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DPG: Jahrestagung und Wahlen 2022

Foto der DPG-Fahne

Überblick von Gabriele Baumgarten-Heinke zum Wahl-Marathon am 28.10.2022 in Berlin

> Liebe Mitglieder, wie bereits angekündigt, wird in der Zeit vom 28.10. bis zum 30.10.2022 die DPG-Jahres­tagung in Berlin stattfinden. Wir senden Ihnen die Ein­ladung, das Programm und die Tagesordnung fristgerecht zu bzw. veröffentlichen diese im nächsten Portugal Report und auf der DPG-Website. 

Am 29.10.2022 findet die Mitgliederversammlung mit den Wahlen des Präsidiums statt. Die Übersicht über das aktuelle Präsidium finden Sie auf der vorletzten Innenseite des Portugal Reports. Das Präsidium wird, entsprechend der Satzung der DPG, für die Dauer von drei Jahren gewählt.

Ich möchte Ihnen hiermit einen kleinen Überblick über die zu wählenden Funktionen geben. Vielleicht möchten auch Sie kandidieren?

PräsidentIn: Zu den Aufgaben gehört die Unterstützung des Vereins in seiner Außenwahrnehmung. Er/Sie repräsentiert den Verein, baut Verbindungen (vor allem zu Botschaften) und Netzwerke aus und pflegt diese. Nach Möglichkeit sollte der/die DPG-PräsidentIn den Wohn­ort am Sitz der Gesellschaft haben und die Sprachen Deutsch, Englisch und Portugiesisch beherrschen.

Stellvertretende PräsidentIn: Der/die stellvertretende PräsidentIn vertritt bei Bedarf den PräsidentIn in all seinen Funktionen. Der Wohnort muss nicht unbedingt der Sitz der Gesellschaft sein, die Anforderungen an die Fremdsprachen sollte für die Sprachen Deutsch und Portugiesisch gelten. 

BundesschatzmeisterIn: Der/die BundesschatzmeisterIn verwaltet die Finanzen des Vereins, bucht und prüft die einzelnen Vorgänge unter der Vorgabe der Gemeinnützigkeit des Verbandes. Zur Zeit ist diese Funktion an die Leitung der Bundesgeschäftsstelle gebunden mit den Aufgaben der Mitgliederbetreuung über die Vereinssoftware linear, Kommunikation mit allen Verantwortlichen, Organisation von Tagungen und Workshops und Erstellen von Statistiken − in enger Zusammenarbeit mit dem DPG-Präsidium. 

VizepräsidentInnen: Entsprechend der Satzung der DPG (§ 12) werden vier VizepräsidentInnen gewählt, die, ebenfalls laut Satzung, auf bestimmten Gebieten aktiv werden sollten. Die TeilnehmerInnen des Strategie-Workshops im Juni 2021 hatten noch einmal die Notwendigkeit festgestellt, die Funktion der VizepräsidentInnen mit konkreten Aufgaben zu besetzen. 

Diese Aufgaben könnten nach jetzigem Stand sein: 1. AnsprechpartnerIn für Portugal (Außenwahrnehmung, Mitglieder); 2. Redaktion/Website; 3. Außenauftritt der DPG in den sozialen Medien; 4. Marketing/Strategien (u. a. Vorbereitung 60 Jahre DPG 2024) 

Dabei ist es laut Satzung auch zulässig, dass ein Präsidiumsmitglied zwei Ämter innehat. Eventuell weitere Aufgaben zur Verbesserung der Außenwahrnehmung der DPG sollten zur Mitgliederversammlung diskutiert werden. 

Liebe Mitglieder, noch immer fehlen uns Mitglieder die bereit sind, einen Landesverband oder eine Stadtsektion zu leiten. Eine Aufgabe, die Engagement verlangt, aber auch sehr viel Freude bereitet. Als Grundlage wurden im vergangenen Jahr die »Empfehlungen für die Vorsitzenden der Landesverbände (LVB) und Stadtsektionen (STS)« entwickelt, die als Leitfaden genutzt werden können. Außerdem gibt es eine regelmäßige Kommunikation zwischen allen Vorsitzenden und dem Präsidium, Sie sind in dieser Funktion nicht alleine! Die Funktionen der Vorsitzenden der LVB und STS sind Wahlfunktionen und werden ebenfalls auf drei Jahre gewählt. Die Regionen Sachsen, Bayern, Berlin-­­Brandenburg, Saarland und Rheinland-Pfalz werden zum Teil kommissarisch betreut und ihre Mitglieder warten auf ­eine/n Vorsitzende/n! 

Falls Sie für eine der aufgeführten Funktionen kandidieren möchten, sollte Ihre Kandidatur bis vier Wochen vor der Mitgliederversammlung in schriftlicher Form an die DPG-Geschäftsstelle gesandt werden. Einzige Voraussetzungen für die Wahl sind die Mitgliedschaft in der DPG und die regelmäßige Zahlung des jähr­lichen Mitgliedsbeitrages.  

Trauen Sie sich, sprechen Sie uns an, wir sind für Sie da! Wir wollen noch mehr tun für unser Motto DPG begeistert − seien auch Sie ein Teil davon! 

Auf ein Neues: DPG begeistert!

Illustration mit Smilies

Berichte aus Landesverbänden und Stadtsektionen    von Gabriele Baumgarten-Heinke

> Liebe Mitglieder, liebe FreundInnen Portugals, in der letzten Ausgabe des Portugal Reports (086) haben wir über die geplanten Vorhaben 2022 der einzelnen Landesverbände und Stadtsektionen berichtet. Es ist endlich wieder möglich, sich zu präsenten Veranstaltungen treffen zu können und daran möchten wir Sie teilhaben lassen. Zukünftig werden wir an dieser Stelle von den Encontros der DPG berichten und auch von Veranstaltungen, an denen DPG Mitglieder und Verantwortliche im Namen der DPG vertreten waren. Damit möchten wir Ihnen, liebe Mitglieder und FreundInnen Portugals, mehr Einblicke in die Aktivitäten und interessanten Veranstaltungen unseres Vereines geben. 

Trotz der Absage der Leipziger Buchmesse war Portugal als Gastland 2022 in Leipzig präsent und stellte dem deutschsprachigen Lesepublikum seine vielfältige Literatur vor. So waren am 17. und 18. März zehn AutorInnen aus Portugal und weiteren portugiesisch-sprachigen Ländern mit Lesungen und Gesprächsrunden vertreten. Unerwartete Begegnungen − so das Motto des Gastlandauftrittes. Ein Höhepunkt war am 17. März die Eröffnung der Ausstellung Frauen bei Saramago über den Literaturnobelpreisträger José Saramago anlässlich seines 100. Geburtstags. Am 20. März klang das Programm mit einem Konzert der portugiesischen Musiklegende Rodrigo Leão in der Schaubühne Lindenfels musikalisch aus.

Auch unser Mitglied und Verantwortliche für die Algarve, Catrin George Ponciano, konnte ihre schriftstellerischen Leistungen als in Portugal lebende Schriftstellerin, im Rahmen des Leipziger Alternativ-Autorenprogramms weiterlesen – Leipzig-22 vorstellen. Am 19. März gehörte ihr als letzte auftretende Autorin des Tages, das Turmzimmer im Felsenkeller, wo sie aus ihrem Essay »Das Lissabon des Fer­nando Pessoa«, vorgelesen und ihr Publikum gedanklich auf eine literarische Reise in die Hauptstadt Portugals während der Avantgarde eingeladen hat.

Im Rahmen der Reise nach Leipzig nutzte Catrin auch die Gelegenheit, um am 16. März an einem Encontro des Landesverbandes Berlin-Brandenburg in dem neuen Treffpunkt, den Räumen des Sozialverbandes Deutschland (SoVD) in der Kurfürstenstraße in Berlin, teilzunehmen. In einer lockeren Gesprächsrunde ging es um die Frage, wie einzelne Mitglieder ihren Weg nach Portugal gefunden haben. Als Höhepunkt der Veranstaltung las Catrin nach einem kleinen Imbiss aus ihrem erfolgreichen Roman Leiser Tod in Lissabon. 

Ebenfalls im März moderierte DPG-Mitglied Jörg Ulrich Hahn eine öffentliche Lesung mit dem in Lissabon lebenden Autor Konstantin Arnold im Traditions-­Wirtshaus Mainlust in Frankfurt-­Schwan­heim, zu dem die Vorsitzende des Landesverbandes Hessen, Maria de Fátima Veiga, auch die Mitglieder des Landesverbandes einlud. Arnold stellte hier sein Buch mit dem Titel Libertin – Briefe aus Lissabon, vor. In den Rezessionen kann man über das Buch lesen, dass es die innere Reise eines Künstlers, die Suche nach sich selbst sei und eine Liebeserklärung an eine Stadt, hinter der sich die Liebesgeschichte zu einem portugiesischen Mädchen verbirgt, das ihn zum Mann macht und an den Abgrund des Lebens stellt. »Dahin, wo die Aussicht am schönsten ist«, wie er gerne sagt.

Einen zweiten gemütlichen Abend erlebten die Mitglieder des Landesverbandes Berlin-Brandenburg am 27. April. Bei einem guten Rotwein aus dem Alentejo, dem Guarda Rios, und einem kleinen Imbiss lauschten die TeilnehmerInnen dem Vortrag von Michael W. Wirges über seine Reise zu den Kapverden. Ein langer Traum wurde wahr, so seine Einleitung. Sein Bericht über die Reise zu den Inseln São Vicente, Santo Antão und Sal war gespickt mit vielen Informationen über die Kapverden und mit spektakulären Fotos untermalt. 

 

Wie Falk Zirnstein mitteilt, plant die Stadtsektion Leipzig für das Jahr 2022 regelmäßige, quartalsweise Stammtische durchzuführen. Situationsbedingt konnte damit erst im Monat Mai 2022 anfangen werden. Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass die Mitglieder der Stadtsektion die Gelegenheit haben, den (ersten) Stammtisch als Gäste der Helios-Kliniken gemeinsam durchzuführen, dies anknüpfend an der Tatsache, dass dort seit November 2019 portugiesische Fachkräfte tätig sind, mit denen wir in unserem Stammtisch neben weiteren interessierten Personen aus dem Kreis der Mitarbeiter der Kliniken ins Gespräch kommen können. Lesen Sie dazu den Artikel Portugiesische Pflegekräfte in Leipzig auf Seite 2.

Auch im Landesverband NRW sind nach der Corona-Pandemie Stammtische in verschiedenen Städten geplant. Bei dem Stammtisch in Köln im portugiesischen Restaurant Alfama, nahmen unsere Mitglieder H. Brecher, Prof. H. Siepmann, J. Guimarães und das Ehepaar Saecker teil. Familie Saecker wird im Sommer nach Machico auf Madeira übersiedeln und die DPG auf der Insel verstärken. 

Wild-romantisch ging es auf einer Wanderung der Mitglieder des Landesverbandes Baden-Württemberg am 8. Mai auf der Schwäbischen Alb zu. Lesen Sie dazu einen Beitrag unserer Mitglieder Anita Dreischer und Jürgen Lotterer auf Seite 2 dieser Ausgabe.

Am 27. April 2022 traf sich − diesmal unter freiem Himmel im Lissaboner Stadtteil Principe Real − mit Ariane Reipke, Madalena Leal de Faria und Oliver Wedekind erneut die Task Force der DPG Lissabon, um die weiteren Schritte abzustimmen. Die Planungen gehen dabei u. a. in die Richtung, für deutsch- und portugiesischsprachige Interessenten aus Lissabon einen Stadtspaziergang der ganz besonderen Art anzubieten. Diese noch auszuarbeitende Tour wird unter einem speziellen Motto stehen, um das noch eher übersichtliche Lissaboner DPG-Netzwerk weiter auszubauen. Details hierzu folgen in Kürze.

Was ist in der DPG für die kommenden Wochen geplant? 
In Leipzig wird es im Mai gleich zwei Veranstaltungen geben, die auch von der Deutsch-Portugiesischen Gesellschaft unterstützt werden. 

Am 20.5.2022 findet in der Leipziger Stadtbibliothek eine Veranstaltung zum 100. Geburtstag von José Saramago mit dem Titel: Grenzen überwinden – Musik mit dem Duo MEDITERRANEUS und Lesung von Auszügen aus dem Werk von José Saramago durch deutsche Studierende des Instituts für Romanistik der Universität Leipzig, statt. Der Schriftsteller wurde 1922 in der Ortschaft  Azinhaga nahe Lissabon geboren und starb 2010 in Tias auf Lanzarote. 1998 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. 

Sein internationaler Durchbruch gelang ihm 1980 mit dem Roman Levantado do Chão, der 1985 in der Übersetzung von Rainer und Rosi Bettermann mit dem ­Titel Hoffnung im Alentejo beim Aufbau-Verlag Berlin und Weimar erschien. In eigener Sache möchte ich anmerken, dass der Ehrenpräsident der DPG, Harald Heinke, zu den Freunden José Saramagos gehörte.

Als zweite Veranstaltung unter Mitwirkung der DPG findet am 25.5.2022 im Studio 3 Leipzig ein musikalischer Abend mit dem Duo Senza statt, die ihr Konzert ankündigen als eine Mischung aus Reflexion über die Welt und unserer Gesellschaft. 

In der Zeit vom 30. Mai bis 2. Juni 2022 findet die HANNOVER MESSE statt, die vor allem Trends der digitalisierten Industrie aufzeigt. In diesem Jahr wird Portugal Gastland der weltgrößten Industriemesse sein, die am Abend des 29. Mai von Premierminister António Costa und Bundeskanzler Olaf Scholz eröffnet wird. Weitere hochrangige Delegationen aus Industrie und Politik des Gastlandes werden hierfür nach Hannover reisen. Aus diesem Anlass nehmen vom Geschäftsführenden Vorstand der DPG auch Präsident Michael W. Wirges und Gabriele Baumgarten-Heinke an der Eröffnung teil.  

Am 10. Juni begeht man in Portugal den Dia de Portugal, e Camões e das Comunidades Portuguesas, auf Deutsch den Portugal-Tag, Tag von Camões und der portugiesischen Gemeinschaften. 

Der 10. Juni ist ein Nationalfeiertag, der dem Land Portugal und den portugiesischen Gemeinschaften gewidmet ist. Herzliche Glückwünsche nach Portugal! 

In Berlin wird sich aus diesem Anlass die Berliner portugiesische Gemeinschaft am 11. Juni im Münzenbergsaal (Friedrichshain) unter dem Thema Nicht alles ist Saudade versammeln, um einen wunderschönen Tag mit Musik, Theater, Kino, Tanz, Ausstellungen, Kunsthandwerk und gastronomischen Verkostungen unter freiem Himmel zu bieten, die vom lusitanischen Land inspiriert sind.

Die Mitglieder des Landesverbandes Berlin-Brandenburg haben sich den 24. Juni 2022 vorgemerkt, an dem die traditionelle Sardinhada des Landesverbandes Berlin-Brandenburg nun endlich wieder stattfinden wird. Der Landesverband lädt ein zur Sardinhada 2022 in den Garten der Heilig-Kreuz-Kirche in Berlin-Kreuzberg und wendet sich an die DPG-Mitglieder, aber auch an FreundInnen Portugals. Genaue Informationen dazu folgen zeitnah. 

Als nächste Veranstaltung des Landesverbandes Baden-Württemberg findet am 2. Juli 2022 das Sommerfest in den Stuttgarter Weinhängen am Roten Berg statt. 

Wir wünschen für alle Veranstaltungen der DPG gutes Gelingen, bestes Sommerwetter und viel Freude an Portugal!

Luís Pipa begeistert in Baden-Württemberg

Foto von Luís Pipa, der sich über tosenden Applaus freut

Pianist aus Portugal beim Schlosskonzert in Dätzingen  von Jürgen Lotterer

> Trotz Corona und mit einem strengen Hygienekonzept machte es die DPG am 28. November 2021 einmal mehr möglich: Das inzwischen schon traditionelle Konzert im Schloss Dätzingen konnte stattfinden, und Luís Pipa aus Braga begeisterte Mitglieder und Freunde des Landesverbandes Baden-Württemberg mit einer sensiblen Interpretation deutscher und portugiesischer Klaviermusik. Auf dem Programm standen Werke von Wolfgang A. Mozart, Ludwig van Beethoven und den portugiesischen Komponisten José Viana da Motta und Óscar da Silva. Der Kreis der ZuhörerInnen war begrenzt, aber die kleine Gruppe lauschte dankbar dem Konzert im schmucken Malteser-Saal. Der Landesverband Baden-Württemberg veranstaltet hier regelmäßig Konzerte mit portugiesischen MusikerInnen, die Programme gewähren zugleich stets Einblick in die − häufig wenig beachtete − Kunstmusik Portugals. Der diesjährige Gast Luís Pipa, der zusätzlich zum Konzert auch für einen Meisterkurs in Tübingen gewonnen werden konnte, ist hierfür prädestiniert. Pipa kann auf einen internationalen musikalischen Werdegang zurückblicken. Nach dem Studium am Conservatório de Mùsica Calouste Gulbenkian in Braga und dem Conservatório de Música do Porto setzte er seine Ausbildung an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien fort. Neben der künstlerischen Praxis widmete er sich auch den Musikwissenschaften und erwarb an den britischen Universitäten Reading und Leeds Mastertitel und Promotion. Heute lehrt er als Professor für Klavier und Kammermustik an der Universidade do Minho.  

Foto von Luís Pipa inmitten von DPG-Mitgliedern

Luís Pipa inmitten von DPG-Mitgliedern · © Martin Ahrens

Luís Pipa führte sein Publikum in chronologischer Folge von der deutschen Klassik zur portugiesischen Spätromantik. Er beendete sein Programm mit einem Werk des auch von ihm selbst wiederentdeckten Berliner Komponisten Philipp Scharwenka, der ab 1882 Lehrer José Viana da Mottas war. Damit traf Pipa genau die Idee der Dätzinger Schlosskonzerte. Mit seiner Zugabe, einer eher nachdenklichen als heroischen Version der Hymne A Portuguesa, fand er einen ruhigen und zugleich emotionalen Abschluss für ein unvergessliches Konzert.

DPG begeistert – Vorhaben 2022

Illustration »Nur gemeinsam kommen wir weiter«

Neues Jahr – neue Ideen – neue Hoffnungen    von Gabriele Baumgarten-Heinke

> Liebe Mitglieder, liebe FreundInnen Portugals, wenn Sie diesen Portugal Report in Händen halten, sind bereits zwei Monate des neuen Jahres vergangen. »Was für ein Glück!« werden vielleicht etliche von ihnen sagen, denn das nasskalte und regnerische Wetter der vergangenen Wochen in vielen Regionen Deutschlands war nicht besonders aufbauend. So hoffen wir auf einen baldigen Frühling, und wir hoffen natürlich alle auf eine wiederkehrende Normalität in unserem Leben. Die Pandemie hat jeden von uns in den vergangenen Monaten viel Kraft gekostet und vor allem Kontakte in allen Bereichen stark eingeschränkt. 

Dennoch waren wir in der DPG trotz Corona im vergangenen Jahr aktiv, konnten in einzelnen Landesverbänden Treffen mit Mitgliedern durchführen und administrative Aufgaben lösen. Seit dem DPG-Strategieworkshop im Juni 2021 (Portugal Report 84) treffen sich die Verantwortlichen der DPG − das sind das Präsidium und die Vorsitzenden der Landesverbände und Stadtsektionen − regelmäßig an jedem ersten Montag eines ­Monats in einem ZOOM-Meeting, um wichtige Themen der Verbandsarbeit zu besprechen. Eine Übersicht der Verantwortlichen finden Sie übrigens in jedem Portugal Report auf der vorletzten Umschlagseite im Impressum, ausführlicher (mit Erreichbarkeit) auf der DPG-Web­site https://dpg.berlin unter der Rubrik DPG–Struktur. 

Auf der Mitgliederversammlung 2021 in Porto wurde durch Falk Zirnstein und Matias Lima de Walter ein Brainstorming initiiert, in dem Aufgaben der DPG und Ideen für Veranstaltungen zusammengetragen werden, die später umgesetzt werden sollen. Hier sind auch Ihre Ideen und Wünsche gefragt − wir freuen uns, von Ihnen zu hören!

Voller Optimismus schauen wir auf die kommenden Monate. Was gibt es Neues, was ist in Planung? 

Um die Arbeit der DPG im Norden Deutschlands zu aktivieren bzw. kleinere Stadtsektionen zu bündeln, wurde im ­Januar der Landesverband DPG Nord gegründet: Bremen, Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen. Die bisher eingesetzten Vorsitzenden bleiben selbstverständlich als Ansprechpartner im Amt. Koordiniert wird der Landesverband DPG Nord von Matias Lima de Walter. Er hat alle Mitglieder per Telefon und Mail kontaktiert und über die Neuerung informiert. Durchgängig begrüßten die Mitglieder diese Initiative, und vor allem freuen sich die meisten über einen netten Austausch mit Matias. Geplant sind von ihm Kennenlern-Encontros in Hannover und Hamburg im Mai / Juni 2022. 

Der Landesverband Berlin–Brandenburg startete bereits am 26. Januar mit dem Besuch der Lesung des Schriftstellers Michael Longerich aus seinem Buch Maria und Eusébio im Literaturhotel ­Berlin Friedenau. Über diese Lesung ­berichtet Michael W. Wirges ausführlich in dieser Ausgabe. 

Nach langem Suchen wurde nun endlich in Berlin eine neue Location für die beliebte Sardinhada gefunden. Geplant ist diese Ende Juni in der Heilig-Kreuz-­Kirche in Berlin-Kreuzberg, die zu einer Eventkirche umgestaltet wurde und deren Garten beste Voraussetzung für einen gemütlichen Grillabend bietet. 

Michael W. Wirges hat übrigens mit Beginn des Jahres − nach dem Rücktritt von Ricardo Schäfermeier aus persönlichen Gründen − kommissarisch den Vorsitz des Landesverbandes Berlin-Brandenburg übernommen. An dieser Stelle danken wir Ricardo Schäfermeier für seine engagierte Arbeit in der DPG und wünschen ihm alles Gute. 

Foto der DPG-Fahne

Die DPG hat im Jahre 2022 viel vor · © Herbert Schlemmer

Im September wird unser Mitglied und Verantwortliche für die Algarve, die Schriftstellerin Catrin George Ponciano, ihren neuen Kriminalroman am Schauplatz Lissabon und Alentejo in Berlin und Leipzig vorstellen. Bereits im September 2021 begeisterte Catrin in Berlin Mitglieder und Portugal-Interessierte mit einer Lesung aus ihrem neu erschienenen Buch Das Lissabon des Fernando Pessoa in Berlin in der MondoLibro Buchhandlung. Catrin, wir freuen uns auf diesen Termin und sind sehr gespannt auf dein neues Buch! 

Am 8. Dezember plant Catrin gemeinsam mit der Historienforscherin Paula Villares Pires in Silves an der Algarve im O Templo do Tempo einen zweisprachigen »Poesie spricht«-Abend über die Portugiesische Dichterin Florbela Espanca. Der Abend ist eine lyrische Einladung in das Werk der Poetin und wird von Fado-Musik begleitet. Des Weiteren planen Catrin und Neu-Mitglied Jörg Hahn im Sommer/Herbst eine DPG-Aktivität rund um Kultur und Literatur an der Algarve mit ­kulinarisch-geselligem Beisammensein. Der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.

In Leipzig wird sich Gastland Portugal trotz Absage der Buchmesse auf verschiedenen Veranstaltungen präsentieren. Catrin George Ponciano wird aus Portugal anreisen, und es gibt für sie verschiedene Ideen, die DPG auf einer der Veranstaltungen zu präsentieren. 

Die Stadtsektion Leipzig plant für das Jahr 2022 die Etablierung eines vierteljährlichen Stammtisches, im Mai wird es in diesem Zusammenhang ein Treffen mit den portugiesischen Fachkräften in den Helios-Kliniken geben. Die Leipziger Städtischen Bibliotheken werden in bewährter Weise wieder Partner einer Konzertveranstaltung sein.

Hans-Heinrich Kriegel ist der Verantwortliche für den Landesverband Nordrhein-Westfalen. Er plant in der Region ebenfalls mehrere Stammtische. Diese sind auch in der Stadtsektion Köln, die unter der Leitung von Joaquim Guima­rães geführt wird, zu erwarten. Maria de Fátima Veiga − sie ist nicht nur stellvertretende Präsidentin, sondern auch verantwortlich für die Mitglieder in Hessen, dem Saarland und Rheinland-Pfalz − setzt auf Treffen zu Stammtischen mit verschiedenen Schwerpunktthemen. Sie erhält zukünftig von unserem neuen Mitglied Jörg Hahn, der beruflich eng mit Portugal verknüpft ist, Unterstützung. Durch seinen regelmäßigen Aufenthalt an der Algarve wird er, wie bereits beschrieben, auch Catrin George Ponciano in ihrer Arbeit an der Algarve unterstützen. Corona hatte auch den Landesverband Baden-Württemberg in seinem eisernen Griff, vor allem auch im Herbst 2021. Es war ungewiss, ob das anvisierte Advents-Konzert im schönen Malteser-­Saal des Schlosses Dätzingen mit dem Pianisten Luís Pipa überhaupt würde stattfinden können. Schließlich wurde im Vorfeld beschlossen, es doch, wenn auch mit allen Corona-Auflagen, durchzuführen. So lernte der Vorstand was es heißt, eine Veranstaltung in diesen Zeiten vorzubereiten und dann durchzuziehen. Wenn auch mit deutlich verringerter Zuhörerzahl war das Konzert doch ein schöner Erfolg. Bedauerlich nur, dass das zwei Tage später vorgesehene Konzert mit dem Künstler in Leipzig kurzfristig abgesagt werden und der Künstler vorzeitig die Heimreise antreten musste. Es wird an anderer Stelle in diesem Portugal Report ausführlich darüber berichtet. Auch für 2022 ist, neben anderen Treffen, ein Adventskonzert mit einem portugiesischen Künstler geplant. 

Auch in Lissabon wird es in diesem Jahr sicherlich erstmals Treffen der DPG-­Mitglieder mit Oliver Wedekind, Ariane Reipke, Madalena de Faria und Freunden der DPG geben.

Die DPG-Jahrestagung wird in diesem Jahr in Berlin vom 28.10. bis 30.10.2022 stattfinden. Merken Sie sich bitte schon jetzt den Termin vor. Sie dürfen auf das Tagungsprogramm gespannt sein! Die Mitgliederversammlung mit Wahlen des Präsidiums findet am Samstag, dem 29.10.2022, statt. Genaue Informationen zum Programm und zum Ablauf der Mitgliederversammlung erfahren Sie im nächsten Portugal Report. 

Grandiose Aktivitäten, die uns und unsere Mitglieder sowie Portugal-Interessierte und eventuell künftige Mitglieder samt Freundeskreis im Laufe dieses Jahres erwarten. Und sicher kommt das eine oder andere Event noch spontan dazu.

Noch mehr über Veranstaltungen der DPG erfahren Sie im Facebook Account der DPG. Und sollten Sie in einem Ort wohnen, in dem es bisher keine Treffen der DPG gibt, dann laden wir Sie zu unseren digitalen ZOOM-Treffen mit interessanten Themen ein. Wir freuen uns auf Sie und auf Ihre Vorschläge und Ideen für weitere Treffen. 

Wir wünschen uns allen ein gesundes und erfolgreiches Jahr unter dem Thema DPG begeistert!

Interview mit DPG-Schatzmeisterin Gabriele Baumgarten-Heinke

Foto von Gabriele Baumgarten-Heinke

Mit einem Lächeln: Interview mit Gabriele Baumgarten-Heinke über ihre Lebensgeschichte und die Zukunft der DPG    Fragen von Andreas Lahn

> PORTUGAL REPORT: Das Weihnachtsfest mit dem leckersten ­Essen hast du im Jahre 2000 in Portugal erlebt. Erinnerst du dich?
Gabriele Baumgarten-Heinke: Das war das erste gemeinsame Weihnachtsessen mit Harald Heinke, nachdem wir zusammengezogen sind. Wir sind in Portugal gewesen und am 24.12. von der Algarve nach Lissabon gefahren. Er wollte mir alles in Grândola zeigen, was mit der Nelkenrevolution zusammenhängt. Auf der Weiterfahrt war Stau, es goss in Strömen und als wir gegen 19 Uhr Hunger hatten, haben wir in einer Raststätte gegessen, mit drei vier alten Männern, die sich gefragt haben, was die denn hier machen. Wir haben ein KäseBaguette gekriegt. Ich wusste in dem Moment nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Aber das ist auch ein Stück Harald. Ich habe mich im Zusammenleben mit ihm daran gewöhnt, dass es Dinge gibt, die Vorrang haben wie z. B. die DPG und seine Arbeit. Wir haben das Festessen am 25.12. nachgeholt.

Gibt es für dich einen Lieblingsort in Portugal − vielleicht die Insel Madeira?
Wir haben auf Madeira viele Wanderungen an den Levadas entlang macht. Das viele Grün hat mich beeindruckt. Aber einen speziellen Lieblingsort habe ich nicht. Ich mag auch Lissabon, Porto die Algarve. Ich finde Portugal insgesamt und die Menschen einfach faszinierend. 

Du bist ja 1955 in Guben in der ehemaligen DDR geboren. Welche Erinnerungen hast du an das Leben dort?
Da mag jeder unterschiedliche Erfahrungen gemacht haben. Was mich traurig macht, ist, dass die DDR häufig auf Mauer und Staatssicherheit reduziert wird. Ich hatte eine ganz normale Kindheit. Für mich gab es Geborgenheit und Sicherheit durch die Familie. Wir haben gelacht und uns gefreut, wir sind zur Schule gegangen. Erst Ende der 1980er Jahre mit den großen Demonstrationen bin ich auf die Staatssicherheit (Stasi) aufmerksam geworden. Mir war vorher nicht bekannt, was in den Gefängnissen passiert ist oder dass Frauen die Kinder weggenommen wurden. Meine Kindheit möchte ich nicht missen. Ich hatte eine schöne Kindheit. 

Drei Töchter durch das Leben zu begleiten ist nicht gerade einfach. Wie siehst du das?
Meine Töchter sind zu Freundinnen geworden. Wir haben ein sehr gutes Verhältnis zueinander. Die eine lebt in Zürich und zwei in Dresden. Alle habe eine gute Ausbildung und haben Familien gegründet. Die Beziehung zu ihnen, unser Zusammenhalt, auch zu meinen Enkeln, ist für mich eine große Freude.

Du hast in der DDR als Lehrerin gearbeitet. Welchen Stellenwert hatte der Beruf? Und warum hast du aufgehört als Lehrerin für Russisch und Geschichte zu arbeiten?
Meine Töchter sind immer mal wieder abwechselnd krank geworden. Ich bin dadurch ab und zu ausgefallen und habe viel Druck gespürt nach dem Motto: »Hier warten 30 Kinder auf Sie, und Sie haben nur zwei.« Ich konnte die beiden ja nicht an der Garderobe abgeben. Das war für mich der Grund, die Volksbildung zu verlassen, was natürlich nicht einfach war.

Ein Schlüsselerlebnis sozusagen?
Ja, genau. Ich brauchte die Hilfe eines Arztes, um aus der Volksbildung ausscheiden zu können. Durch die Sprachausbildung in Russisch habe ich bei der IHK Zertifikate als Reiseleiterin/Dolmetscherin gemacht und dann in der DDR Reisegruppen aus der ehemaligen Sowjetunion nach Berlin, Erfurt, Leipzig, Dresden begleitet. Das hat mir damals sehr viel Spaß gemacht.

Du bist Inhaberin des Reiseunternehmens i-Punkt in Dresden gewesen. Wie hast du das Ende der DDR erlebt und warum hast du das Reisebüro aufgegeben?
Das war eine spannende Zeit. Ich war keine, der man vorgeben musste, was sie zu tun und zu lassen hatte. Man musste sich einen Platz suchen und die Frage beantworten: Was will ich, wo gehöre ich hin? Ich war bei der Dresden-Information und hatte das große Glück, dass Hamburg und Salzburg Städtepartner von Dresden waren. VertreterInnen dieser beiden Städte sind auf uns zugekommen und haben nach Möglichkeiten gesucht, uns touristisch zu unterstützen. Wir haben  ins Salzburger Land einen Bus-Pendelverkehr aufgebaut. Auf der Straße war eine lange Schlange, so dass man dachte, es gäbe Bananen. Aber die Leute wollten alle diese Reisen kaufen. Doch dann hat die Stadt Dresden gefordert, diesen »Reisedienst der Stadt Dresden« abzuwickeln, weil Reisebüros nach westdeutschem Recht nur privat sein dürfen. Ich habe beschlossen, das Reisebüro zu privatisieren. Das war mutig, weil wir von der großen weiten Welt nicht viel Ahnung hatten. Auch mit Computern und den Programmen mussten wir lernen umzugehen. Ich war auf vielen Lehrgängen, habe das Ausstellen von Flugtickets (Ticketing) und auch das Buchen selbst gelernt. Eines Tages stand ein Kunde im Reisebüro und will zum Popocatépetl. Ich dachte: Will er was zu essen oder was meint er? Am Anfang wussten Kunden, die ganz gezielt irgendwo hinwollten, mehr als wir. Wir haben sie gefragt, warum sie dann gerade da hin wollen. Dann haben die Leute erzählt und wir wussten, welchen Katalog wir ihnen mitgeben konnten. Ich war seit 1990 Mitglied des Deutschen Reiseverbandes (DRV), genau das Unternehmen, bei dem ich 2019 mein Arbeitsleben beendet habe. 1996 sollten wir für das Reisebüro eine 300 Prozent höhere Miete zahlen. Da es mittlerweile viele Reisebüros gab, war der Markt schon aufgeteilt und das Risiko an einem neuen Standort zu groß. Ich habe sechs Jahre die freie Marktwirtschaft ausprobiert und genoss in den folgenden Jahre die Vorteile des Angestelltendaseins. Ich bin dann Büroleiterin eines FIRST-Reisebüros in der Dresdener Neustadt geworden. 

Foto der nächtlichen Silhouette von Dresden

Blick auf das nächtliche Dresden · Foto: © Felix Mittermeier auf Pixabay

Das wäre ja cool für die DPG, selbst Reisen nach Portugal zu organisieren, zumal du nach etlichen Jahren in verschiedenen Unternehmen der Reisebranche über ausreichend Erfahrung verfügst?
In diesem FIRST-Reisebüro tauchte einens Tages ein Herr Heinke als Direktor von OLIMAR auf und sagte: »Ihr Umsatz bei OLIMAR lässt aber schon zu wünschen übrig.« Ich habe dann gekontert und geantwortet: »Ich weiß zwar, wo Portugal liegt und dass Lissabon die Hauptstadt ist, aber ich war noch nie dort.« Er hat mich dann auf eine Info-Reise mitgenommen, mir Orte und einige Hotels gezeigt, so dass ich danach Reisen nach Portugal ganz anders verkaufen konnte. Und − wie es so seine Art ist − hat er mir einen Zettel hingelegt und gesagt, ich könne dann ja auch gleich Mitglied der Deutsch-Portugiesischen Gesellschaft werden. Das war 1998. Ich sollte dann auch gleich die Stadtsektion Dresden übernehmen, was ich auch gemacht habe, obwohl andere Mitglieder natürlich mehr über Portugal wussten als ich.

Das ist ja jetzt 23 Jahre her. Was hat sich aus deiner Sicht im Laufe der Jahre in der DPG verändert?
Ich habe ja noch den damaligen Präsidenten Peter Neufert kennenlernen dürfen und war bei vielen Veranstaltungen dabei. Ich glaube, damals ist der Enthusiasmus größer gewesen als heute. Es gab mehr aktive Leute, auch in den Landesverbänden. Wenn ich an die Urgesteine der DPG denke, kam von denen sehr viel Energie. Man hat sich häufig gesehen, es gab regelmäßige Präsidiumssitzungen. Dann hat Harald das Amt als Präsident übernommen. Er hat das super gemacht und konnte seine ganzen Kontakte in alle lusophonen Länder und viele Vereinigungen in die DPG einbringen. Vielleicht hat er einigen Leuten sogar zu viel Arbeit abgenommen. Im Moment ist es eher so: Wenn nichts vom geschäftsführenden Vorstand angeschubst wird, hört man zu Corona-Zeiten doch sehr wenig von den Landesverbänden. Das macht mir auch ein wenig Sorgen, muss ich gestehen.Manchmal stelle ich mir die Frage: Schläft durch Corona alles ein oder was passiert hier gerade? 

Du bist Schatzmeisterin in der DPG. Wie ist der Verein für die Zukunft aufgestellt? Stimmen die Finanzen?
Nicht nur die DPG, sondern Vereine ganz allgemein haben in Deutschland mit vielen  Problemen zu kämpfen. Deshalb haben wir uns ja im Juni 2021 zum Strategie-Workshop getroffen. Die Mitgliederzahlen sinken und viele der langjährigen aktiven älteren Mitglieder fallen irgendwann einmal weg. Mehr Mitglieder zu akquirieren und einzubinden, bleibt aus meiner Sicht schwierig. Weniger Mitglieder heißt auch weniger Beitragseinnahmen. Hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Denn wenn weniger Geld zur Verfügung steht, kann man auch weniger machen. Und wenn wir weniger machen, können wir weniger Leute von der DPG begeistern. Ich habe mich gefreut, dass über deine Spendenaktion Geld reingekommen ist, was uns mehr Rückhalt gegeben hat. So steht als Ergebnis des letzten Jahres ein schönes Plus. Man muss das Ganze aktiv halten, sonst schläft irgendwann alles ein.

Durch die Pflege des langjährigen Präsidenten der DPG, Harald Heinke, zu Hause hat sich dein Leben verändert. Wie kommst du mit den Anforderungen zurecht?
Das war eine schwierige Situation. Seine Krankheit kündigte sich bereits 2014 und auch 2016 an. Aber damals konnte ich noch arbeiten gehen. Er hat versucht, das Beste daraus zu machen und ist mit dem Rollator gegangen. Schon damals hat mir der Pflegedienst geholfen. Im März 2019 musste ich dann in zehn Tagen entscheiden, ob er ins Pflegeheim soll oder ob ich ihn zu Hause pflege. Ich hätte damals ­eigentlich noch zwei Jahre arbeiten müssen. Diese Situation stülpt das Leben von jetzt auf gleich um. Da er Pflegegrad 5 hat und die Krankheit fortschreitet, habe ich beschlossen, meinen Beruf aufzugeben. Ich kenne mich gut mit dem Computer aus und stelle fest, dass es in diesem Land unendlich viel Hilfe gibt, wenn jemand krank ist. Ich habe jetzt drei Pflegedienste im Einsatz und muss trotzdem nichts zuzahlen. Man muss viel recherchieren über Webseiten wie pflegehilfe.de und andere. Mit der Hilfe komme ich selbst gut zurecht. Nach zwei Jahren werde ich oft von anderen Pflegenden um Rat gebeten. Doch mit 18 Pflegeterminen pro Woche bleibt für mich selbst wenig Freizeit.

Foto von Gabriele Baumgarten-Heinke im Schlosspark Niederschönhausen

Gabriele Baumgarten-Heinke im Schlosspark Niederschönhausen · © Foto: privat

Beim Walken in der Natur versuchst du abzuschalten. Wohin gehst du?
Oftmals hier um die Ecke in die Gartenanlage, aber lieber in den Schlosspark Niederschönhausen. Das Schloss dort ist ja der Sitz der früheren DDR-Regierung. Ich gehe nicht deshalb dorthin, sondern weil da ein wunderschöner Park ist. Da fließt die Panke durch, und für mich ist das dann der Moment in der Natur, um abzuschalten und was für mich zu tun.

Zur Entspannung praktizierst du Yoga. Hast du dafür genug Zeit?
Ich gehe Donnerstags zum Vereinssport. Wir machen leichte Übungen wie Stretching, und Yoga. Manchmal fühle ich mich vorher kaputt, aber ich raffe mich dann auf, weil ich weiß, dass mir das sehr viel Energie gibt. Die Sportgruppe ist auch ein Treffen von FreudInnen.

Du betreibst Ahnenforschung. Wie weit lässt sich der Stammbaum zurückverfolgen?
Bisher noch nicht so weit. Ich habe aber herausgefunden, dass der Großvater meiner Mutter im ersten Weltkrieg verschollen ist, in Frankreich. Ich weiß, dass sein Grab noch existiert und wo es ist. Ich finde es spannend, wenn man plötzlich Post bekommt und dann weiß, wer die Vorfahren sind und wo sie abgeblieben sind. Das macht richtig viel Spaß.

Warum bist du damals von Dresden nach Berlin gezogen?
Ich bin aus Liebe zu meinem Mann Harald Heinke nach Berlin gezogen. Ich war eine eingefleischte Sächsin. Zu DDR-­Zeiten gab es einen Kleinkrieg zwischen Dresden und Berlin. Viele Gelder sind nach Berlin geflossen, weil Berlin als Schaufenster der DDR ausstaffiert werden sollte. Als Marzahn gebaut wurde, sind auch Arbeitskräfte abgezogen worden. Doch durch den Einsatz einiger engagierter Menschen sind zum Aufbau von Semper-­Oper, Zwinger etc. auch einige Gelder nach Dresden geflossen. Auch beim Fußball gab es eine große Konkurrenz: Dynamo Dresden und Union Berlin waren nicht die besten Freunde. Berlin war nie der Traum meines Lebens. Doch als ­Harald zu mir sagte, wir sollten schon zusammenleben, bin ich spontan hierher gezogen. Ich hatte ein wenig Scheu und habe mich gefragt, ob die Berliner mich als Sächsin akzeptieren. Doch das war einfacher als gedacht. Berlin ist so Multikulti, hier leben Sachsen und Schwaben, man trifft überall interessante Menschen. Es ist viel menschlicher und herzlicher als ich es mir vorgestellt habe.
Das Multikulti der Menschen ist sehr angenehm. Ich mag auch die Vielfalt in der Kultur. Und trotz der Größe gibt es in Berlin viele grüne Oasen. Hier um die Ecke in Wedding ist der Plötzensee. Du kannst mitten in der großen Stadt im See schwimmen gehen. Es gibt viele große Parks, und einige Kilometer weiter wird jetzt das Moor renaturiert. Ich finde das alles unglaublich. Das Leben in Berlin ist schön, aber ich wohne ja auch nicht ganz mittendrin. Trotzdem bin ich schnell im Zentrum. Das Leben in den vielen Kiezen ist ganz anders als in Berlin-Mitte.

Magst du Museen?
Ja, vor allem die historischen Museen auf der Museumsinsel. Ich bin unheimlich gerne im Pergamon-Museum. Obwohl ich schon x-mal dort war, fasziniert es mich immer wieder. Ich bin auch gespannt, was es im Humboldt Forum, im Berliner Schloss, zu sehen gibt. Das will ich mir in diesem Jahr angucken. Ich bin auch mal im Dom auf den Turm gestiegen. Der Blick über die Stadt ist auch sehr schön .

Toleranz und Optimismus sind dir wichtig. Außerdem möchtest du die Welt besser machen. In Zeiten von Corona gewinnt dein Lebensmotto an Bedeutung: »Wir haben nur das eine Leben.«
Genau so ist das! Wenn Menschen sich mit einem Lächeln begegnen, wenn man aufeinander zugeht und miteinander redet,  läuft alles freundlicher und schöner. Jetzt sind Wahlen. Ich kann es einfach nicht verstehen zu sagen: »Das bringt nichts. Ich gehe da nicht hin!« Eine Politikverdrossenheit bringt uns nicht voran. Aber was tun diejenigen denn? Es gibt sicher keine Partei, die zu 100 Prozent die Wünsche eines jeden einzelnen umsetzen kann. Dazu sind die individuellen Vorstellungen Menschen viel zu verschieden. Aber einfach mal in die Programme der Parteien schauen, sich damit auseinandersetzen und dann entscheiden, was für einen wichtig ist. Für mich ist soziale Gerechtigkeit wichtig. Dazu gehören u. a. Mindestlöhne, der Kampf gegen Kinderarmut, den Pflegenotstand stoppen und gerechte Renten. Wichtig sind mir auch die Stärkung der Demokratie, die Klimagerechtigkeit und der Stopp von Rüstungsexporten.
Ich bin der Meinung, dass diese Erde, dass die Natur den Menschen loswerden will, und sagt: »Es reicht! Ihr Menschen habt alles kaputt gemacht, jetzt wehren wir uns!« Die Auswirkungen spüren wir alle, sie sind nicht zu übersehen. Und deshalb müssen wir viel mehr tun, um die Natur zu retten und auch unseren nachfolgenden Genera­tionen die Chance einräumen, auf dieser Erde ein schönes und friedliches Leben zu haben. 
Und im Alltag bedeutet dies, einfach ein bisschen aufeinander zu achten, miteinander zu reden, die Natur zu respektieren und mit einem Lächeln durchs Leben zu gehen. Dann geht vieles einfacher, leichter und schöner.

DPG zwischen Tradition und Neuausrichtung

Zum Strategie-Workshop 2021 in Berlin    von Gabriele Baumgarten-Heinke

> Liebe Mitglieder, seit mehreren Wochen steht die Frage der zukünftigen Ausrichtung und der Ziele der DPG im Mittelpunkt vieler Gespräche mit Mitgliedern unserer Gesellschaft. Ausgangspunkt ist mein Bericht zur Mitgliederversammlung der DPG im Oktober 2020 in Berlin über die Mitgliederentwicklung der vergangenen Jahre. Einen ausführlichen Bericht über die Mitgliederversammlung können Sie im PORTUGAL REPORT 081 lesen. 

Lassen Sie mich noch einmal kurz zusammenfassen, wo wir zum jetzigen Zeitpunkt stehen: Die Gesellschaft hat eine beeindruckende Historie, eine bundesweite Verankerung und ein gutes nationales und in Portugal bestehendes Netzwerk. Darüber hinaus hat die DPG viele engagierte, ehrenamtlich tätige Mitglieder. Dennoch haben wir seit mehreren Jahren in der DPG mehr Aus- als Eintritte, die Gesamtmitgliederzahl sinkt also kontinuierlich. Eine Vielzahl der Austritte ist altersmäßig begründet. Eine Analyse der Altersstruktur ergibt, dass 50 Prozent der DPG Mitglieder über 60 Jahre alt sind, der Prozess wird also nicht aufzuhalten sein. Etliche der ehemaligen Mitglieder haben keinen Bezug mehr zu Portugal, andere sind ins Ausland verzogen. 

Die sinkende Mitgliederzahl hat selbstverständlich Auswirkungen auf die ­finanzielle Situation der DPG. Bei anhaltenden Austritten ohne Gegensteuerung müsste in wenigen Jahren die Frage der Wirtschaftlichkeit gestellt werden. Deshalb möchte ich an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen und allen SpenderInnen danken, die die finanziellen Lücken kompensieren und es möglich machen, unsere Arbeit und die Veröffentlichung des PORTUGAL REPORTS fortzusetzen. 

Das Engagement in den einzelnen Landesverbänden und Stadtsektion ist sehr unterschiedlich, zum Teil leider auch inaktiv. Mehrere Landesverbände sind trotz Bemühungen immer noch ohne Vorsitz. Die DPG findet in der Presse nicht statt, der Auftritt auf Facebook unter https://www.facebook.com/Deutsch-­Portugiesische-Gesellschaft-eV-Bundesverband-952004018156736 findet zu wenig Beachtung. 

Nun könnte man die Behauptung aufstellen, Vereine sind in die Jahre gekommen, das seien die allgemeinen Probleme der Vereine im 21. Jahrhundert. Die vielfältigen Herausforderungen wie der demografische Wandel, ein rückläufiges Engagement im Ehrenamt, Finanzierungsprobleme und Nachwuchssorgen betreffen eine große Zahl der Vereine, sicher nicht nur die DPG und sicher nicht nur Vereine in Deutschland. Es kommt die Erfahrung aus der jetzigen Pandemie dazu, dass die Kommunikation zunehmend digital stattfindet. Bei der jüngeren Generation sind Treffs in Online-Plattformen ohnehin seit Jahren gängig, viele brauchen nicht die engeren, direkten Kontakte. 

Auf der anderen Seite spielen Vereine in Deutschland nach wie vor eine wichtige Rolle, denn Vereine prägen unsere Gesellschaft mit. Die Herausforderung im 21. Jahrhundert besteht darin, neue Konzepte für Vereine zu entwickeln um einerseits die Tradition weiterzuführen und andererseits eine neue Kultur des Ehrenamtes zu entwickeln. 

Die Zukunftsinstitut GmbH in Frankfurt am Main hat in einem Workbook die Frage diskutiert, was zu diesen neuen Herausforderungen gehört. Man spricht u. a.von neuen Community-Strukturen und meint damit offene Veranstaltungen, Interessenten die Möglichkeit der Teilnahme zu bieten und andere Vereine nicht als Konkurrenz zu sehen, sondern als Chance zur Zusammenarbeit. Ein zeitgemäßes Vereinsleben setzt nicht auf physische Präsenz, sondern modernisiert den Gedanken des Vereins, wobei Gemeinschaft und Zugehörigkeit auch zukünftig eine wichtige Rolle spielen. 

Wir sind DIGITAL auf einem guten Weg: Unsere Premiere war die Mitgliederversammlung 2020 und seit Dezember finden — organisiert durch das DPG-Team Berlin — einmal monatlich digitale DPG-Treffs mit verschiedenen Themen statt. Der Präsident, Michael W. Wirges informiert in diesem Heft über die letzten zwei DPG Zoom Meetings. (DPG-Team: Ricardo Schäfermeier, Martina Sophie Pankow, Michael W. Wirges, Gabriele Baumgarten-Heinke)

Aber lassen Sie uns, liebe Mitglieder, genau an dieser Stelle ansetzen, uns den Herausforderungen stellen und die Frage nach der Ausrichtung der DPG für die kommenden Jahren diskutieren. Nach der Mitgliederversammlung im Oktober 2020 sind bereits einige Vorschläge eingegangen und auch in den zurückgesandten Mitgliederbefragungen wird von mehren Mitgliedern der Wunsch zum Ausdruck gebracht, die Ausrichtung der DPG neu zu definieren. 

Das Präsidium hat in einem Zoom Meeting im Februar 2021 die Durchführung des 2. STRATEGIEWORKSHOPS für den 12. Juni 2021 in Berlin beschlossen. Der Strategieworkshop richtet sich an das Präsidium, die Vorsitzenden der Landesverbände und Stadtsektionen sowie sonstige Verantwortliche der DPG. 

Folgende Vorschläge und Ideen zur Ausrichtung der DPG wurden bisher eingereicht: Fragen des Außenauftritts, Zusammenarbeit mit Institutionen, Pressearbeit, Anleitung und Koordinierung der Arbeit der Vorsitzenden der Landesverbände und Stadtsektionen, Betreuung der Social Media-Kanäle, nachvollziehbare Aufgaben und Projekte. Es gibt auch Vorschläge, die DPG solle sich um die Fragen von Menschen kümmern, die nach Portugal oder von Portugal nach Deutschland umsiedeln wollen. Das sind Fragen, die uns schon jetzt oft erreichen, die aber nur in Zusammenarbeit mit Institutionen und Abteilungen der Botschaften beantwortet werden können. Wir bemühen uns, die richtigen Ansprechpartner dafür zu finden. 

Nehmen Sie Teil an der Neuausrichtung der DPG und senden Sie uns Ihre Vorschläge, Ideen und Wünsche — bitte BIS ZUM 10. JUNI per Mail an: office@dpg.berlin. Vielen Dank! 

Schreiben Sie uns auch, wo Sie sich als Mitglied der Gesellschaft sehen, welche konkrete Aufgaben Sie ggf. übernehmen möchten. Wir suchen nach wie vor einen Vorsitzenden für die Landesverbände Bayern und Sachsen. Voraussetzung ist eine bereits länger bestehende Mitgliedschaft in der DPG. Eine Anleitung zur ­Arbeit erfolgt über die DPG-Geschäftsstelle. Des Weiteren suchen wir Mitglieder für die Betreuung der Social Media-­Kanäle. 

Übrigens, Vorreiter der heutigen Vereine gibt es bereits im 17. und 18. Jahrhundert. Ihr Hauptziel war die Pflege von Bildung und Kultur, in den Lesegesellschaften diskutierte der Adel Tagesereignisse und Zeitprobleme. Ab dem 19. Jahrhundert spricht man von Vereinen. 

Porto wartet auf uns

Foto eines Schiffes mit Portweinfässern an der Ribeira in Porto

DPG-Reise JETZT buchen! •  von Gabriele Baumgarten-Heinke

> Liebe Mitglieder, am 27. Oktober ist es soweit, wir gehen auf die Reise nach Porto. Freuen Sie sich gemeinsam mit mir auf Portugal, auf die Stadt Porto und auf ein Wiedersehen mit unseren Mitgliedern und Freunden! Lange genug mussten wir darauf warten und uns gedulden. OLIMAR Reisen bietet in Zusammenarbeit mit der Hanse Merkur eine Corona-Absicherung und damit die Möglichkeit, optimistisch zu bleiben und die Reise jetzt zu buchen. Darüber habe ich ausführlich mit Pascal Zahn von OLIMAR Reisen gesprochen. Lesen Sie weiter!

Selbstverständlich negiere ich nicht den Lockdown, der uns von Tag zu Tag mehr bedrückt. Viele Gespräche mit ­Mitgliedern haben mir die Ängste, die Verärgerungen, auch unterschiedliche Betrachtungsweisen, gezeigt. Etliche Mitglieder von uns sind finanziell sehr stark von den Folgen betroffen, den Tourismus hat die Corona-Krise tief erschüttert. Das alles macht sehr traurig und wütend zugleich. 

Dennoch oder vielleicht gerade deshalb, liebe Mitglieder, wollen wir nach vorne schauen und mit Ihnen unsere DPG-­Pläne machen. 

Der Einsatz von Impfstoffen verbreitet im Tourismus einen vorsichtigen Optimismus auf das Reisejahr 2021. Die digitale ITB NOW 2021 hat einen starken Branchenzuspruch. 2.000 Aussteller aus allen Teilen der Welt haben sich für diese digitale Reisemesse angemeldet. 

Unsere Reise nach Porto in Zusammenarbeit mit OLIMAR Reisen ist geplant, alle Leistungen sind reserviert, man wartet auf uns. Wie können wir uns bei einer Buchung dennoch gut absichern? 

Ab dem 1.2.2021 bietet OLIMAR Reisen mit der OLIMAR-Flex-FEE  verlässlichen Service und Sicherheit mit flexiblen Stornierungs- und Umbuchungsmöglichkeiten. Für den Betrag von einmalig 30 € können Sie Ihre Reise bis 30 Tage vor Abreise kostenfrei umbuchen und/oder stornieren. 

Darüber hinaus ist bei Buchung einer Reiserücktrittskostenversicherung, die bei nachweislicher Erkrankung vor Reiseantritt in Kraft tritt, der erweiterte Corona-Schutz bei OLIMAR kostenfrei mitversichert! Der Corona-Schutz greift, wenn der Gast an Covid-19 erkrankt und daher seine Reise nicht antreten kann. Des Weiteren greift diese Versicherung auch bei einer Quarantäne im Heimat- oder im Urlaubsland und übernimmt die Kosten für vorzeitige Rückreise oder verlängerten Aufenthalt bei Quarantäne.

Ich denke, mit der Reiserücktrittskostenversicherung und der OLIMAR Flex Fee sind wir gut abgesichert und können uns zuversichtlich auf die Reise vorbereiten. Die Flüge können auch individuell oder später dazu gebucht werden. Das Programm und das Anmeldeformular zur »DPG Reise nach Porto 27.10.−31.10.2021« finden Sie hier: https://dpg.berlin/dpg-mitgliederversammlung-2021-in-porto/ NEUER ANMELDESCHLUSS ist am 21.5.2021! 

Wir stehen Ihnen für Fragen gern zur Verfügung und wünschen Ihnen Gesundheit: Bleiben Sie zuversichtlich! 

Weihnachtsfeier digital

Bericht von einer Premiere    von Michael W. Wirges

So etwas hat es in der Geschichte der DPG noch nie gegeben − eine digitale Weihnachtsfeier über PC-Bildschirme, mit Mitgliedern, die weit auseinanderleben! Leider haben wir diesen Umstand der weltweiten Covid-19-­Pan­demie zu verdanken, die uns das ­Leben seit dem vergangenen Jahr sehr erschwert.

Nach einem erfolgreichen Start der digitalen DPG-Jahrestagung haben wir von Berlin aus alle DPG-Mitglieder in Deutsch­land und Portugal per E-Mail eingeladen, an unserer digitalen Weihnachtsfeier teilzunehmen. Durch die künstlerische Unterstützung einiger Mitglieder konnte schnell ein Programm zusammengestellt werden. Diejenigen, die sich dazu angemeldet hatten, erhielten einen Link, um sich an jenem 22. Dezember von 19 bis 21 Uhr zuzuschalten.

Die Weihnachtsfeier wurde von unserer Bundesschatzmeisterin, Gabi Baumgarten-Heinke, moderiert. Sie begrüßte die Mitglieder,  die sich zugeschaltet hatten und die sich total darüber freuten, sich zu sehen und voneinander zu hören. Gerade in den jetzigen Zeiten! Einige der Mitglieder hatten sich schon seit Jahren nicht mehr gesehen oder kannten sich noch nicht persönlich. 

Ich begrüßte als Präsident ebenfalls alle Mitglieder und freute mich, Mitglieder in weihnachtlicher Stimmung anzutreffen. Ich sprach die aktuelle Lage zu Covid-19 an und auch die Folgen, die sich dadurch (auch für den Kulturbetrieb) für uns alle ergeben − keine Konzerte, keine Veranstaltungen, keine Treffen sind möglich. Die Zuschaltungen kamen aus Deutschland und Portugal, so meldete sich aus Porto unser langjähriges Mitglied Guido Orlando Freitas Rodrigues, der über die aktuelle Lage im hohen portugiesischen Norden berichtete. 

Madalena Leal de Faria, pensionierte Kammersängerin, hatte leider etwas mit der Stimme zu kämpfen und spielte deshalb im Laufe des Abends drei portugiesische Weihnachtslieder von ihrer eigenen produzierten CD vor: Menino Jesus à Lapa, Vai-te embora passarinho und Ò pastores, pastorinhos. Sehr mutig! Direkt aus Lissabon!

Pascal Zahn, einer der Inhaber von OLIMAR Reisen, mit denen wir unsere Reise zur DPG-Jahresversammlung in Porto im Oktober 2021 planen, berichtete über die aktuelle Lage auf dem Reisemarkt, speziell zu der in Portugal. Überall gibt es große Probleme, bei den Reiseveranstaltern, in der Hotellerie und Gastronomie, bei Flug- und Busunternehmen. Er betonte aber auch, dass die geplante DPG-Reise nach Porto sehr schön ausgewählte Höhepunkte enthält. Er geht sehr davon aus, dass ab Sommer 2021 die Reisen nach Portugal wieder wie gewohnt stattfinden werden. 

Der besonders in Berlin bekannte portugiesische Theater-Schauspieler Vasco Esteves, der seit Jahrzehnten in Deutschland lebt, trug das Gedicht Poema do Menino Jesus (Gedicht des Jesuskindes) von Alberto Caeiro − einem der drei Heteronyme von Fernando Pessoa − vor, zunächst auf Deutsch, und später am Abend noch einmal auf Portugiesisch.

Über die Legende vom Bolo Rei, dem Königskuchen, des für die Weihnachtszeit in Portugal beliebtesten Kuchens, sprach Paula Galaz Goyke aus Berlin. In diesen Kuchen wurden früher kleine Geschenke und eine dicke Bohne mit eingebacken. Wer die Bohne erwischte, musste den nächsten Kuchen bezahlen. Auf die kleinen Geschenke und die Bohne wurde inzwischen aus Gründen der Gesundheitssicherheit verzichtet.

Auch die instrumentale Musik kam nicht zu kurz. Hans-Heinrich Kriegel nahm in Bochum seine Oboe zu Hand und spielte auf ihr einige Stücke von deutschen und portugiesischen Weisen: vier in Deutschland sehr bekannte Weihnachtslieder und vier Fados aus Portugal. Als deutsches Stück spielte er eine Ouvertüre von Georg Philip Telemann mit dem Titel Allemande, als portugiesisches aus der sogenannten Völker-Ouvertüre der Satz Le Portugais ancien et Le Portugais moderne. Als Gruß nach Berlin kam noch der dritte Satz aus einer Oboen-­Sonate in C-Dur von Johann Ludwig ­Matthes, der bei Friedrich dem Großen in der Hofkapelle angestellt war.

Im hohen deutschen Norden setzte sich in Scharbeutz (Schleswig-Holstein) Jan-Taken de Vries ans Klavier, und während er spielte, sang seine Frau Martha dazu die Weihnachtslieder Linda Noite de Natal und Süßer die Glocken nie klingen, letzteres in der Version von Alexa Feser.

Bevor ich die Schlussworte mit guten Wünschen für Weihnachten und ein hoffentlich besseres Neues Jahr sprach, erklang noch einmal Weihnachtliches von Madalena Leal de Faria aus Lissabon von ihrer eigenen produzierten CD Um Feliz Natal mit dem Coro de Santo Amaro de ­Oeiras.

DPG: Stadtsektion Köln

Vorstellung der neuen Vorsitzenden Joaquim und Pauline Guimarães    von Gabriele Baumgarten-Heinke

> Der Name Guimarães hat in der DPG einen guten Klang und erinnert an Marlies F.S. Guimarães. Viele Mitglieder kannten diese warmherzige und engagierte Frau in Köln, die über viele Jahre Veranstaltungen und Treffen für die DPG organisierte. Der Ordner der Stadtsektion Köln, den sie führte, ist mit Fotos, Berichten und Protokollen prall gefüllt. Im Mai 2018 antwortete sie auf die Glückwünsche des Präsidenten zu ihrem 80. Geburtstag, dass sie noch viel vor hat mit der DPG. Eine kurze und schwere Erkrankung beendete leider diese Vorhaben im Dezember 2018. Marlies F.S. Guimarães bleibt uns in bester Erinnerung. 

Kurze Zeit später sandte uns Joaquim F.S. Guimarães, der Sohn von Marlies, ­seinen und den Antrag seiner Tochter Pauline auf Mitgliedschaft in der DPG zu. Zusammen mit seiner Tochter, eines von drei Kindern, möchte er die Arbeit seiner Mutter fortsetzen. 

Joaquim Fritzsche Salgado Guimarães wurde 1962 in Köln geboren und zog mit seinen Eltern 1963 nach Porto. Hier besuchte er die Deutsche Schule. 1976 zog er als 14-Jähriger mit seiner Mutter zurück nach Köln und schloss seine schulische Ausbildung am Gymnasium Kreuzgasse ab. Der Ausbildung als Grafiker folgte später eine Fortbildung als Werbefachmann an der Werbefachlichen Akademie in Köln. Über mehrere Jahre war er in den Bereichen Werbung, Messedesign und Digitaldruck unterwegs. Seit einem Jahr ist er im Deutschen Sport und Olympia Museum in Köln verantwortlich für die Museums- und Ausstellungstechnik. Joaquim F.S. Guimarães spricht neben den Muttersprachen deutsch und portugiesisch auch französisch und englisch. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. 

Pauline Guimarães, die Enkelin von Marlies, wird ihren Vater Joaquim bei der Leitung der Stadtsektion unterstützen. Sie ist 32 Jahre alt, studierte Kunstgeschichte und Romanistik an der Universität zu Köln und arbeitet derzeit im Hetjens − Deutsches Keramikmuseum in Düsseldorf.

Die Stadtsektion Köln wurde in den vergangenen Jahren von Pascal Zahn, ­einem der Inhaber von OLIMAR Reisen, geführt. Nachdem die Corona-Pandemie den Tourismus fast lahm gelegt hat, hat die Fortführung seines Unternehmens verständlicherweise absolute Priorität, und er stimmte einem Wechsel in der Leitung der Stadtsektion zu. Sicher werden sich zwischen OLIMAR Reisen und der Leitung der Stadtsektion Synergien ergeben. Eine enge Zusammenarbeit wird es auch mit Hans-Heinrich Kriegel, dem Vorsitzenden des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen, geben. 

Die Ära Guimarães findet eine Fortsetzung − wir freuen uns darauf!

DPG-Mitgliederversammlung 2020 in Berlin

Foto mit Blick auf den Berliner Bahnhof Friedrichstraße und das NH Collection Hotel

Samstag  | 31.10.2020  |  NH Collection Hotel Berlin

Liebe Mitglieder, 
aufgrund der Corona Pandemie verzichten wir in diesem Jahr auf ein mehrtägiges Programm und haben die Zeit der Tagung auf 10 bis 17 Uhr beschränkt. Damit wollen wir die Möglichkeit einräumen, nach der Tagung die Heimreise antreten zu können. 
Entsprechend den Anmeldungen und den Möglichkeiten zum Zeitpunkt der Tagung, nehmen wir gern eine Restaurantreservierung (Selbstzahlerbasis) vor, um den Tag mit Ihnen ausklingen zu lassen. Die Sitzordnung im Tagungsraum wird von dem Hotel festgelegt und erfolgt entsprechend den aktuell geltenden Hygieneregelungen. 
 
TAGUNGSHOTEL
NH Collection (Berlin Mitte)
Friedrichstraße 96
10117 Berlin
Telefon: +49 | 30 | 20 62 66 0
– Direkt gegenüber S / U-Bahnhof Friedrichstraße –
 
ZIMMERRESERVIERUNGEN / ABRUFKONTINGENT (CODE: DPG)
Wir haben im NH Collection Hotel 10 Einzelzimmer und 10 Doppelzimmer vom 30.10. bis 1.11.2020 reserviert. 
  • Einzelzimmer: 115 € pro Nacht und Zimmer inkl. MwSt./Frühstück
  • Doppelzimmer: 139 € pro Nacht und Zimmer inkl. MwSt./Frühstück
Diese können Sie bis zum 16.10.2020 auf der Event-Website des NH Hotels unter »DPG« bzw. telefonisch (+49 | 30 | 22 38 51 32) oder per E-Mail buchen: reservierungen@nh-hotels.com 
 
SAMSTAG, 31.10.2020
  • 10.00 Uhr: Treffen vor dem Tagungsraum / Check-in
  • 11.00 Uhr: Begrüßung und Ansprache des DPG-Präsidenten Michael W. Wirges
  • 11.15 Uhr: Ansprache des Botschafters von Portugal, S.E. Francisco Ribeiro de Menezes (angefragt)
  • 11.30 Uhr: Vorstellung der bisher vorliegenden Ergebnisse zum Projekt »Dokumentation der Geschichte der DPG 2020«, Gabriele Baumgarten-Heinke
  • 12.00 Uhr: Mittagessen im Hotel 
  • 13.00 Uhr: Mitgliederversammlung 
  • 15.00 Uhr: Kleine Kaffeepause (bis 15.30 Uhr)
  • 17.00 Uhr: Ende der Tagung

ANMELDESCHLUSS: 1.10.2020

Vorläufiges Programm · Änderungen vorbehalten!