbesprechung In PORTUGAL REPORT 79:
https://dpg.berlin/catrin-george-ponciano-leiser-tod-in-lissabon/

Erfahren Sie mehr über die Autorin und ihre Bücher auf:
http://www.catringeorge.com/

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Foto von Anja Bienert vom Herzzentrum Leipzig

Anja Bienert (Herzzentrum Leipzig) · © Thomas Meinicke Photography

 

015 | INTEGRATION AM HERZZENTRUM IN LEIPZIG | Anja Bienert ist Abteilungsleiterin für die Herzchirurgische Bettenstation in Leipzig. Anja Bienert sieht sich zwar in erster Linie als Krankenschwester, doch als fast zwanzig portugiesische Pflegekräfte nach Leipzig kommen, begleitet sie das Integrationsteam und nimmt Kontakt zur DPG in Leipzig auf. Lesen Sie gerne den ganzen Artikel auf Helios-Gesundheit.de

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Foto von Julia Böning, TREAT Berlin

Julia Böning von TREAT Berlin präsentiert Bio- und Naturweine aus Portugal · © Andreas Lahn


014 | BERLIN: BIOWEINE UND NATURWEINE AUS PORTUGAL | 
Was mit einem Weinkiosk in Hamburg anfängt, endet vorläufig in Berlin-Neukölln: Hier führt Julia Böning einen kleinen, aber feinen Weinladen namens TREAT. Sie beschäftigt sich seit ca. 15 Jahren mit Wein und verkauft aus Überzeugung Bio- und Naturweine – vornehmlich aus Deutschland, Frankreich, Spanien und Portugal. Sie hat direkten Kontakt zu den WinzerInnen in Portugal, die – oft zusammen mit ihrer Familie – in Handarbeit kleine Weingüter bewirtschaften. 
Der Geschmack der Weine ist besonders, zum Teil speziell und bisweilen gewöhnungsbedürftig. Er unterscheidet sich durch die klimatischen Besonderheiten der jeweiligen Region, aber auch, weil der Wein nicht durch chemische Zusätze verändert wird. Schauen Sie gerne mal in der Kienitzerstraße vorbei und kosten Sie selbst…
TREAT · Kienitzerstraße 95 · 12049 Berlin-Neukölln
Telefon: 030 | 69572613 · E-Mail: hello@treat.berlin · Internet: www.treat.berlin
Öffnungszeiten: Mo.–Fr.: 15–20 Uhr · Sa.: 10–20 Uhr

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Foto vom Brand in Monchique 2018

Feuer in Monchique 2018 · © Timo Dillner

013 | MONCHIQUE: «WITH WATER, THE FIRE GOES OUT.» | «Monchique com futuro» ist ein soziales Projekt, das von den Bränden 2018 betroffenen Menschen helfen möchte, sich selbst zu helfen. Ziel des Projekts ist die Errichtung von geschlossenen Wassertanks, um an bestimmten Stellen Löschwasser gegen zukünftige Waldbrände zur Verfügung zu haben. Weitere Informationen und ein Spendenkonto finden Sie hier: https://ppl.pt/en/monchique-com-futuro

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Foto vom Stammtisch der DPG Berlin/Brandenburg am 26.9.2019 im Café Lisboa in Berlin

Stammtisch der DPG Berlin/Brandenburg am 26.9.2019 im Café Lisboa in Berlin

012 | BERLIN, 26.9.2019 | Der Landesverband der DPG Berlin/Brandenburg hat mal wieder zum Stammtisch ins Café Lisboa eingeladen. Es sind circa 20 Personen gekommen, die sich in lockerer Atmosphäre angeregt unterhalten. Bei wunderbarem portugiesischem Essen und Getränken wird auch über die Zukunft der DPG und speziell des Berliner Landesverbandes gesprochen. 

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011 | WELTERBE | Die UNESCO hat in ihrer Vergabesitzung den Titel »Welterbe« an zwei einzigartige Baudenkmäler in Portugal verliehen:
– Palast von Mafra mit Jardim do Cerco und Tapada
– Bom Jesus do Monte in Braga
Der Palast von Mafra stand lange Zeit auf der Warteliste. In der UNESCO-Sitzung (in der zum Beispiel Portugal und Deutschland kein Stimmrecht haben) ist es der Initiative von Brasilien und Angola zu verdanken, dass Portugals größte Barockanlage am 7. Juli 2019 als kulturelles Erbe der Menschheit anerkannt wurde. 
Die Anlage Bom Jesus do Monte in Braga mit der imponierenden barocken Treppenanlage und der Wallfahrtskirche  kam dagegen nach relativ kurzer Vorbereitungszeit auf die Welterbe-Liste. 
Bei beiden Anerkennungen würdigte die UNESCO auch die weltweiten Bezüge der Anlagen.

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Sardinhada am 15.6.2019 in Leipzig · © DPG

010 | SARDINHADA IN LEIPZIG AM 15.6.2019 | Sardinen, Sonne, super Stimmung – was für ein toller Tag bei der Sardinhada, die Leipzigs Portugal-Freunde für sich und vor allem für portugiesische Musikstudenten organisiert hatten! Als kleines Dankeschön für das Konzert, das die jungen Portugiesen am 25. April zum Jahrestag der Nelkenrevolution vor sehr vielen Gästen gegeben hatten. Gut vorstellbar, dass Leipzig auch künftig Konzerte mit portugiesischer Musik erleben wird – und vielleicht auch solche Sardinhadas.

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Foto vom DPG-Stammtisch am 16. April 2019 in Berlin

Der DPG-Stammtisch am 16. April 2019 in Berlin · Foto: © Paula Goyke

009 | DPG-STAMMTISCH IN BERLIN | Am 16. April 2019 ist es endlich wieder soweit: Die DPG lädt zum Stammtisch ins Café Lisboa. Die Anwesenden verbringen bei leckeren Speisen und Getränken einen gemütlichen Abend. Interessierte nutzen die Gelegenheit, die DPG kennenzulernen. Es wird auf die Lesung des portugiesischen Autors Almeida Faria am 14. Mai im Literaturhaus hingewiesen. Alle Anwesenden sind sich einig: ein wundervoller Abend!

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Alexandra Klobouk und Ruth Tobias am 21.2.2019 im Berliner Literatur-Haus

Die Autorin Alexandra Klobouk (li.) und Ruth Tobias, Vorsitzende des DPG-Landesverbandes Berlin/Brandenburg · Foto: © Michael W. Wirges

008 | LESUNG MIT ALEXANDRA KLOBOUK IN BERLIN | Alexandra Klobouk hat einige ihrer Bücher am 21. Februar 2019 in Berlin vorgestellt. Durch das große Glück, die begnadete Köchin Rita Cortes Valente de Oliveira kennengelernt zu haben, weiß sie um einige Geheimnisse des portugiesischen Essens, die zum Teil in ihr Buch »Die portugiesische Küche« eingeflossen sind. Im Literaturhaus Berlin hat sie über Fisch im Teigmantel, Carpaccio de Bacalhau und Grüne Bohnen im Teigmantel gesprochen und den ca. 20 ZuhörerInnen erklärt, wie man Muscheln ohne Risiko genießt. Einige Passagen aus ihrem Buch »Lissabon – im Land am Rand« («Lisboa – num país sempre à beira») haben ihre Lesung abgerundet und deutlich gemacht, warum sie Land und Leute liebt. Ihre Illustrationen und Rezepte sprechen den Lisboetas einfach aus der Seele. Alles in allem ein wundervoller Abend!
Weitere Informationen

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Foto vom Saxophon-Konzert am 30.11.2018 in Freiburg

Saxophon-Konzert am 30.11.2018 in Freiburg · Foto: © DPG – Stadtsektion Freiburg

007 | DESTINOS CRUZADOS: EINE MUSIKALISCHE REISE NACH PORTUGAL | Unter diesem Motto fand am 30. November 2018 im historischen Peterhof-Keller im Zentrum Freiburgs ein Saxophon-Konzert mit einem deutsch-portugiesischen Ensemble statt. Das Quartett bestand aus den Musikern Romeu Costa (Musikkonservatorium Braga), Fernando Ramos (Musikhochschule Porto), Vincent Haïssaguerre (Musikschule Tübingen) und Ingo Sadewasser (Musikschule Tübingen). Auf dem musikalischen Weg nach Portugal, mit Werken von Bernardo Sassetti und Luiz Costa, machte das Quartett auch in Deutschland, Frankreich oder Spanien halt, u.a. mit Darbietungen von Kurt Weil, Claude Debussy und Pedro Iturralde.

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Werner Tobias bei seinem Vortrag »Fliesenkunst in Portugal

Werner Tobias erklärt einem interessierten Publikum die »Fliesenkunst in Portugal« · © Herbert Schlemmer (2018)

006 | FLIESENKUNST IN PORTUGAL | Am 8.11.2018 hielt DPG-Mitglied Werner Tobias im Hotel Pestana in Berlin vor einem interessierten Publikum von 45 Personen einen Vortrag über das Thema »Fliesenkunst in Portugal«. Aus seinem reichen Erfahrungsschatz schöpfend, schlug der Vortragende einen Bogen von den ersten portugiesischen Fliesen über die Blütezeit holländischer Fliesenmalerei in Portugal bis in die Moderne der fliesendekorierten Metrostationen in Lissabon.
Der Vortragende hatte neben Fotos portugiesischer Fliesenkunst in allen öffentlichen Räumen zahlreiche Ansichtsexemplare mitgebracht. Geschmückt wurde der Saal zudem von einem Fliesenbild der Fliesenmalerin Ulrike Pohl, die DPG-Mitgliedern durch ihr »Kachel-Atelier« in der Leibnizstraße in Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf seit langen Jahren ein Begriff ist.
Ein gemütliches Beisammensein bei Snacks rundete den Abend ab.
Weitere Informationen zum Kachel-Atelier

Foto von Werner Tobias bei seinem Vortrag »Fliesenkunst in Portugal

Werner Tobias bei seinem Vortrag »Fliesenkunst in Portugal« · © Herbert Schlemmer (2018)

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005 | 2. DPG-STAMMTISCH IN BERLIN | Am 18. September 2018 fand in Berlin-Wilmersdorf im Café Lisboa der zweite Stammtisch der Berlin-Brandenburgischen Sektion der DPG statt. Über 24 alte und neue Mitglieder fanden sich zu einem gemütlichen und zwanglosen Zusammensein bei leckerer portugiesischer Küche ein.
Es wurden viele interessante Gespräche über das (harmonische) deutsch-portugiesische Zusammenleben, über Wünsche der Mitglieder und Projekte für die Zukunft geführt. Und natürlich wurden auch die nächsten (spannenden) Termine der Berlin Brandenburgischen Landessektion der DPG erwähnt – der Vortrag von Werner Tobias über FLIESENKUNST IN PORTUGAL am 8. November um 19 Uhr im Hotel Pestana in Berlin und die Weihnachtsfeier/Jantar de Natal am 11. Dezember 2018. Wir haben uns mit einer großen Mehrheit dazu entschlossen, eine Feier zu organisieren, zu der jeder mit leckeren Spezialitäten beitragen kann. Der Ort wird noch bekannt gegeben.
Und natürlich haben wir viele neue Ideen für das Jahr 2019!

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Foto des gut besuchten DPG-Stammtisch am 20.3.2018 in Berlin

Gut besuchter DPG-Stammtisch am 20.3.2018 in Berlin · © Herbert Schlemmer

004 | DPG-STAMMTISCH IN BERLIN | Am 20.3.2018 fand in Berlin-Wilmersdorf im Café Lisboa der erste Stammtisch der Berlin-Brandenburgischen Sektion der DPG statt. Über 20 alte und neue Mitglieder fanden sich zu einem gemütlichen und zwanglosen Zusammensein bei deutschen Ostereiern und portugiesischer Küche ein. Der Stammtisch ist der erste Schritt zu einem kulturellen und kulinarischen Programm, das die beiden neuen Leiterinnen der Landessektion Berlin-Brandenburg, Paula Goyke und Ruth Tobias, für die DPG organisieren.

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Foto bei der Vernissage für die Ausstellung von Michael Goyke

Mitglieder der DPG bei der Vernissage der Ausstellung von Michael Goyke · © 2018 Cristina Dangerfield-Vogt

003 | AUSSTELLUNG MIT WERKEN VON MICHAEL GOYKE | Michael Goyke ist 1962 in Duisburg geboren und lebt seit 1999 in Berlin. Die Kraft, die zur Entstehung seiner Werke führt, ist das innere Verlangen, malerische und skulpturale Wirkungen zu verbinden. Dabei verwendet er u.a. textile Stoffe als Material. Zusammengeknüllt auf den Träger gebracht offenbaren sich in den gebirgsähnlichen Erhöhungen und Vertiefungen mit ihren Licht- und Schatteneffekten plötzlich mystische Gestalten und Figuren. Mal steht am Anfang eine Idee, mal ist es der »Zufall« des Stoffes, der die Form bestimmt und diese Geschöpfe entstehen lässt.
Auffallend sind die – in seinen Werken immer wiederkehrenden – schwebenden Miniatur-Meteoriten, mit denen er seine Figuren umgibt. Diese bewirken eine besondere Plastizität und verleihen den Bildern eine geradezu surreale, irdische und überirdische, kosmische Aura.
Goyke zeigt hier einige seiner Arbeiten, bei denen er mit verschiedenen Materialien gearbeitet hat, aber auch Werke, gemalt in anderen Techniken, welche uns einen Einblick in seine inneren Traumwelten gewähren.
Die Ausstellung läuft vom 10. März bis zum 6. April 2018 in der Wein-Bar 7 Mares, Heimstraße 3, 10965 Berlin; Mo.–Sa., 18.30–22.30 Uhr
Weitere Informationen

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Taste Portugal 2018: Foto von Herbert Schlemmer

Taste Portugal 2018 · © Herbert Schlemmer

002 | TASTE PORTUGAL | Wie schon im vergangenen Jahr, fand auch 2018 die Kampagne »Taste Portugal« zur Bekanntmachung und Förderung von kulinarischen Produkten und Weinen aus Portugal statt. Vom 15. bis 17. März 2018 wurden in der Marheinicke Markthalle in Berlin-Kreuzberg typisch portugiesische, mit Liebe und Sorgfalt von Hand hergestellte ­Lebensmittel zur freien Verkostung angeboten, Produkte von portugiesischen Winzern, Ölerzeugern, Metzgereien, Käsemanufakturen, Honig- und Salzproduzenten. Als kulinarischer Botschafter war der bekannte TV-Koch Vitor Sobral anwesend, der ein Showcooking portugiesischer Spezialitäten veranstaltete, begleitet von der bekannten portugiesischen Musikgruppe »Trio Fado« aus Berlin. Die Veranstaltung wurde am Abend fortgesetzt mit einem Abendessen im ­Restaurant »Anabelas Kitchen« in Berlin-­Charlottenburg. Auch hier war Vitor ­Sobral anwesend, „»Trio Fado« rundete den Abend musikalisch ab. Vitor Sobral verlieh Urkunden an Inhaber der Restaurants aus Berlin und Umgebung, die zum weltweiten Netzwerk »Taste Portugal« gehören. (AUTOR: Michael W. Wirges)
Weitere Informationen (auf englisch)

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Foto von Herbert Schlemmer auf der Grünen Woche 2018 in Berlin

Auf der Internationalen Grünen Woche 2018 in Berlin · © Herbert Schlemmer

001 | INTERNATIONALE GRÜNE WOCHE (19.–28.1.2018 in Berlin): Der portugiesische Botschafter João António da Costa Mira Gomes besucht den portugiesischen Stand auf der Messe.
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Migração: Em busca do sabor português

Foto der Ponte Vasco da Gama, Lissabon

de Ana Carla Gomes Fedtke e Eberhard Fedtke

> Os temas emigração, voltar a minha casa e viver fora na diáspora tiveram sempre uma posição de destaque para um povo de emigração. Todas as tentativas periódicas do estado português para encontrar uma solução elástica e equilibrada, desta envergadura política e social, não deram resultados suficientes no passado. A rapsódia oficial do sol, do ambiente pacífico e social, do futebol ultra, do vinho e do fado, não chega para uma reemigração séria e eficaz. Várias razões e fundamentos estão na base, pouco épica, para um povo, onde mais de metade da população com boa razão emigra, para mais de 80 países do mundo, e só poucos voltam para viver aqui, apenas na reforma, não na vida ativa. A sociedade portuguesa perde constantemente, todos os anos, imensos números de capacidades e valores humanos, de preferência women power. A indústria e a economia do país seriam felizes se recebessem mais reemigrantes que importam, simultaneamente, experiências úteis sociais e sociopolíticas de fora. Sondagens provam que uma ótima condição, para qualquer posição elevada na economia e na administração pública, é uma educação académica em Portugal, assim como qualquer tempo de aprendizagem autêntica, num país fora de alto standard social.

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 AUF DER SUCHE NACH DEM PORTUGIESISCHEN GESCHMACK

DOWNLOAD  EM BUSCA DO SABOR PORTUGUÊS
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Não chega um conceito elaborado do estado, sem oferecer vantagens de certa monta no setor financeiro. No artigo «Programa Regressar – uma brincadeira politica?» que publicámos no PORTUGAL REPORT, nº 77, as ideias e regulamentos do estado português para bater basicamente o permanente desequilibro demográfico, no que toca à perda deste povo inteligente e eficaz, redundou numa emigração pesada e preocupante. Também nesta pandemia foi sendo demonstrada a falta de âncoras de salvação social suficientes. Não ter qualquer emprego é um fatalismo atual, um problema em crescendo, particularmente para os jovens. O Estado trabalhou com uma resolução do Conselho de Ministros de 14 de março de 2019, tendo em vista que as pessoas que tivessem saído até dezembro de 2015, ser-lhes-iam oferecidos subsídios financeiros para que se tornassem residentes num curto espaço de tempo. Ora, com um teto de 6.536 euros para uma família inteira, bem instalada, “fora”, em qualquer país, com trabalho certo e segurança social, era como que uma esmola sem qualquer estímulo e atração, voltar para Portugal. Aqui vive bem apenas uma sociedade aristocrática arcaica, que ainda não tem coragem de minimizar ou terminar com a sua estrutura política de «exclusão de partes da sociedade para a igualdade», para não oferecer nem praticar esta mesma igualdade, tolerando oportunidades satisfatórias em todas as classes sociais, com o objetivo fundamental de limpar o simples obstáculo de que não se dispõe de um sistema moderno social, justo para o povo de condição social média e baixa. Privilégio há o apenas para uma elite e para as suas famílias, em todo o sentido. Crianças e jovens, por exemplo, que não fazem parte desta pequena elite fechada, não têm oportunidades iguais de uma educação adequada e para ter uma profissão digna, ficando esta reserva intelectual concreta disponível, somente, para emigrar – um circulo vicioso. Em resumo: estes planos ambíguos para efetivar este regresso foram, por parte do Estado, estratégias políticas sempre mal pensadas, economicamente desproporcionadas e, na soma de todos aspetos sociais, totalmente irrealistas, como prova a vida cotidiana. No fim, pode apontar-se uma situação nada saudável para a renovação das estruturas futuras do país. Nas diásporas fora, as pessoas sabem: um bom projeto economicamente sustentável da vida, para depois voltar a casa é um risco fundamental, nomeadamente para uma família com muitas cabeças.

Assim, o Estado mudou, para não perder os laços com os próprios compatriotas, readaptando a sua tática. A demanda da nova e determinada filosofia, apresentada com muita aclamação no primeiro Congresso de Diáspora Portuguesa, no dia 13 de julho de 2019, no Porto, foi apenas titulada de forma poética. «Se não regressas, emigrante, vou ter contigo lá fora». Sobre esta nova inspiração política e social publicámos, também um artigo, no PORTUGAL REPORT, nº 78. Faltam fazer ainda algumas experiências, indagar, por exemplo, se esta nova sensibilização com o mundo dos emigrantes tem resultados positivos, no sentido de se chegar a um contacto, também, com a segunda e terceira geração, nascidas na diáspora. Algumas delas nunca visitaram Portugal, pelo menos uma vez, nas férias. Convenhamos, contudo, que a manter-se a atual situação higiénica no mundo inteiro, no futuro, isso seja cada vez menos possível, já para não falar naqueles casos em que as novas gerações nem sequer sabem uma palavra de português, encontrando-se, ao invés, completamente integradas na cultura do país de nascimento e com um cunho prevalecente dessa cultura estrangeira. A nova direção com o intuito de reforçar as ligações com a diáspora deve seriamente provar, se não será mais uma canção lírica. Aliás: quem paga os custos suplementares e consideráveis?

No entanto, não se deve desesperar: adicionalmente, a estratégia tripla estatal, para evitar a emigração de capital humano, de animar certos grupos de emigrantes, para não regressarem apenas no tempo da reforma, terá de passar, finalmente, por reforçar de forma básica, uma ligação geral e forte na diáspora, para se obter, de forma lenta, mas viva, o aspeto de uma eventual reemigração, existe, contudo, um aspecto importante, ainda que errado, mas lancinante: as crianças dos emigrantes, nascidas fora e, em caso favorável, com uma dupla nacionalidade, possam demonstrar a vontade de voltar, querendo dizer com isto que, emigrem do país que os viu nascer para o país dos seus próprios pais. 

No arquivo deste jornal encontra-se uma reportagem sobre esta migração, na quarta categoria, com sucesso completo em todos aspetos. Este artigo fala de dois jovens portugueses, nascidos na Alemanha, que com uma educação completa escolar e profissional alemã, tendo os pais deles emigrado para a Alemanha, não se lhes desfez o seu sonho de viver em Portugal. Estes dois jovens empresários, corajosos, celebram os primeiros dez anos de atividade comercial em Portugal. Sentados elegantemente com as suas mulheres num restaurante na praia da Comporta, exposta ao sol, e com a riqueza da comida alentejana nos pratos, sem dissonâncias, evidencia a volta num ambiente pacífico. Falam, de vez em quando, com lágrimas nos olhos, sobre estes longos dez anos de integração em Portugal; uma retrospectiva repleta de progressos e antídotos típicos desta época. São análises muito realísticas, de há dez anos atrás, a dita emigração cheia de planos e atividades, depois de um manifesto índice autobiográfico – um autorretrato de esperanças, e também de noites sem dormir, 16 horas de trabalho por dia. Um investimento sério, mas cheio de triunfos pessoais na exploração da própria fábrica de têxtil. São estes também os resultados alegres da integração simétrica de crianças da cultura portuguesa e alemã, sem esquecer as perspectivas de uma continuação eficaz desta colaboração familiar e de base solidária profissional e honesta. Em soma, é um resumo brilhante, com qualidade de conteúdos do fado, olhando para o retrato perfeito destes dois casais. O tom sério e a conversa solene incluem uma ampla comparação objetiva, sem crítica arrogante e comentários falsos, entre a vida na Alemanha e em Portugal, com as suas diferenças profundas sociais, individualidades no pensar e no agir, mas também semelhanças decisivas para planos e sonhos de emigrar. 

Esta história dos dois casais tem como título ilustre: «Em busca do sabor português».

Mal wieder reisen? Buchtipps für Portugal-Freunde

Foto von der Küste des Algarve nahe Lagos

Buchtipps für Portugal-Freunde    von Heinz R. Brecher

> Es gibt sicher manche Freunde Portugals, die einen Reiseführer von Portugal oder von bestimmten Regionen oder Städten dieses Landes kaufen wollen, aber bei dem umfangreichen Angebot dieser Bücher in deutscher Sprache unsicher sind, für welchen Reiseführer sie sich entscheiden sollen. 

Die Anschaffung eines Reiseführers in Buchform richtet sich natürlich in erster Linie nach den persönlichen Interessen und Wünschen des einzelnen Käufers. Hierbei können Art und Umfang der gewünschten Information sowie Gliederung und Übersichtlichkeit eine Rolle spielen. Es kann ausschlaggebend sein, ob die Beschreibungen für den Käufer anschaulich und präzise genug sind und ob zahlreiche gute Fotos in Farbe sowie eine Landkarte, Stadt- oder Lagepläne enthalten sind. Daneben können auch Größe und Gewicht des Buchs (ob handliches Taschenbuch oder dicker Wälzer) und nicht zuletzt die Höhe des Kaufpreises für die Kaufentscheidung wichtig sein.

Der Verfasser dieses Artikels, der kein Buchhändler und kein Interessenvertreter eines Verlags oder einer sonstigen Verkaufsorganisation ist, will mit seinen Tipps nur eine kleine Hilfe leisten für einen etwa geplanten Erwerb eines Portugal-Reiseführers. Er hat die folgende Auswahl von Reiseführern, die nur ein geringer Teil des riesengroßen Angebots von Portugal-Reiseführern ist, als privater Buch- und Portugal-Freund zusammengestellt anhand von Reiseführern, die er besitzt, und aufgrund seiner Recherchen im Internet. Er hat nicht die Absicht, mit den genannten Reiseführern für einen Autor, einen Verlag oder eine sonstige Organisation in irgendeiner Weise Werbung zu machen. Deshalb verzichtet er auch auf jede Kommentierung zu den Büchern. 

Außerdem empfiehlt der Verfasser den Lesern, die einen Buchtipp aufgreifen, vor dem Erwerb des Buchs eigene Informationen im Internet einzuholen (auch zu der Frage, ob Versandkosten hinzukommen und wann sie entfallen). Soweit im Folgenden ein reduzierter Kaufpreis angegeben ist, unterliegt das Buch keiner Preisbindung mehr. Soweit ein solches Buch zu einer Restauflage gehört, können die noch vorhandenen Exemplare innerhalb kurzer Zeit vergriffen sein. Der Inhalt eines Reiseführers, der einige Jahre älter ist als eine jüngere Auflage, gilt größtenteils unverändert weiter. Jokers ist im Internet unter www.jokers.de zu erreichen. 

  • REISEFÜHRER PORTUGAL von Gisela und Werner Tobias (DPG-Mitglied), als Neuauflage im Juni 2021 erschienen im Vista Point Verlag, Potsdam. 296 Seiten; Format: 21 × 15 × 2,2 cm; Gewicht: ca. 600 g. Kaufpreis laut Angabe im Internet: 22,95 €
  • REISEFÜHRER PORTUGAL von Gisela und Werner Tobias (DPG-Mitglied), als Neuauflage im Februar 2016 erschienen im Vista Point Verlag, Potsdam. 264 Seiten, Format: 21,2 × 15 × 2 cm, ­Gewicht: 572 g. Reduzierter Kaufpreis bei Jokers: 4,99 €
  • Go Vista Info Guide REISEFÜHRER PORTUGAL von Werner Tobias (DPG- Mitglied), als 2., überarbeitete Auflage im April 2018 erschienen im Vista Point Verlag, Potsdam, 96 Seiten, Format: 21,6 × 10,6 × 1 cm, Gewicht: zirka 175 g. Reduzierter Kaufpreis bei Jokers: 4,99 €
  • REISEFÜHRER PORTUGAL von Michael Müller, als 23., überarbeiteter Auflage im Mai 2021 erschienen im Michael Müller Verlag, Erlangen. 792 Seiten, Format: 19,3 × 12 × 3,2 cm, Gewicht: 784 g. Kaufpreis laut Angabe im Internet: 26,90 €
  • REISEFÜHRER NORDPORTUGAL von Michael Müller, als Neuausgabe im Februar 2020 erschienen im Michael Müller Verlag, Erlangen. 300 Seiten, Format: 19 × 12,1 × 2,2 cm, Gewicht: 437 g. Kaufpreis laut Angabe im Internet: 18,90 €
  • MM-CITY-REISEFÜHRER PORTO von Michael Müller, als 1. Auflage (Neu- ausgabe) im April 2021 erschienen im Michael Müller Verlag, Erlangen, 168 Seiten, Format: 19 × 12 × 1,1 cm, Gewicht: 280 g, Kaufpreis laut.Angabe im Internet: 12,90 €
  • REISEFÜHRER ALGARVE von Michael Müller, als 10., überarbeiteter Auflage im Februar 2019 erschienen im Michael Müller Verlag, Erlangen. 264 Seiten, Format: 19 × 12,1 × 1,7 cm, Gewicht: 398 g. Kaufpreis laut Angabe im Internet: 16,90 €
  • REISEFÜHRER LISSABON UND COSTA DE LISBOA von Johannes Beck, als 8. Auflage im April 2018 erschienen im Michael Müller Verlag, Erlangen. 512 Seiten, Format: 19 × 12,1 × 3 cm, Gewicht: 590g. Kaufpreis laut Angabe im Internet: 22,90 €
  • MM-City-REISEFÜHRER LISSABON von Johannes Beck, als 11. Auflage im Januar 2021 erschienen im Michael Müller Verlag, Erlangen. 300 Seiten, Format: 19 × 12,1 × 2,5 cm, Gewicht: 462 g, Kaufpreis laut.Angabe im Internet: 17,90 €
  • REISEFÜHRER LISSABON von Ruth Tobias (DPG-Mitglied), als 7. Auflage im März 2020 erschienen im Vista Point Verlag, Potsdam, 96 Seiten, Format: 21,1 × 10,6 × 1,5 cm, Gewicht: 197 g. Kaufpreis laut Angabe im Internet: 4,99 €
  • DuMont direkt REISEFÜHRER LISSABON von Gerd Hammer, als 2. Auflage im Oktober 2018 erschienen im DuMont Reiseverlag, Ostfildern, 120 Seiten, Format: 19 × 10,6 × 1,7 cm, Gewicht: 191 g. Kaufpreis laut.Angabe im Internet: 11,99 €
  • DuMont REISE-TASCHENBUCH LISSABON von Jürgen Strohmaier, als 1. Auflage im April 2019 erschienen im DuMont Reiseverlag, Ostfildern, 304 Seiten, Format: 18,6 × 11,9 × 2,5 cm, Gewicht: 391 g. Kaufpreis laut.Angabe im Internet: 18,90 € 
  • Merian live! REISEFÜHRER LISSABON von Harald Klöcker, als 5. Auflage im September 2017 erschienen bei Merian / Holiday im Gräfe und Unzer Verlag, München. 128 Seiten, Format: 19 × 11,1 × 1,7 cm, Gewicht: 224 g. Kaufpreis laut. Angabe im Internet: 11,99 €
  • Top 10 REISEFÜHRER LISSABON von Tomas Tranaeus, als 2., aktua­lisierte Neuauflage im September 2020 erschienen im DK (Dorling Kindersley) Verlag, 128 Seiten, Format: 19 × 10,4 × 1,5 cm, Gewicht: 220 g. Kaufpreis laut.Angabe im Internet: 11,99 €
  • Top 10 REISEFÜHRER LISSABON von Tomas Tranaeus, als aktualisierte Neuauflage im September 2017 erschienen im DK (Dorling Kindersley) Verlag, 128 Seiten, Format: 19 × 10,1 × 1,5 cm, Gewicht: 220 g. Reduzierter Kaufpreis bei Jokers: 4,99 €
  • ADAC REISEFÜHRER PLUS: PORTUGAL von Daniela Schetar und Friedrich Köthe, als neue Auflage im Dezember 2019 erschienen in der Reihe ADAC Reiseführer plus. 192 Seiten, Format: 21,2 × 12,7 × 2,3 cm, Gewicht: 366g. Kaufpreis laut Angabe im Internet: 14,99 €
  • ADAC REISEFÜHRER PLUS: PORTUGAL von Daniela Schetar und Friedrich Köthe, im Januar 2019 erschienen in der Reihe ADAC Reiseführer plus. 192 Seiten, Format: 22,1 × 13,2 × 1,5 cm, Reduzierter Kaufpreis bei Jokers: 4,99 €
  • ADAC REISEFÜHRER PORTUGAL von Friedrich Köthe und Daniela Schetar, als 1. Auflage im Januar 2021 erschienen in der Reihe ADAC Reiseführer. 144 Seiten, Format: 20,5 × 11,8 × 1,5 cm, Gewicht: 250 g. Kaufpreis laut Angabe im Internet: 9,99 € 
  • ADAC REISEFÜHRER LISSABON von Renate Nöldeke, als 1. Auflage im März 2020 erschienen in der Reihe ADAC Reiseführer. 144 Seiten, Format: 20,2 × 12,4 × 1,5 cm, Gewicht: 244 g. Kaufpreis laut.Angabe im Internet: 9,99 €

ZUM SCHLUSS noch ein Hinweis auf einen preisgünstigen Bildband: HIGHLIGHTS PORTUGAL von Norbert Kustos, Dörte Saße und Andrea Lammert, als 2., überarbeitete Neuauflage im Jahre 2018 erschienen in der Reihe »Die 50 Ziele, die Sie gesehen haben sollten« im Bruckmann Verlag, München. 164 Seiten, Format: 27,8 × 23,2 × 1,8 cm, Gewicht: 996g. Reduzierter Kaufpreis bei Jokers: 7,99 €

Landkarte von Portugal (Grafik)

Landkarte von Portugal · © Illustration: Andreas Lahn

Portugiesische Eisenbahn: Auf breiter Spur bergab

Foto vom Bahnhof in Pinhão am Douro

Was wird aus der portugiesischen Eisenbahn?    von Andreas Lausen

Portugal begann erst später als die meisten europäischen Nationen mit dem Bau seines Eisenbahnnetzes. Am 28. Oktober 1856 wurde die erste Verbindung von Lissabon-Santa Apolónia nach Carregado entlang des Tejo ein­geweiht. Mutig befuhr König Luís I. die 37 Kilometer lange Strecke mit dem ersten offiziellen Zug. 

Nach langem Streit um 7 Millimeter Unterschied hatten sich Portugal und Spanien auf eine Spurweite von 1,668 Metern (5 portugiesische Fuß) festgelegt. Die Staaten Mittel- und Westeuropas bestimmten die schmalere Spurweite von 1,435 Metern für ihre Netze. Züge der iberischen Nachbarn hatten damit keinen direkten Anschluss an das europäische Bahnnetz − bis heute ein erheblicher Wettbewerbsnachteil.

1863 wurde bei Elvas der erste Grenz­über­gang nach Spanien fertiggestellt. 1864 waren Porto und Lissabon mit der Eisenbahn verbunden. 1887 folgte die zweite internationale Verbindung mit der Strecke von Porto nach Salamanca. Auf dieser Bahn wurde bis etwa 1965 auch der Portwein aus dem Douro-Tal transportiert. 1889 wurden Lissabon und Faro verbunden. Viele Stichbahnen im Alentejo und im Norden folgten. 

Außerhalb der Hauptlinien war die Bahn schon damals recht langsam unterwegs. Die Bahn längs des Flusses Tua brauchte vom Douro bis Bragança für 137 Kilometer fast vier Stunden. Immerhin wurden 37 Bahnhöfe bedient. Obwohl noch einige Gleis-Kilometer vorhanden sind und die Politik die Wiedereröffnung zugesagt hat, ist inzwischen ein großer Teil mit Tunneln und Brücken im neuen Tua-Stausee versunken.

1952 erreichte das portugiesische Eisenbahnnetz mit 3.627 Kilometern seine größte Ausdehnung. Dabei blieb es bis 1987, als die erste größere Stilllegung mit der Stecke Èvora-Mora geschah. 1990 wurden sogar acht Strecken stillgelegt und 1988 die erste Verbindung nach Spanien geschlossen (Douro-Strecke von Poçinho nach Salamanca).

Heute sind noch 2.500 Kilometer in Betrieb und drei von einstmals sechs Grenz­übergängen. Der Rückgang scheint nicht dramatisch. Anteilsmäßig schrumpfte das Eisenbahnnetz in Deutschland deutlich stärker. Aber während die Deutsche Bahn auch auf Nebenstrecken einen Stundentakt fährt, werden viele Strecken in Portugal nur noch drei oder viermal pro Tag befahren. Selbst die Strecke von Lissabon in die Alentejo-Metropole Èvora wird nur sieben Mal pro Tag bedient.

Häufig sieht man vom Zug aus Ruinen von Bahnhöfen, Schrottlokomotiven oder zerfledderte Wagen. Der früher wichtige Bahnhof von Barreiro gegenüber von Lissabon zerfällt. Nebenan rosten die Trümmer des alten Schnellzugs Foguete (Rakete), der 1953 bis 1970 die Strecke Lissabon—Porto befuhr und für Geschwindigkeit und Komfort berühmt war. 

Foto vom Bahnhof Oriente in Lissabon

Der modernistische Bahnhof Oriente in Lissabon · Foto: © Andreas Lausen

Bleibt zu hoffen, dass zumindest die verbliebenen Strecken erhalten bleiben. Aber auch das scheint fraglich. So wird ernsthaft überlegt, die wunderschöne Strecke am Douro durch das Weltkultur­erbe Portwein-Gebiet zu kürzen. Dagegen setzen sich die Menschen in den Dörfern und kleinen Städten massiv zur Wehr und fordern sogar die Wiederöffnung der 1988 aufgegebenen Strecke ins spanische Salamanca. 

Das letzte größere Ausbau-Vorhaben war die Schienenverlegung im Unter­geschoss der Ponte 25 de Abril im Jahre 1998, mit dem die Verbindung in den ­Süden Portugals schneller geworden ist. Im April 2021 weihte Premierminister Antó­nio Costa die runderneuerte Strecke nach Valença do Minho ein. Einige Baumaßnahmen laufen zur Zeit an der Westbahn, die vom Rossio-Bahnhof aus über Óbidos und Leiria nach Coimbra führt. Hier sollen auch die besonders sehenswerten Stationen modernisiert werden. Auch aus dem großen Corona-Hilfsprogramm der EU will Portugal Geld für die Bahn abzweigen. Neue Strecken sind aber nicht geplant. Trotz aller Tristesse auf Portugals Schienen gibt es Zeichen für Optimismus! 

Am 4. Mai 2021 wurde die 46 Kilometer lange Strecke von Guarda nach Covilhã wiedereröffnet, die zwölf Jahre lang ­außer Betrieb war. Mit sechs Zügen ­täglich in jeder Richtung wird damit die ganze Region im portugiesischen Outback wieder an das Schienennetz an­geschlossen.

Wer die schönsten Abschnitte befährt, sich an den mit Blumen und Azulejos geschmückten Bahnhöfen erfreut, sollte dies Abenteuer genießen − wer weiß, wie lange die Bahn noch fährt!

 

1972: PER BAHN NACH PORTUGAL

Schon als Schüler faszinierte mich Portugal. So fasste ich den Entschluss, zwischen Abitur und Studium eine Reise in ­dieses damals recht unbekannte Land am Rande Europas zu unternehmen. 

Einfach war mein Vorhaben nicht. Nur von Frankfurt aus gab es eine Flugverbindung. Aber die war außerhalb meiner finanziellen Möglichkeiten. Also per Bahn in 50 Stunden! Passgenau hatten einige Bahnen 1972 den Interrail-Pass eingeführt, dem sich auch die portugiesische CP angeschlossen hatte. Also bestieg ich erwartungsvoll den Zug von Hamburg nach Köln. 

Dort war Umsteigen angesagt in den Nachtzug nach Paris. Am nächsten Morgen langte ich müde am Gare du Nord an. Zum Glück hatte ich im Zug eine Gruppe Portugiesen aus Köln kennengelernt. Die waren auch auf dem Weg nach Portugal und hatten in Paris einen Landsmann aufgetan, der sie mit einem Kleinbus zum Gare de Austerlitz am anderen Ende der Stadt brachte. Mich nahmen sie mit. Sonst hätte ich den Weg quer durch Paris in knapp zwei Stunden bestimmt nicht geschafft!

An der spanischen Grenze musste wegen der breiteren iberischen Spur wieder umgestiegen werden. Mit einem gleichaltrigen Schweden okkupierte ich ein Abteil, in dem wir uns breit machen konnten und einigermaßen bequem die Fahrt durch die nächtliche spanische Meseta überstanden. 

Als der nächste Morgen dämmerte, fuhr der Zug in den spanischen Grenzbahnhof Fuentes de Oñoro ein. Der Bahnsteig war voll von spanischen Grenzpolizisten und Zöllnern, die in Vierergruppen die Waggons enterten. Nach zwei Kontrollen setzte sich der fast ganz von Portugiesen besetzte Zug schließlich in Bewegung. 

Inzwischen gingen überall die Fenster auf. Alle Passagiere waren wach geworden. Im Schritttempo rollte die Bahn durch eine Felsschlucht. Da! In der Felswand tauchte das Schild «PORTUGAL» auf, kurz darauf das portugiesische Wappen. Im Waggon ertönte ein Akkordeon, und durch alle Abteile lief das Lied «Herois do mar», Portugals Nationalhymne. Bei den letzten Takten «contra os canhões, marchar, marchar» dröhnte der ganze Zug. Der portugiesische Grenzbahnhof Vilar Formoso ähnelt einem kleinen Palast, und ich fühlte mich ein wenig wie Jaçinto in J.M. Eça de Queiroz’ Roman «A Cidade e as Serras»: »Das also ist Portugal! Cheira bem!« 

Migration: Dem portugiesischen Geschmack auf der Spur

Foto der Ponte Vasco da Gama, Lissabon

von Ana Carla Gomes Fedtke und Eberhard Fedtke

> Die Themen »Emigration«, »Rückkehr nach Hause« und »Leben draußen in der Diaspora« hatten für ein »Volk der Auswanderung«“stets herausgehobene Aktualität. Sämtliche periodischen Versuche des portugiesischen Staates, eine elastische und ausgewogene Lösung in dieser politischen und sozialen Spannweite zu finden, ergaben in der Vergangenheit keine  genügenden Resultate. Die amtliche Rhapsodie von Sonne, friedfertigem sozialen Ambiente, ultra-Fussball, Wein und Fado-Gesang reichen für eine ernsthafte und wirksame Reimmigration nicht aus. Es gibt zahlreiche Gründe und Tatsachen, wenig episch, für ein Volk, dessen mehr als die Hälfte mit gutem Grund in mehr als 80 Länder der Welt emigriert, und nur wenige zurückkommen, um hier zu leben, allenfalls im Ruhestand, nicht in aktiver Lebenszeit. Die portugiesische Gesellschaft verliert permanent alle Jahre beträchtliche Mengen an menschlichen Kapazitäten und Werten, allem voran Frauen-Power. Industrie und Wirtschaft des Landes wären glücklich, mehr Rückkehrer zu bekommen, welche zugleich nützliche soziale und sozialpolitische  Erfahrungen von draußen mitbrächten. Untersuchungen belegen, dass eine beste Voraussetzung für eine gehobene Position in Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung eine akademische Ausbildung in Portugal und einige Zeit authentischer Lernzeit in einem Land mit hohem sozialen Standard ist.

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 AUF DER SUCHE NACH DEM PORTUGIESISCHEN GESCHMACK

DOWNLOAD  EM BUSCA DO SABOR PORTUGUÊS
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Es genügt kein vom Staat ausgearbeitetes Konzept, ohne Vorteile von bedeutender Höhe auf dem finanziellen Sektor anzubieten. Mit dem Artikel «Programa Regressar – zurück nach Portugal?» haben wir im PORTUGAL REPORT Nr. 77 die Vorstellungen und Regelungen des portugiesischen Staates dargestellt, um dem Grund nach das permanente demografische Ungleichgewicht auszugleichen, welches den Verlustes an intelligentem und effizientem Volksgut betrifft und seinen Ausfluss in einer bedrückenden und besorgniserregende Auswanderung hat. Auch in dieser Pandemie wurde das Fehlen von Ankern an hinreichender sozialer Absicherung aufgezeigt. Keine Beschäftigung zu finden, ist aktueller Fatalismus der Gesellschaft, ein wachsendes Problem, insbesondere der Jugendlichen. Der Staat arbeitete mit einer ministeriellen Resolution vom 14. März 2019 mit Blick auf Personen, welche bis Dezember 2015 das Land verlassen hatten, ihnen für die kurzfristige Rückkehr finanzielle Unterstützung anzubieten. Jedoch der Höchstbetrag von 6.536 Euros für eine ganze Familie, welche in irgendeinem Land draußen in fester Arbeit und sozialer Absicherung installiert ist, war wie ein Almosen ohne jeglichen Anreiz oder Attraktion, nach Portugal zurückzukehren. Dort lebt eine archaische aristokratische Gesellschaftsform, die noch nicht den Mut besitzt, ihre politische Struktur zu verringern oder aufzugeben, »Teile des Gesellschaft von der Gleichbehandlung auszuschließen, Gleichstellung anzubieten oder zu praktizierten sowie allen Klassen hinreichende Zugangsbedingungen mit dem Ziel zu tolerieren,  das fundamentale Hindernis zu bereinigen, wonach kein modernes, gerechtes, soziales Gefüge für die mittleren oder unteren Klassen vorhanden ist. Bevorzugung besteht lediglich für  eine Elite sowie ihre Familien in jeglicher Hinsicht. Kinder oder Jugendliche, die nicht Teil dieser kleinen geschlossenen Elite sind, haben keine gleichen Chancen einer adäquaten Erziehung und eines würdigen Berufs, sodass diese intellektuelle Reserve auszuwandern disponiert ist – ein Circulus vitiosus. Im Ergebnis waren diese zweifelhaften Rückkehr-Überlegungen des Staates politisch stets schlecht durchdacht, ökonomisch mangelhaft proportioniert und in der Summe aller sozialen Aspekte völlig unrealistisch, wie das Alltagserleben zeigt. Schließlich kann für künftige Erneuerungen des Landes eine ungesunde Situation aufgezeigt werden. In der Diaspora draußen weiß man: ein gutes haltbares, wirtschaftliches Lebensprojekt »nach Rückkehr nach Hause« ist ein fundamentales Risiko. Die neue Anforderung und besondere Philosophie erhielten, vorgestellt mit viel Akklamation im Ersten Kongress der Diaspora am 13. Juli 2019 in Porto, den poetischen Titel: »Wenn Du, Emigrant, nicht zurückkommst, werde ich draußen bei Dir sein«. Über diese neue politische und soziale Inspiration haben wir im PORTUGAL REPORT Nr. 78 geschrieben. Es mangelt, an Erfahrungen nachzusuchen, ob diese neue Sensibilisierung mit der Welt der Emigranten positive Resultate in dem Sinn zeitig, auch mit der zweiten und dritten Generation, geboren in der Diaspora, in Kontakt zu kommen. Einige von ihnen haben niemals Portugal, wenigstens in den Ferien, besucht, Wir schätzen, dass, sofern sich die derzeitige hygienische Situation in der Welt fortsetzt, dies künftig immer weniger möglich wird, nicht zu reden von den Fällen, dass die jungen Generationen nicht ein Wort Portugiesisch sprechen, völlig in die Kultur ihres Geburtslandes integriert sowie von einer fremden Kultur geprägt sind. Das neue Vorhaben, die Bindungen zur Diaspora zu stärken, muss ernsthaft belegen, ob es nicht mehr ein lyrischer Gesang ist. Übrigens: Wer zahlt am Ende die beträchtlichen Zusatzkosten?

Indes nicht verzagen: zusätzlich zu der Dreifach-Strategie, Emigration  menschlichen Kapitals zu verhindern, bestimmte Emigrantengruppen zu ermuntern, nicht nur zur Rentenzeit zurückzukehren, schliesslich die grundsätzliche Verbindung zur Diaspora zu stärken, um latenterweise den Aspekt eventueller Rückkehr wachzuhalten, besteht ein weiterer wichtiger, wenngleich seltener, aber existierender Aspekt: dass Emigrantenkinder, draußen geboren und im günstigen Fall mit doppelter Staatsangehörigkeit  versehen, nach Portugal heimkehren, also aus ihrem Herkunftsgebiet ins Land der Eltern auswandern. 

Im Archiv dieser Zeitschrift findet sich die Reportage über eine Wanderung dieser vierten Kategorie, mit vollem Erfolg in jeder Hinsicht. Die Geschichte erzählt von zwei jungen Portugiesen, in Deutschland geboren und mit kompletter deutscher Schul- und Berufsausbildung sowie »mit dynamischen nordischen Sedimenten«, deren Eltern eine Generation zuvor nach Deutschland auswanderten, und die von ihrem Traum nicht lassen konnten, in Portugal zu leben. Diese beiden jungen couragierten Unternehmer feiern die ersten zehn Jahre Berufstätigkeit in Portugal. Elegant gekleidet mit ihren Frauen in einem Restaurant der Costa Comporta sitzend, der Sonne zugewandt und mit reichhaltiger alentejanischer Speise auf den Tellern, offenkundig ohne Dissonanzen rundherum in friedlichem Ambiente, erzählen sie, mitunter mit Tränen in den Augen, über diese zehn langen Jahre Integration in Portugal, eine Retrospektive angefüllt mit Fortschritten und typischen Antipoden dieser Epoche. Es sind sehr realistische Analysen, zehn Jahre zurück die besagte Emigration, voll von Plänen und Aktivitäten, danach eine manifeste autobiografische Gliederung in Selbstbeschau von Hoffnungen, schlaflosen Nächten, 16 Stunden Arbeit pro Tag. Ein ernsthaftes Unterfangen voller persönliche Triumphe im Aufbau  der eigenen Textilfabrik. Es sind ebenfalls die frohen Resultate systematischer Eingliederung der Kinder in beide portugiesischen und deutschen Kulturen, nicht zu vergessen die Perspektiven erfolgreicher Fortführung dieses Familienunternehmens auf der Grundlage professioneller und ehrlicher Solidarität. In der Summe ist es eine brillante Zusammenfassung mit der Qualität von Fado-Inhalten, dieses perfekte Porträt der beiden Ehepaare anzuhören. Ihr ernster Klang und die festliche Sprache schliessen, ohne arrogante Kritik und falsche Kommentare, aber mit Respekt, einen breiten, objektiven Vergleich zwischen dem Leben in Deutschland und Portugal ein, mit ihren tiefen Unterschieden in Umwelt und Sozialem, den Individualitäten in Denken sowie Handeln, indes auch massgeblichen Ähnlichkeiten für Pläne und Träume zum auswandern.

Diese Geschichte der beiden Ehepaare hat den illustren Titel »Auf der Suche nach dem portugiesischen Geschmack«.

Die Lyrikerin Florbela Espanca

Foto des Monuments für Florbela Espanca in Vila Viçosa · © Wikimedia Commons, GC.KER CACHE TEAM

Das Leben der portugiesischen Lyrikerin (1894–1930) noch mal neu entdeckt    von Catrin George Ponciano

> Die portugiesische Dichterin Florbela Espanca war zart wie ein Schmetterling und schön wie eine Nymphe. Sie war eine aufregende Exotin, ein lasziver Vamp, ein schutzbedürftiges Mädchen, die Ordensschwester Sehnsucht, eine blühende Blume, eine verwelkte Blüte, eine aufrichtig Trauernde, aber vor allem Liebende, Verliebte, Geliebte, Ungeliebte. All dies war Florbela, und mehr noch: Sie war die Athene der Moderne für die beginnende Emanzipation der weiblichen Literaturwelt ihrer Epoche, Leitfigur für die aufstrebende Emanzipationsbewegung Portugals. Sie war Minerva, die erste Frau Portugals, die Jura studiert hat, sie war aber ebenso Nyx und sank hinab in die innere Finsternis ihrer eigenen Melancholie. Niemand schaffte es, sich ihrer Aura zu entziehen. Und dafür wurde sie entweder geliebt oder beneidet. Eine sentimentale Balance existierte im Leben der Dichterin nie. Ihren eigenen Gefühlen ausgesetzt, strömten die ihrer Verehrer, ihres Bruders, ihrer wenigen Freunde auf sie ein und sorgten für eine unentwegte emotionale Eruption, die sie in ihrer poetisch zarten und gleichzeitig konsequent wirklichkeitsorientierten Dichtung aufblättert. 

Für jeden Lebensabschnitt schlägt Florbela ein eigenes Buch auf, das sie durchgehend Ich-bezogenen mit Sonetten füllt. Um ihrer inneren Aufruhr Herrin zu werden, führt Florbela rege Korrespondenzen und beschreibt darin im Rollenspiel ihre Auseinandersetzung mit dem Leben an sich, und gewährt über diesen literarischen Umweg intime Einblicke in ihre komplexe Persönlichkeit. »Die Welt will mich nicht, weil niemand solche Flügel hat wie ich …«, beschreibt sie die Schwierigkeit anderer, sich mit ihr und ihrer komplexen Persönlichkeit zurechtzufinden.

Als uneheliches Kind 1894 in Vila Visçosa im Alto Alentejo geboren, wächst Florbela gemeinsam mit ihrem jüngeren Bruder Apeles bei ihrem leiblichen Vater und dessen Ehefrau auf, ohne dass der Vater die Tochter und den Sohn als seine Kinder legitimiert hat. Das Mädchen wächst abgelehnt vom eigenen Vater auf, und ungeliebt von der Stiefmutter. Florbelas natürliche Sehnsucht nach Innigkeit und Geborgenheit bleibt unerfüllt, und so schenkt sie ihre gesamte kindliche Zuneigung dem einzigen Menschen, der ihr wahrhaftig nahesteht: Apeles. Er ist ihr Bruder, ihr Freund, ersetzt den ­Vater und stellt später − bewusst oder unbewusst − ihren Wunschprinzen dar. Unzertrennlich, sind die Geschwister ihrem Schicksal vollkommen ergeben.  

Foto von Florbela Espanca

Florbela Espanca · © Wikimedia Commons

Florbela notiert ihre Gedanken über sich und ihre Familie in ein Tagebuch. Wortmalerisch wünscht sie sich eine ­andere Welt, für sich, für die kleinsten Lebewesen, die Kinder, die Bienen, die Vögel, die Fliegen. Pflanzen, Tiere. Der Himmel schenkt Florbela in ihrer Vorstellung die Geborgenheit, die ihr im echten Leben fehlt. Somit enden all ihre Gedichte traurig − sobald sie aus ihrem Ideenhimmelreich in den familiären Alltag zurückfällt. Außer Apeles ist Papier ihr einziger Freund. Bald verdichten sich die Verse, finden präzisiert in Metaphern formuliert Ausdruck für ihre Sehnsucht nach Akzeptanz ihrer selbst und nach einem liebevollen Heim. Letzteres versucht Florbela selbst aufzubauen, heiratet dreimal − und scheitert dreimal. Lieben will sie, nichts als lieben, der Liebe willen, schreibt sie, versucht Mutter zu werden und verliert zweimal die Frucht ihres Leibes.

Was ihre Stiefmutter und ihre echte Mutter versäumt haben, wollte Florbela besser machen, eigene Kinder, gezeugt in Liebe bekommen, sie bedingungslos lieben und hätscheln, kosen und beschützen. Ihr Scheitern war endgültig. Florbela flieht, zieht nach Lissabon, taucht ein in den literarischen Reigen um die aufstrebende Avantgarde, lernt Almeida Negreiros, Carlos Queiroz, Fernando Pessoa und andere Dichter der modernistischen Bewegung kennen. Sie lässt sich fallen in den Strom der Zeit, den gesellschaftlichen Rausch in der Welt der Intellektuellen, wählt Liebhaber, wechselt sie, kostet das Leben aus in allen Zügen bis an die Grenzen des Erträglichen − und darüber hinaus. Völlig verausgabt kehrt Florbela von ihren Eskapaden an den Schreibtisch zurück und lässt ihre Seele auf Papier lyrisch reflektiert neu auferstehen, und zwar in solch aufrichtig egozentrischer und gleichzeitig sinnlich poetischer Weise, dass man selbst heute, neunzig Jahre später, ihre Unruhe, ihre Schluchzer und ihr Getriebensein beim Lesen spürt.

Die nichts weiter vom Leben wollte, als sie selbst zu sein und als Florbela geliebt, anerkannt und verstanden, strauchelt, weil ihr all dies verwehrt bleibt. Niemand liebt sie als diejenige, die sie ist. »Niemand kenne sie wirklich«*, sagt sie in der Rolle eines Liebhabers, der über Florbela schreibt, obwohl natürlich in Wahrheit Florbela einzig, immer und ausschließlich über sich selbst schreibt. »Selbst ich kenne mich nicht.«, setzt sie hinzu.

Seelischen Beistand empfängt sie von Apeles, der ihr Bett mit Sternschnuppen bestreute, aber dann in einem Flugzeugabsturz den Tod findet. Hinter vorgehaltener Hand sagt man den Geschwistern eine mehr als platonische Beziehung nach und behauptet gar, Apeles hätte sich das Leben genommen. Florbelas Verlust kann nicht größer sein. Das Gewicht ihrer Seelenpein drückt sie nieder, bis sie sich mehr und mehr in den Rollen verliert, die sie sich von Salomé zur Maria-Theresa selbst andichtet, und keine mögliche Frauenfigur der Literatur auslässt, bis sie wirklich nicht mehr weiß, wer sie ist.

Nach dem Tod ihres Bruders 1927 fällt Florbela in sich zusammen, physisch und psychisch. In den nächsten drei Jahren bringt sie ihre Geschichtensammlung «As Máscaras do Destino»  zu Papier und zieht metaphysisch Bilanz über »das ersehnte Leben und sei es auch bloß ein stinkender Sumpf«*. Ihr Fazit lautet: »Du lebst, aber du kennst das Leben nicht.«* 

Zu ihrem 36. Geburtstag am 8.12.1930 lädt Florbela Gäste ein, eine Party sollte es keine sein − sondern ihr Abschied vom Leben.

*Zitate aus: »Der Rest ist Parfum«, Gesa ­Hasebrink, 1994, Verlag Beck & Glückler

HINWEIS

Die Schriftstellerin Catrin George Ponciano, Landesvertreterin der DPG am Algarve, und ihre Bühnenpartnerin, die Geschichtsforscherin Paula Villares Pires, haben die Initiative Buchstabenbühne – Letras no Palco ins Leben gerufen. Portugiesische Dichterinnen wie Florbela Espanca bringen sie in einem eigens erarbeiteten Programm, zweisprachig auf die Bühne, simultan portugiesisch/deutsch interpretiert, mit musikalischen Interludien begleitet von Portugiesischer Gitarre und zu Fado vertonten Florbela–Weisen. Die Premiere fand am 12.12.2020 statt im Kloster Convento de São José in Lagoa im Algarve, live und virtuell, hybrid zur gleichen Zeit. Bis auf weiteres geht die Buchstabenbühne virtuell tingeln unter dem Motto: Petiscar Poesia – Poesie in Häppchen, im Live Stream. Sobald wieder möglich, treten wir im Algarve, im Alentejo und in Lissabon auf. Buchungsanfragen für unser Programm mit Live–Musik-Begleitung bitte per E-Mail an: catringeorge@yahoo.de  

Weitere Infos auf: https://www.facebook.com/LetrasnoPalcoBuchstabenbuhne

Die Legende vom Bolo Rei

Foto eines Bolo Rei

Portugiesische Volkstradition nach Infos von Lápis Mágico    von Ana Paula Goyke

> Der Bolo Rei, übersetzt Königskuchen, bekam seinen königlichen Namen auf Grund der Vielfalt an besonderen Zutaten. Einer portugiesischen Legende zufolge wird der Bolo Rei mit den drei heiligen Königen in Verbindung gebracht. 

Die Legende besagt, dass in einem fernen Land drei weise Männer lebten, die die Sterne und den Himmel betrachteten und studierten. Diese Weisen hießen Caspar, Melchior und Balthasar, denen die Tradition den Namen »die drei Heilige Könige« gab.

Eines Nachts, als sie den Himmel betrachteten, sahen sie einen neuen Stern, der sich über den Himmel bewegte und viel heller leuchtete als die anderen. Sie deuteten dies als eine Ankündigung, dass der Sohn Gottes geboren worden war. Entschlossen, ihm zu folgen, nahmen sie drei Geschenke mit: Weihrauch, Gold und Myrrhe, um den neugeborenen Messias damit zu beschenken. Als sie in der Stadt Bethlehem ankamen und bereits in der Nähe der Krippe waren, in der sich das Jesuskind befand, standen die Heiligen Drei Könige vor einem Dilemma: Wer von ihnen sollte zuerst seine Gabe überreichen dürfen? Diese Frage löste eine Diskussion unter den dreien aus.

Ein vorbeikommender Handwerker hörte sich das Gespräch an und schlug eine Lösung für das Problem vor, die alle zufrieden stellen würde. Er bat seine Frau, einen Kuchen zu backen und eine dicke Bohne in dem Teig zu verstecken. Derjenige, der diese fand, durfte seine Gabe als Erster überreichen.

Aber die Frau hat nicht nur einen einfachen Kuchen gebacken sondern einen Weg gefunden, die Geschenke, die die drei Männer dabei hatten, auf ihm darzustellen. Auf diese Weise backte sie einen Kuchen, dessen goldene Kruste das Gold, die kristallisierten Früchte die Myrrhe und der Streuzucker den Weihrauch symbolisierten.

Nachdem der Kuchen gebacken war, wurde er in drei Teile geteilt und derjenige der die Bohne erwischte, war tatsächlich der erste, der dem Jesuskind die Gaben darbrachte.

Der Königskuchen ist der Kuchen, den man traditionell zu Weihnachten in Portugal verspeist, sein Ursprung hat allerdings verschiedene Einflüsse. Die Idee eines Kuchens mit kristallisierten Früchten soll am Hof von König Ludwig XIV. in Frankreich entstanden sein, und sich mit der Zeit auch im restlichen Europa verbreitet haben. Nach der Ankunft in Portugal wurde das Rezept angepasst, erhielt die Form einer Krone, so wie sie heute zu kaufen ist, und wurde mit der Weihnachtszeit in Verbindung gebracht. Die Einführung der Fava (Bohne) stammt aus der Zeit der Römer, bei denen es bei den Festlichkeiten üblich war, den »König des Festes« zu küren, indem man eine Bohne in einen Kuchen steckte.

De Sousa bleibt Präsident Portugals

von Andreas Lausen

Mit 60,7 Prozent der Wählerstimmen bleibt Marcelo Rebelo de Sousa für weitere fünf Jahre der Staatspräsident Portugals. Der 72-jährige Professor der Rechtswissenschaft setzte sich schon im ersten Wahlgang gegen sechs Konkurrenten durch. De Sousa gilt als liberaler Konservativer, arbeitet aber gut mit dem ­Sozialisten António Costa zusammen, der als Ministerpräsident eine Mitte-Links-­Regierung führt. 

Den zweiten Platz belegte mit großem Abstand die Sozialistin Ana Gomes mit 12,9 Prozent. Unerwartet stark schnitt der rechte Populist André Ventura ab, der 11,9 Prozent erreichte. Das gilt als überraschend, denn seine Partei CHEGA (»es reicht«) spielte bisher in Portugal keine Rolle. Am besten schnitt Ventura in den besonders stark von Corona betroffenen Gebieten ab. 

De Sousa stand in den Umfragen vor der Wahl noch besser da, nämlich zwischen 70 und 80 Prozent. Aber die niedrige Wahlbeteiligung von 39,5 Prozent lässt vermuten, dass viele Wahlberechtigte aus Angst vor Corona zu Hause ­geblieben sind.

De Sousa stammt aus einer Familie des gebildeten Bürgertums aus der Nähe von Lissabon. Sein Vater war mehrfach Minister während der Salazar-Diktatur und Gouverneur der bis 1975 portugiesischen Kolonie Mosambik. 

Der Präsident Portugals hat mehr Befugnisse als sein deutscher Kollege Steinmeier. De Sousa kann Gesetze mit seinem Veto verhindern, das Parlament auflösen und die Regierung ernennen oder entlassen. Er ist außerdem Oberbefehlshaber der Streitkräfte. 

Beim Volk ist de Sousa beliebt. Im vergangenen Jahr stürzte er sich mutig in den tosenden Atlantik und rettete zwei Surferinnen aus den Wellen. Hoch angerechnet wird ihm, dass er 2012 den Konflikt mit Kanzlerin Angela Merkel nicht scheute: Sie warf den Portugiesen pauschal vor, sie arbeiteten zu wenig und hätten zu viel Urlaub. Rebelo de Sousa drehte mit seinen Studenten einen kleinen Film, in dem er das Gegenteil nachwies. Der Film ist heute noch bei Youtube in deutscher Sprache zu sehen: Ich bin ein Berliner (Prof. Marcelo) – Deutsch: https://www.youtube.com/watch?v=2SY3SrPibeQ

Sorrir em tempo da máscara

Foto zwei maskierter Frauen zu Corona-Zeiten

de Eberhard Fedtke e Ana Carla Gomes Fedtke

> Encontro-me de sangue-frio numa fila frente a um supermercado, o carrinho de compras ligeiramente nas mãos, bem disciplinado, observando a distância de 2 m relativamente aos ­vizinhos da frente e atrás, cumprindo o que estipula a lei 2-A de 20 de março 2020. Imperativamente marcado, este isolamento social está estampado no chão em linhas amarelas, a cada 3 até 5 minutos avanço, como verifico no meu fiel relógio chinês, avaliado num valor de 10 euros, vou calculando e multiplicando os 17 compatriotas em frente a mim com uma média de 4 minutos de diferença, quando poderei entrar na loja para comprar o que preciso para a minha família, enchendo rigorosamente o carinho até ao topo. Felizmente não chove, nem pensar num martírio de tal compra! O ambiente parece um pouco como folclore, Covid 19 em tempo de confinamento, ­fazer as tarefas quotidianas para sobreviver sem contactos «cara a cara». Um suplício para muita gente, se vejo os vários rostos em torno. No total contabilizo uma fila com cerca de 30 pessoas bem mascaradas, algumas com luvas deselegantes. Sem máscara, é certo, ninguém entra, uma regra indiscutível! Lutamos juntos contra esta pandemia. Tem de ser, reflito absorto nesta irrealidade social.
O serviço militar não pode ser mais regulado. Mas os portugueses têm a calma e a paciência no sangue. Faz lembrar os antepassados dos séculos XV e XVI, em pleno período de Descobrimentos. Para chegar à América, foram semanas e semanas purgantes sem vento para andar em frente. O nosso povo mostrou efetivamente a sua perseverança, praticando a arte de espera e esperança. Mas a distância de 2 metros num «país de beijinhos e abraços sem fim» é um juízo digno do céu, mas uma «via dolorosa» para todo o mundo infectado.
Assalta-me a ideia de como poderei transmitir a uma outra pessoa a minha simpatia com um sorriso por detrás da máscara larga. A maneira usual de abrir a boca, mostrar os dentes e inclinar a cabeça, não serve. Devo experimentar uma nova maneira. A pessoa à minha frente com 2 m de distância obrigatória parece ter um bom vulto para uma prova espontânea. Trata-se de uma beleza, na casa dos quarenta, bem equipada com uma máscara radiante, evidenciando a magnitude dos seus olhos profundamente ­sonhadores. A mãe, com uma beleza igual à da filha, de máscara rosa, traz a pequenota com cerca de 12 anos, Mafalda de nome, pela mão. A pequena parece olhar continuamente para a minha máscara simples branca. Em contrapartida ela tem uma bela e pitoresca peça, com uma viva imagem dum passarinho, pintado em cima no fundo preto. Menina Mafalda, tu és muito mais bonita com a tua máscara, ganhaste a nossa competição secreta num mundo de mascarados.
Quando a mãe se virou, curiosamente com o mesmo nome, como ouvi num ­telefonema dela com uma amiga, tentei oferecer-lhe os meus cumprimentos com um melhor e prometedor sorriso. Abri a boca com tanta força que, mostrando os dentes quase caiu a minha máscara. ­Esbugalhei os meus olhos com toda a ­claridade e bondade, mas ela não reagiu, como que se sentisse cravada em pensamentos pandémicos. Analisei com des­ilusão violenta: a máscara é um obstáculo social terrível, um distúrbio zangado para a comunicação humana, um drama excessivo para a cultura.
Quando ela se virou pela segunda vez, isto porque eu tivera, entretanto, sem qualquer problema de logística uma ­comunicação de intensa comparação de máscaras com a sua filha Mafalda II − a rapariga farta de tamanha monotonia à sua volta − reproduzi a mesma cerimónia, usando para tal a minha própria beleza e, reforçando a minha ação, levantei a mão direita. Cumprimentei-a, deixando tremer as minhas sobrancelhas e as ­minhas orelhas, mas nenhuma reação chegou desta beleza distante. Quando na minha última tentativa completei os requisitos anteriores com uma profunda e dolorosa reverência para a minha coluna, quase arriscando uma prostração atrás do meu carrinho, ela riu-se mais ou menos de forma clemente, como que encantada perante a palhaçada dum doido. Acabou, a máscara é um bloqueio social catastrófico, inflexível e intransigível! ­Experiências de solidão no meio duma superpopulação, sem romances platónicos com as Mafaldas por detrás das nossas máscaras.
Encenei com novo entusiasmo e optimismo a mesma cerimónia ao cumprimentar com um sorriso atrás a máscara dois rapazinhos na linha atrás de mim. Usavam máscaras de estilo ilustre oriental e ambos traziam uma garrafa de cerveja na mão. Como irão beber sem mexer na máscara ou a molhar, questionava-me eu, curioso. Mas eis que, de repente, para minha surpresa, sacaram relaxadamente de uma palhinha, deitaram-na elegantemente no gargalo da garrafa e, colocando a palhinha na boca sem tirar a máscara, uma anormalidade surreal, murmuraram «obrigado» ao meu sorriso expressivo, compreendendo eu talvez um «bom apetite» ou «boa saúde». Obviamente bebem sempre a cerveja assim. A ­minha máscara não funcionou, não operou bem. Fim então a estas tentativas e sonhos sociais frágeis! Foi um bico de obra para entrar no supermercado.
Abreviando estas terríveis vicissitudes: Se o uso de máscara tiver como objetivo a salvação do ambiente social, era talvez preferível o «não uso» de máscara branca, como disfarce comum. Oferece-se um grande mercado de configurações individuais e de decorações especiais, ampliando na totalidade a base humana − uma panóplia ampla de máscaras diversas, salvaguardando um resto de erotismo sociocognitivo e de arte. Para qualquer publicidade da declaração íntima, pois logo provocam um sorriso automático ao observador, a máscara pode ter as cores da bandeira nacional, mostrar o símbolo do clube de futebol preferido, pode deixar ver o signo de nascimento, leão, escorpião, peixes, virgem etc., pode até enobrecer almas animais ferozes como o tigre, o elefante, o hipopótamo, o orangotango ou mesmo o resto do zoo, mas uma coisa é certa: a máscara universal para as crianças, assim como um promotor de bonecas e figuras artificiais da internet, é para toda gente um novo mundo de inspiração com marcas individuais e surpresas definitivas, um caleidoscópio infinitivo repleto de facetas multidimensionais e ocultas, formando, em simultâneo, multiplicidades de rostos de ícones surreais, sendo que no fundo, todo este novo ambiente social não é mais que, em inúmeros aspetos, um espelho da raça humana, refletindo a cara da terra. Sem passar esta época, iremos ter pouco a pouco o fim da vida social. Uma sociedade permanente com máscaras faciais, fora do carnaval, não é concebível. Uma máscara contra o vírus e por cima uma máscara para a alegria do carnaval é uma contradição infernal, um horror ético.
A indústria de máscaras deve ativamente explorar o mercado com ideias inovadoras. Quando um dia − efetivamente − acabar este período contemporâneo com o retorno de explosões drásticas e fanáticas de beijinhos e abraços bilaterais, muitas máscaras serão arquivadas e deixarão na memória encontros mascarados expressivos com recordações nomeadamente dos olhos bonitos portugueses exemplares, sejam de origem romana, árabe, visigoda e «omni-europeia» − filigranas ou violentas, simpáticas ou desconfortáveis, elegantes ou vulgares, artísticas ou rústicas, introvertidas ou progressivas, clássicas ou futuristas, honestas ou misteriosas, transparentes ou enigmáticas, terrestres ou ­galácticas, ambiciosas ou comodistas, ­insípidas e aromáticas, altruístas ou egoístas, enfim, também um desfile de lembranças exóticas e sofisticadas conforme os múltiplos caracteres únicos de portadores da máscara e da refinada ­tecnologia têxtil.

Lächeln in Zeiten der Maske

Foto von Frauen mit Masken zum Schutz vor dem Coronavirus

von Eberhard Fedtke und Ana Carla Gomes Fedtke

> Ich stehe kühlen Mutes in einer Warteschlange vor einem Supermarkt, den Einkaufswagen lässig in Händen, voll diszipliniert den Abstand von zwei Metern zu den Nachbarn nach vorne und hinten beachtend, um der Regelung des Gesetzes 2-A vom 20. März 2020 zu entsprechen. Dieser Abstand ist imperativ in gelben Linien auch dem Fussboden markiert. Alle drei bis fünf Minuten, wie ich auf meiner zuverlässigen chinesischen Uhr im Wert von 10 Euro vermerke, rücke ich vor, kalkuliere und multipliziere die siebzehn Mitbürger vor mir mit durchschnittlich vier Minuten, wann ich in den Laden eintreten kann, um einzukaufen, was ich für meine Familie benötige, dabei den Einkaufswagen rigoros bis obenhin aufzufüllen. Zum Glück regnet es nicht, das wäre kaum zu ertragen bei diesem Einkaufsmartyrium! Das Ambiente ähnelt ein bisschen an Folklore, Covid 19 in Zeiten der Ausgangssperre, tägliche Aufgaben zum Überleben ohne Kontakt »Kopf an Kopf« zu erledigen, für viele ein Qual, wenn ich in mancherlei Gesichter rundherum blicke. Insgesamt zähle ich eine Reihe von etwa dreißig gut maskierten Personen, einige mit einfachen Handschuhen. Ohne Maske, das ist sicher, kommt niemand hinein, eine indiskutable Regel. Wir kämpfen gemeinsam gegen diese Pandemie. Das muss sein, reflektiere ich, in Gedanken versunken in dieser sozialen Irrealität.
Militärdienst kann nicht strenger reguliert sein. Aber die Portugiesen haben Ruhe und Geduld im Blut. Es erinnert mich an die vergangenen Jahrhunderte XV und XVI, an die hohe Zeit der Entdeckungen. Um nach Amerika zu gelangen, vergingen läuternde Wochen um Wochen ohne Winde zur Weiterfahrt. Unser Volk zeigte seine Beharrlichkeit, indem es die Kunst des Wartens und der Hoffnung praktizierte. Aber die Entfernung von zwei Metern in einem Land der Küsschen und Umarmungen ohne Ende ist ein gnädiges Urteil des Himmels, dennoch eine via mala für alle infizierte Welt.
Es kommt mir die Idee, wie ich einer anderen Person meine Zuneigung mit einem Lächeln hinter der Maske zuteil werden lassen kann. Die übliche Methode, den Mund zu öffnen, die Zähne zu zeigen und den Kopf zu neigen, hilft nicht. Ich muss eine neue Methode erfinden. Die Person vor mir in einem notwenigen Abstand von zwei Metern erscheint mit eine gute Gestalt für eine spontane Erprobung abzugeben. Es handelt sich um eine Schönheit, um die 40 Jahre, mit einer strahlenden Maske ausgestattet, welche die Schönheit ihrer zutiefst verträumten Augen hervorhebt. Die Mutter, dem guten Aussehen ihrer Tochter gleich, mit rosafarbener Maske ausgestattet, führt die Kleine von circa zwölf Jahren, Mafalda mit Namen, an der Hand. Die Kleine schaut ständig auf meine einfache weiße Maske, scheint es mir. Sie hingegen trägt ein schönes und schmuckes Stück, mit dem lebendigen Abdruck eines Vögelchens auf schwarzen Untergrund gemalt. Meine Kleine, du bist die weitaus hübschere mit deiner Maske, hast unseren heimlichen Wettbewerb in der Welt der Maskierten für dich entschieden.
Als die Mutter sich umdrehte, versuchte ich ihr meine Grüße mit meinem besten und verheißungsvollem Lächeln darzubieten. Ich öffnete meinen Mund mit so viel Anstrengung, die Zähne zeigend, dass fast meine Maske herabfiel. Ich riss meine Augen mit aller Klarheit und Wohlwollen auf, doch sie reagiert, als sei sie in pandemischen Gedanken vernagelt. Mit heftiger Enttäuschung analysierte ich: Die Maske ist ein schreckliches soziales Hindernis, ein exzessives kulturelles Drama.
Als sie sich ein zweites Mal umdrehte, und zwar weil ich inzwischen ohne jegliches logistisches Problem mit ihrer Tochter einen intensiven Vergleich unserer Masken betrieb – das Kind war die große Monotonie um sich herum leid –, wiederholte ich dieselbe Zeremonie, dafür meine eigene Erscheinung nutzend, und, um meine Aktion zu verstärken, hob ich die rechte Hand. Ich grüßte sie, ließ meine Augenbrauen und Ohren erzittern. Es kam jedoch keinerlei Antwort von dieser distanzierten Schönheit. Zu meinem letzten Versuch vervollständigte ich meine bisherigen Requisiten mit einem tiefen und einer für mein Rückgrat schmerzhaften Verbeugung, nahezu einen Kniefall hinter meinem Einkaufswagen riskierend. Doch sie lächelte mehr oder weniger milde, als erfreue sie sich an der Kasperei eines Verrückten. Schluss, die Maske ist eine soziale Katastrophe, zutiefst inflexibel und unnachgiebig, ohne Chance einer platonischen Romanze mit den Mafaldas hinter unseren Masken.
Mit neuem Enthusiasmus sowie Optimismus inszenierte ich dieselbe Zeremonie zum Gruß mit einem Lächeln hinter der Maske bei zwei Jungen in der Reihe hinter mir. Sie trugen Masken im illustren orientalischen Stil, und beide hielten eine Flasche Bier in der Hand. Wie werden sie trinken, ohne die Maske zu berühren oder sie nass zu machen, fragte ich mich neugierig. Aber sie zogen zu meinem Erstaunen geduldig einen Strohhalm hervor, stopften ihn elegant in den Flaschenhals, steckten ihn, ohne die Maske abzunehmen, in den Mund, eine surreale Anomalie und murmelten »Danke« auf mein expressives Lächeln hin, verstanden es wohl als »Guten Appetit« oder »Gute Gesundheit«. Offenbar trinken sie Bier immer auf diese Weise. Meine Maske funktionierte nicht, bewirkte nichts. Ende also mit diesen Versuchen fragiler sozialer Träume. War eine knifflige Sache, in den Supermarkt einzutreten.
Kürzen wir diese schrecklichen Missgeschicke ab: Wenn der Gebrauch der Maske die Rettung des sozialen Ambientes vorhat, wäre vielleicht der Nichtgebrauch weißer Masken als allgemeine Verkleidung anzuraten. Es bietet sich ein großer Markt für individuelle Konfigurationen und spezielle Dekorationen, die menschliche Oberfläche zu vergrößern – eine gigantische Fülle verschiedener Masken, die einen Rest von Erotik und Kunst bewahren. Für jedwede intime Darbietung, die sofort ein automatisches Lächeln beim Betrachter hervorruft, gilt: Die Maske kann in den Farben der Nationalflagge sein, das Symbol der bevorzugten Fußballklubs zeigen, kann das Sternzeichen verraten, Löwe, Skorpion, Fische, Jungfrau usw., vermag die typischen Charakter wilder Tiere wie Tiger, Elefant, Hippopotamus, Orang-Utan und gar den totalen Rest des Zoos zu adeln. Eine Sache ist zutreffend: Die universelle Maske für Kinder, angelehnt an einen Sender im Internet von Puppen und Kunstfiguren, ist für jedermann eine neue Welt von Inspirationen individueller Marken und definitiver Überraschungen, ein unbegrenztes Kaleidoskop voller multidimensionaler und okkulter Facetten, schafft zugleich Mengen von Gesichtern surrealer Ikonen, wobei im Grunde dieses neue soziale Ambiente Maske in ungezählten Aspekten ein Spiegel der menschlichen Gesellschaft ist, welche das Antlitz der Erde reflektiert. Ohne die Epoche der Pandemie zu überwinden, werden wir nach und nach ein Ende des sozialen Lebens haben. Außerhalb des Karnevals ist eine dauerhafte Welt mit Maske nicht vorstellbar. Eine Maske gegen den Virus und oben auf eine Maske für die Freude des Karnevals wäre ein infernaler Widerspruch, ein ethisches Greuel.
Die Maskenindustrie muss aktiv mit innovativen Ideen den Markt explorieren. Wenn diese augenblickliche Periode – endgültig – mit der Wiederkehr drastischer und fanatischer Ausbrüche von gegenseitigen Küsschen und Umarmungen endet, werden viele Masken archiviert werden und hinterlassen die Erinnerung an expressive Maskenbegegnungen, vor allem mit schönen Exemplaren portugiesischer Augen, seien sie romantischen, arabischen, gotischen oder alleuropäischen Ursprungs – filigran oder violent, sympathisch oder unbequem, elegant oder vulgär, artistisch oder rustikal, introvertiert oder progressiv, klassisch oder futuristisch, ehrlich oder mysteriös, transparent oder rätselhaft, irdisch oder galaktisch, ambitioniert und kommod, geschmacklos oder aromatisch, alles auch ein Defilee von esoterischen und sophistischen Erinnerungen entsprechend den multiplen Charakteren sowie der raffinierten Textiltechnologie.