Kategorie: PR81

Lissabon im Herbst 2020 – Zwei Tourguides berichten

Foto einer leeren Elétrico 28 in Lissabon zu Corona-Zeiten

von Ariane Reipke und Claudia Rutschmann

> Lissabon, die Prinzessin des Tejo, die Stadt des Lichts und der sieben Hügel. Die westlichste Hauptstadt Europas mit ihren drei tausend Jahren Stadtgeschichte. Lissabon, eine Stadt der Gegensätze, eine Stadt im Umbruch. 
In diese Stadt haben wir uns vor gut zwei Jahrzehnten verliebt und beschlossen, uns hier eine neue Existenz aufzubauen. 
Mich, Ariane, faszinierte die Leichtigkeit des portugiesischen Lebensstils in einem Land, dessen Geschichte so tiefgründig ist wie der Atlantik, sowie die Spiritualität, die Ästhetik, der Witz und die Lebenskunst der PortugiesInnen. Gleich im ersten Jahr ergab sich die Chance, im Tourismus zu arbeiten und die habe ich sofort ergriffen. 
Der ruhige Lebensstil, das ganz besondere Licht und der so ganz eigene Charme der Stadt und seiner Bewohner haben auch mich, Claudia, in ihren Bann gezogen. Seit gut 15 Jahren arbeite ich als freiberufliche Stadtführerin und bringe Lissabons Gästen die Eigenheiten und versteckten Winkel näher. 
Wir beide lieben unsere Arbeit und die Stadt, in der wir leben. Und tatsächlich hat Lissabon viel zu bieten: das ­riesige Mündungsbecken des Tejo, die charmanten Altstadtviertel mit verwunschenen Gassen und Aussichtspunkten, die UNESCO-Weltkulturerbe in Belém, sowie postmoderne Architektur auf dem ehemaligen Expo-Gelände. Hotels und Restaurants gibt es für ­jeden Geschmack und Geldbeutel. Viele der touristischen Highlights lassen sich fußläufig erkunden. Auch können sich Besucher Tag und Nacht frei bewegen, zählt Lissabon doch zu den sichersten Hauptstädten Europas. Mit fast acht Millio­nen ausländischen Gästen wurde 2019 ein neuer Besucherrekord aufgestellt. Im gleichen Jahr wurde Lissabon zu Europas Top-Destination für City Breaks gewählt und gewann den World Travel Award. 
Doch die steigenden Besucherzahlen haben die Stadt verändert. Gerade in den Altstadtvierteln wurden unzählige Mietwohnungen zu Ferien-Apartements umgewandelt und die gleichzeitige ­Immobilienspekulation verteuerte den Wohnraum. Viele der alteingesessen BewohnerInnen können sich die Innenstadt nicht mehr leisten. Gentrifizierung und Überfremdung sind auch in Lissabon zum Problem geworden. Die Stadt hat in den letzten Jahren deutlich an EinwohnerInnen verloren. Kleine Familienbetriebe, Geschäfte und traditionelle Restaurants mussten − gerade in der Innenstadt − großen Marken und Restaurant-Ketten Platz machen. Öffentliche Verkehrsmittel, darunter auch die historische Straßenbahnlinie 28, konnten von den LissabonnerInnen kaum mehr zum Transport genutzt werden. Lange Warteschlangen, überfüllte Straßen, Cafés und Restaurants gehörten zur Tagesordnung. 
Dennoch sind BesucherInnen weiterhin herzlich willkommen, und es tut der Gastfreundschaft keinen Abbruch, profitieren doch viele LissabonnerInnen vom Tourismus. Die Branche war eine der wichtigsten Arbeitgeber und für fast neun Prozent des Brutto-Inlands­produkts verantwortlich. Umso härter trifft die Pandemie und der seit März 2020 zu verzeichnende Zusammenbruch der Tourismusbranche Portugal. Seit dem sind die Tourismuseinnahmen um 55 Prozent, die BesucherInnen­zahlen um 60 Prozent zurückgegangen: Geschlossene Hotels und Restaurants, leerstehende Ladenlokale und verwaiste Plätze zeugen davon. Steigende Arbeitslosenzahlen und immer mehr Obdachlose auf den Straßen lassen Erinnerun­gen an die erst kürzlich überwundene Wirtschaftskrise wach werden. Doch jetzt − wo kaum noch TouristInnen zu sehen sind − erkennen viele LissabonnerInnen ihre Stadt kaum wieder. 
Bis zum Ende des Sommers ist Portugal, anders als das Nachbarland Spanien, relativ gut durch die Pandemie ­gekommen und verzeichnete relativ geringe Infektionszahlen. Die Regierung hatte das Land frühzeitig in einen Lockdown geschickt; angesichts der ­beschränkten Kapazitäten des öffentlichen Gesundheitssystems eine weise Entscheidung, so die Meinung vieler PortugiesInnen. Mitte September wurde dann, aufgrund steigender Infek­tionen, die Region Lissabon vom Robert Koch-­Institut als Risikogebiet eingestuft, und das Auswärtige Amt rief eine Reisewarnung aus. Betroffen war jedoch weniger die Stadt Lissabon selbst, als die angrenzenden Städte im Speckgürtel. 
Ähnlich wie in Deutschland, wurden die Öffnungszeiten des Einzelhandels stark reduziert. Anfang November wurde der Ausnahmezustand ausgerufen. Restaurants schließen um spätestens 22.30 Uhr. Auch auf den Straßen, wenn kein Mindestabstand eingehalten werden kann, herrscht Maskenpflicht. Temperaturmessungen, sei es z. B. am Arbeitsplatz oder in Geschäften, sind ­zulässig, ein Covid-19-Test kann eingefordert werden. Wie im restlichen Europa auch, bleibt es also abzuwarten, wie heftig die zweite Welle im Winter verlaufen wird. 

Doch ein Neuanfang wird kommen − ob direkt im kommenden Frühjahr, wird sich zeigen. 

Wie könnte es weitergehen? Der Tourismus in Lissabon soll nachhaltiger werden: kleinere Reisegruppen, hin zum Individualtourismus und weg vom Massentourismus. Da sind sich die SpezialistInnen der Branche einig. Und ­genau das lässt auch uns trotz allem guter Dinge bleiben. Wir bieten schon seit langem maßgeschneiderte Spaziergänge für kleine Gruppen und auch Einzelpersonen an. Der Zugang zur Stadt ist persönlich und individuell. Und in Lissabon lassen sich immer wieder neue und auch alte Dinge entdecken. So wird jetzt die freie Zeit genutzt, um Ideen zu sammeln, weitere Bücher zu lesen und neue Touren zu entwickeln. So beschäftige ich, Ariane, mich beispielsweise im Moment eingehend mit Bacalhau, dem Stockfisch, der hier in Portugal so geschätzt wird. Sein Verzehr steht in Verbindung mit den Eroberungen aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Aber auch religiöse Gründe spielen eine Rolle. Das Steckenpferd von mir, Claudia, sind unter anderem die Azulejos, die wunderschönen Kacheln, die so manche Fassade schmücken. Auch in Palästen und Kirchen sind sie zu finden. Sie erzählen Geschichte und Geschichten. Die interessantesten Informationen werden dann zu einer für die kommende Saison neu geschneiderten Tour verarbeitet. 
Beide leben wir im Zentrum der Stadt, in unmittelbarer Nähe des zentralen Platzes Rossio. Was für die einen ein Urlaubsort ist, ist für uns Arbeitsplatz, Wohn- und Lebensraum. Eingekauft wird in den kleinen Läden der Unterstadt, der beliebte Kaffee, der bica, wird im Café um die Ecke getrunken, und Abends trifft man sich mit Freunden in den umliegenden Tascas. Man kennt sein Viertel und seine Nachbarschaft, aber auch die InhaberInnen und MitarbeiterInnen der Geschäfte und Restaurants. Gerade diese kleinen, familienbetriebenen Betriebe kämpfen im Moment um die bloße Existenz. Uns ist es ein Anliegen, auch in schlechten Zeiten diejenigen zu unterstützen, die den besonderen Flair Lissabons aus­machen.

Gerade die Vielseitigkeit der Stadt gibt Kulturinteressierten wie uns immer wieder neue Anregungen für unsere Touren, sei es für die klassische Variante durch das historische Zentrum oder maßgeschneidert und Themen bezogen für private Touren. Und in einem sind wir uns einig: Lissabon lässt sich am besten in kleinen Gruppen und zu Fuß erkunden.
An unseren Arbeitsbedingungen hat sich also nicht viel verändert, außer vielleicht, dass Wartezeiten für Museums-, Palast- und Kirchenbesuche sich verringert haben, freie Sitzplätze in der 28er Straßenbahn zur Verfügung stehen und Warteschlangen für einen ­freien Tisch in den Pasteis de Belém oder an der Kasse beim Pena-Palast in Sintra überschaubar sind. 
Und natürlich steht Sicherheit an erster Stelle. Hierzu hat der portugiesische Tourismusverband klare Richtlinien durch das Gütesiegel clean and safe eingeführt. Daran halten sich professionelle Tourguides wie wir. Zusätzlich stellt das Auswärtige Amt Empfehlungen und Reisetipps zur Verfügung.

Der nächste Frühling kommt bestimmt und auch der Neubeginn der Reisesaison. Und weiterhin werden António Nobres Worte gelten: «Quem não viu Lisboa, não viu coisa boa» − »Wer Lissabon nicht gesehen hat, der hat nichts Schönes gesehen.« Bis dahin scouten wir weiterhin die Stadt, damit die Tage ohne TouristInnen nicht zu lang werden.

Weitere Informationen:
www.gotolisboa.de
www.lissabonentdecken.com

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Was ist der einzig »richtige« Weg?

Bild des Covers von Dagmar Fohls Roman

Zum Roman von Dagmar Fohl über Aristides de Sousa Mendes    von Andreas Lahn

> Über das Leben von Aristides de Sousa Mendes ist schon viel geschrieben worden. Deshalb bin ich skeptisch, was ein Roman über ihn Neues sagen kann. Die reißerische (überflüssige) Beschreibung »Der portugiesische Oskar Schindler« lässt meine Skepsis eher wachsen. Doch was die in Hamburg lebende Autorin Dagmar Fohl auf 220 Seiten schreibt, begeistert mich allein deshalb, weil sie es schafft, das Jahr 1940 lebendig werden zu lassen. Ich bin ein ganzes Wochenende gefangen in dieser für Millionen Menschen schwierigen Zeit und kann − ansatzweise − mitempfinden, welches Leid der Nazi-Terror verursacht.
Und den Roman von Aristides de Sousa Mendes selbst erzählen zu lassen, ist schlicht eine wundervolle Idee. Schade nur, dass die Geschichte nicht im Präsens erzählt wird, dann wären die LeserInnen noch intensiver Teil der Ereignisse.
Mendes dient unter der portugiesischen Salazar-Regierung als Generalkonsul in Bordeaux. Als immer mehr Menschen vor der Verfolgung durch die Faschisten fliehen, verweigert Salazar ihnen die benötigten Transit-Visa für eine Weiterfahrt von Portugal nach Übersee. Die Menschen stranden vor dem Konsulat in Bordeaux. Dagmar Pohl schildert akribisch die persönliche Situation von Sousa Mendes, wie er schwankt zwischen dem Gehorsam zu Salazar und der Rettung der Verfolgten in so eindrucksvoller Art und Weise, dass man selbst in den »Gewissenskonflikt« hineingezogen wird. Spätestens als Rabbi Chaim Krüger das angebotene Visum mit der Begründung verweigert, er nehme es nur, wenn alle anderen Flüchtlinge auch ein Visum kriegen, beschließt Sousa Mendes, sich Salazars Befehlen zu widersetzen und sagt: »Es gibt Augenblicke des inneren Aufruhrs, wo einem das Herz sagt, welches der einzig richtige Weg ist.« (S. 123). 
Mit diesem Gefühl im Herzen arbeiten er und seine Mitarbeiter rund um die Uhr und stellen im Juni 1940 mehr als 30.000 Transit-Visa für Portugal aus, eine Aktion, die unzähligen Menschen das Leben rettet und ihnen einen Neuanfang in anderen Teilen der Welt ermöglicht.
Sousa Mendes wird nach Portugal zurückbeordert, wo Salazars Gerichte dafür sorgen, dass ihm die Fähigkeit, ein Konsulat zu führen, aberkannt wird. Er wird für ein Jahr vom Dienst suspendiert und in den vorzeitigen Ruhestand versetzt: »Ich war gefangen in meinem eigenen Schicksal und ein Gefangener im eigenen Land.« (S. 148)
Trotzdem hat er seine Entscheidung nie in Frage gestellt. Das ist bei allen Entscheidungen so, die wirklich vom Herzen kommen. Natürlich nimmt er das Urteil nicht hin und kämpft einen aussichtslosen juristischen Kampf gegen das, was für ihn Unrecht ist. Doch Salazars Gefolgsleute kennen kein Erbarmen. Mendes verliert sein Einkommen, sein Haus, und seine Kinder dürfen nicht an der Universität studieren. »Ich blieb als gekrümmter morscher Eukalyptusbaum in einem verwüsteten Wald zurück.« (S. 198) 
Nach dem Tod seiner langjährigen Ehefrau Angelina kümmert er sich um seine Geliebte Andrée, mit der er ein viele Jahre verheimlichtes Kind gezeugt hat, und heiratet sie 1948. Doch für sein Leben gilt: »Ich sitze in einem Boot, das mich Ruderschlag für Ruderschlag von der Welt entfernt.« (S. 209) Er stirbt verarmt am 3.4.1954 im Armenspital des Franziskaner­ordens Ordem Terceira. Auf seinem Grabstein steht: »Wer ein Leben rettet, rettet die Welt.« Leider gehören die Rettenden manchmal nicht mehr zur Welt dazu …
Dagmar Fohl schreibt »Romane über Menschen in Grenzsituationen«. Das ist ihr mit diesem grandiosen Buch auf geradezu wunderbare Art und Weise gelungen. Vielleicht trägt es eines Tages dazu bei, Menschen in ähnlich dramatischen Entscheidungssituationen den Weg des Herzens gehen zu lassen. Je öfter das nämlich der Fall wäre, desto angenehmer würde es sein, in dieser Welt zu leben. 
1986 wird in der Jerusalemer Gedenkstätte Yad Vashem in der »Allee der Gerechten« ein Baum für Mendes gepflanzt. Merkwürdig spät − nämlich erst 1988 − wird er in Portugal rehabilitiert und  posthum wieder ins diplomatische Corps aufgenommen. Er erhält den höchsten Orden Portugals. Und 1995 erklärt Mario Soares ihn zum »größten Helden des 20. Jahrhunderts«.
Weitere Informationen über das Leben von Aristides de Sousa Mendes finden Sie unter www.sousamendesfoundation.org und centerofportugal.com.

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Die Mesquita in Mértola

Foto von Mértola: Blick auf die Stadt, die Mesquita und den Rio Guadiana

Symbol für eine friedliche Koexistenz von Muslimen und Christen    von Dr. Ingolf Wernicke

> Mértola, eine Kleinstadt inklusive Landkreis von etwa 6000 EinwohnerInnen im Südosten des Alentejo an den Grenzen zu Spanien und der Algarve gelegen, ist heute aufgrund ihres geschichtlichen und kulturellen ­Erbes wie ein Freilichtmuseum. Zu den Sehenswürdigkeiten gehören neben ­einer gewaltigen Befestigungsanlage mit dem einem Bergfried Torre de Menagem von 1292, eine von Mauern umschlossenen Altstadt, mit steilen und engen Gassen, ein Uhrenturm Torre do Relogio von 1593 und den Torre do Rio als Ruine am Fluss, der einst die Handelsschiffe schützte und die Stadt mit Wasser versorgt hat. Mértola besitzt verschiedene Museen und Ausgrabungen aus römischer Zeit sowie historische Wassermühlen und ein Bergwerksmuseum bei São Domingo im Umland der Stadt.
Die Ursprünge der an einem strategisch wichtigen Punkt auf einem Bergrücken am nördlichsten, noch schiffbaren Teil des Flusses Guadiana gegründeten Siedlung mit Hafenplatz gehen bis in die Zeit der Phönizier 750 v. Chr. zurück. Sie lieferten mit dem Schiff von hier aus ­neben landwirtschaftlichen Produkten vor allem Gold, Silber, Zinn aus nahe­gelegenen Bergwerken nach Südspanien und in den Mittelmeerraum.
Von den Römern weiter ausgebaut erhielt Mértola, Myrtilis Iulia, während der Herrschaft des Augustus Stadtrecht und wurde innerhalb der Provinz Lusitania an das Straßennetz angeschlossen und mit der Stadt Pax Iulia, dem heutigen Beja, verbunden. 
Nach der Völkerwanderung und der Invasion der Sueben und Westgoten ­erfuhr die Stadt während der Zeit der Mauren vom 8. bis 12. Jahrhundert einen großen Aufschwung in Wirtschaft und Handel. Es wurden nordafrikanische und nahöstliche Techniken wie die Bewässerungskunst, die Glasproduktion oder die Webkunst von Berberstoffen, in der Landwirtschaft u.a. die Schaf- und Ziegenzucht und der Anbau von Feigen und Datteln eingeführt. Händler aus Mértola verkauften ihre Produkte im gesamten Mittelmeerraum und lieferten ihre Waren nach Pisa, Cartagena in Spanien bis nach Kairouan im heutigen Tunesien. 
Das in Mértola bis heute noch existierende, eindrucksvollste architektonische Zeugnis der späten maurischen Zeit, entstanden unter der Herrschaft der Almohaden, ist die Moschee Mezquita, heute die Igreja de Nossa Senhora da Assunção Matriz. Sie wurde unterhalb der Burg­anlage in der Mitte des 12. Jahrhundert als quadratischer Bau mit einem Minarett errichtet, war fünfschiffig und hatte 20 Säulen im Innern. Der architektonische Grundriss war so angeordnet, das ein verbreitertes Mittelschiff im Zentrum und ein zusätzliches Querschiff vor der Quibla-Wand, der Seite der Moschee mit der vorgeschriebenen Gebetsrichtung nach Mekka, ein großes T bildeten. Eine bauhistorisch ähnlich Moschee existiert heute zum Beispiel in Tinmal im Westen des Hohen Atlas in Marokko.

Nach der Reconquista durch Sancho II., König von Portugal, im Jahre 1238 behielt die Mezquita von Mértola, dann durch einen kleinen Glockenturm auf dem Minarett ergänzt, noch knapp 300 Jahre ihre ursprüngliche Form. Eine Abbildung der Moschee ist auf einem Stich von Mértola von Duarte de Armas in seinem Buch Livro das Fortalezas von 1515 erhalten. 1532 wurde die Mezquita zur Kirche in ihrer heutigen Form umgebaut mit auffälligen kleinen Zinnen und Türmchen auf dem Dach im Mudejar-Stil, der maurischen Architektur vom 12. bis 16. Jahrhundert. 
Die Igreja Matriz ist heute kleiner als die Mezquita, besitzt aber noch architektonische Zeugnisse im Innern, die von dem Ursprungsbau als Moschee erhalten geblieben sind. Sie wird nur noch von zwölf anstelle der zwanzig Originalsäulen mit verschiedenen Kapitellen aus spätantiker Zeit getragen und besitzt noch vier, für die maurische Architektur typische, Hufeisenbögen arco em ferradorua als Portale, drei wieder freigelegte an einer Seite und eine an der Gebetsmauer Quibla im Original.

Das bauhistorische Highlight ist die aus der Zeit der Mauren stammende, mit einem Flechtbandornament geschmückte Gebetsnische Mirhab, die sich direkt hinter dem heutigen Hauptaltar, an der Quibla-Wand befindet.
Der portugiesische Archäologe Cláudio Torres bezeichnet die kunsthistorisch einmalige Igreja Matriz als die gleichzeitig besterhaltene mittelalterliche Moschee Portugals. Die Kirche ist ein Ort, an dem die Christen seit Jahrhunderten in Richtung Mekka beten. Sie gilt als Beleg friedlicher Koexistenz von Christen und Muslimen. 
Cláudio Torres, 2020 vom Staat die Medalha Mérito Cultural erhalten hat, schuf mit dem Campo Archeologico (http://www.camertola.pt) eine der heute bedeutendsten islamischen Kunstsammlungen, die Arte Islãmica, Portugals. Im Kontext dieser historischen Tradition findet alle zwei Jahre in Mértola ein großes Islamisches Fest statt, wo sich die gesamte Altstadt in einen Souk und die Straßen und Plätze in kleine Basare mit orientalischen Waren und Köstlichkeiten verwandeln.

Reines künstliches Lithium: die Lösung zur Rettung der Umwelt

Foto von bunten Batterien

von Ana Clara Gomes Fedtke und Eberhard Fedtke

> Die Elektromobilität ist ein immer stärker integrierender Teil unseres heutigen Lebens. An illustrer Spitze der neuzeitlichen sozialen Struktur steht das Elektroauto. Regierungen zahlen dem Volk Subsidien, um Automobile mit Diesel und Benzin gegen ein neues elektrisches Model, zumindest in seinen wesentlichen Charakteristika, einzutauschen. Für die entsprechende Fertigung benötigen sämtliche Hersteller der Welt von Automobilen immense Mengen von Batterien. Diese Batterien enthalten Substanzen wie Lithium, Kobalt und Magnesium. Täglich sind Tonnen dieser Grundmaterialien vonnöten.
Bekanntlich ist die Gewinnung dieser mineralischen Elemente für die Umwelt nicht günstig.. Regionen der Litiumproduktion wie beispielsweise in Argentinien, Australien, Bolivien, Chile und China existieren zu Lasten einer Verdrängung von viel menschlicher Existenz, indem deren Lebensgrundlagen abgeschnitten sowie die Natur zerstört werden. Die internationale Presse spricht von der Kehrseite der Sicherheit dieser modernen Revolution an Energiebedarf mit ständiger täglicher  Veränderung. Ohnehin fast immer, wenn es verschiedene Aspekte technischer Innovation angeht, haben das Geld, die Macht der Industrie sowie politische Interessen Vorrang, während die menschliche Rasse mit seinen ehrbaren Träumen und Werten zurücksteht.
Portugal belegt in der Welt den fünften Platz, diesen besonderen Reichtum des Leichtmetalls Lithium zu besitzen. Der Bau einer Batteriefabrik in Aveiro und das neue Projekt zur Gewinnung von Litium in Montalegre belebten eine wissenschaftliche und ökonomische Debatte über den Schutz der portugiesischen Bevölkerung, diesen zumindest in jenen Regionen, einbezogen einer Analyse  unvermeidbarer  und vorhersehbarer Eingriffe in den sozialen Bereich und die Umwelt. Im Fall von Montalegre ist die via mala der Bürger, welche gegen die bedrohlichen Auswirkungen der Gewinnung des Minerals zwischen den Haustüren agieren, hinreichend bekannt: gegründet wurde eine Gesellschaft Associação Montalegre Com Vida. Diese Institution zum Schutz der Umwelt kämpfte gegen eine staatliche Entscheidung der Lizenzierung zur Gewinnung von Litium, indem sie eine Verwaltungsklage einreichte. Zur Beurteilung stand der Abbau von Mineraldepots an Litium und assoziierten Stoffen im Ortsbereich von Montalegre, exakt im Distrikt von Vila Real. Die Associação befand, gestützt auf verschiedene Gutachten, die Rechtmässigkeit eines Vertrages mit einem privaten Betreiber, der das Leben der Bürger und ihre fundamentalen Rechte schwerwiegend in Gefahr brachte, für absurd und unterstrich zugleich den Verlust für alle Zeiten von gesunder Umwelt. Es traf ein, dass das Volk  und das öffentliche Leben diesen emotionalen und ungleichen Kampf für ein fortdauerndes schönes Portugal verloren. Das Ministerium widersetzte sich der Klage, die gerichtliche Entscheidung fiel negativ für die Associação aus und dieserhalb sah sich die Regierung zu einer Entscheidung in dem Sinne gehalten,  der betreffenden Firma eine Konzession mit der Begründung zu erteilen,  dass diese sich an das aktuelle Vertragsrecht halte. Es ging um Gutdünken versus Vernunft und Gerechtigkeit. Unabhängig einer profunden Vernachlässigung konstitutioneller Regeln – an die jeder Richter gebunden ist – ist in erster Linie der Schutz der Bevölkerung anstelle privater ökonomischer Interessen zu beachten, vor allem dann, wenn irreparable öffentliche Schäden angerichtet werden. In diesen Fällen steht dem Richter das Recht zu, unterschriebene und in Kraft getretene Verträge zu annullieren. Doch der gut begründete Protest des Volks von Montalegre verflog vor den Augen des Gerichts wie im Wind.
Verblieb nur die Hoffnung auf ein technisches Wunder. Es ist voraussehbar, dass erforderliche Mengen an Lithium für die weltweite Mobilität, diese ständig im Wachsen begriffen, nicht aus begrenzten Beständen natürlicher Vorkommen in der Welt gespeist werden können.
Dieses Wunder findet statt: gemäss einer ausführlichen Publikation in der deutschen Zeitung WELT AM SONNTAG, einer Wochenausgabe, vergleichbar nach Inhalt, Themen und Darbietung dem Expresso in Portugal, erschien in der Ausgabe vom 14. Juni 2020, Seite 27, die sensationelle Mitteilung, dass es einer deutschen Firma gelungen sei, ein System der Herstellung künstlichen Lithiums zu erfinden und auszuarbeiten, und zwar in der Qualität eines reinen Lithiums ohne das gefährliche Beielement von CO2: mithin – so der große Effekt für Umwelt, Moral und Ethik – ohne jegliche negative Auswirkung für die Umwelt zu produzieren; mit wissenschaftlichen Worten  ausgedrückt, ein umweltneutrales Litium zu produzieren. Das technische Geheimnis ist, mit allgemeinen Worten beschrieben, eine Ausfilterung und ein Ausscheiden von Litium aus Wassern in großen Erdtiefen, generell vergleichbar mit dem Verfahren auf Öl- und Gasförderung mittels Frackingdrucks.  Die Vermarktung des reinen Lithiums ist für das Jahr 2022 vorgesehen. Den großen Vorteil dieser Exploration, so sagen die Investoren, belegt die optimale Feststellung, dass in fast allen Erdteilen filtrierbare tiefe Wasser vorhanden sind. Das erspart, wie heute der Fall, künftig exzessive Transportkosten von Orten der Gewinnung bis zu Plätzen der Verarbeitung dieser Mineralien für die  moderne Elektromobilität.
Also, Associação Com Vida, eine ausreichende Neuheit, um ein neuerliches Rechtsverfahren zu versuchen, schliesslich den Staat zur Aktualisierung seiner Auffassung zu überzeugen? Für den Fall, dass ein nationales Gericht nicht den Mut aufbringt, zu Gunsten seines eigenen Volkes für eine sakrosankte Umwelt zu votieren, hält das europäische Gericht für Menschenrechte in Strassburg vielleicht die Türen auf und hat die klare Kompetenz für derart delikate Fälle unserer gemeinsamen Existenz.
Der ernsthafte und wirksame Schutz der Natur ist eine Aufgabe für uns alle.

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Zur Geschichte des Liedes Adeste Fideles

Blick in die Basilika von Mafra

Ein Weihnachtslied aus Portugal?    von Andreas Lausen

> Jetzt, in der Adventszeit, ist unser Alltag von Einschränkungen geprägt, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu bremsen. Da möchte ich Sie einmal auf ein Weihnachtslied aufmerksam ­machen, das Sie bestimmt kennen − und das vielleicht aus Portugal stammt.
Weihnachtslieder haben oft ihre eigene Geschichte. O Tannenbaum war von seiner Melodie her ein Lied der wandernden Handwerker des 18. Jahrhunderts (»Es lebe hoch, es lebe hoch,  der Zimmermannsgeselle!«). Tochter Zion freue dich stammt aus Georg Friedrich Händels Oratorium Judas Maccabäus (1751) mit der Titelzeile «See, the conquering hero comes» (»Seht, der siegreiche Held kommt«). Es wird im britischen Sprachraum noch heute gespielt, wenn zum Beispiel die Preisboxer in den Ring steigen. 
Die Herkunft des Liedes Adeste fideles ist geheimnisvoll und umstritten. Außerhalb Portugals wird meistens der Engländer John Francis Wade (1711−1786) als Komponist genannt. Seine erste schriftliche Aufzeichnung der Melodie mit ­lateinischem Text stammt von 1751. Er sorgte für die Verbreitung in Europa. ­Unklar ist aber, ob er tatsächlich der Schöpfer des Liedes ist (was er nie behauptete) oder ob ihm nur Aufzeichnung und Verbreitung zu verdanken sind.

Nach Abspaltung der anglikanischen Glaubensrichtung von der katholischen Weltkirche durch den englischen König Henry VIII. merzte er alle Anhänger des Papstes in seinem Reich systematisch aus. Eine katholische Insel in England blieb aber die Gesandtschaft Portugals in London, die eine eigene Kapelle besaß. Dort wurden katholische Messen zelebriert, an denen auch der Katholik Wade teilnahm. Hat er dort von dem Lied gehört?
Der Musiker Vincent Novello, der an der Gesandtschaft engagiert war, spielte dort das Lied auf der Orgel und berichtete etwa 1805 von einem portugiesischen Ursprung. Dafür spricht auch, dass Adeste Fideles zwar in viele Sprachen übersetzt wurde, es aber keine portugiesische Fassung gibt. Eine Übersetzung war überflüssig, denn in Portugal wird bis heute die lateinische Ursprungsversion gesungen, die sieben Strophen hat. Der Text ist einfach, ohne Schnörkel und ohne Reim. Gegen einen englischen Ursprung des Liedes spricht, dass in der anglikanischen Kirche die lateinische Sprache kaum verwendet wurde. 
In Portugal wird das Lied heute noch als »portugiesische Hymne« (Hino Português) bezeichnet und vulgarmente vielfach König João IV. (1604−1656) zugeschrieben, der 1640 Portugal aus der Umklammerung der spanisch-habsburgischen Nachbarn löste. Bewiesen ist seine Autorenschaft indes nicht. Deutlich ist allerdings der Stolz vieler Portugiesen auf ihr Lied Adeste Fideles. 
Wo könnte man dieses Lied besser zur Geltung bringen als im Weihnachtskonzert in der prunkvollen Basilika des Paláçio Naçional von Mafra? Dort wird es präsentiert von den 300 jugendlichen Stimmen der Academia de Música de ­Santa Cecília und der Sopranistin Joana Seara. 
Sie finden die Aufnahme bei Youtube unter Adeste Fidelis − Concerto de Natal na Basílica Real de Mafra oder Sie sehen gleich das komplette Konzert: Concerto de Natal dos Seis ­Órgãos da Basílica de Mafra (17.12.2019).

Lítio artificial puro: a solução para salvar o ambiente

Foto von Batterien

de Eberhard Fedtke e Ana Carla Gomes Fedtke

> A «eletromobilidade» faz parte íntegra da nossa vida contemporânea, cada vez mais.  No top ilustre desta nova estrutura social figura o automóvel elétrico. Governos pagam subsídios ao público para mudar os carros a gasóleo ou a gasolina contra um novo modelo elétrico, pelo menos nas suas características essenciais. Todos os produtores de automóveis no mundo precisam, para a respetiva fabricação, de baterias em imensas quantidades. Estas baterias contêm substâncias como o lítio, cobalto e magnésio. Cada dia toneladas destas matérias-primas são necessárias para as produções. 
É sabido que a exploração destes elementos minerais não é favorável para o ambiente. Regiões de produção de lítio em países como p. e. a Argentina, a Austrália, a Bolívia, o Chile e a China vivem às custas da segregação de muitas vidas humanas, cortando as condições da vida assim como a destruição da natureza. A imprensa internacional fala com rigor de «um outro lado seguríssimo» nesta revolução moderna de energia necessária à existência em constante mutação, no quotidiano. No entanto, quase sempre no que respeita a diversos aspetos de inovação técnica, o dinheiro, a força da indústria e os interesses políticos têm prioridade, a raça humana fica atrás com os seus dignos sonhos e valores.

Portugal ocupa o quinto lugar mundial obtendo a maior riqueza deste metal ­ligeiro de lítio. A instalação de uma fábrica de baterias em Aveiro e o novo ­projeto de exploração de lítio em Montalegre alimentaram um debate científico e económico sobre a proteção do povo português, pelo menos nestas regiões, ­incluindo a análise dos prejuízos inevitáveis e prováveis no impacto social e ambiental. No caso de Montalegre a via mala dos cidadãos que agem contra os perigosos efeitos duma exploração deste mineral entre portas é bem conhecida: foi criada uma Associação Montalegre Com Vida. A Instituição de defesa ambiental lutou contra a decisão do estado de dar licença na exploração de lítio, interpondo uma ação administrativa. Em causa estava a exploração de depósitos minerais de lítio e minerais associados no concelho de Montalegre, concretamente distrito de Vila Real. A Associação considerava um absurdo, protegido por vários pareceres, a legalidade dum contrato com um explorador privado, porque colocava em perigo gravemente a vida das populações e dos seus direitos fundamentais, sublinhando também a perda para sempre dum ambiente saudável. Aconteceu que o povo e a vida pública perderam esta emocionante e desigual luta para um Portugal sempre bonito. O Ministério contestou esta ação e a decisão judicial foi desfavorável à Associação e por essa razão viu-se o governo obrigado por uma decisão no sentido de dar uma concessão da exploração à firma em causa, julgando que esta obedecia aos normativos da lei contratual atual. O bel-prazer estatal versus razão e juízo. Apesar da óbvia ­negligência profunda dos preceitos constitucionais − e a que cada juiz está ad­strito − deve observar-se, em primeira instância, a proteção das populações em vez dos interesses económicos privados, nomeadamente se estes causarem prejuízos públicos irreparáveis. Neste sentido elementar assiste ao juiz o poder de anular contratos assinados e em vigor. A ­polémica bem justificada do povo de Montalegre «fugiu frente aos olhos do tribunal como o vento». 
Ficou apenas a esperança de um milagre técnico. É previsível que as quantias necessárias de lítio para a eletromobilidade mundial, continuamente em crescendo, não possam ser servidas por riquezas ­limitadas ao solo e fontes naturais existentes no mundo.

Este milagre acontece: conforme uma detalhada publicação no jornal alemão Welt am Sonntag, uma edição semanal, comparável em conteúdo, temas e representação ao Expresso em Portugal, sub­scrito, na edição de 14 de junho de 2020, página 27, a sensacional notícia de que uma firma alemã tinha conseguido encontrar e elaborar um sistema de produção de lítio artificial, aliás em qualidade idêntica dum «lítio limpo sem produzir o perigoso elemento acessório CO2»: porquanto − o grande efeito ambiental, ­moral e ético − produzir sem qualquer efeito ambiental negativo; em palavras científicas digamos «produzir lítio em valor ambiental-neutro». O segredo técnico é, em palavras sóbrias, uma filtração e extração do lítio em águas de grande profundidade na terra, comparável em geral com o sistema de exploração de petróleo e de gás com um hydraulic fracking. A comercialização do lítio puro está prevista para o ano 2022. A grande vantagem de exploração, dizem os inventores, mostra o facto espetacular, de que as ditas águas profundas filtráveis de produção de lítio se encontram em quase todos os locais do mundo, evitando no futuro excessivos custos de transporte, desde os países de produção até aos países de consumo destes minerais para a eletromobilidade moderna, a situação que se vive hoje. 
Então, Associação Com Vida, uma novidade suficiente para intentar uma nova ação judicial, a fim de convencer o estado a atualizar a sua opinião. E para o caso de um tribunal nacional não ter a coragem de julgar a favor do seu próprio povo por um ambiente sacro santo, o tribunal europeu dos direitos humanos em Estrasburgo terá talvez as portas abertas e a competência bem clara para tais e delicados assuntos da nossa existência comum. 
A proteção séria e eficaz da natureza é uma tarefa de todos nós.

Zur Geschichte der Associação Portugal-RDA

Foto von der Unterzeichnung der ersten Kooperationsvereinbarung zwischen der Associação Portugal-RDA und dem Komitee DDR-Portugal

Teil 1: Em cada esquina um amigo (1974/75) · von Dr. Rainer Bettermann

> Im Sommer des Jahres 1976 gingen zwei Bomben in die Luft. Die erste war eher bildlich-redensartlicher Art: In einem Büro des ehemaligen Ministeriums für Hoch -und Fachschulwesen der ehemaligen DDR im ehemaligen Gebäude des ehemaligen Außenministeriums am damaligen Marx-Engels-Platz in Berlin wurde mir eröffnet, dass ich demnächst eine Tätigkeit an der Associação Portugal−RDA als Deutschlektor beginnen könne. Diese Nachricht schlug wie eine Bombe bei mir, in der Familie, im Freundeskreis, im Kollegium in Jena und meiner Theatergruppe ein. Heraus aus dem kleinen abgeschotteten Land in eine nahe und doch ferne Welt: Portugal!
Die zweite Bombe war tatsächlich am 23. Juli explodiert, und zwar am Sitz der Associação Portugal−RDA an der Praça José Fontana, Nr. 17-4°. Im erwähnten Büro wurde mir ein Foto von der verwüsteten Bibliothek vorgelegt. Sollte es mich abschrecken, sollte es meinen revolutionären Zorn wecken, sollte es mich vorsichtig machen? Also auf nach Lissabon, wie die Comedian Harmonists einst sangen! In das Land von José Afonso, dessen «Grândola, Vila Morena» wir vom Festival des politischen Liedes kannten.
Zuvor aber gab es einiges zu bedenken und zu regeln, bis ich eine wahre Rarität in der Hand hielt, nämlich einen blauen Reisepass zur mehrmaligen Ausreise aus der DDR mit einem von der Portugiesischen Botschaft ausgestellten Visum. Wahrscheinlich war es die rumänische Fluglinie TAROM, die mich am 19. November 1976 nach Lissabon brachte. Da stand ich nun vor den zerzausten Palmen am Ausgang des Flughafens, unter denen ein graumelierter Herr und eine junge Frau standen und mich anlächelten.
Was aber war zuvor in Portugal geschehen? Wie war es zur Gründung der Associação gekommen? Um diese Zeit einigermaßen darstellen zu können, musste ich auf Dokumente und Erinnerungen zurückgreifen, die beide nicht absolut zuverlässig sind, wie auch meine Reflexionen es nicht sein können. So sollte sich jeder bei der hoffentlich nicht zu trockenen Lektüre sein eigenes Bild machen können.
Am 4. Dezember 1974 wurde im Teatro Municipal São Luiz in Lissabon die Gründung der Associação Portugal−RDA feierlich verkündet. Die Statuten und die gewählten Gremien wurden bestätigt: Präsident der Generalversammlung war der als Komponist und Dirigent bekannte Fernando Lopes Graça. João de Freitas Branco, ein geachteter Musikwissenschaftler, war zum Präsidenten des ­Vorstands gewählt worden und das ­Sekretariat des Vorstands wurde vom Schriftsteller und Theatermann Alexan­dre Babo als Generalsekretär angeführt. (Das war der graumelierte Herr vom Flughafen.) Aus dem »sozialistischen Deutschland«, wie es in der Zeitschrift der «Associação Novos Caminhos» hieß, war eine Delegation der Liga für Völkerfreundschaft unter der Leitung ihres ­Vizepräsidenten Werner Manneberg angereist. Zur Abordnung aus der DDR gehörte auch die Gruppe des politischen Liedes »Jahrgang 49«. 
Es mag überraschen, dass selbst der damalige Direktor des Goethe-Instituts in Lissabon, Curt Meyer Clason, der Bildung einer Freundschaftsgesellschaft mit der DDR wohlwollend gegenüberstand: »Erste Festdarbietung der DDR im Teatro São Luiz; Alexandre Babo hat uns Karten geschickt. Im ersten Rang, neben dem Botschafter: die Ehrengäste aus ­Ostberlin und Lissabon. Die Bühne ist ­geschmückt; mehrere Ansprachen in Portugiesisch und Deutsch, vorzüglich gedolmetscht. Dann singt Sonja Kehler, vorzüglich begleitet am Flügel; es singt ein Pop-Ensemble Ostberliner Prägung in Jeans, kaum zu unterscheiden von westlichen Gruppen, Lieder des Widerstandes aus Frankreich, Chile, Deutschland mit Musik von Eisler, Weill, Dessau. In der Pause umarmt mich Alexandre Babo, überglücklich… Großartig, denke ich. Alexandre Babos Begeisterung steckt mich an. Es müsste doch gelingen, die Mauer im Ausland zu überwinden! Ich habe bereits de Freitas Branco gesagt, ich sei zu manchen ersten Schritten bereit; an mir solle es nicht liegen. Stolz ist taubes Holz.« (Curt Meyer-Clason: Portugiesische Tagebücher. München: A1 Verlag 1997, S. 256) 
Mit der Veranstaltung im Theater São Luiz war der Auftakt zu einer fünfzehn Jahre währenden Tätigkeit der «Associação Portugal−RDA» vollzogen worden, in deren Mittelpunkt die Verbreitung von Kenntnissen über ein den meisten Portugiesen unbekanntes Land stand. »Die DDR«, so schreibt die damals siebzehnjährige Ana Paula, »war eines dieser ­Länder, von dem ich glaubte, dass sich ein Kennenlernen lohnen würde… Wenn das ­faschistische Regime dessen Existenz ­verheimlichte, müsste es sicherlich dem Regime völlig entgegengesetzte Eigenschaften besitzen… Ich glaubte also daran, dass die DDR ein Modell dafür sein könnte, wie ich mir mein Land wünschte.« (Ana Paula Lopes, 2019) 
Wenige Monate vor der Gründungsveranstaltung der Associação war mit dem Sturz des Caetano-Regimes durch die ­Bewegung der Streitkräfte (MFA) am 25. April 1974 eine Demokratisierung Portugals eingeleitet worden, die es überhaupt erst möglich gemacht hatte, freie Vereinigungen zu bilden und mit allen Ländern Beziehungen auf der Basis von Freundschaft und Zusammenarbeit  herzustellen. (Programm des MFA)

Das Wort Freiheit war in den Tagen und Wochen nach dem 25. April allgegenwärtig und der Begriff Sozialismus schien ein einigender Faktor für fast alle demokratischen Kräfte zu sein. Die Vorstellungen darüber, was Sozialismus sei, gingen allerdings weit auseinander und reichten von einem Sozialismus nach ­sowjetischem Vorbild bis zu einem demokratischen oder liberalen Sozialismus und einer Art sozialer Marktwirtschaft. 
Wenige Tage nach dem 25. April schlug der Schriftsteller Fernando Namora ­einem Kreis von progressiven Intellektuellen (Alexandre Babo, Henrique de Barros, João de Freitas Branco, Jacinto Prado Coelho und Carlos Aboim Inglês) vor, eine portugiesische Liga von Freundschaftsgesellschaften mit den sozialistischen Ländern zu bilden. Etwa zur gleichen Zeit befand sich auf Vermittlung der Portugiesischen Kommunistischen Partei (PCP) die erste hochrangige Delegation aus der DDR in Lissabon. Zwei Mitglieder der ­Delegation, der Journalist Ernst-Otto Schwabe und der spätere Presseattaché der DDR-Botschaft in Lissabon, Manfred Bleskin, hatten sich am Rande mit Ale­xandre Babo getroffen, um über das ­Thema Freundschaftsgesellschaften zu reden. 
Bald darauf erfolgte die Gründung der »Liga für kulturelle, soziale und wissenschaftliche Zusammenarbeit mit den sozialistischen Völkern« mit vorläufigem Sitz beim 1973 gegründeten Portugiesischen Schriftstellerverband. Nachdem die Freundschaftsgesellschaften mit der UdSSR und mit Kuba aus der Taufe ge­hoben waren, sollte nun auch eine Freundschaftsgesellschaft mit der DDR gegründet werden. Portugal stand da­mals weit oben in der Rangliste der ­Außenpolitik der DDR. Am 20. Juni 1974 hatte der Ministerrat der DDR die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Portugal beschlossen, und im August 1974 nahm der erste Botschafter der DDR in Portugal, Erich Butzke, seine Tätigkeit in Lissabon auf.

Da es sich bei der «Associação Portugal-RDA» um eine nationale Vereinigung handelte, die ausdrücklich keinen Parteicharakter trug, kam nur die formell nichtstaatliche Liga für Völkerfreundschaft als Partner in Frage. Im August 1974 traf eine erste offizielle Delegation der Liga in Lissabon ein, um die Moda­litäten der Gründung und Aktivitäten ­einer portugiesischen Freundschafts­gesellschaft mit der DDR abzusprechen. 
Bis zur Festveranstaltung vom 4. Dezember 1974 kam es schon zu ersten ­Aktivitäten der in Gründung befindlichen Associação, zur Einrichtung eines ersten Sitzes in der Lissaboner Rua Garret Nr. 80 und zur Einschreibung von Mitgliedern an verschiedenen Orten des Landes. Anlässlich einer Reise in die DDR wurden in Gesprächen zwischen Vertretern der Liga für Völkerfreundschaft und dem Vorbereitungskomitee der «Associação Portugal-RDA» die Grundlinien der Zusammenarbeit festgelegt.

Dass die Associaçâo einiges organisatorisches Potenzial besaß, bewies sie eindrucksvoll als Initiator der Ausstellung Portugal − um Ano de Revolução, die am 26. April 1975 in der Galerie der modernen Kunst von Lissabon eröffnet und ­danach in der DDR und mehreren westeuropäischen Ländern gezeigt wurde. Hierbei kamen ihr die sehr guten Kontakte zu verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen und zur Provisorischen Regierung unter General Vasco Goncalves zugute, zu der bis März 1975 auch João de Freitas Branco und der Ingenieur Luís Casanovas von der Associação als Staatssekretäre gehört hatten. Ein weiterer wichtiger Partner war die links orientierte 5. Division des Generalstabs der Streitkräfte, der auch Kapitänleutnant Manuel Begonha, zeitweise Vorstandsmitglied der Associação, angehörte. 
Angesichts der großen Bedeutung, die man an der Liga für Völkerfreundschaft der Kooperation mit der Associação als Multiplikator von außenpolitischen Interessen der DDR beimaß, ging man schon seit November 1974 davon aus, dass die Beziehungen zur Associação von einer ihr ähnlichen Vereinigung getragen werden müssten. Am 27. Juni 1975 wurde zu diesem Zweck im Beisein von Alexandre Babo und Hauptmann Morais da Silva (MFA) die Gründung des Komitees DDR-Portugal vollzogen, das aus einem nominierten Vorstand und 29 berufenen Mitgliedern bestand. Die Tätigkeit des Komitees wurde von einem hauptamt­lichen Mitarbeiter der Liga begleitet, der ab Mitte der 1980er Jahre in der Zeitschrift «Novos Caminhos» auch als »Sekretär der Gesellschaft DDR-Portugal« bezeichnet wurde. Die wichtigste Funktion des Komitees bestand neben der Wahrnehmung repräsentativer Auf­gaben in der Kontaktpflege und im periodischen Abschluss von Arbeitsverein­barungen mit der Associação. 
Einen Monat später, am 28. Juli, reiste eine gemischte Delegation des MFA und der Associação in die DDR. Zu den Höhepunkten ihres Aufenthalts gehörten die Eröffnung der Ausstellung Portugal – ein Jahr der Revolution sowie die medienwirksame Unterzeichnung der ersten Arbeitsvereinbarung zwischen dem Komitee und der Associação mit dem Ziel, »das gegenseitige und freundschaftliche Verstehen im Dienste der Beziehungen zwischen dem portugiesischen Volk und dem Volk der DDR zu entwickeln …«.

Das Komitee verpflichtete sich zur ideellen und materiellen Unterstützung der in den Statuten der Associação formulierten diversen, vor allem kulturellen Aktivitäten zur Popularisierung der DDR. Regale, Schränke und Nischen am neuen Sitz der Associação an der Praça José Fontana 17 in Lissabon füllten sich mit Büchern, Magazinen, Zeitschriften und weiteren Materialien zur Verbreitung ­eines attraktiven Bildes von der DDR. Durch die in den Vereinbarungen mit dem Komitee DDR-Portugal zugesicherte ideelle und materielle Unterstützung war die Associação nunmehr in der Lage, ihre aufwändigen Aktivitäten zur Popularisierung der sozialistischen Errungenschaften in der DDR kontinuierlich vorzubereiten und umzusetzen: 

Aktivitäten im Jahr 1975 (Auswahl)

  • 29. Januar: Alexandre Babo nimmt am  Kongress der Generalsekretäre der Freundschaftsgesellschaften mit der DDR in Frankfurt/Oder teil.
  • 17. März: Eine Delegation der Associa­ção mit Vertretern verschiedener kultureller Gremien und des MFA besucht die DDR.
  • 20. März: João de Freitas Branco nimmt am Kongress der Präsidenten der Freundschaftsgesellschaften mit der DDR in Ost-Berlin teil.
  • 26. April: Eröffnung der Ausstellung Portugal − um Ano de Revolução in Lissabon.
  • 7. Mai: Eine Delegation der Liga für Völkerfreundschaft der DDR besucht Portugal. 
  • 8. Mai: Veranstaltung des politischen Liedes im Teatro S. Luiz mit der Gruppe Spartakus aus Potsdam, mit den portugiesischen Sängern José Barata Moura, José Jorge Letria u. a.
  • 27. Juni: Bildung des Komitees DDR−Portugal an der Liga für Völkerfreundschaft
  • 30. Juli: Abschluss der ersten Vereinbarung zwischen der Associação Portugal−RDA und dem Komitee DDR−Portugal in Ost-Berlin 
  • 20.−26. September: Bertolt-Brecht-­Woche in Portugal unter Beteiligung der Stiftung Calouste Gulbenkian, der Stadtverwaltung von Lissabon und der Botschaft der DDR in Lissabon. Veranstaltungsorte: Lissabon, Èvora, Setúbal und Almada
  • Oktober: Erstmalige Teilnahme von 17 portugiesischen Landarbeitern und Kleinbauern an einem einmonatigen Landwirtschaftskurs in Halle/Saale

Gegen Ende des Jahres 1975 zählte die Associação ca. 1000 Mitglieder und hatte sich landesweit in 13 Zweigstellen (núcleos) etabliert. Im Verlauf des heißen politischen Sommers 1975 und im sich anschließenden abkühlenden Herbst hatten militärische und zivile gesellschaftliche Kräfte in Portugal die Überhand gewonnen, welche den Weg zu einer antikapitalistischen sozialistischen Gesellschaft ablehnten und einen gemäßigten Weg in die westliche Demokratie favorisierten.
Es musste sich nun erweisen, ob die Associação Portugal−RDA auch unter den geänderten Bedingungen sinnvoll und erfolgreich tätig sein konnte.
«Eles não sabem que o sonho é uma constante da vida».

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Mein Fenster zur Straße – ein Bekenntnis

Foto eines besonderen Fensters in Alvor (Algarve)

von Catrin George Ponciano

> Sonntag, 15.11.2020, zehn Uhr. Sonnenschein hat den morgendlichen Himmel erobert. Die Wärme des Lichts tut wohl. Meine Katze sitzt auf ­einer Stufe und blinzelt, ihre Schnurrbarthaare sondieren die Wetterlage. Ich tue es meiner Katze gleich und strecke mein Gesicht den wärmenden Strahlen entgegen, atme tief durch die Nase. Ein rundum friedlicher Moment, einen, den man gerne einfrieren möchte um ihn in unangenehmen Situationen bei Bedarf hervorholen und daran lutschen können wie an einem süßen Eis.  
In meinem Patio schaukeln Orchideenblüten in sanfter Brise. Sie kündigen die Einkehr des Winters an. Pünktlich an ­Allerheiligen − und werfen die Blüten ab zum Frühlingsbeginn am 21. März. 
An den letzten Einzug von Primavera mag sich in diesem Jahr niemand gerne erinnern. Die bis dato seit Beginn des Jahres lediglich aufgeregt versprengten, teilweise vage und kryptisch formulierten Nachrichten über eine Viruskrankheit, die sich global ausbreitet, ­hatte eben Italien und den Karneval von Venedig erreicht und kurz darauf die ITB in Berlin, und dazu geführt, dass beide Veranstaltungen abgesagt worden sind. 

Das für Februar geplante Schwesterntreffen zwecks literarischer Fährtenlese fand trotzdem statt. In Lissabon. Ausgelassen eroberten meine Schwester und ich die Kapitale Portugals, speisten ­Entenreis in Fernando Pessoas Lieblings­restaurant Martinhos da Arcada, bestaunten José Saramagos Ebenbildskulptur in seinem Museumshaus mit einem Spreng­stoffgürtel aus Büchern umgebunden, diskutierten über seine Nobelpreis Utopie Die Stadt der Blinden, spönnen eigene Utopien, und ahnten nicht einmal aus­gedacht, wie rasch das Unmögliche Wirklichkeit wurde.
Auf unserer Fährte nach Inspiration fuhren wir nach Coimbra, wo wir die heiligen Hallen des Wissens erlebten. Das Gewicht beschriebenen Papiers, das in der weltberühmten Joanina-Bibliothek Jahrhunderte alte Geschichten und Erkenntnisse hütete, sank ein in uns wie der Stein der Weisen, und wir weinten still in Ehrfurcht vor dem Vermächtnis für die Menschheit. Der mit geschriebenen Worten gefüllte Kelch benetzte unseren Geist mit Ideen und Figuren, bis sich die Muse sattgetrunken hatte. 
Erfüllt von der Vielfalt geteilter Gedanken nahmen wir am Flughafen in Lissabon glücklich Abschied voneinander und mit dem Versprechen, uns bald wiederzusehen. 
Drei Wochen später warfen meine Orchideen ihre Blüten ab. Und der Ministerpräsident Portugals rief den Ausnahmezustand aus. Die Grenze zu Spanien wurde abgeriegelt. Touristen ausgeflogen. Hotels geschlossen. Restaurants, ­Cafés, das gesamte Land machten die Schotten dicht. Portugal im Lockdown. Europa im kollektiven Schreck. Die Welt stand plötzlich still. Nichts war mehr so wie gestern. Die Utopie hat uns eingeholt.

Der Schock glich einem globalen Erdbeben. Nur fand das Beben im Inneren statt. Im Unsichtbaren − dort − was wir Seele nennen.

Ich halte inne, habe diesen Text Andreas noch heute versprochen. Mein Blick wandert zum Fenster. Eben geht meine Nachbarin Valentina davor vorbei. Ihr Mundschutz baumelt an ihrem Handgelenk. Ratlos steht sie vor der verschlossen Tür des Minimercados nebenan, sehe ich. Sonntags ist der Laden geschlossen, steht auf dem Schild. Valentinas Blick wandert zu ihrer Armbanduhr, sie schüttelt den Kopf, versteht nicht, warum um elf Uhr der Laden nicht offen ist. Lesen kann Valentina nicht, die meisten ihrer Generation können es nicht, kannten die Mädchen, die heute Großmütter sind in Portugal eine Schule bloß von außen. War das wirklich erst 46 Jahre vorbei?

Mein Fenster zur Straße in meinem Büro ist intim ein Ausguck nach draußen. Während des 63 Tage, von Mitte März bis Mitte Mai, andauernden Lockdowns nahm ich am Leben außerhalb der eigenen Wände bloß passiv teil, und meine Nachbarn und ihre Gesichter schraffiert, getrennt durch die Glasscheibe wahr. Ein Bullauge, mein Heim ein sicheres Schiff. Ich blieb unsichtbar. Anwesend und dennoch abwesend. 
Beim geöffneten Fenster erreichte mich zusätzlich die Melodie ihrer Worte, das Moll ihrer Sorgen im Stakkato ihrer Angst, hier und da übertönt von hysterischen Trillern. 
Die sich sonst herzen und busseln, stehen mit dem Rücken zur Wand am Haus gegenüber, halten Abstand zueinander, beäugen Fremde. Mit Misstrauen. Ihre Mienen, sonst unschuldig weltoffen, ­wirken nun zerbrechlich, brüchig wie Porzellan. Die einen erledigen Einkäufe, diszipliniert, geordnet in Reih und Glied warten sie bis sie dran sind, immer nur zwei Personen auf einmal dürfen ins Geschäft. Andere gesellen sich dazu − zufällig − behaupten sie. Ist die Straße vor dem Supermarkt der einzige Ort im Dorf, wo die Einsamkeit Luft holen kann und für kostbar zwischenmenschliche Momente die Verunsicherung besänftigt. 
Mein Fenster zur Straße gleicht einer Reality-Show, beschert mir der Ausblick einerseits abstrakt Abstand zur Außenwelt, andererseits auch surreale Nähe. Mein heimliches voyeuristisches Dabeisein macht das verwirrende Zeitalter der Pandemie für Sekunden erträglich, und gleichzeitig so unerträglich, dass ich in den Hof flüchte, hinter die Mauer, die mir den Ausblick auf die Straße verwehrt, wo ich im Schatten kauere, Bücher wie einen Schutzwall um mich herum aufgebaut, als könnten die Worte der toten Dichter mich beschützen. Vielleicht können Bücher das tatsächlich. Vielleicht können Bücher sogar die Menschheit retten. Uns Mut, Ablenkung, Hoffnung, Träume schenken. 
Ich schließe das Fenster. Leise. Mit Bedacht, und denke an Fernando Pessoas bedrückende Worte über das Fensterglas in seiner Wohnung: Eine durchsichtige, dennoch undurchdringliche Wand, die mich von den Gedanken und Gefühlen der anderen trennt, und die nie meine sein werden. 
Ich setze mich wieder, schreibe den Text zu Ende, und begreife, mein Fenster ist mein Ausguck, damit ich auch künftig zu träumen wage − und eines Tages, gar nächstes Jahr, befreit vom Gewicht der trostlosen Gedanken, ausgelassen den Wellen entgegen rennen kann.

DPG: Die etwas andere Jahrestagung

Blick in den Speisesaal des NH Hotels in Berlin

Ausführlicher Bericht zur ungewöhnlichen Mitgliederversammlung am 31.10.2020 im Berliner NH Hotel Friedrichstraße und Online    von Gabriele Baumgarten-Heinke

> Liebe Mitglieder, »eigentlich wollten wir uns ja heute im wunderschönen Porto treffen, bei schönem Wetter, motiviert und gut gelaunt…
Daraus ist nun leider nichts geworden! Wir sitzen hier, reduziert auf eine kleine Anzahl von Mitgliedern die man an vier Händen abzählen kann, nicht kuschelig zusammen wie gewohnt, sondern weit auseinander, ohne Kulturprogramm und abhängig von digitaler Übertragungstechnik. Und das alles wegen einem Virus, den man Covid-19 benannte, den man noch nicht einmal sehen oder begreifen kann, der vor elf Monaten in China seinen unheilvollen Weg antrat, sich rasant über die ganze Welt verbreitete und überall tausendfach Chaos, Schrecken und Tod mit sich brachte.«

Foto von Michael Wirges auf der Jahrestagung der DPG in Berlin

Michael Wirges auf der Jahrestagung der DPG in Berlin · © Herbert Schlemmer

Das, liebe Mitglieder, ist ein Auszug der Begrüßungsrede des Präsidenten Mi­chael W. Wirges zur DPG-Mitgliederversammlung im NH Hotel Berlin Friedrichstraße. Noch im Sommer, nachdem wir die DPG Reise nach Porto um ein Jahr verschoben hatten, glaubten wir optimistisch an eine ganz normale Tagung in Berlin und freuten uns auf die Vorbereitung. Es sollte eine feierliche Tagung werden im 30. Jahr der Wiedervereinigung Deutschlands und dem 30. Jahrestag der Fusion der DPG der BRD und der DPG der DDR. Fotos aus dem Vereins­leben der DPG und ein Bericht über den Stand der Dokumentation der DPG-Geschichte, waren in Vorbereitung. Auch der Botschafter Portugals in Berlin, ­S. E. Francisco Ribeiro de Menezes, hatte seine Teilnahme bestätigt. 


Bis September hatten sich 40 Mitglieder angemeldet, doch je näher der Termin rückte und je mehr Städte zu Risikogebieten erklärt wurden, stornierten viele Mitglieder ihre geplante Reise nach Berlin. Auch wenn wir und das Hotel immer wieder versicherten, alle Maßnahmen der Hygiene einzuhalten, blieb natürlich für viele das Risiko der Anreise. Und so mussten wir ganz schnell reagieren und haben uns, nach Rücksprache mit dem DPG Präsidium, für eine verkürzte Tagung und einer virtuellen Übertragung der Mitgliederversammlung für drei Stunden, entschieden. Letztlich nahmen vom Landesverband Berlin – Brandenburg 17 Mitglieder und vom Landesverband NRW nahm Herr Kriegel an der Präsenztagung teil. Wir möchten uns bei den Mitgliedern auf diesem Weg noch einmal für ihre persönliche Teilnahme bedanken, denn dadurch kam so ein ganz klein bisschen das Gefühl einer normalen Tagung auf. 

Foto von Gabriele Baumgarten-Heinke bei der Präsentation des Finanzberichtes

Gabriele Baumgarten-Heinke bei der Präsentation des Finanzberichtes · © Herbert Schlemmer

Der positive Effekt aller dieser Maßnahmen war letztlich für uns als DPG die Premiere, allen Mitgliedern in Deutschland und in Portugal die digitale Teilnahme an der Mitgliederversammlung zu ermöglichen. Die Firma KFP Five Star Conference Service GmbH stellte uns die Technik bereit und beriet uns bei der Umsetzung der Übertragung. Ricardo Schäfermeier managte die Übertragung über seinen ZOOM-Account und unsere Kamerafrau war Martina Sophie Pankow, beide vom Landesverband Berlin–Brandenburg. Noch war sicher nicht alles ganz perfekt, einige Mitglieder hatten Schwierigkeiten, sich einzuwählen und bei einigen war die Tonübertragung nicht besonders gut. Das werden wir verbessern! Für die DPG war es ein erster Schritt in Richtung Digitalisierung. Nach der Abstimmung über die üblichen Formalien mit den Präsenzmitgliedern, begann um 14 Uhr die digitale Übertragung. 
Der Präsident Michael W. Wirges begrüßte alle Mitglieder und verlas die Grußworte von Dra. Ana Patrícia Severino, Kulturrätin der portugiesischen Botschaft in Berlin. Darin fühlte sie sich verpflichtet, denjenigen herzlich zu danken, die seit 1964, danach 1975 und schließlich durch die Wiedervereinigung der beiden Vereine Ost und West, eine hervorragende Arbeit zugunsten der Beziehung Portugal−Deutschland geleistet haben. Sie äußert ihr Bedauern zu den pandemischen Umständen, lud aber alle Interessierten zur Buchmesse 2021 nach Leipzig ein, wo ihrer Meinung nach, die portugiesische Literatur gefeiert werden wird und die DPG die Möglichkeit haben könnte, die Geschichte der Gesellschaft zu präsentieren. Sie wünschte der DPG Glück und äußerte die Hoffnung, sich bald persönlich vorstellen zu können.

In seinem weiteren Bericht verwies Michael W. Wirges auf Termine, die noch vor der Corona-Pandemie stattfanden, so unter anderem seine Vorstellung der DPG am 10. März bei dem neuen Botschafter Portugals, S.E. Francisco Ribeiro de Menezes. 
Liebe Mitglieder, lassen Sie mich ein paar Themen aufgreifen, die mir auf dieser Mitgliederversammlung besonders am Herzen lagen. Als Leitung der Geschäftsstelle habe ich im Tagesordnungspunkt 6 einen Bericht über die Statistik und Mitgliederentwicklung gegeben. Aus unterschiedlichen Gründen, wie z. B. der fehlende Bezug zu Portugal, altersbedingt oder Umzüge in andere Städte oder Länder, haben wir in den Jahren 2017 und 2019 besonders viele Mitglieder verloren. Sicher ist es bei der DPG nicht anders als bei anderen Verbänden, neue und jüngere Mitglieder suchen oft andere Wege der Vernetzung. Umso wichtiger erscheint es mir da anzuknüpfen, was ein Mitglied in der Mitgliederbefragung geschrieben hatte: »Hilfreich wäre vielleicht eine Reflexion über Schwerpunkte für die zukünftige Ausrichtung der DPG …« Ich denke, wenn wir uns über die Strategie und Zielstellungen der DPG wieder mehr Gedanken machen, wird uns die nach Corona sicher an Fahrt gewinnende DPG-Arbeit besser gelingen. Ich habe in der Mitgliederversammlung dem Präsidium die Empfehlung gegeben, über einen Strategie-Workshop im Frühjahr 2021 für die Landesvorsitzenden, die Vorsitzenden der Stadtsektionen und interessierte Mitglieder, nachzudenken. Die Akquise neuer Mitglieder erscheint mir als eine zunehmend dringendere Aufgabe unseres Verbandes. Eine Möglichkeit der Neugewinnung von Mitgliedern sehe ich zum Beispiel in der Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit, das heißt, der Kommunikation der Arbeit der DPG in den deutschen Medien.  
Als Ergebnis des ersten Strategie-­Workshops der DPG, der auf Initiative von Falk Zirnstein, Rechtsanwalt und Vorsitzender der Stadtsektion Leipzig, 2018 in Leipzig stattfand, konnte in diesem Jahr die Mitgliederbefragung gestartet werden. Jedes Mitglied hat seinen eigenen Fragebogen erhalten, der verschiedene Punkte, vorwiegend zu seinem Bezug zu Portugal, hinterfragt. Die Auswertung der ersten Fragebögen hat bestätigt, dass diese Antworten außerordentlich wichtig für unsere Arbeit sein werden. Gerade unter der Rubrik Ich wollte schon immer einmal sagen … sind sehr wertvolle Hinweise für unsere ­Arbeit eingegangen. So wünschen sich viele Mitglieder den Erhalt des Portugal Reports und einen guten Mix aus Kultur, Geschichte, Tourismus und über Mitglieder, die sich in der DPG engagieren. Die Artikel über die portugiesische Geschichte finden besonderen Anklang, gewünscht sind auch mehr Informationen über die Sozialpolitik in Portugal. 
Die Ergebnisse aus den Rubriken Ich habe spezielles Wissen zu / ich kann mich einbringen und Ich kann Kontakte vermitteln werden unsere Arbeit bereichern. Wir haben mehrere Mitglieder, die auf dem Gebiet des Journalismus arbeiten, Übersetzungen machen, auf dem Gebiet Tourismus tätig sind oder sich mit Geomorphologie beschäftigen. Einige Mitglieder brachten zum Ausdruck, dass sie nun mehr Zeit haben, sich in Projekte einzubringen.  
Liebe Mitglieder, das sind wunder­bare Voraussetzungen, um die Arbeit der DPG zu bereichern. Wir müssen das nur nutzen und die Mitglieder aktiv einbeziehen. Wir werden nach Auswertung der Fragebögen diese Hinweise, unter Einhaltung der Datenschutzregeln, an die Landesvorsitzenden weitergeben. 
Mit 10 Prozent Rücklauf des FRAGEBOGENS zur MITGLIEDERBEFRAGUNG ist ein guter Anfang gemacht. Vielen Dank all denen, die uns bis zur Mitgliederversammlung ihre Fragebögen zugesandt haben. Aber da geht noch viel mehr − und so möchten wir Sie bitten, uns, insofern noch nicht erfolgt, Ihren ausgefüllten Fragebogen schnellstmöglich zuzusenden, vielen Dank!

Gert Peuckert berichtete über den Stand der Dokumentation der Geschichte der DPG, an der er zusammen mit Dr. Rainer Bettermann aus Jena und mir intensiv arbeite. Momentan werden umfassende Originaldokumente gelesen und für das Archiv gescannt. Dr. Bettermann von der Universität Jena hat viele Dokumente der Städtepartnerschaft ­Jena-Porto, die registriert und archiviert werden konnten. 
Andreas Lahn hat auf der Website der DPG die bisherigen Artikel zur Dokumentation der Geschichte der DPG veröffentlich und auch die Zeittafel der DPG, die noch ergänzt werden muss. Gert Peuckert spornte alle Mitglieder zur Mitarbeit an. Es ist das Ziel, die zusammengetragenen Dokumente von 1964−2020 in einer Broschüre zusammenzufassen. 
Es wurde der Entwurf des Covers (von Martina Sophie Pankow) der zukünftigen Broschüre gezeigt. Der Titel lautet Eine geschichtliche Dokumentation im Kontext deutsch-deutscher Beziehungen zu Portugal 1964−2020.  
Für die Finanzierung der Broschüre wird ein Förderantrag über die diplomatischen Vertretung Portugals in Deutschland gestellt. Die DPG ist registriert beim Ministério dos Negócios Estrangeiros (MNE) in Lissabon und damit berechtigt, Anträge auf Projektförderung für zielgerichtete Projekte im Sinne der Zusammenarbeit mit Portugal durch die Portugiesischen Gemeinschaften (Comunidades Portuguesas) einzureichen. 
Im Tagesordnungspunkt 11 Berichte der Landesverbände wurde Falk Zirnstein aus Leipzig zugeschaltet. Er berichtete vom Aufbau eines sozialen Netzwerks mit der Helios Herzklinik in Leipzig, bei der einige portugiesische Fachkräfte als Pflegekräfte angestellt sind. Das Herzzentrum betreibt ein Pilotprojekt zur Einbindung von ausländischen Fachkräften im Pflegebereich. Die Stadtsektion hatte sich Anfang Januar dort vorgestellt und war mit ausländischen Fachkräften in Kontakt gekommen. Ziel ist eine soziale Integration der Fachkräfte in die Stadt Leipzig.  
Carlos Rodrigues, zugeschaltet aus Stuttgart, sprach von den gleichen Pro­blemen wegen der Pandemie. Es konnte noch im Dezember 2019 ein Konzert mit einer portugiesischen Pianistin stattfinden. Er hofft, in diesem Jahr ein Konzert zur Weihnachtszeit zu veranstalten.

Hans-Heinrich Kriegel berichtete von der Initiative Lissabon—Düsseldorf. Anlässlich der Einweihung des Gartens des Palácio Alfeite der Prinzessin Stefanie aus dem Haus Hohenzollern-Sigmaringen aus Düsseldorf und des Gemahls Dom Pedro V in Lissabon, der mit eigenen Mitteln unter der Leitung des DPG-Mitglieds Carlos Quintas restauriert wurde. Im Museu da Arte Decorativa fand im November 2019 ein Konzert statt, bei dem Hans-Heinrich Kriegel ein Quartett aus jungen Musikern der staatlichen Musikschule musikalisch betreute.
Ricardo Schäfermeier berichtete, dass er sich und seine Stellvertreterin, Martina Sophie Pankow, am 18. November 2019 im Café Lisboa den Mitgliedern des Landesverbandes Berlin-Brandenburg vorgestellt hat. Für den 14. Februar organisierten sie die Teilnahme an der Weinmesse Berlin (Messegelände), an der einige Mitglieder des Landesverbandes teilnahmen. Jetzt laden sie alle zwei Wochen die Mitglieder des Landesverbandes über Zoom ein, sich virtuell zu treffen. Nach der Pandemie müsse man sich neu erfinden. 
Zu dem Tagesordnungspunkt Neues von der Website berichtete ich für Andreas Lahn, dass er auf der Website einen SPENDEN-BUTTON installieren möchte, um die finanzielle Lage der DPG zu verbessern und um den Portugal Report weiterhin finanzieren zu können. In der Mitgliederbefragung haben sich mehrere Mitglieder dafür ausgesprochen, dass der Portugal Report in Druckform erhalten bleiben und vier Mal pro Jahr erscheinen sollte. Der Spenden-Button ist mit PayPal verbunden. Wer darauf klickt, kann über sein eigenes PaPal-­Konto oder per Kreditkarte Geld an die DPG spenden, das dann auf dem Konto der DPG bei der Berliner Sparkasse landet. So versucht Andreas Lahn, bis Ende des Jahres einen größeren Spenden­betrag für die DPG zu erwirtschaften.

FILM + TV: Auf der Website der DPG gibt es den Menüpunkt FILM + TV, unter dem Filme über Portugal gelistet sind, die in nächster Zeit im TV laufen, aber auch Filme, Dokus und Nachrichten, die zu Internetseiten von TV-Sendern verlinken. Wer Lust auf einen Film hat, kann dort stöbern. Im Übrigen freut sich Andreas Lahn über Unterstützung bei der Sammlung der Filme: Wer Infos zu anstehenden Filmen über Portugal hat, möge ihm das bitte mitteilen: portugal-­report@dpg.berlin.
Am Ende der Tagung gab es noch die Möglichkeit, über Neuigkeiten zu berichten. Dr. Ruth Tobias stellte das kürzlich erschienene Buch ihres Vaters, Werner Tobias, mit dem Titel Soenga vor, das die Cerâmica Preta genannte Keramikherstellung im Norden Portugals behandelt.
Katharina Stillisch erinnerte an die Ausstellung über Aristides de Sousa Mendes (1885−1954), die bereits in 33 Städten gezeigt wurde. Die Renovierung des Geburtshauses des Diplomaten in Cabanas de Viriato, der 30.000 Menschen half, mit einem Visum auf der Flucht vor den Nationalsozialisten über Portugal auszureisen, ist fast fertig. Dort soll ein Museum eingerichtet werden. Frau Stillisch ermunterte die Mitglieder, mehr Facebook zu nutzen.
Liebe Mitglieder, TROTZ ALLEM war es eine Tagung mit vielen Informationen und wir hoffen, Ihnen mit diesem Bericht einen kleinen Einblick gegeben zu haben. Lassen Sie uns trotz schwieriger Zeiten in Kontakt bleiben, senden Sie uns Ihre Fragebögen zu, senden Sie uns auch Dokumente und Berichte aus der Geschichte der DPG und merken Sie sich schon jetzt den Termin der Buchmesse vom 27.5. bis 30.5.2021 in Leipzig vor! 
Aber vor allem: Bleiben Sie gesund! 

NACH DER MITGLIEDERVERSAMMLUNG erreichten uns die Grußworte des Botschafters der Portugiesischen Republik in Deutschland, S.E. Francisco Ribeiro de Menezes. In seinem Schreiben spricht er der DPG seinen Glückwunsch aus für die geleistete Arbeit für die Vertiefung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Portugal und für das langjährige und vielfältige Engagement seiner Mitglieder: »Die DPG kann stolz auf das Erreichte und auf ein sehr erfolgreiches Zusammenwachsen zurückblicken. An dieser Stelle möchte ich besonders dem Ehrenpräsidenten der DPG, Herrn Harald Heinke, meinen aufrichtigen Dank aussprechen.«
Besonders begrüßt er den PORTUGAL REPORT, über den die Zusammenarbeit der DPG und der Botschaft von Portugal in verschiedenen Bereichen stattfindet.