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Literatur-Veranstaltung in Silves (Algarve)

Bild von der Einladung zum LUSO-LIT in Silves

LUSO-LIT – Portuguese Literature for everybody

Der Startschuss für den literarischen Zirkel LUSO-LIT mit der an der Algarve ansässigen Buchautorin Catrin George Ponciano fällt am 8. Juni 2019 in Silves-Gare im Künstler-Atelier «O Templo do Tempo».
Die Autorin stellt den Portugal-Tag am 10. Juni vor und seinen literarischen Bezug zum Nationaldichter Luis de Camões. Dazu erzählt sie ein wenig über sich selbst und ihr aktuelles Reisebuch «111 places along the Algarve».
Die Veranstaltung findet in einem besonderen Rahmen statt, nämlich in der Werkstatt des national bekannten Bildhauers António Villares Pires. Hier sollen auch zukünftig die in loser Folge vierteljährlich geplanten, literarischen Stelldicheins an der Algarve stattfinden, die sich mit portugiesischer Literatur und lusophoner Autorenwelt beschäftigen. 
Ziel dieser Stelldicheins ist es, Künstler, Avantgardisten, Musiker und Autoren mit Literatur-Begeisterten aus den hier residierenden Kulturkreisen zusammenzubringen, die das Interesse an Literatur zu teilen. Zum mehrsprachigen Verständnis finden die «Luso-Lit»-Zusammenkünfte in englischer Sprache statt.
Eine Buch-Tauschbörse ist künftig ebenso geplant wie musikalische Interludien, Der Eintritt ist frei, ein Hut geht um. 

Ankündigung: Im Herbst stellt Catrin George Ponciano den Schriftsteller Fernando Pessoa und seine Heteronyme vor. Das Datum wird rechtzeitig bekannt gegeben.

O Templo do Tempo
Largo da Estação de Silves
8300-054 Silves (Algarve/Portugal)
Samstag, den 8. Juni um 18 Uhr

Kontakt, Infos, Anmeldung bei Catrin George Ponciano:
Mobil: 00351-969052712
E-Mail: catringeorge@yahoo.de
https://otemplodotempo.pt/

Salvador Sobral

Über das Auftakt-Konzert der Deutschland-Tournee in Essen • von Josef Wolters

Rund 600 BesucherInnen füllten am 23. April 2019 das altehrwürdige Lichtburg-Kino in Essen, um das erste Konzert des portugiesischen Sängers, der 2017 den Eurovision Song Contest (ESC) in Lissabon gewonnen hatte, live zu erleben. Kannte man Sobral vor zwei Jahren als in sich -gekehrten, nahezu scheuen und gesundheitlich angeschlagenen Sänger des Siegerliedes «Amar pelos dois», so sprühte er jetzt nach einer erfolgreich überstandenen Herz-transplantation vor unbändiger Lebenslust.
Vor seinem ersten Konzertsong stürmte er wie ein Derwisch auf die Bühne, sprach brabbelnd Silbenlaute und genoss den Auftrittsapplaus des Publikums. Salvador Sobral ist ein Jazzsänger, der mit seiner Combo, dem fabelhaften Pianisten Julio Resende sowie einem Kontrabassisten und einem Schlagzeuger, ein Repertoire aus tempomäßig schnellen und langsamen Gesangsnummern präsentierte. Er trug u.a. ein vertontes Gedicht von Fernando Pessoa vor, und konnte mit seiner unnachahmlichen Mimik und Gestik seinen Gefühlen einen starken Ausdruck verleihen.
Für das ESC-Siegerlied aus 2017 stieg Sobral auf einen Stuhl, und umgarnte vor dem ersten Ton das Publikum mit lockeren Sprüchen. Die zwei Stunden seines Auftritts vergingen wie im Flug; am Ende des Konzerts setzte sich Sobral selbst an den Flügel und sang in deutscher Sprache den Max Raabe-Hit: »Kein Schwein ruft mich an«. Sobrals Fans waren wie er selbst köstlich amüsiert und waren sicher, dass bei dieser positiven und freudigen Lebenseinstellung die gesamte Tournee in Deutschland ein großer Erfolg sein würde. Der Verkaufsstand mit seiner neuen CD war am Ende von ihnen umlagert: Ein großartiger Abend, zu dem zur Hälfte portugiesische Mitbürger aus ganz NRW anwesend waren.

Portugals Musik-Museum in Mafra

Foto vom Südflügel des Palastes von Mafra

Das Musik-Museum zieht in den Palast • von Andreas Lausen

Jetzt ist es amtlich: Das künftige Museu Naçional da Música wird im Palast von Mafra eingerichtet. Der entsprechende Vertrag wurde am 31. Januar 2019 im Thronsaal von Mafra unterzeichnet. Gleichzeitig stellte die Regierung eine Finanzierung von 1 Million Euro für die Umbaukosten bereit.
Portugals Kulturministerin Graça Fonseca erklärte, das Museum erhalte so den historisch und kulturell richtigen Rahmen. Bereits jetzt genießt das weltweit einzigartige musikalische Ensemble von Mafra Weltruf. Es besteht aus sechs aufeinander abgestimmten Orgeln in der Basilika und aus zwei Glockenspielen in den Türmen.
Von den 1200 Räumen im Palast werden künftig einige das Musikmuseum beherbergen. Den Erbauer des Komplexes, König João V. (1689–1750), würde es freuen, denn er gab große Summen des Staatshaushalts für Malerei, Musik, Bildhauerei und Architektur aus. Auch der Antrag Portugals bei der UNESCO, den Palast als kulturelles Welterbe einzustufen, dürfte mit dem neuen Museum mehr Chancen haben.

Vortrag zum Gefangenenlager in Breesen

Foto von Kriegsgefangenen beim Abwasch im Lager Breesen

Abwasch vertrieb ein bisschen die Langeweile in Breesen · © Repro: Andreas Lausen

Andreas Lausen (DPG) spricht in seinem Vortrag über das Gefangenenlager mit portugiesischen Offizieren in Breesen / Mecklenburg (1917–1919)

In Portugal sind die Erinnerung an den I. Weltkrieg und die Kriegsgefangenschaft portugiesischer Soldaten in Deutschland immer noch sehr lebendig, in Deutschland dagegen weitgehend in Vergessenheit geraten. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und die Deutsch-Portugiesische Gesellschaft wollen dem Vergessen entgegenwirken.
Das Lager von Breesen – zwischen Ratzeburg und Gadebusch –, an das vor Ort nur wenig erinnert, ist unter anderem Gegenstand eines Kolloquiums im Rathaus der Stadt Parchim. Es steht unter dem Titel »Welt hinter Stacheldraht«. DPG-Mitglied Andreas Lausen wird über Ergebnisse seiner langjährigen Forschung zum Lager in Breesen berichten. Dabei wird er auch seltene Fotos aus dem alltäglichen Leben der Gefangenen zeigen.
Verglichen mit dem Leben der einfachen Soldaten in der Gefangenschaft hatten Offiziere einige Privilegien. Daher wird auch die Gefangenschaft der Mannschaften beleuchtet, die im Lager Parchim untergebracht waren. 
Veranstaltung im Rathaus von Parchim am Donnerstag, den 29. August 2019 um 17.30 Uhr.  Anmeldungen bitte an Andreas Lausen, Tel. 038876 | 31650.

Tipps für Madeira: So kommen Sie von A nach B

Foto vom Blumenfest auf Madeira

Wie Sie auf der portugiesischen Insel am besten von einem Ort zum anderen kommen  • von Gunthard Lichtenberg

> Nachdem wir Ende des vergangenen Jahres zum zweiten Mal auf Madeira waren − es soll nicht das letzte Mal gewesen sein −, möchten wir über einige Erfahrungen mit den Verkehrsverbindungen auf dieser wunderschönen Insel berichten.
Da wäre zunächst der Mietwagen. Bei unserem ersten Besuch 2017/18 griffen wir auf ein Auto der Kategorie Renault Mégane zurück, den wir vor einigen Jahren sehr erfolgreich im Algarve gefahren hatten. Es stellt sich dann heraus, dass diese Auto für manche der engen Straßen, Sträßchen und Kurven zu groß war. Also haben wir für den Jahreswechsel 2018/19 ganz nach unten gegriffen und einen Kleinwagen der Kategorie VW Up bestellt.
Bei Entgegennahme dieses Autos − übrigens in der Sixt-Geschäftsstelle an der Estrada Monumental in Funchal gelegen, also sehr zentral − überzeugte uns die freundliche Mitarbeiterin, dass das Auto unserer Wahl für manche der steilen Anstiege wohl etwas schwächlich mit Pferdestärken ausgerüstet sei. Wir haben daraufhin einen Renault Clio gemietet (VW Polo oder Opel Corsa ginge auch), der 90 PS hatte. Und das war dann hinsichtlich Größe und PS-Stärke die absolut richtige Wahl.
Öffentliche Verkehrsmittel: An erster Stelle zu nennen ist der Flughafenzubringer nach und von Funchal, «Aero» genannt. Ein Ticket kostet derzeit 5 Euro pro Person und Fahrt, wenn man Hin- und Rückfahrt bucht sind’s deren 8. Alle wichtigen Haltestellen in Funchal werden angefahren. Man sollte bei der Planung berücksichtigen, dass je nach Anzahl der Passagiere, die an Bord gehen wollen, die Fahrt von Funchal zum Flughafen auch schon mal eine Stunde dauern kann. Die übliche  Zeitangabe von 25 Minuten ist eher optimistisch.
In und um Funchal kommt man sehr gut mit der örtlichen Busgesellschaft «Horários do Funchal» herum. Ein Einzelfahrschein, beim Fahrer gekauft, kostet 1,95 Euro. Beim Umsteigen allerdings muss man wieder 1,95 Euro zahlen. Für eine solche Hin- und Rückfahrt fallen dann schon mal 7,80 Euro an.
 Da kommt es bedeutend preiswerter, wenn man eine aufladbare Zehnerkarte kauft (50 Cent) und diese dann mit der notwendigen Anzahl Fahrten aufladen lässt. Kostet pro Fahrt 1,35€. Auf das obige Beispiel angewandt also statt 7,80 Euro nur noch 5,40 Euro. Die Fahrschein-Karten gibt es in Tabak- und Zeitschriften­läden.
Noch preiswerter kann dann das Tagesticket (4,50€), das Dreitages-Ticket (11,50€), das 5-Tages-Ticket (16,50€) oder gar das 7-Tages-Ticket (21,50€) kommen; bei letzterem kommt man pro Tag auf 3 Euro und kann so viel fahren wie man will. Das empfiehlt sich gerade dann, wenn man zum ersten Mal nach Funchal kommt und sich dort umsehen will. 
Horários do Funchal hat auch Verbindungen nach außerhalb Funchal (Interurbanos) − siehe die Webseite unten. 
Und wenn es dann noch weiter weg gehen soll, dann kann man mit «Rodoeste» für den Westen oder «SAM» für den Osten unterwegs sein. 
Hier die Sammlung der Websites:
http://www.rodoeste.com.pt/ (leider nur Portugiesisch, aber man kann sich durchfinden)
https://www.sam.pt/en/ (SAM betreibt auch den Aero-Bus von und zum Flughafen)

«Música de Abril» – Konzert am 25.4.2019 in Leipzig

Foto von Filipe Pinto und Orchester

Bei dem beeindruckenden Konzert junger Portugiesen wird an die Nelken-Revolution von 1974 in Portugal erinnert • von Dr. Stefan Poppitz

> Zum Schluss springen fast alle Zuhörer auf, spenden prasselnden Applaus, ertönen Da capo-Rufe: Soeben ist José Afonsos berühmtes Lied «Como se faz um canalha» in einer modern arrangierten Fassung mit Bläsern, Schlagzeug und Bassgitarre verklungen, und die Leute toben vor Begeisterung. Und da die musikalischen Akteure auf der Bühne − gut ein Dutzend junger Portugiesen, die an der Leipziger Hochschule für Musik und Theater studieren − auf eine Zugabe nicht eingerichtet sind, spielen sie Zeca Afonsos Song einfach noch mal. Erneut euphorischer Jubel der etwa 120 Besucher, unter ihnen auch DPG-­Präsident Michael W. Wirges. Finaler Glanzpunkt eines außergewöhnlichen Konzerts am 25. April in der Leipziger Stadtbibliothek, organisiert von den einheimischen Portugal-Liebhabern der DPG und dem Instituto Camões.
Der Anlass dafür ist denkwürdig: An diesem Tag vor 45 Jahren begann in Portugal die weitgehend friedlich verlaufende Nelkenrevolution. Ihren Namen verdankte sie den roten Nelken, die sich aufständische Soldaten in die Gewehrläufe gesteckt hatten. Mit ihr wurde die bis dahin herrschende autoritäre Diktatur gestürzt und dem Land eine demokratische Entwicklung ermöglicht.
So ist es nur ganz natürlich, dass an diesem mit «Música de Abril» überschriebenen Abend auch drei Lieder des Sängers der Revolution, José Afonso, erklingen, dessen «Grândola vila morena» am frühen Morgen des 25. April in einem Radiosender gespielt und zum Startsignal für den Aufstand wird. Doch die Zeitreise durch die portugiesische Musik führt auch zu Werken klassischer Komponisten wie Luís de Freitas Branco, Joly Braga Santos oder Fernando Lopes-Graça, welche die jungen Portugiesen − verstärkt durch mehrere Studienfreunde anderer Nationen − ausdrucksstark wie hingebungsvoll vortragen. Und auch Portugals junge Komponisten-Generation lässt mit neuen Stücken aufhorchen − beispielsweise der an der Leipziger Musikhochschule studierende Violinist Rui C. Antunes oder deren Absolvent, der Pianist ­Filipe Pinto, der den Konzertabend künstlerisch ebenso gut betreut wie ihn Manuel Durão launig und informativ moderiert. Auch der ist Hochschulabsolvent, jetzt Komponist und Dirigent, Mitstreiter in der DPG und lebt schon seit vielen Jahren in Leipzig.
Er hat dann eine Überraschung parat, sagt zwei Stücke von Johann Sebastian Bach an, gespielt vom Bochumer Oboisten Hans-Heinrich Kriegel. Auch der ­gehört schon lange der Deutsch-Portugiesischen Gesellschaft an. Gefragt, ­wa­­rum er an einem Abend mit portugiesischen Klängen Musik ausgerechnet dieses Mannes spiele, sagt er, dass Bach als langjähriger Thomas-Kantor am ­intensivsten mit Leipzig verbunden war, jener Stadt, von der 1989 so viel Hoffnung ausging und in der die Friedliche Revolution ihren Anfang nahm. Er wolle eine Brücke schlagen zu den Ereignissen vor dreißig Jahren im Osten Deutschlands. Ebenfalls starker Beifall für Kriegels Darbietung.
Viele verlassen nach dem Konzert den Saal mit leuchtenden Augen, sind hingerissen von dem musikalischen Erlebnis, haben viel zu erzählen. Wie António Oliveira, der Keramiker, den die Liebe vor Jahren nach Leipzig zog: »Das war klasse, wirklich tolle Musik! Schade, dass meine Kinder nicht dabei waren, das hätten sie hören müssen. Aber das nächste Mal sind sie dabei. Und wenn ich sie herschleppen muss!«

Peniche: Ein Museum für die Winde und Wellen der Freiheit

Foto vom «Museu Naçional da Resistência e da Liberdade» in Peniche

Unter Salazar Gefängnis, jetzt Museum • von Thomas Fischer

> In Portugal gibt es schon längst Nationalmuseen für Kunst und Kutschen, Archäologie und Azulejos, Theater und Trachten. Nun entsteht ein Nationalmuseum für den Widerstand und die Freiheit − an einem symbolträchtigen Ort.
Wuchtige Mauern umgeben die Festung aus dem 17. Jahrhundert, auf einem Felsvorsprung gleich am tosenden Meer. Noch vor wenigen Jahren war im Gespräch, diese Anlage für den Bau eines Hotels an private Investoren zu verpachten. Hier sollten Touristen die Aussicht auf das Meer genießen und sich raue Winde um die Ohren sausen lassen. Aber diese Idee galt doch bald als makaber. Allzu lebendig ist die Erinnerung an ein Kapitel der jüngeren Geschichte, das am 27. April 1974 ein Ende fand.
An jenem Tag, zwei Tage nach der festlichen »Nelkenrevolution« in Lissabon, versammelte sich auch hier, in der Fischerstadt Peniche, 100 Kilometer nördlich der Hauptstadt, eine riesige Menge. Sie feierte begeistert die Freilassung der Häftlinge aus dieser Festung, die unter der Salazar-Diktatur als Hochsicherheitsgefängnis für Oppositionelle gedient hatte. Unter ihnen war der damals 24-jährige José Pedro Soares. Er ist heute Mitglied einer Kommission für die Einrichtung des Nationalmuseums für den Widerstand und die Freiheit (Museu Nacional da Resistência e da Liberdade), das hier nach und nach entsteht.
Er war einer der mindestens 2510 politischen Häftlinge, die unter dem faschistischen Diktatur der Jahre 1926 bis 1974 irgendwann hier einsaßen. Auf einer Mauer sind alle ihre Namen eingraviert, also auch der von José Pedro Soares. Als sie am 45. Jahrestag der Befreiung feierlich eingeweiht wurde, waren er und andere ehemalige Häftlinge mit dabei.
Viele der Surfer, bei denen sich die mächtigen Wellen vor diesem Küstenabschnitt herumgesprochen haben, gehen an der Festung einfach vorbei. Sie symbolisiert wie wenige andere Bauten im Land die Diktatur von António Oliveira Salazar, Regierungschef der Jahre 1932 bis 1968. Er ließ in den 1950er Jahren die Zellentrakte für bis zu 154 Häftlinge in ihrer heutigen Form bauen. Unter den Häftlingen waren unter anderem Anhänger der Ersten Republik (1910-1926), Anar­cho-Syndikalisten und Kommunisten.
Anfang April hat José Pedro Soares noch eine Gruppe von Journalisten durch das frühere Gefängnis geführt. »Manchmal kommen noch die Gefühle hoch« entschuldigt sich der jetzt 69-jährige Ex-­Häftling, wenn ihm der Knoten im Hals das Sprechen erschwert, um dann beim Rückblick auf den Tag der Befreiung doch wieder zu strahlen.
Er war elf Monate in Peniche inhaftiert. In einem der jetzt leer stehenden Trakte, die später zum Museum gehören sollen, findet er gar seine frühere Zelle mit vergittertem Fenster, das einen Blick auf das Meer erlaubt. »Ich konnte das Meer aber nicht sehen, denn das Glas war damals getrübt«, erinnerte er sich. Er hörte immerhin das Kreischen der Möwen und das Tuckern der zum Fang auslaufenden ­Fischerboote.
Am 25. April 1974 kamen neue Laute hinzu − das festliche Hupen von Autos. Klarheit über den Anlass bekamen die Insassen über den Fernsehapparat, den es seit kurzer Zeit im Gefängnis gab. Weil die Diktatur fiel, sollte auch die Haftstrafe von dreieinhalb Jahren, zu der José ­Pedro knapp ein Jahr zuvor für die illegale Kommunistische Partei verurteilt worden war, vorzeitig enden.
Er war gerade 21 Jahre alt, als ihn die Geheimpolizei fasste. Er würde lebend nie frei kommen, sei ihm gesagt worden, wenn er nicht verrate, welche Genossen gewisse Decknamen versteckten. José Pedro berichtet, dass er drei Wochen lang unter Folter verhört worden sei, mit Schlafentzug und Schlägen, aber geschwiegen habe. »Wir hatten alle so ein Blatt«, sagt er dann und zückt eine Kopie seines Auszuges aus dem polizeilichen Register mit Information über die Haftstrafe, die er in Peniche verbüßen sollte. Es habe dort zwar keine Folter gegeben, sagt er, denn die Häftlinge seien meist schon verurteilt gewesen. Und doch sei alles getan worden, um sie zu brechen. Er habe dort phantastische Menschen kennengelernt. Manche Häftlinge hätten von Mitinsassen erst das Lesen und das Schreiben gelernt.
Während er erzählt, stockt er, wenn er sich an schwere Schicksale erinnert. Aber seine Augen leuchten, wenn er etwa beschreibt, wie dem bekannten Kommunistenführer Álvaro Cunhal (1913–2005) mit einer Gruppe weiterer Häftlinge im Januar 1960 eine absolut spektakuläre Flucht gelang. José Pedro wirkt jetzt nicht nur als Zeitzeuge bei der Gestaltung des Museums mit. Er hat sich auch in die Geschichte der Diktatur und dieses Gefängnisses vertieft. Hierfür begibt er sich öfter auch ins Staatsarchiv in Lissabon, um in Akten der Geheimpolizei PIDE/DGS zu stöbern. Fast 30.000 Festnahmen sind dort aktenkundig, aber die wahre Zahl dürfte höher sein.
Das Museum »wächst« noch. Zugänglich sind, neben der Mauer mit den Namen der Häftlinge, derzeit eine Ausstellung «Por Teu Livre Pensamento» (Für die Freiheit deiner Gedanken) und der Raum, in dem die Häftlinge unter strenger Bewachung mit Besuchern reden konnten. An die Gefangenen in Peniche dachte offenbar aber auch, noch zu Zeiten der Diktatur, die berühmte Fado-Sängerin Amália Rodrigues (1920−1999) in ihrem als «Fado de Peniche» bekannten Lied «Abandono» (sinngemäß »Verlassenheit«). »Weil du frei gedacht hast, haben sie dich weit weg eingesperrt, so weit, dass mein klagender Schrei dich nicht erreicht«, sang sie. Ihr Fado endet mit »Wenigstens hörst du den Wind, wenigstens hörst du das Meer«. Auch ohne die Erwähnung von Peniche sah die Zensur jener frühen 1960-er Jahre darin eine Anspielung −und verbot das Lied.

Die Gefängnisse der Salazar-Diktatur
Nicht nur in Peniche saßen Gegner der Salazar-Diktatur ein. An einer weiteren Stätte von Folter und Verfolgung rattern in Lissabon sogar die Trams der Linie 28 vorbei. Gleich gegenüber der Kathedrale erheben sich die Gemäuer des Aljube, das von 1928 bis 1965 als politisches Gefängnis diente und heute ein kommunales Museum beherbergt. Zu sehen sind unter anderem winzige Zellen für Häftlinge, die bei der Geheimpolizei PIDE/DGS verhört und gefoltert wurden. Viele Regimegegner kamen auch in die Haft-anstalt von Caxias, westlich von Lissabon, wo − wie in Peniche − die politischen Gefangenen am 27. April 2974 die ersehnte Freiheit erlangten. Gefängnisse für politische Häftlinge gab es in Portugal auch in Porto und auf der Azoren-Insel Terceira.
Zahlreiche Oppositionelle deportierte das Regime derweil nach Tarrafal auf der Kapverden-Insel Santiago, wo Salazar 1936 das berüchtigte »Lager des langsamen Todes« eröffnen ließ. Im Jahr 1954 wurde es geschlossen, in den 1960er Jahren aber für die qualvolle Inhaftierung von Kämpfern für die Unabhängigkeit der afrikanischen Kolonien wieder in Betrieb genommen. Erst mit dem Sturz der Diktatur ging diese Zeit zu Ende.

Infante Dom Francisco – ein mörderischer Prinz

Foto des Infante Dom Francisco

Über das Treiben des Infante Dom Francisco, Duque de Beja (1691–1742) • von Andreas Lausen

»Das hier, das ist der königliche Palast von Lissabon«, sagte der sommersprossige Matrose zu seinen Kameraden, als der Dreimaster langsam den Tejo aufwärts segelte. »Geht weg hier!« fuhr der Bootsmann die Seeleute an, »wer nichts zu tun hat, geht nach Steuerbord rüber! Über diese Stelle im Tejo werden schlimme Geschichten erzählt!«
Da peitschte ein Schuss über die Kaikante, und im gleichen Moment stürzte ein Schiffsjunge aus dem Mast. Tot lag er auf den Planken. Wieder hatte Prinz Francisco seiner Mordlust nachgegeben.
Infant Francisco war der jüngere Bruder von König João V. (geboren 1689) aus dem Hause Bragança, der von 1706 bis 1750 regierte. Der König war einer der reichsten absoluten (»losgelösten«) Herrscher der Welt, denn die Einnahmen aus der riesigen Kolonie Brasilien sprudelten. Charakterlich waren die beiden Brüder wie Tag und Nacht.
Während der König im Grunde seines Herzens friedfertig war und sich den Künsten, der Architektur, der Malerei, der Musik, der Bildhauerei verschrieben hatte, konnte sein Bruder Francisco all dem nichts abgewinnen. Stattdessen grämte er sich über seinen zweiten Platz in der Thronfolge. Noch hatte der König mit seiner österreichischen Gemahlin Maria Ana keine Kinder. Prinz Francisco stand noch an erster Stelle der Thronfolge.
1711 gelobte der König feierlich, in Ma­fra ein großes Kloster mit Basilika und Königspalast zu bauen, wenn ihm und Königin Maria Ana ein Sohn geboren würde. Der Grund war nicht nur sein inständiger Wunsch, die Dynastie zu erhalten. Denn einen Thronfolger gab es − seinen Bruder Francisco. Der König kannte seinen zynischen, sadistischen Charakter, vor dem er Familie und Land bewahren wollte. So ist sein Gelübde zum Bau von Mafra nicht nur königlicher Größenwahn, sondern auch das Streben, Portugal vor einem Verbrecher auf dem Thron zu schützen.
Als 1714 Infant José geboren wurde, rückte Francisco in der Thronfolge nach hinten. Er sah seine Felle wegschwimmen. Also plante er, mit einem Putsch an die Macht zu kommen. Historiker meinen, dass er sogar die Ermordung seines königlichen Bruders plante.
Als dann der König 1715 schwer erkrankte, sah sein Bruder die Chance, auf den Thron zu kommen. Er konspirierte mit der Königin und bot ihr die Heirat an, falls der König sterben sollte. Maria Ana dachte nicht daran, ihren Schwager bei seinen finsteren Machenschaften zu unterstützen. Aber sie muss furchtbare Angst vor ihrem Schwager gehabt haben, denn sie überzeugte ihren Gatten, seine geplante Pilgerreise nach Rom abzusagen, um nicht die Kontrolle in Portugal zu verlieren. Der König schickte seinen Bruder als Kommandant der Flotte ins Mittelmeer, um im Bündnis mit Österreich und Venedig gegen die Türken zu kämpfen. Diese Aufgabe erledigte Francisco erfolgreich. Insgeheim mag König João gehofft haben, sein Bruder möge den Tod bei dieser Expedition finden …
Francisco begrub seine Hoffnung auf den Thron. Er führte ein Leben in Luxus. Seine üblen Charaktereigenschaften legte er nicht ab. Er war der Schrecken aller Bediensteten − und aller Nonnen. Mit einer von ihnen, Mariana da Silveira, hatte er zwei Söhne. Sein illegitimer Sprössling João de Bemposta brachte es mit seiner maritimen Begabung sogar zum Generalkapitän der Flotte. An den Infanten Francisco erinnert heute nur wenig. Fast scheint es, als wollten die Portugiesen diesen finsteren ­Typen aus dem kollektiven Gedächtnis verbannen. Seine Mordtaten wurden nie verfolgt. Nur im Lissabonner Vorort ­Caxias (sonst vor allem durch ein Gefängnis bekannt) findet sich ein Palast, den Francisco begonnen hatte. Er wurde erst 1770 fertig, sodass Francisco ihn nie bewohnt hat. Der Palast befindet sich heute in einem ruinösen Zustand. Der Eigentümer, das Verteidigungsministerium, hat keine Pläne für eine Sanierung.
Aber die Parkanlage wird gepflegt und ist öffentlich zugänglich. Hier kann der Besucher bei einem Spaziergang darüber nachdenken, dass den Portugiesen ein Wahnsinniger als Herrscher erspart geblieben ist. Dem Gelübde seines Bruders für den Bau von Mafra sei gedankt!

Vem e vá – Perguntas a Dídio Pestana (em portugûes)

Bild von Guincho (Portugal)

Guincho, Corvo e Berlim desempenham um papel especial na vida de Dídio Pestana • Perguntas de Andreas Lahn

O que você pensa quando vê faixas de carros na neve?
Dídio Pestana: A neve para mim continua a ser algo que me fascina. Acho que isso advém do facto de ter nascido numa cidade que quase nunca vê neve. Gosto dos desenhos dos carros na neve porque normalmente aparecem quando cai a primeira neve do ano.

Quais são os seus sentimentos na praia do Guincho?
O guincho é um sitio especial. Sempre o foi. Acho que pelo facto de tão perto de Lisboa haver um sitio onde o mar se perde de vista e onde a natureza impera limpando a cidade e os pensamentos.

No filme se diz que com a distância para Portugal a família se torna mais importante. Que significado seus pais têm para você?
A distancia faz-nos ver as coisas de maneira mais critica, faz-nos apreciar o que não temos à mão. A familia para mim é o único polo fora da bolha em que de alguma maneira vamos vivendo. Onde podemos ouvir opiniões diferentes das nossas, mesmo que por vezes nos choquem. E o facto de convivermos no meio disto faz da família uma espécie de porto seguro, onde nos podemos retirar se tudo correr mal.

Você achou surpreendente que um filme com muitos momentos pessoais, quase íntimos, tenha sido indicado para um prêmio no Locarno Film Festival em 2018?
Ter sido selecionando para o festival foi sem dúvida uma surpresa e integrar uma sessão competitiva ainda mais. Mas a surpresa não vem do facto do filme ser pessoal. Não há aqui nada de novo. Se olharmos para realizadores como Jonas Mekas ou Ross McElwee vemos que é um género que já existe deste os anos 60/70 quando filmar se tornou mais acessivel.

Em seu filme, é como na vida cotidiana: as pessoas vêm sair mais cedo ou mais tarde, você acaba com coisas antigas para começar algo de novo – um ciclo eterno de encontrar e perder. Este vai e vem só pode ser suportado se você não se leva tão a sério, certo?
Não sei se tem a haver com levar-me ou não a sério. Levo os dias muito a sério, são poucos os que temos para viver. Mas os ciclos fazem parte da vida, a tristeza e a alegria, as pessoas que deixam de estar, as que se juntam. É também neste movimento que vamos crescendo e vivendo as coisas intensamente. Tudo faz parte.

Tendo «perdido» o seu próprio horizonte em 2006, parece que se ter encontrado em Berlim. O que faz de Berlim tão especial para você?
Berlim é especial para mim por muitas razões. Mudei-me para cá porque me senti desde a primeira visita em casa. Há poucos sitios assim. Sitios onde as pessoas não te julgam pelo que aparentas ser mas pelo que fazes, pessoas que estão motivadas a fazer coisas e não tentam encontrar antes de começar todos os problemas. Há uma energia para a acção. Não é uma cidade perfeita, como não há nenhuma. É também muito fácil perdermo-nos, deixarmo-nos levar pela corrente. Perder os dias no cinzento depressivo do Inverno. Não sair de casa. Mas também gosto deste lado bipolar da cidade, entre o Inverno e o Verão.

«Sobre tudo, sobre nada» é um filme sem diálogos falados. Você escreveu todas as letras. Você sonha com um filme completamente sem texto e fala, apenas com sons nos quais as imagens falam por si?
Todos os filmes têm a sua maneira de contar uma história. No meu caso o texto era uma parte fundamental. Quando penso nos meus próximos projectos não penso muito se o filme terá ou não uma voz off, se serão apenas as imagens a contar a história, se será de outra maneira. Penso sim na melhor forma de abordar a história, de fazer o filme que essa história pede.

Quando está gravando um filme sobre «Tudo e nada», muito está faltando e nada tem espaço para se desdobrar. Você tem planos para algo mais concreto?
Este filme passava muito por esta noção de que as coisas vão e vêm, que o tempo passa. Não quiz aprofundar muito um tema em especial. Quis pegar em tudo e quando se faz isso faz-se sabendo que não vai ser possivel. É o que queria para este filme, este universo inconcreto, este passar dos dias. No futuro quem sabe.

As curtas sequências sobre o colonialismo na Guiné-Bissau, o 25 de abril, e as manifestações contra o fascismo em Portugal mostram o seu interesse pela história portuguesa. Você poderia imaginar fazer um filme com esses «temas históricos»?
Não sei se sou a pessoa certa para pegar e abordar estes tópicos. Gosto e interesso-me muito pela história de portugal e principalmente com tudo o que se tem vindo a fazer aos poucos em portugal para levantar as camadas de tinta que o fascismo em Portugal pintou sobre a história. Eu ainda estudei história com livros que pintavam os portugueses como heróis. Por isso acho muito importante o trabalho que historiadores, artistas, cineastas tem vindo a fazer para revelar uma história mais verdadeira do colonialismo português. Por isso, não acho que não serei eu, pelo menos não enquanto tema central.

Viajar é sempre uma mistura de fuga e aventura. Como você consegue manter o equilíbrio entre encontros emocionantes em outros países e o descanso necessário para o trabalho concentrado?
É uma mistura nem sempre fácil. Acho que com o que ainda lido mal são os dias antes da partida e os dias da chegada. Mas isso depois passa e todos os sitios se permitem a trabalhar. Claro que continua a trabalhar e a estar mais concentrado em Berlim.

E se você realmente precisa descansar, viaja para o Corvo?
Quero voltar muito em breve ao Corvo, faz já muito tempo. Mas para descansar não há nada como a casa em Berlim.

«SOBRE TUDO SOBRE NADA» – Um filme de Dídio Pestana

Bild einer Wohnung in Kreuzberg (Berlin)

A história de um filme incomum do cineasta português Dídio Pestana que vive em Berlim • de Gert Peuckert

Conheço o Dídio desde o início de 2000. Naquela época, ele estudava Língua e Cultura Portuguesa na Universidade de Lisboa e estudou música, entre outros, com o guitarrista de jazz Mário Delgado na prestigiada Academia de Música Hot Clube de Portugal.
Com seu amigo Gonçalo Tocha fundou a banda «Lupanar», cuja vocalista Ana Bacalhau faz parte da banda «Deolinda» que dá muitos concertos no país e no estrangeiro.
O Dídio incorpora uma nova geração de jovens artistas portugueses, que criam em toda a Europa e no mundo, mas ainda tem fortes laços com suas raízes.
No seu filme, ele mostra através da lente da câmera de Super 8 a sua vida cotidiana como Português e viajante após a mudança em 2006 de Lisboa para Berlim.
(www.sobretudosobrenada.com)
Enquanto vemos as imagens pode-se sentir a alegria e amor pela vida, o amor pela família,  os amigos e o novo ambiente no distrito de Kreuzberg e Neukölln, em Berlim, que para ele se tornou o centro da vida e o seu lar.
O documentário premiado em formato de Super 8 exibe em forma de diário uma década cheia da vida de um homem  no meio de seu dia a dia, uma vida cosmopolita, com amigos e familiares, enriquecida repetidamente pelas viagens de trabalho e visitas de amigos a vários países da Europa, África e América Latina.
O filme é também um auto-retrato, que dá uma visão sobre o seu mundo interior de pensamentos, que constantemente voltam a Portugal e à sua família – para o horizonte distante na praia do Guincho, onde tudo começou – aquele horizonte vasto no Cabo da Roca que nunca se perde da sua visão.
Ficamos com uma impressão da vida diária de uma nova geração de portugueses na Alemanha que é livre de restrições, procura a sua auto-realização e está totalmente integrado na sociedade local.
O Dídio foi inspirado pelo círculo criativo de amigos no seu novo ambiente em Berlim, mas em particular foi o seu amigo de longa data e parceiro artístico, o músico e cineasta, Gonçalo Tocha, quem o sempre incentivou a trabalhar no seu documentário. Ambos fazem também parte da dupla musical «Tochapestana» e deram concertos muito bem recebidos em Berlim e Portugal.
• www.tochapestana.com
Gonçalo Tocha é agora um dos cineastas portugueses mais perfilados e tem participado em inúmeras competições internacionais. O seu principal tema artístico são as ilhas dos Açores.
Em 2007, começou a produzir um documentário na ilha do Corvo, nos Açores, de onde veio também a sua família. Conseguiu criar um retrato maravilhoso do dia a dia dos pouco mais de 400 habitantes da mais pequena das ilhas dos Açores, com características autobiográficas.
O seu filme «É na terra não é na lua» foi premiado em 2011 no Festival Internacional de Locarno e no Doclisboa 2011 entre outros.
No seu outro filme, «Balaou», ele documenta com imagens impressionantes a travessia da ilha de São Miguel nos Açores num veleiro até Portugal continental. Para ambos os filmes, o Dídio fez a música e o som.
Todos aqueles que são apaixonados pelos Açores e querem aprender mais sobre a vida e os pensamentos dos ilhéus, além da beleza da natureza, devem assistir a estes filmes.
https://dafilms.com/film/8464-it-s-the-earth-not-the-moon
https://www.cinema.de/film/balaou,4452561.html
A cena do cinema português desenvolveu-se dinamicamente nos últimos anos e ganhou muita projecção internacional.
Muitos jovens documentaristas, incluindo o trabalho de estréia do Dídio, recebem e continuam a receber apoio técnico adicional de associações e/ou produtoras como por exemplo a Kintop em Lisboa.
www.kintop.pt
Esta produtora estabeleceu-se com o objectivo promover a produção de projectos de filmes criativos do novo cinema alternativo em Portugal e a sua distribuição e comercialização no estrangeiro.
Em seus documentários cinematográficos, a equipa artística de Kintop lida, entre outros, com problemas sociais cotidianos, bem como questões históricas, como as ações da polícia secreta PIDE nos anos da ditadura fascista.
Assim, o documentário «Luz Obscura» da cineasta Susana de Sousa Dias conta a história da família do comunista e preso político Octávio Pato, que foi espiada e seguida pela PIDE por muitos anos. O filme é baseado em documentos originais da polícia secreta dos anos de 1926 a 1974 e foi homenageado pela Academia Portuguesa de Cinema com o prémio Sophia 2019.