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Schmeichelhafte lusitanische Botschaften aus Berlin

Cover von Portugal Aktuell 158

Newsletter der portugiesischen Botschaft: Indizes und Vorhersagen den Realitäten zuwider • von Eberhard Fedtke und Ana Carla Gomes Fedtke

 
> Es ist stets ein freudiger Anlass, von Freunden aus der Ferne Neuigkeiten zu erfahren, vor allem wenn es um positive Notizen geht, bevorzugt um herausragende Botschaften.
Die portugiesische Botschaft in Berlin praktiziert diese besondere Dienstleistung und veröffentlicht monatliche Berichte zu den Themen »Wachstum, Investitionen sowie Innovationen in Portugal«.
Diese Berichte lesen sich wie eine zaghafte Nachahmung der bekannten »Portugiesischen Briefe«, jener berühmtesten Liebesbriefe der Welt. Die Botschaft zeigt mit behaglich ausgewählten Worten eine glühende tiefe Zuneigung für jedweden wirtschaftspolitischen Erfolg. Portugal wird uns wie ein kleines irdisches Paradies dargestellt.
Betrachten wir einige Beispiele »Botschaften aus Berlin« des Jahres 2018. Lediglich als eine kleine Auswahl, gleichsam als Aperitif dieser »Mitteilungen der diplomatischer Wahrheiten«, teilen wir mit dem Leser die nachstehenden Angaben:
Januar 2018: Ausfuhren und Umsätze der Häfen des Landes sowie der Tourismus erreichten in 2017 Rekorde.
Februar 2018: Portugal zahlte 831 Millionen seiner Schuld von 26,3 Milliarden beim »Internationalen Währungsfonds« – IWF (FMI) zurück.
März 2018: Die Europäische Kommission entschied, dass Portugals Bewertung von »beträchtlich kritische wirtschaftliche Lage« auf »kritische Lage« wechselte.
April 2018: Die Produktion von Energie aus Wasser- und Windquellen erreichte 103% im Bedarfsvergleich des Landes. Portugal vermag somit 
Energie zu exportieren.
Mai 2018: Portugal brilliert international mit IT-Kompetenz und authentischer Kreativität in den neuen digitalen Zentren sowie technischen Exzellenz-Zentren der Firmen Mercedes, BMW und Volkswagen in Lissabon und Porto.
Juni 2018: Der BIP 2009 für Exporte zeigt einen Anstieg von 27,1% auf 43,7% im Jahr 2017. Die Ausfuhr von Schuhen wies eine neue Höchstmarke auf.
Juli 2018: Portugal glänzt unter 51 europäischen Ländern an erster Stelle ausländischer Interessenten für Investitionen. Drei Faktoren sind für ernsthafte Investoren maßgeblich: die soziale Sicherheit der Arbeitnehmer, die potentielle Verstärkung der Produktivität sowie die geringen industriellen Produktionskosten.
August 2018: Die Zahl der Arbeitslosen war 2017 die geringste seit 14 Jahren, geringer als im europäischen Durchschnitt. Für arbeitslose Jugendliche fiel die Zahl seit 2009 unter 20%. 
September 2018: Die Investitionen stiegen von 2013 bis 2017 von 14,9% auf 16,1%.
Oktober 2018: die Schulden Portugals bei der Europäischen Zentralbank fielen im September 2018 auf 18,96 Milliarden Euro. 34.000 neue Firmen wurden gegründet, 16.800 schlossen wieder.
November 2018: Unter den Golfländern nimmt Portugal den ersten Platz als Zielland ein.
Dezember 2018: Portugal erscheint an erster Stelle der Ferienziele, wobei herausragende Attraktionen dabei Lissabon, der Park von Sintra und der Geo-Parque von Arouca bilden. Bis September 2018 fiel die Zahl der Arbeitslosen allgemein um 6,6% und die der arbeitslosen Jugendlichen auf 19,9%.
Ein ehrliches Kompliment zu jedwedem wirtschaftlichen und sozialen Erfolg. Wir jedoch, die in diesem schönen Land mit seinen großen und kleinen Problemen des Alltags leben, haben einige Fragen: Kommen beschriebene enorme Erfolge beim Volk an oder vornehmlich auf Konten einer Elite? Wer vermag von 600 Euro Einkommen monatlich zu leben und davon den Lebensunterhalt sowie neben weiteren Ausgaben eine Wohnung zu bezahlen, vor allem den Sprit, in Europa einer der teuersten. Warum kehren so wenige Emigranten in »mein glorioses und geliebtes Heimatland« zurück, um hierzulande zu arbeiten, zu investieren und Familien zu gründen, wenn die Sozialbedingungen derart exemplarisch sind? Weshalb fliehen alljährlich ungezählte Personen mit Ausbildung und höheren Abschlüssen, vornehmlich Frauen, ins Ausland? Warum entfallen nicht multiple Hindernisse seitens einer komplizierten Administration, welche vielfältige gut geplante Investitionen von Ausländern verhindern? Wer spricht von dem allgemeinen Chaos nicht eingehaltener Fristen, von einer erschreckenden Unpünktlichkeit? Jugendarbeitslosigkeit um die 20% bedeutet eine gute Visitenkarte? 18.96 Milliarden Euros Schulden des Staates stellen eine beruhigende Sachlage dar, nicht zu sprechen von der restlichen Schuld, deren Höhe sich auf 25,5 Milliarden Euro beim IWF bemisst? 34.000 neue Firmen zu eröffnen, in gleicher Periode 16.800 zu schließen, verleiht dem Arbeitsmarkt Sicherheit und Stabilität? Warum sind die schwachen Rechte der Frauen in Portugal noch immer so archaisch? Wann wird das Arbeitsrecht internationalen Standards angeglichen, um Investitionen anzuziehen und zu sichern? Und was die Lehrerschaft anbetrifft, kann es Zustimmung finden, dass diejenige Berufsgruppe, welche zukünftige Generationen unterrichtet, vor ungezählten Hindernissen beruflicher Unwägbarkeiten steht, statt Zugang zu einer angemessenen Karriere zu finden, in welcher Dauerverträge bestehen, nicht zu reden von der skandalösen Tatsache, dass die Berufsträger dieses Sektors Reisekosten zu einer auswärtigen Schule, nicht selten über das ganze Land ausgedehnt, aus eigener Tasche zahlen müssen? 
Und das Ganze wird ergänzt durch ein Gesundheitssystem, das von einer tiefen Krise erfasst ist, sei es allgemein durch das unsichere staatliche Gesundheitssystem, sei es durch Mangel an Fachkräften. Seitdem die jetzige Regierung im Amt ist, stiegen die Kosten für Gesundheit auf 12%, wie Abrechnungen zwischen dem Wirtschafts- und Finanzministerium belegen. Steht das alles nicht in echtem Widerspruch zu  einer internen »Elite« dar, welche von einem wahrhaftigen System nicht steuerbarer Subsidien lebt und dies sich in einem komfortablen Luxusleben widerspiegelt? Wann werden staatliche Maßnahmen für den gesetzlichen und profunden Schutz des einfachen Verbrauchers insbesondere im Banken-, Versicherungs- und Gesundheitswesen getroffen?
Wir  können diese »alternative und objektive Liste« erweitern, zum Beispiel über die famosen Alfa- und Intercity-Züge schreiben, fragile sowie technisch gefahrvolle und miserable Gefährte.
Ein weltweit bevorzugtes Land für Ferien und Golf zu sein, belegt Kreativität und die Gunst der Natur, ist aber lediglich ein kleiner Lichtblick innerhalb einer »unharmonischen Wirtschaft«.
Berlin scheint – für die Botschaft – weit weg von Portugal entfernt zu liegen. Schließen wir gnädig unsere Augen vor vielen verzückenden Glorifizierungen und bemänteln die gewichtigen Realitäten. Schauen wir auf die Straße vor unserem Haus und bleiben mit unserem realen, integren und ehrlichen Alltag, voller Probleme auf dem Gebiet der Ökonomie, mit schwacher öffentlicher Solidarität und fehlender strukturelle Konsolidierung, zufrieden. Ist doch das Improvisieren eine starke Waffe der Portugiesen, hilft mit optimistischen Rezepten gegen jegliches Ungemach des Lebens. Falls nicht, hilft ein Fado-Lied: Portugal als irdisches Paradies – nicht auszudenken, noch nicht.
Für wahrheitsgerechte Perspektiven auch einer froh gestimmten Diplomatie muss »das gesamtökonomische Spektrum« zählen, nämlich die zwei Seiten einer Medaille.
 

Auf den Spuren der Portugiesen

Foto: Blick über die Altstadt von Muscat (Oman) auf die Festungen Mirani und Jalali

Notizen von einer faszinierenden Reise in den Orient und nach Südostasien • von Michael W. Wirges

> Im vergangenen Jahr unternahm ich mit meinem jüngeren Sohn eine Kreuzfahrt in den Orient. Wir besuchten die Vereinigten Arabischen Emirate, den Oman und Bahrain. Dieses war nicht nur die Begegnung mit der arabischen Welt, sondern auch mit alten Spuren, die die Portugiesen hier hinterlassen haben.
Eine weitere Inspiration fand ich bei der Ausstellung »Europa und das Meer«, die im vergangenen Jahr im Deutschen Historischen Museum in Berlin stattfand. Sie spannte in verschiedenen Kapiteln einen Bogen von der Antike bis in die Gegenwart und präsentierte zwölf europäische Hafenstädte − darunter natürlich auch Lissabon.
Als erste Europäer erreichten die Portugiesen 1498 mit ihrem berühmten Seefahrer Vasco da Gama auf dem Seeweg nach Indien den Arabischen Golf und eroberten Muscat (Oman) im Jahre 1507. Der portugiesische Einfluss wurde von britischen und niederländischen Schiffen aus bekämpft, sowie von arabischen Seeräubern mit ihren Dhaus. Erst 1622 konnten Briten und Perser die Portugiesen aus dieser Region vertreiben.
Nach der Eroberung von Muscat, Sohar, Qalhat und Quriat und dem Königreich von Hormuz in den Jahren 1506 bis 1508 behielten die Portugiesen hier ihre Macht, bevor sie endgültig von den Arabern vertrieben wurden.
Einige Spuren der Portugiesen konnten wir noch im Oman und Bahrain ausfindig machen. In Muscat, der Hauptstadt des Oman, errichteten die Portugiesen 1587 die Festung Mirani, die heute von der könig­lichen Garde genutzt wird und für Besucher nicht zugänglich ist.
In Bahrain besuchten wir die Ausgrabungsstätte mit der Ruine einer portugiesischen Festung aus dem 16. Jahrhundert, Qat’ at al-Bahrain, auch als Bahrain Fort bekannt. Die Anlage ist seit 2005 als UNESCO-Welterbe eingetragen.
Die Kreuzfahrt mit meinem jüngeren Sohn nach Südostasien am Anfang dieses Jahres führte uns nach Thailand, Malaysia und Singapur. Auch hier haben die Portugiesen zahlreiche Spuren hinterlassen, die auch nach über 500 Jahren nicht ganz verwischt sind.
Ab 1507 wurde auch die Malaiische Halbinsel von den Portugiesen entdeckt. Durch die Ankunft der Portugiesen 1509 unter Diogo Lopes de Sequeira in Malakka, das ab 1511 von portugiesischen Truppen unter Afonso de Albuquerque erobert wurde − Errichtung der Festung A Famosa − begann die Kolonialisierung durch die Europäer. Bis 1641 stand Ma­lakka unter portugiesischer Herrschaft, bevor es die Niederländer eroberten und bis 1824 halten konnten. Danach kamen die Briten. Die Straße von Malakka war unter den drei europäischen Kolonialmächten stark umkämpft, da sie eine wichtige Passage auf der Gewürzroute und das Tor zum China-Handel bildete.
Wer sich für die Geschichte der portugiesischen Seefahrt interessiert, dem empfehle ich wärmstens das Museu da Marinha in Lissabon (Belém), das sich am westlichen Flügel des Mosteiro dos Jerónimos (Hieronymus-Kloster) befindet.

1437: Ein Geiseldrama erschüttert Europa

Bild des Infante Dom Henrique

Wie der Größenwahn des Infante Dom Henrique seinen Bruder Fernando in den Kerker brachte • von Andreas Lausen

> Die Ursache für diese emotionale Tragödie liegt im Jahre 1415. Portugal hatte in einer waghalsigen Operation die Stadt Ceuta an der Nordküste Marokkos erobert und damit den Grundstein für die Entdeckungsfahrten und den Kolonialismus der Europäer gelegt. Infante Dom Henrique − in Deutschland als Heinrich der Seefahrer bekannt − hatte sich als junger Prinz und Ritter bei der Einnahme der Festung hervorgetan.
Die Einnahme der Stadt verbanden die Portugiesen mit der Hoffnung, den ertragreichen Handel Ceutas mit dem Orient und Nordafrika übernehmen zu können. Diese Erwartung erfüllte sich nicht: Die Karawanen und Schiffe der Mauren mieden das jetzt portugiesische Ceuta und liefen das 50 Kilometer westlich gelegene Tanger an.
Ceuta war zur Bürde für Portugal ­geworden. Alle Lebensmittel, jede Versorgung für Ceuta musste aus Portugal herangeschafft werden. Tausende Männer waren für die Verteidigung der Stadt nötig, ohne dass irgendein Profit für das Mutterland abfiel. König Duarte (Regierungszeit 1433−1438) und seine Berater entschieden nach langem Zögern, dass eben auch Tanger erobert werden müsste, um endlich das Handelsmonopol der Mauren, Venezianer und Genuesen zu durchbrechen.
Dem Infanten Henrique wurde die Leitung einer Militärstreitmacht von 6.000 Männern übertragen, der auch sein jüngster Bruder Fernando (1402−1443) als stellvertretender Befehlshaber angehörte. Im Gegensatz zur erfolgreichen Ceuta-­Expedition erledigte Henrique die Vorbereitungen schlampig. Die Ratschläge seiner Berater nahm er nicht ernst.
Im September 1437 landete die portugiesische Streitmacht zehn Kilometer östlich von Tanger. Entgegen den Warnungen seiner Berater ließ Henrique ­seine Truppe auf dem Landweg gegen Tanger marschieren. Bei den Schiffen blieb nur eine kleine Bewachung. Wasser nahm man kaum mit − Tanger war schließlich voller sprudelnder Brunnen, und für die Eroberung von Ceuta hatten die Portugiesen 1415 nur zwei Tage gebraucht.
Aber der Plan des Infanten ging nicht auf. Der Sultan hatte Tanger gut auf den portugiesischen Angriff vorbereitet. Die schnelle Eroberung der Stadt war unmöglich, und für eine Belagerung waren die Portugiesen nicht ausgerüstet. Die Soldaten des Sultans unter ihrem Feldherrn Salah Ibn Salah schnitten Portugals Truppe den Rückweg zu den Schiffen ab.
Der Infant saß mit seinen Männern in der Falle. Der Durst nahm ihnen allen Mut. So schmachteten sie in der heißen Steppe vor den Mauern von Tanger und waren dem Tod geweiht. Doch der Sultan machte ihnen ein Friedensangebot: Die Portugiesen könnten ehrenvoll abziehen, wenn sie Ceuta räumten. Infant Henrique versprach den Abzug aus Ceuta. Den Befehl dazu könne allerdings nur der König geben − mit Zustimmung der Cortes.
Der Sultan willigte ein, verlangte aber, dass Henriques Bruder, Infant Fernando, als Bürge für diese Abmachung im Gewahrsam der Mauren bliebe. So begaben sich Fernando und 12 Gefährten in die Gefangenschaft, während Henrique die Streitmacht sicher zu den Schiffen und heim nach Portugal brachte. Alle gingen davon aus, dass Portugal die Abmachung einhalten und Ceuta übergeben würde.
König Duarte war sofort damit einverstanden, nicht aber die Cortes. Diese Versammlung war einem Parlament ähnlich, war jedoch nicht nach heutigen Maßstäben gewählt, sondern aus Vertretern von Adel, Geistlichkeit und Ständen zusammengesetzt. Sie berieten ausführlich über die Lage. Eindringlich appellierte der König, Ceuta an die Mauren zurückzugeben und seinen Bruder aus der ­Geiselhaft zu erlösen.
Aber die Cortes lehnten ab. Die Eroberung Ceutas sei mit dem Leben hunderter Portugiesen teuer bezahlt worden, und das wöge schwerer als das Leben eines Prinzen. Allenfalls Lösegeld könne man zahlen. Der Sultan ließ sich darauf nicht ein. Hatte man in Marokko den Infanten bis dahin als Gast behandelt, wurde er nun in den Kerker von Fèz gebracht. Dort wurde Fernando gefoltert und nur mit Abfällen ernährt.
Fernando schickte flehentliche Briefe nach Portugal, man möge ihn doch aus dem Kerker befreien. Boten berichteten, dass sich sein Zustand immer weiter verschlechterte. Aber die Cortes blieben bei ihrer unnachgiebigen Haltung. Nach sechs Jahren starb Fernando elendig am 5. Juni 1443 im marokkanischen Verlies.
Infant Dom Henrique, verantwortlich für das Desaster von Tanger, wurde ein anderer Mensch. Er sah ein, dass Portugals Ziele auf dem afrikanischen Kontinent nicht mit blinder Gewalt erreicht werden konnten, sondern nur mit Planung, Verhandlungen und gründlicher Vorbereitung. Grübelnd und in Askese verbrachte er seine Tage und Nächte in Lagos und Sagres. Die Expeditionen an der Küste Afrikas wurden gründlich ausgearbeitet, die Kapitäne handverlesen. Die Entdeckungen der Portugiesen auf dem Seeweg nach Indien waren abenteuerlich, aber ihre Protagonisten waren keine Abenteurer, auch nicht nach dem Tod des Infanten im Jahre 1460.
Ceuta hatte für Portugal nur noch symbolische Bedeutung. 1668 wurde es nach einem Vertrag den Spaniern übergeben. Spanisch ist Ceuta auch heute noch − Ziel von Afrikanern auf dem Fluchtweg nach Europa.
Tanger wurde 1471 doch noch von Portugal erobert. 1661 wurde die Stadt als Mitgift der Infantin Catarina an England übereignet.
Die Gebeine Fernandos wurden von Portugal 1471 ausfindig gemacht und in der Grabkapelle der Dynastie Aviz im Kloster von Batalha beigesetzt. Der spanische Dramatiker Pedro Calderon de la Barca ließ sich durch das Schicksal des portugiesischen Prinzen zu seinem Schauspiel »El Principe Constante − Der standhafte Prinz« inspirieren (1636).

Lisonjeiras Epístolas Lusitanas de Berlim

Cover von Portugal Aktuell 158

Índices e previsões contrários à realidade •
de Eberhard Fedtke e Ana Carla Gomes Fedtke

> É uma alegria na vida receber novidades de amigos de longa distância, nomeadamente quando se ­trata de notícias positivas. Neste caso, a embaixada portuguesa em Berlim pratica este particular serviço, publicando ­boletins mensalmente sobre os temas «Crescimentos, investimentos e inovações em Portugal».
Estas «Cartas Portuguesa Berlinenses» lêem-se como um «plagiato» tímido das «Cartas Portuguesas», as mais famosas cartas de amor do mundo. A embaixada mostra uma afinação profundamente ardente, quaisquer que sejam os sucessos políticos, através da simulação escrita em palavras confortavelmente escolhidas. Portugal é-nos mostrado como um pequeno paraíso terrestre.  
Consideramos alguns exemplos das «Epistolas de Berlim» no ano de 2018, a ­título de uma pequeníssima degustação destas «Mensagens de verdades diplomáticas», partilhamos com o leitor os ­seguintes dados:
Janeiro 2018: As exportações e os negócios dos portos do pais e o turismo estabeleceram recordes em 2017.
Fevereiro de 2018: Portugal pagou 831 milhões de euros na sua dívida de 26,3 milhares do «International Monetary Fund» – IWF (FMI) .
Março de 2018: A comissão Europeia decidiu que Portugal passou de uma «situação crítica económica considerável» para apenas uma «situação crítica».
Abril de 2018: A produção em Portugal de energia relativa a fontes de água e vento chegou aos 103,6%, produção interna do país. Desta forma, Portugal pode exportar energia.
Maio de 2018: Portugal consta no plano internacional com IT-competência e criatividade autêntica nos novos centros digitais e centros tecnológicos de excelência das firmas Mercedes, BMW e Volkswagen em Lisboa e Porto.
Junho de 2018: O PIB de 2009 de exportações com 27,1% cresceu para 43,7% em 2017. A exportação de sapatos apresentou uma nova dimensão de ­ topo.
Julho de 2018: Portugal consta de entre os 51 países europeus em primeiro lugar em interesses estrangeiros para investimentos. De reforçar que três fatores são importantes para investidores: a ­segurança social dos trabalhadores, os potenciais reforços da produtividade e os custos baixos da produção industrial.
Agosto de 2018: o número de desempregados foi no ano 2017 o mais baixo em 14 anos, também o mais baixo da média europeia. A percentagem de jovens des­empregados baixou de 2009 para menos de 20%.
Setembro de 2018: Os investimentos cresceram de 2013 até 2017 de 14,9% para 16,1% .
Outubro de 2018: O débito de Portugal ao Banco Central Europeu (EZB) baixou em setembro de 2018 para 18,96 milhares de euros. 34.000 novas empresas foram criadas, 16.800 fecharam as portas.
Novembro de 2018: Entre os países de golf Portugal tem o primeiro lugar mundial de destino .
Dezembro de 2018: Portugal aparece em primeiro lugar mundial nos destinos de férias, atrações manifestas nomeadamente Lisboa, o Parque de Sintra e o Geoparque de Arouca. Até setembro de 2018 o número de desempregados voltou a baixar no país de 6,6% de uma forma geral e nos jovens o desemprego voltou a cair para os 19,9%.
Cumprimentos sinceros para cada sucesso económico e social. Mas nós, vivendo neste lindo país com os problemas quotidianos, temos algumas perguntas: Estes sucessos descritos chegaram efetivamente ao povo ou principalmente às contas duma elite? Quem pode viver com 600 euros de salário por mês, para ­pagar a alimentação e uma casa, entre outras despesas, nomeadamente de gasolina cujo valor é um dos mais elevados de toda a Europa? Porquê tão poucos emigrantes voltam para «a minha terra gloriosa e amada», para aqui trabalhar, investir e criar as suas famílias, se as condições sociais são tão exemplares? Porquê fogem cada ano inúmeras pessoas com educação e curso superior, nomeadamente senhoras, para «fora»? Porquê não acabam os múltiplos obstáculos da parte da administração estatal, evitando investimentos de estrangeiros? Quem fala do caos geral de incumprimento de prazos, da terrível falta da pontualidade? Cerca de 20% do desemprego entre os jovens é um bom cartão de visita? 18,96 milhares de euros de débito do povo é uma situação calma, não falando do restante crédito cujo valor ascende aos 25,5 milhares de euros ao FMI? Abrir 34.000 novas empresas, mas fechar no mesmo período 16.800, confere segurança e estabilidade ao sector do emprego? Porquê os fracos direitos das mulheres em Portugal são ainda tão arcaicos? Quando vai a lei do trabalho ser assimilada aos standards internacionais, para atrair e assegurar investimentos? E no que respeita aos professores, admite-se que a classe que educa ambiciosamente as futuras gerações, mantenha inúmeros vínculos de precariedade laboral em vez de ter acesso a uma carreira condigna, onde existam contratos permanentes, não falando no escândalo que os profissionais do sector tenham de pagar do seu próprio bolso os custos de viagem para a deslocação para a escola que não raras vezes é por todo o pais? E a tudo isto acresce um sistema de saúde que padece de uma crise profunda quer com as condições precárias do Sistema Nacional de Saúde em geral quer com a falta de ­profissionais da área. Só desde que este governo tomou posse os gastos com a saúde ascenderam aos 12%, são contas feitas entre o Ministério da Economia e Finanças. Não será tudo isto um verdadeiro paradoxo que contrasta com uma «elite» interna que beneficia de um verdadeiro sistema de subsídios não taxáveis e que se apresenta numa confortável vida de luxo? Quando vão ser levadas a cabo medidas estatais para a proteção legal e profunda do simples consumidor nos sectores nomeadamente da banca, seguros e medicina? 
Podemos alongar esta lista «alterna­tiva e objetiva», por exemplo escrever ­sobre os famosos Alfa pendulares e intercidades, comboios frágeis, tecnicamente perigosos e miseráveis.
Ser o país mundial de preferência de férias e golf, prova criatividade e bênção da natureza, mas é só um pequeno ponto de luz dentro de uma «economia desarmónica» com fraca solidariedade pública e falta de consolidação estrutural.
Berlim parece − para a embaixada − muito longe de Portugal. Fechamos ­misericordiosamente os nossos olhos ­sobre muitas glorificações encantadas e disfarçamos as realidades pesadas. Olhamos na rua em frente à nossa casa e ficamos felizes com a nossa vida real, íntegra e honesta, cheia de problemas do foro da economia. Como a improvisação é uma arma forte dos portugueses, ela ajuda com receitas otimistas contra quaisquer desgraças da vida. Se não, ajuda uma canção de Fado: Portugal como paraíso terrestre − nem pensar, ainda não.
Para perspetivas e verdades da alegre diplomacia deve também contar «o espectro económico total», quero dizer os dois lados de uma medalha.

Cidades Invisíveis von Guilherme Parente

Foto des portugiesischen Malers Guilherme Parente

Über eine Ausstellung im Kunstraum der portugiesischen Botschaft in Berlin

> Am 6. Dezember 2018 fand im Kunst­raum der Botschaft von Portugal in Berlin die Vernissage der Ausstellung »Cidades Invisíveis« (Unsicht­bare Städte) des bekannten portugiesischen Malers Guilherme Parente in Anwesenheit des Künstlers und des portugiesischen Botschafters, S.E. João Mira Gomes, statt, zu der auch Mitglieder der DPG eingeladen wurden.
Guilherme Parente wurde im Dezember 1940 in Belém, Lissabon geboren. Er ist ein einflussreicher portugiesischer Maler mit mehr als 50 Jahren künstlerischer Tätigkeit, die durch Arbeiten in Aquarellen, Kacheln und Gravuren gekennzeichnet sind. Er hat an mehr als 100 Ausstellungen in Portugal und im Ausland teilgenommen.
1961 beginnt er seine künstlerische Laufbahn in der Sociedade Nacional das Belas-Artes, unter Orientierung an Meister Roberto Araújo. Dort verbringt er sehr viel Zeit, widmet sich seiner großen Leidenschaft, der Malerei, und nimmt 1968 an einer, seiner Meinung nach, größten kollektiven Ausstellung teil, nachdem er auch Gravur-Kurse an der Sociedade Cooperativa de Gravadores Portugueses besucht hat.
Zwischen 1968 und 1970 studiert er an der Slade School der University of London Union als Stipendiat der Stiftung Funda­ção Calouste Gulbenkian, einer Schule mit großer portugiesischer Tradition, die schon berühmte Künstler wie Sá Nogueira, Paula Rego und Bartolomeu Cid be­sucht haben.
Der Aufenthalt in London und seine Rückkehr nach Portugal waren für seine künstlerische Karriere maßgebend, vor allem für die Kunst und von der Kunst zu leben. 1970 realisiert er die erste eigene Ausstellung in der Galeria de Arte Moderna da Sociedade Nacional de Belas-Artes, ab 1974 folgt eine Reihe von Ausstellungen auf natiolaler Ebene, einschließlich Leiria, Porto, Lissabon, Ponta Delgada, Coimbra, Vila Viçosa.
Der Anfang der 1970er Jahre ist auch geprägt durch seine Beteiligung am künstlerischen Kollektiv »5+1«, einer Gruppe, die sich aus Leidenschaft zur Kunst zusammengeschlossen hat, zu der auch der Bildhauer Virgílio Domingues und die Maler João Hogan, Júlio Pereira, Sérgio Pombo, und Teresa Magalhães gehören.
Erneut als Stipendiat der Stiftung Fun­dação Calouste Gulbenkian kehrt er 1989 nach London zurück, um eine Studie über Holografie zu machen.
Er hat verschiedene Ausstellungen in Portugal und im Ausland realisiert, einschließlich Brüssel (1992), Frankfurt (1994), Macau (1995, 2013), Paris (1998), London (1999), Goa (2000), Atlanta (2001), Rom (2006) und Madrid (2007).
Er wird geehrt mit dem Prémio Malhoa (1975) und dem Prémio de Pintura da Sociedade Nacional de Belas-Artes (1989).
Er ist in verschiedenen Museen und Institutionen repräsentiert. Aktuell befindet sich sein Atelier im Palácio Valada Azambuja in Lissabon.

Text: Camões Instituto da Cooperação e da ­Lingua, Berlim; Übersetzung: Michael W. Wirges

Luís Almeida Martins: História não oficial de Portugal

Cover von Luís Almeida Martins' Buch »História não oficial de Portugal«

Luís Almeida Martins erzählt portugiesische Geschichte anders  • Buchbesprechung von Gunthard Lichtenberg

> Der Autor Luís Almeida Martins ist Jahrgang 1949 und in Lissabon geboren. Er ist kein Geschichtswissenschaftler, was dem Buch vermutlich zum Vorteil gereicht, sondern von Haus aus Journalist. Er gießt den ursprünglich etwas trockenen Geschichtsstoff, wie wir ihn aus der Schule kennen, in eine unterhaltsame Erzählung der seinerzeitigen Umstände.
Laut Klappentext arbeitet Martins ­unter anderem als Journalist, Autor von Erzählungen und Drehbüchern sowie als Übersetzer. Er ist von Haus aus Romanist mit Abschluss an der Faculdade de Letras der Universität Lissabon. Seine »Andere Geschichte Portugals« erschien 2015.
Ich gestehe, dass ich das Buch nicht einfach von vorne nach hinten lese. Ich bin vielmehr dabei, mir einzelne Themen herauszupicken, wobei mir ein Inhaltsverzeichnis oder gar ein Schlagwortverzeichnis helfen würde − doch leider fehlt beides. So muss ich mich an die Überschriften halten, von denen es viele gibt, denn ein typisches Kapitel hat eine Länge von zwei Seiten − mehr oder weniger. Das sind also, wenn man es so sagen will, leicht verdauliche kleine Happen.
Die aber sind unterhaltsam, interessant, klärend. Besonders, wenn er hartnäckige Mythen aufdeckt wie den von der Seefahrerschule in Sagres, die möglicherweise Jahrhunderte später als Mythos kreiert wurde. Oder wenn er ausführt, dass der ewige Afonso Henriques wohl nicht der Sohn des Grafen Heinrich aus Burgund war und auch seine Mutter nicht geschlagen hat. Oder anmerkt, dass die Portugiesen, die 1385 die Unabhängigkeit von Portugal durch den Sieg in der Schlacht von Aljubarrota sicherten, eigentlich nichts anderes ein zusammengewürfelter Haufen waren, wo selbst deren Anführer, König João der Erste, soweit ging zu überlegen, ob er nicht auf die Seite des Feindes wechseln sollte. Oder die bemerkenswerte Tatsache erwähnt, dass der 15. Januar 1920 für immer in die Annalen der portugiesischen Geschichte steht, weil an diesem Tag gleich drei Regierungen ernannt wurden, die gleich wieder abgelöst wurden, eine davon schon nach fünf Minuten.
Und sicher ist auch in Deutschland wenig bekannt, dass Portugal nach der Schweiz und Frankreich bereits 1910 die dritte Republik in Europa ausrief, lange vor allen anderen Ländern Europas (erst um 1918). Das wiederum wurde für Estoril zum Vorteil, denn mancher abgesetzter König flüchtete damals dorthin.
Manchmal allerdings − das muss man anmerken − setzt der Autor einfach Basiskenntnisse der Geschichte Portugals voraus. Diese werden dann nur angetippt. Aber auch so ist das Buch sehr lesenswert. «A maneira diferente de contar tudo o que aconteceu», zu Deutsch: »Die andere Art, alles das zu erzählen, was passiert ist«. Und diese andere Sichtweise lohnt sich.
Leider gibt es weder eine deutsche noch eine englische Übersetzung. Immerhin kann man das Buch über das deutsche Amazon bestellen (Preis 29,90€).
Die pointierte Sichtweise von Almeida Martins auf die Vorgeschichte und Geschichte Portugals ist sicher auch für ­Leser außerhalb der Lusophonie interessant. Ob sich noch ein Übersetzer findet? Es wäre zu wünschen.
Luis Almeida Martíns hat vorher bereits ein anderes Buch über die Geschichte Portugals veröffentlicht: «365 Dias com Histórias da História de Portugal». Dort ist im Klappentext zu lesen: »Montags erfährt man die großen Fakten und kleinen Episoden, die die Geschichte Portugals auszeichnen. Dienstags werden seine Protagonisten vorgestellt. Mittwochs werden blutige ­Kriege geführt und siegreiche Schlachten geschlagen. Donnerstags ist man mitten in Revolutionen und Verschwörungen: Freitags gibt es Geschichten aus dem Alkoven, von Verrat und Untreue der Könige und ­Königinnen und nicht nur deren. Der Samstag überrascht mit Mythen, Legenden und eigenartigen Geheimnissen aus der Ge­­schichte. Sonntags ist der Ruhetag, um in Episoden über große Schriftsteller, Künstler und Denkmäler Portugals einzutauchen.« Die Einladung kann nicht abgelehnt werden. Man braucht nur einige Minuten pro Tag, um eine unterhaltsame Reise durch die Geschichte Portugals in 3675 Tagen zu unternehmen.«
Die História Não Oficial de Portugal habe ich im Sommer auf der Feira do ­Livro in Porto erstanden. Diese Buchmesse im Park des Palácio de Cristal ist unbedingt einen Besuch wert − allerdings auch eine immense Versuchung: Denn jedes Mal, wenn wir dort zu Besuch waren, musste ich ein Extra-Paket mit den gekauften Büchern für viel Geld nach Deutschland schicken, weil die Mitnahme im Fluggepäck die von den Luftfahrtgesellschaften gesetzten Gewichtsgrenzen bei weitem gesprengt hätte. Wer es dennoch wagen möchte, dem seien die September-Termine empfohlen: In diesem Jahr findet die Messe vom 7. bis zum 23. September statt! Und der Park ist ja ohnehin einen Besuch wert − mit oder ohne Buchmesse!

Über Energie-Junkies und gute Menschen

Illustration zum Thema »Energie« von Timo Dillner

Anmerkungen von Timo Dillner

> Die Energie-Junkies sind vom 18. Februar bis zum 22. März 2019 im Foyer der Empresa Municipal de Águas e Resíduos de Portimão, kurz EMARP, zu sehen. Die Sorge für die Umwelt und entsprechende Aufklärungs- und Bildungsmaßnahmen für die Bürger des Bezirkes Portimão bilden wichtige Pfeiler der Arbeit der EMARP, die sich hier als städtisches Unternehmen vor allem um Fragen des Wassers und der Abfallbeseitigung kümmert. Ein geeigneter Ort, um über die Umwelt nachzudenken und unbequeme Fragen zu stellen.

Energie. Wir brauchen sie. Lebensqualität durch Wärme, Licht und Kommunikation, durch Produktion und Produkte, durch Mobilität. Niemand mag sich die Welt ohne elektrischen Strom und Treibstoff vorstellen. Und wir gewinnen die Energie aus organischen und fossilen Brennstoffen, aus Atomen, aus Wind, Wasser und Sonne.
Die Zeiten, in denen Dampfmaschinen und Schlote schwarze Qualmwolken in die Natur räucherten, sind − zumindest in unseren Breiten − gottlob vorbei. Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst geworden und wissen um die möglichen Folgen von Verschmutzung für unsere Um- und Mitwelt. Dazu gehören nicht nur die sichtbaren Sofortwirkungen der Energiegewinnung wie Rauch und Raubbau, sondern auch die unsichtbaren, schleichenden Übel, die sich zum Beispiel in der unsicheren Zwischen- und Endlagerung von radioaktiven oder chemischen Stoffen darstellen. Dagegen wollen wir etwas tun, und das ist gut so.
Nun hat der Mensch von Natur aus nichts dagegen, etwas dagegen zu tun, solange… ja, solange es ihm selbst möglichst nichts abverlangt. Wir wollen weder auf Wärme, auf Licht noch auf all die anderen angenehmen und gewohnten Dinge verzichten, die uns die woraus auch immer gewonnene Energie zur Verfügung stellt. Und deshalb sind wir so dankbar für die Möglichkeit, zwischen guter und böser Energiegewinnung unterscheiden zu können. Eine Möglichkeit, die uns nicht etwa von Umweltschützern sondern von Industrie und Politik geboten wird. Und so beruhigen wir uns, ­indem wir gegen die bösen Atomkraftwerke und für die guten Wind- und ­Solarparks sind. »Saubere« Energie ist das, was wir verbrauchen wollen. Natürlich sind sie nicht schön, all diese Windmühlen, die die Luft auf hektargroßen Geländen in kleine Stücke häckseln. Und es ist nicht besonders nett, selbst Naturschutzgebiete zum Aufstellen der drei­armigen Riesen zu missbrauchen. Überhaupt hängt einem der Anblick dieser Dinger, die den Horizont, wo immer man sich befindet, verschmutzen, zum Hals heraus, und man freut sich regelrecht über eine Landschaft, die noch von Mühlen und Paneelen verschont geblieben ist. Aber: Es ist sauberer Strom, der hier ­gewonnen wird, und wenn wir den verbrauchen, sind wir die Guten. Wir sind auch die Guten, wenn weder wir noch unsere Autos rauchen. So einfach ist das: Ein Solarpaneel aufs Dach, eine Windmühle in den Garten (meinetwegen auch umgekehrt), den Vertrag mit den Elek­trizitätswerken auf Ökostrom umgeschrieben, das Elektroauto gesattelt und auf zum Marsch der Atomkraftgegner! Es ist so leicht, ein Guter zu sein!
Als Künstler darf ich dumme und womöglich unbequeme Fragen stellen, und ich stelle sie mit einer Serie von Zeichnungen, die ich »Energie-Junkies« nenne. Sind wir automatisch umweltbewusst und gut, wenn wir uns von Industrie und Politik vor den Karren der sauberen Energie spannen lassen? Oder wäre es vielleicht ein wirksamerer Beitrag zum Schutz der Erde, das eigene Verhalten beim Verbrauch dieser Energie in Frage zu stellen oder gar zu ändern?
Ich erspare mir und Ihnen hier Mahnungen und Anregungen, außer dieser einen: Brauchen wir tatsächlich so viel Energie wie wir verbrauchen?
Die wahre und richtige Antwort darauf wird gewiss ein »Nein« sein. Und die ­angewandte Konsequenz aus dieser Antwort wäre, dass wir weniger Kraftwerke nötig hätten. Nicht nur weniger Kern­kraft­­werke, sondern auch weniger Wind- und Solarparks. Weniger Probleme bei der Bereitstellung und Übertragung, weniger Probleme bei der Entsorgung… − doch damit eben auch weniger Profit für die Hersteller und Betreiber! Also sagen sie uns, dass wir die Guten sind, wenn wir ihren Ökostrom verschwenden. Und wir tun es. Mit gutem Gewissen.

Fußball verbindet die Portugiesen in Berlin

Foto von Spielern des Vereins »Fußball auf Portugiesisch e.V.«

Der Verein »Fußball auf Portugiesisch e. V.« besiegt die Verletzungen der Vergangenheit • von Christian Sachse

> Fußball auf Portugiesisch e.V.: So nennt sich ein in Berlin gegründeter Verein mit einer langen Geschichte. Es fing an im Jahre 2012, als die Berliner Zweigstelle der SOS Kinderdörfer ein Projekt der Kinderhilfe in der Willy-­Brandt-Teamschule hatte. Die in dem Projekt tätigen Mitarbeiter des SOS Kinderdorf nutzten die Gelegenheit, sich nach Unterrichtsschluss zu einer gemein­samen Runde Volleyball zu treffen. So entstand eine lockere Runde.
Nach und nach wurden auch aufgrund der entstandenen Freundschaften die unterstützten Jugendlichen zu dieser ­Aktivität eingeladen. Nach einiger Zeit kamen mehr und mehr Jugendliche zusammen, und es wurde beschlossen, statt Volleyball Fußball zu spielen. Es kamen vor allem Jugendliche aus den portugiesischsprachigen afrikanischen Ländern und aus Brasilien, die sich aus der gemeinsamen Schulzeit in der Grundschule Neues Tor und aus der Kurt-Schwitter-­Gesamtschule kannten. Beide Schulen ­geben zusammen mit den Kindergärten Casa Azul, Carvalho Marinho und Primavera den Kindern portugiesischsprachiger Eltern die Möglichkeit, ihre Kinder bilingual aufwachsen zu lassen. Hauptbetreuer und längster Spieler im Verein ist Herr Friese, der viele der Jugend­lichen über etliche Jahre begleitet hat. Zuletzt war er auch der einzige aus dem SOS Kinderdorf, der noch der Fußball-­Gruppe angehörte.
Als er Ende 2018 nach Hamburg zog, war die Fortsetzung des Fußballspielens in der Halle nicht gewährleistet, da kein Verantwortlicher aus dem Verein die Halle mehr nutzt. Aus diesem Grund haben die Spieler der Gruppe gemeinsam den Verein Fußball auf Portugiesisch e.V. gegründet. Dieser steht für die Spieler, die fast ausschließlich portugiesisch miteinander sprechen. Dieser Verein soll nun die Räume übernehmen, damit weiterhin gespielt werden kann. Der Verein und die Spielweise zeichnen sich − trotz heftiger und hitziger Diskussionen − vor ­allem durch gegenseitige Rücksicht­nahme aus, da die als Tore verwendeten Matten oft keine eindeutige Aussage zulassen, ob es ein Tor war oder nicht.
Sie selbst sind teilweise Profifußballer, teilweise Schüler und Hobbyspieler. Dieser Zusammenschluss der Schüler und Spieler steht auch für einen Zusammenschluss der portugiesisch-sprachigen Länder als Zeichen, dass die gegenseitigen Vorurteile und Verletzungen aus der Vergangenheit zwischen Portugal, den ehemaligen afrikanischen Kolonien und Brasilien in den Köpfen der heutigen ­Jugendlichen zumindest in Berlin nicht mehr bestehen.

Adéus, Princesa: Hommage auf Catarina Eufémia

Foto von Catarina Eufémia

Kämpferin gegen die Tyrannei – über die Landarbeiterin Catarina Eufémia • von Catrin George Ponciano

> Ein bisschen Freiheit für eigene Träume, ein klein wenig mehr Lohn. Dafür lebte sie, dafür starb sie. ­Ermordet vor den Augen aller im Dorf, entfachte ihr brutaler Tod einen Flächenbrand der Rebellion, der erst mit der Nelkenrevolution am 25. April 1974 gelöscht wurde. 
Ihre Augen glühten. Ihr Blick war hart. Zu hart für das fragile Mädchen, das nicht mehr vom Leben wollte als eigene Träume und genügend zu essen. Es gab oft kein Mehl, kein Brot, nicht einmal Bohnen. Doch Catarina verspürte längst keinen Hunger mehr. Spielen wollte sie. Mit ihrer Puppe. Zusammengenäht aus Flicken. Den Kopf gerollt aus Zeitungs­papier, eingeweicht in Wasser, verquirlt mit Staub, zwischen ihren Kinderhänden zu einer Kugel modelliert. Aber an jenem Tag im späten Sommer, die Getreidefelder standen trocken und rasiert, das Korn war längst gedroschen, die Sonne glühte senkrecht hoch, gab es wieder einmal kein Mehl, auch keine Puppe, nicht einmal mehr einen Traum. Das Kind saß vor der Tür des Bauernhauses, in dem sie mit ihren Eltern, ihren Großeltern und ihren Geschwistern schlief, und schaute der Sonne zu, bis sie den Tag verabschiedete, der Mond die heran­nahende Nacht begrüßte. Bis ihr kleiner zartgliedriger Körper, der Rücken bereits gekrümmt von der Arbeit auf dem Feld, einen Schatten warf. Catarina sah zum ersten Mal ihren Schatten, im Land ohne Schatten: Das Flämmchen Ich entfachte.
Geboren war sie an einem kalten Tag im Februar 1928, dem Jahr, als der Estado Novo unter Salazar gebar. Catarina Eufémia wuchs auf in Baleizão, einem kleinen Dorf mit dicht aneinander gedrängelten Häusern entlang der Dorfstraße im Land­kreis Beja, am Gutshof Monte Olival, einem Getreide-Latifundium, das sich rund um Beja und Serpa, an beiden Ufern des Guadiana-Flusses nach Norden und Süden, nach Osten und Westen erstreckt, bis dorthin, wo die Erde den Himmel küsst. Hunderte Landarbeiterinnen schufteten auf den Feldern des Patrão von Monte Olival mit ihren Händen in Mutter Erde, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, einzig freigestellt am Sonntagmorgen zur Frühmesse. Der karge Lohn reichte nicht für mehr als für eine Handvoll Brosamen. Mehr konnte der Patrão ihnen nicht zahlen, sagte er. Wegen der Rezession.
Der Zweite Weltkrieg, danach die Auswirkungen des zweiten Weltkrieges. Die allgemein marode Wirtschaft nach Kriegsende in Europa und in Portugal besonders, verwandelten das an sich reich mit Naturressourcen ausgestattete Land in ein Armenhaus. Gnadenlos beutete das Salazar-Regime die Kornkammer des Alentejo aus, verschacherte das lebensnotwendige Getreide meistbietend ins Ausland, beteiligte die Latifundien an den horrenden Gewinnen der Kriegsmaschinerie und lobte das Volk für seinen selbstlosen Verzicht auf Wohlstand für das Mutterland.
Besonders die Frauen, speziell die Landarbeiterinnen, ernteten sein zweischneidiges Lob. Glück allein läge nicht im materiellen Lohn, sondern in der ­Bescheidenheit des eigenen Tuns. Ihre Arbeit bliebe nicht unbemerkt, ihre Arbeit sei ein wichtiger Teil im großen Staatsapparat, sie sollten stolz darauf sein, das Rad mit ihrer Körper Kraft und ihrer Liebe zu Portugal anzutreiben. Nicht wenige Arbeiter und Bauern sonnten sich in diesem sogenannten Lob, aber gerade im Alentejo kannten die Menschen die Grenze zwischen Bescheidenheit und Misere genau. Ihr Leid bot fruchtbaren Boden für die Aussaat einer zweiten politischen Idee, dem Kommunismus. Ein Riss vollzog sich. 
Die einen hielten an der staatlich indoktrinierten Misere fest und hofften auf die Einlösung eines Versprechens, die anderen wandten sich ab vom Ein-Mann-Staat. Sie rebellierten gegen die Knute des Gehorsams, die Prügelstrafen und den als solchen betitelten Mutterland-Dienst. Durchströmt von dem Wunsch nach leichteren Lebensumständen, getrieben von der Hoffnung auf Gleichstellung und Gerechtigkeit, folgte eine Hälfte des Volkes dem Ideal der PCP. Diese gesellschaftlich hochkochende Diskrepanz diente letztlich beiden politischen Lagern, emotional und existenziell, für politische Parolen und für Stimmenfänger. Die Lage der Nation teilte vor allem das arbeitende, größtenteils schulisch völlig benachteiligte Volk in zwei Teile, obwohl beide Seiten auch weiterhin in ihrer Armut steckenblieben.
Salazar reagierte. Er verbot die PCP, verhängte Zensur über sämtliche politisch kommunistisch orientierte Parolen, konfiszierte Presse-Material und verurteilte kommunistische Anhänger als Landesverräter. Die Propaganda seiner Partei wurde schärfer, unterlegt mit Bildern. Mit Rücksicht auf 75% Analphabeten im Land, visualisierte er ab sofort seine Ideologie. In einem eigens editierten Bilderbuch-Band namens «A Lição de Salazar» proklamierte der Regierungschef das portugiesische Ideal-Heim A Casa Portuguesa, und die drei Säulen des Staates zur obersten Aufgabe zur Erziehung der Nation: Gott, Mutterland, Familie − Deus, Patria, Família. 
Salazars Propaganda zielte auf den Nationalstolz der Portugiesen, auf ihr einstiges Imperium als Entdeckermacht und auf das Kolonialreich, rückte die Postion der Frauen in ein scheinbar glanzvolles Licht, doch gleichzeitig hinaus aus dem öffentlichen Leben, fort von gesellschaftlichen Aufgaben, weit ins verfassungsrechtliche Abseits. Salazar entmündigte die Frauen und raubte ihnen ihre Selbstbestimmung. 
Die eigens zu diesem einzigen Zweck aufgelegte Bilderbuch-Galerie »Lektion Salazar« bestärkte die Frau in ihrer einzigen, ihr ebenbürtigen Rolle als Schoß der Nation und fütterte sie mit Stolz. Genau hingeblickt, erkennt man deutlich die durchgehende Herabsetzung der Frau, dargestellt in Comic-ähnlichen Zeichnungen (siehe Abbildung S. 6). Auf der Kommode neben der Tür steht das Kreuz als Symbol für Gott. Vor dem geöffneten Fenster erkennt man ein Castelo, die Bastion Portugal, uneinnehmbar, unzerstörbar. Die Burg symbolisiert das Mutterland, gekrönt von der National­flagge. Die Frau steht in Landarbeiterkleidung, mit langem Rock und Schurz in der Kaminküche. In den Händen hält sie einen Topf und schaut zur Tür. Ihr Mann kommt von der Arbeit zurück, eine Ackerhacke über der Schulter. Sein Gesicht glänzt glücklich, denn Arbeit ist des Mannes Lohn. Die Tochter sitzt auf dem Boden und spielt mit Dingen, die ihr späteres Leben erfüllen werden − Töpfen und Pfannen. Der Sohn sitzt auf einem Schemel. Er arbeitet nicht, sondern er liest. Er trägt die Uniform der Moçidade portuguêsa, die Kleidung der portugiesischen Salazar-­Jugend, und erfährt von Kindesbeinen an die faschistische Erziehung samt faschistischem Denkmodell. Im Haus gibt es keinen Strom und kein einziges Haushaltsgerät, denn das Familienglück liegt allein in der Hände Arbeit der Frau.
Catarina Eufémia kannte also kein anderes Leben als das mit Feldarbeit und  Hausarbeit, seit sie neun Jahre alt war. Auch sie wächst auf mit der »Lektion ­Salazars« und lernt von Kindesbeinen an, wo ihr Platz ist. Sie darf nicht in die Schule und nicht ohne Begleitung der Mutter auf die Straße, sie darf kein Interesse zeigen für das Leben außerhalb dem ihr zugeteilten Raum, Haus und Heim. Von Geburt an war sie verdammt zu einem Leben in Lehnarbeit. Anonym, ein Weib von vielen, deren Existenz im Land ohne Schatten unter einem breitkrempigen Strohhut auf den Feldern des Monte ­Olival dahinschmilzt, und vorbei ist, ­bevor es je begonnen hat. 
Catarina wächst ­heran, ein bildhübsches Mädchen mit einem wunderschönen Gesicht und einem erhärteten Blick. Ihr Schatten, den sie jeden Abend wieder nach getaner Arbeit auf ihrem Lieblingsplatz vor der Haustür sieht, wird größer. Sie beginnt Fragen zu stellen. »Warum bin ich eine Frau, und nicht einfach weiblich?«, fragte Catarina den Gutsverwalter eines Tages und kassierte zur Strafe eine Tracht Prügel. 
»Warum verdienen Männer mehr als Frauen, warum verdient der Patrão noch mehr als zuvor und wir hungern  immer noch?«, fragte sie ihre Genossinnen eines Morgens im Mai 1954, als die Rezession längst vorbei war, als die Latifundien mehr Ernteertrag einfuhren als je zuvor, als der Getreidepreis höher stieg als je erträumt.
»Warum warst du nicht still, warum bist du nicht zurückgewichen, warum du?«, fragte die portugiesische Nationaldichterin Sophia de Melo Breyner Andresen in ihren Catarina Eufémia gewidmeten Zeilen «Dual». Diese Zeilen passen poetisch-­­tragisch perfekt zu Catarina ­Eufémia. >>>
Am 19. Mai 1954, als es wieder einmal kein Mehl für die Frauen zum Brot­backen gab, legen die Landarbeiter die Arbeit nieder und treten in den Streik. Catarina Eufémia führt die Landarbeiterinnen hinauf zum Gutshaus auf dem Monte Olival. Sie verlangt den Patrão Senhor Fernando Nuno Ribeiro zu sprechen. Sie verlangt eine Lohnerhöhung von 2 Centavos, 2/100 portugiesische Escudos, für die Frauen, damit diese ihren Kindern Milch kaufen können. 
Der Patrão war aber am Morgen des 19. Mai nicht zu Hause, und sein Stellvertreter, der Gutsverwalter José Vedor, mit der ­Situation restlos überfordert. Er rief die Guarda Nacional da República zu Hilfe gegen die streikenden Frauen und ihre Wortführerin Catarina Eufémia, die, wie bei jedem Schritt des Tages, ihren acht Monate alten Sohn auf dem Arm trug. Tenente Carrajola traf auf dem Gutshof mit einem Dutzend Polizisten ein. Nach kurzem Handgemenge hatten die Polizisten die Frauen im Griff. Der Tenente erfüllte kraft seines Amtes seine Pflicht, bestrafte Catarina Eufémia wegen Ungehorsams und Aufwiegelei und schlug zu. Er schlug, er trat, er schoss auf Catarina Eufémia, die längst zusammengebrochen wehrlos am Boden lag. Er schlug die 26-Jährige, bis sie sich nicht mehr rührte. Ihr Kind saß neben seiner Mutter im Staub, und weinte.
Die Landarbeiter und Landarbeiterinnen des Patrão, seine Knechte und Mägde, alle Kinder und Alten aus Baleizão standen wehrlos, stumm, gelähmt vor Schreck und Angst im Kreis um den Tatort herum, bezeugten jeden Tritt, jeden Schlag, jeden Schuss. 
War es die Brutalität des Tenente? Die Ermordung in aller Öffentlichkeit? Das weinende Kind neben der toten Mutter? Oder war es Catarinas Entscheidung, sich selbst für ein besseres Leben aller Frauen zu opfern? Catarina Eufémias brutaler Tod lässt viel Raum für Interpretation. Ihr Martyrium tränkte die Seele der Landarbeiter mit Zorn. Ihr Tod schrieb mit Blut ein Wort: Genug!
Ihr Martyrium war nicht das einzige im Alentejo, im Ribatejo, an der Algarve, und sie nicht das einzige Todesopfer der Salazar-Diktatur. Doch gerade ihr Tod löste die Starre der Menschen in Beja, in Serpa, in Grandola, in Évora. Wie bei einem Vulkanausbruch macht sich die Jahrzehnte lang angestaute Wut Luft. Die Ohnmacht, die Not, der Hunger, die Misere: Das Volk steht auf, es rebelliert.
Zwanzig Jahre später, am 25. April 1974 kam es zum Befreiungsschlag. Mit Kämpfern aus der Untergrundbewegung LUAR, mit militanten Aktivisten aus der PCP, mit Verbündeten im bewaffneten Militär, mit Hilfe erfahrener Militärs und letztlich mit Unterstützung des Volkes gelang die Revolution und der Sturz der Diktatur. Die Flamme der Rebellion brannte an vielen Orten in Portugal, vor allem aber in Orten wie Baleizão, seit dem Tag, als Catarina Eufémia ihren Schatten zum letzten Mal sah.
Zeca Afonso, der Komponist der Freiheitshymne Grandola Vila Morena schickte Catarinas Stimme nach ihrem Tod in Liedform auf den Weg: «Cantar Alentejano», »Sing, Alentejo, sing«. Die Autorin ­Clara Pinto Correa aus Baleizão schrieb Catarinas Geschichte auf: Adeus, Princesa. Die Dichterin Sophia de Melo Breyner Andresen schließt den Lebenskreis der 26-jährgen Landarbeiterin in ihrem Gedicht für sie mit den Worten: »Die Suche nach Gerechtigkeit hört nie auf.« 
 
Die Tyrannei ist glücklich, denn sie legitimiert zu Taten, die nicht erlaubt, nicht erwünscht, nicht vorstellbar sind.