Zur Geschichte der DPG – Dokumentation, Teil 2

Foto aus der Metrostation Entrecampos (Lissabon)In Marmor geätzte Bibliothek von Bartolomeu Cid dos Santos in der Lissabonner Metro-Station Entrecampos · © Andreas Lahn

Zum 30-jährigen Jubiläum der Vereinigung der DPG der BRD und der DPG der DDR • von Gabriele Baumgarten-Heinke

> ZIELSTELLUNG DES PROJEKTES 

> Liebe Mitglieder, im Portugal Report 77 (12/2019) haben wir Sie aufgerufen, an dem Projekt »Dokumentation der Geschichte der DPG 2020« mitzuarbeiten und noch tiefer in die Zeit der Entstehung der DPG, der  Vereinigung der DPG bis hin zur Gegenwart, einzutauchen. Seit diesem Aufruf wird, mit Unterstützung einiger Mitglieder, recherchiert, gelesen und digitalisiert. Ein Ziel ist es, die zahlreichen Unterlagen, die nach den vielen Jahren teilweise schlecht lesbar sind, dem DPG Archiv zu erhalten. Darunter sind Statuten, Protokolle, Aufzeichnungen und Briefe, so auch von unserem langjährigen und Ende 1999 verstorbenen Präsidenten Peter Neufert, sowie historische Dokumente aus der Zeit der Nelkenrevolution 1974. Des Weiteren geht es auch darum, die Geschichte früherer Vereinigungen, welche ebenfalls die deutsch-portugiesischen Beziehungen zum Gegenstand hatten, in der Dokumentation zu berücksichtigen. 

Am 6. Mai 1964, also fast genau vor 56 Jahren, erfolgte die Gründung der Deutsch-Portugiesischen Gesellschaft in der Firma Otto Wolff Eisenhandel Köln. Erster Präsident war Dr. Otto Wolff von Amerongen. Und 26 Jahre nach der Gründung passiert das, womit eigentlich keiner so richtig gerechnet hatte

Am 27.9.1990 kommt es in Berlin/Ost, nur wenige Tage vor der Wiedervereinigung Deutschlands, zur Vereinigung der DPG e.V. der BRD und der DPG e.V. der DDR.

Dieses 30-jährige Jubiläum der Vereinigung der DPG im 30. Jahr der Wiedervereinigung Deutschlands war Anlass genug zu beginnen, die einzelnen Ereignisse und Entwicklungen der DPG in beiden Ländern, bis hin zur Vereinigung, genauer zu analysieren und zu dokumentieren. Herr Dr. Rainer Bettermann, seinerzeit wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Vorsitzender der »Deutsch-Portugiesischen Gesellschaft Thüringen e.V.«, der auf dieses Projekt aufmerksam wurde, beschreibt das in einem Brief vom 9.12.2019 an den Präsidenten Michael W. Wirges wie folgt: »Es scheint nun gerade an der Zeit zu sein, über Vergangenes, Verschwundenes, Verschwiegenes, Verdrehtes und Vergessenes der deutsch-deutschen Vergangenheit nachzudenken und nachzuforschen.« Und genau das ist das Anliegen dieses Projektes.

Zum 40. Jubiläum der Deutsch-Portugiesische Gesellschaft e.V. im Jahr 2004, lud Harald Heinke, der damalige Präsident der DPG, Mitglieder, Wissenschaftler und Freunde Portugals nach Berlin zu einem wissenschaftlichen Kolloquium mit dem Thema »Deutschland und Portugal, langjährige Freunde und Partner in Europa«, ein.  In den Vorträgen ging es u.a. um das Portugalbild nach 1945 und die deutsch-portugiesischen Wirtschaftsbeziehungen nach der Nelkenrevolution. Zu diesem Zeitpunkt entstand die jetzige Chronologie der DPG, ohne dabei auf die einzelnen Gesellschaften in Portugal, der BRD und der DDR, näher einzugehen. Das wollen wir jetzt nachholen.

Die Dokumentation verfolgt vier Schwerpunkte:

I. Die Gründung und Arbeit der DPG in der BRD seit 1964
Schwerpunkte sind die Gründung der einzelnen Landesverbände, die Vervollständigung der Chronologie des Präsidiums über die Jahre bis zur Gegenwart und die Recherche nach der damaligen »Schwesterngesellschaft« Associação de Cooperação Portugal − República Federal da Alemanha. Diese wurde im Jahr 1981 in Lissabon gegründet. 

II. Die Arbeit der Associação Portugal – RDA
Bereits im Dezember 1974 wurde in Lissabon von namhaften Persönlichkeiten, wie dem damaligen Staatssekretär für Kultur, Prof. Dr. João Freitas Branco und dem Schriftsteller Dr. jur. Alexandre Babo, die Associação Portugal − RDA gegründet. Dieser portugiesische Verein arbeitete, nach jetzigem Kenntnisstand, bis 1989 mit landesweit mehr als 25 Basisgruppen und 6000 Mitgliedern.

III. Freundschaftskomitee DDR–Portugal
Unter dem Dach der Liga für Völkerfreundschaft wurde im Juni 1975 in Berlin das Freundschaftskomitee DDRPortugal ins Leben gerufen. Zwischen der Associação Portugal−RDA und dem Freundschaftskomitee gab es eine enge Zusammenarbeit, auch wenn deren Strukturen unterschiedlich waren.

Bevor es am 27. September 1990 zur Vereinigung der Deutsch-Portugiesischen Gesellschaft kam, wurde die neue, frei gewählte Deutsch-Portugiesische -Gesellschaft der DDR e.V. im Januar 1990 gegründet und in das damalige Vereinsregister des Stadtbezirkes Berlin – -Mitte eingetragen.

IV. Die Deutsch-Portugiesische Gesellschaft e.V. von 1990 bis zur Gegenwart
Das Projekt »Dokumentation der Geschichte der DPG 2020« verfolgt die Recherche und die Dokumentation der Entwicklung der heutigen Deutsch-Portugiesischen Gesellschaft e.V. sowie die Würdigung der vielen engagierten ehrenamtlichen Mitgliedern, sowohl in Deutschland als auch in Portugal, die zum Gelingen und Erfolg dieser Freundschaftsgesellschaft beigetragen haben. 

Helfen auch Sie bei der Recherche und senden Sie uns Unterlagen und Materialien zur Archivierung und Digitalisierung zu. Wir freuen uns über Ihre persönlichen Berichte und Fotos aus der Geschichte Ihres Landesverbandes der DPG. Unser Dank gilt Maja Wolff, die dem DPG Archiv ihre historischen Materialien zur Verfügung stellt.

Zum Projektteam gehören aktuell:

Koordination: Gabriele Baumgarten-Heinke
Historische Beratung: Dr. Christoph -Matthes (Historiker)
Fachberatung: Gert Peuckert, Dr. Rainer Bettermann, Michael W. Wirges, Anny Schümann, Theo Morgenschweis
Auswahl Fotos: Herbert Schlemmer
Event: Ricardo Schäfermeier
Layout: Martina Sophie Pankow

Die Ergebnisse der Dokumentation sollen bis zum 30-jährigen Jubiläum der Vereinigung der DPG e.V. der BRD und der DPG e.V. der DDR am 27. September 2020, in einer Broschüre vorgestellt und der Öffentlichkeit präsentiert werden.

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