Luís Pipa begeistert in Baden-Württemberg

Foto von Luís Pipa, der sich über tosenden Applaus freutLuís Pipa freut sich über tosenden Applaus · © Martin Ahrens

Pianist aus Portugal beim Schlosskonzert in Dätzingen  von Jürgen Lotterer

> Trotz Corona und mit einem strengen Hygienekonzept machte es die DPG am 28. November 2021 einmal mehr möglich: Das inzwischen schon traditionelle Konzert im Schloss Dätzingen konnte stattfinden, und Luís Pipa aus Braga begeisterte Mitglieder und Freunde des Landesverbandes Baden-Württemberg mit einer sensiblen Interpretation deutscher und portugiesischer Klaviermusik. Auf dem Programm standen Werke von Wolfgang A. Mozart, Ludwig van Beethoven und den portugiesischen Komponisten José Viana da Motta und Óscar da Silva. Der Kreis der ZuhörerInnen war begrenzt, aber die kleine Gruppe lauschte dankbar dem Konzert im schmucken Malteser-Saal. Der Landesverband Baden-Württemberg veranstaltet hier regelmäßig Konzerte mit portugiesischen MusikerInnen, die Programme gewähren zugleich stets Einblick in die − häufig wenig beachtete − Kunstmusik Portugals. Der diesjährige Gast Luís Pipa, der zusätzlich zum Konzert auch für einen Meisterkurs in Tübingen gewonnen werden konnte, ist hierfür prädestiniert. Pipa kann auf einen internationalen musikalischen Werdegang zurückblicken. Nach dem Studium am Conservatório de Mùsica Calouste Gulbenkian in Braga und dem Conservatório de Música do Porto setzte er seine Ausbildung an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien fort. Neben der künstlerischen Praxis widmete er sich auch den Musikwissenschaften und erwarb an den britischen Universitäten Reading und Leeds Mastertitel und Promotion. Heute lehrt er als Professor für Klavier und Kammermustik an der Universidade do Minho.  

Foto von Luís Pipa inmitten von DPG-Mitgliedern

Luís Pipa inmitten von DPG-Mitgliedern · © Martin Ahrens

Luís Pipa führte sein Publikum in chronologischer Folge von der deutschen Klassik zur portugiesischen Spätromantik. Er beendete sein Programm mit einem Werk des auch von ihm selbst wiederentdeckten Berliner Komponisten Philipp Scharwenka, der ab 1882 Lehrer José Viana da Mottas war. Damit traf Pipa genau die Idee der Dätzinger Schlosskonzerte. Mit seiner Zugabe, einer eher nachdenklichen als heroischen Version der Hymne A Portuguesa, fand er einen ruhigen und zugleich emotionalen Abschluss für ein unvergessliches Konzert.

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