Neuer Botschafter bringt frischen Wind nach Berlin

Foto von Francisco S.E. Ribeiro de Menezes und Michael W. WirgesDer neue Botschafter Francisco S.E. Ribeiro de Menezes (li.) und DPG-Präsident Michael W. Wirges

Antrittsbesuch beim neuen Botschafter Portugals in Deutschland    von Michael W. Wirges

> Anfang März 2020 hatte ich die außerordentliche Gelegenheit, mich beim neuen Botschafter von Portugal vorzustellen. Seine Exzellenz, Francisco Ribeiro de Menezes, ließ es sich nicht nehmen, mich persönlich aus dem Warteraum in der Botschaft abzuholen und mich in sein Büro zu führen. Er nahm sich eine ganze Stunde Zeit, um sich mit mir über Lebensläufe, Beruf­liches, Privates und natürlich auch über die DPG (Deutsch-Portugiesische Gesellschaft) zu unterhalten. Er bedauerte, noch nicht unsere Sprache zu sprechen, steht bei seinem Erlernen noch ganz am Anfang. Sein jugendlicher Sohn, der hier an eine Internationale Schule geht, soll da schon weiter sein. 
Er war sehr erstaunt und zugleich erfreut über meinen Lebensverlauf, besonders den in Portugal, und mein gutes Portugiesisch. Seine Exzellenz erfreute es auch sehr, dass die DPG seit so langer Zeit aktiv ist und die freundschaftlichen Beziehungen und den Austausch zwischen Deutschland und Portugal so gut aufrechterhält. Er sicherte uns zu, nach Möglichkeit, bei ­unserer Arbeit behilflich zu sein.
Anfang März war die Coronavirus-­Krise noch nicht so akut und niemand dachte, dass diese solche erschreckenden Ausmaße wie heute haben würde. Trotzdem haben wir auch über dieses Thema gesprochen. Als die ersten Fälle in Portugal auftraten, hat die Regierung sofort reagiert und als erste Maßnahmen die Schulen geschlossen und die Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass es relativ wenig Infizierte und Tote gegeben hat, ganz im Gegensatz zum Nachbarland Spanien. Vernunft und Pflichtbewusstsein haben Portugal diesmal − gemessen an anderen Ländern − vor dem Allerschlimmsten bewahrt, was auch inter­national sehr große positive Beachtung gefunden hat.
Persönlich halte ich den neuen Botschafter Portugals für eine angenehme, offene Persönlichkeit, die zuhören und auf die Menschen zugehen kann.
Francisco Ribeiro de Menezes, geboren am 15.Juli 1965 in Lissabon,  war vor seiner Laufbahn Mitglied der bekannten portugiesischen Rock/Pop-Gruppe Sétima Legião, für die er alle Texte schrieb, gelegentlich Keyboard spielte und der Gruppe bis zu deren Auflösung 2003/2012 treu blieb. Später schrieb er auch einige Texte für die portugiesische Gruppe Madre­deus. Er stammt aus einer Diplomatenfamilie, auch sein Vater war Botschafter. Dabei wuchs er in vielen verschiedenen Ländern auf, vor allem in Argentinien, Frankreich, USA und Portugal. Menezes studierte an der Universität in Lissabon Rechtswissenschaften und begann 1990 im Außenministerium Portugals bei Außenminister Jaime Gama, wo er sechs Jahre lang blieb. Danach war er für Portugals Diplomatischen Dienst ­tätig, besonders an der Portugiesischen Botschaft in Madrid und in der Ständigen Vertretung Portugals bei der NATO. Ab 2006 leitete er das Büro des Portugiesischen Außenministers Luis Filipe Marques Amado und das des Ministerpräsidenten.
2010 wurde er mit dem Großkreuz des Portugiesischen Verdienstordens ausgezeichnet. Vorher erhielt er noch den Verdienst­orden der Bundesrepublik Deutschland (1999, Offizier), den Brasilianischen Rio-­Branco-Orden (1999, Offizier), den Orden der Isabel la Católica (2000, Ritterkreuz als Offizier) sowie 2009 den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland (Großes Verdienstkreuz, Komtur). Insgesamt erhielt er Auszeichnungen aus 15 Ländern.
Von 2010 bis 2011 war er Portugiesischer Botschafter in Schweden, bevor ihn der neue Premierminister Pedro Passos Coelho als Büroleiter zu sich nach Lissabon zurückholte.
2012 wurde er zum bevollmächtigten Minister ernannt.
Francisco Ribeiro de Menezes war von 2014 bis Ende 2019 Portugiesischer Botschafter in Madrid und auch in Andorra akkreditiert, bevor er Anfang 2020 sein Amt als Portugiesischer Botschafter in Deutschland antrat.
Er ist verheiratet und hat einen schulpflichtigen Sohn.

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