Short News

Foto von Julia Böning, TREAT Berlin

Julia Böning von TREAT Berlin präsentiert Bio- und Naturweine aus Portugal · © Andreas Lahn


014 | BERLIN: BIOWEINE UND NATURWEINE AUS PORTUGAL | 
Was mit einem Weinkiosk in Hamburg anfängt, endet vorläufig in Berlin-Neukölln: Hier führt Julia Böning einen kleinen, aber feinen Weinladen namens TREAT. Sie beschäftigt sich seit ca. 15 Jahren mit Wein und verkauft aus Überzeugung Bio- und Naturweine – vornehmlich aus Deutschland, Frankreich, Spanien und Portugal. Sie hat direkten Kontakt zu den WinzerInnen in Portugal, die – oft zusammen mit ihrer Familie – in Handarbeit kleine Weingüter bewirtschaften. 
Der Geschmack der Weine ist besonders, zum Teil speziell und bisweilen gewöhnungsbedürftig. Er unterscheidet sich durch die klimatischen Besonderheiten der jeweiligen Region, aber auch, weil der Wein nicht durch chemische Zusätze verändert wird. Schauen Sie gerne mal in der Kienitzerstraße vorbei und kosten Sie selbst…
TREAT · Kienitzerstraße 95 · 12049 Berlin-Neukölln
Telefon: 030 | 69572613 · E-Mail: hello@treat.berlin · Internet: www.treat.berlin
Öffnungszeiten: Mo.–Fr.: 15–20 Uhr · Sa.: 10–20 Uhr

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Foto vom Brand in Monchique 2018

Feuer in Monchique 2018 · © Timo Dillner

013 | MONCHIQUE: «WITH WATER, THE FIRE GOES OUT.» | «Monchique com futuro» ist ein soziales Projekt, das von den Bränden 2018 betroffenen Menschen helfen möchte, sich selbst zu helfen. Ziel des Projekts ist die Errichtung von geschlossenen Wassertanks, um an bestimmten Stellen Löschwasser gegen zukünftige Waldbrände zur Verfügung zu haben. Weitere Informationen und ein Spendenkonto finden Sie hier: https://ppl.pt/en/monchique-com-futuro

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Foto vom Stammtisch der DPG Berlin/Brandenburg am 26.9.2019 im Café Lisboa in Berlin

Stammtisch der DPG Berlin/Brandenburg am 26.9.2019 im Café Lisboa in Berlin

012 | BERLIN, 26.9.2019 | Der Landesverband der DPG Berlin/Brandenburg hat mal wieder zum Stammtisch ins Café Lisboa eingeladen. Es sind circa 20 Personen gekommen, die sich in lockerer Atmosphäre angeregt unterhalten. Bei wunderbarem portugiesischem Essen und Getränken wird auch über die Zukunft der DPG und speziell des Berliner Landesverbandes gesprochen. 

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011 | WELTERBE | Die UNESCO hat in ihrer Vergabesitzung den Titel »Welterbe« an zwei einzigartige Baudenkmäler in Portugal verliehen:
– Palast von Mafra mit Jardim do Cerco und Tapada
– Bom Jesus do Monte in Braga
Der Palast von Mafra stand lange Zeit auf der Warteliste. In der UNESCO-Sitzung (in der zum Beispiel Portugal und Deutschland kein Stimmrecht haben) ist es der Initiative von Brasilien und Angola zu verdanken, dass Portugals größte Barockanlage am 7. Juli 2019 als kulturelles Erbe der Menschheit anerkannt wurde. 
Die Anlage Bom Jesus do Monte in Braga mit der imponierenden barocken Treppenanlage und der Wallfahrtskirche  kam dagegen nach relativ kurzer Vorbereitungszeit auf die Welterbe-Liste. 
Bei beiden Anerkennungen würdigte die UNESCO auch die weltweiten Bezüge der Anlagen.

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Sardinhada am 15.6.2019 in Leipzig · © DPG

010 | SARDINHADA IN LEIPZIG AM 15.6.2019 | Sardinen, Sonne, super Stimmung – was für ein toller Tag bei der Sardinhada, die Leipzigs Portugal-Freunde für sich und vor allem für portugiesische Musikstudenten organisiert hatten! Als kleines Dankeschön für das Konzert, das die jungen Portugiesen am 25. April zum Jahrestag der Nelkenrevolution vor sehr vielen Gästen gegeben hatten. Gut vorstellbar, dass Leipzig auch künftig Konzerte mit portugiesischer Musik erleben wird – und vielleicht auch solche Sardinhadas.

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Foto vom DPG-Stammtisch am 16. April 2019 in Berlin

Der DPG-Stammtisch am 16. April 2019 in Berlin · Foto: © Paula Goyke

009 | DPG-STAMMTISCH IN BERLIN | Am 16. April 2019 ist es endlich wieder soweit: Die DPG lädt zum Stammtisch ins Café Lisboa. Die Anwesenden verbringen bei leckeren Speisen und Getränken einen gemütlichen Abend. Interessierte nutzen die Gelegenheit, die DPG kennenzulernen. Es wird auf die Lesung des portugiesischen Autors Almeida Faria am 14. Mai im Literaturhaus hingewiesen. Alle Anwesenden sind sich einig: ein wundervoller Abend!

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Alexandra Klobouk und Ruth Tobias am 21.2.2019 im Berliner Literatur-Haus

Die Autorin Alexandra Klobouk (li.) und Ruth Tobias, Vorsitzende des DPG-Landesverbandes Berlin/Brandenburg · Foto: © Michael W. Wirges

008 | LESUNG MIT ALEXANDRA KLOBOUK IN BERLIN | Alexandra Klobouk hat einige ihrer Bücher am 21. Februar 2019 in Berlin vorgestellt. Durch das große Glück, die begnadete Köchin Rita Cortes Valente de Oliveira kennengelernt zu haben, weiß sie um einige Geheimnisse des portugiesischen Essens, die zum Teil in ihr Buch »Die portugiesische Küche« eingeflossen sind. Im Literaturhaus Berlin hat sie über Fisch im Teigmantel, Carpaccio de Bacalhau und Grüne Bohnen im Teigmantel gesprochen und den ca. 20 ZuhörerInnen erklärt, wie man Muscheln ohne Risiko genießt. Einige Passagen aus ihrem Buch »Lissabon – im Land am Rand« («Lisboa – num país sempre à beira») haben ihre Lesung abgerundet und deutlich gemacht, warum sie Land und Leute liebt. Ihre Illustrationen und Rezepte sprechen den Lisboetas einfach aus der Seele. Alles in allem ein wundervoller Abend!
Weitere Informationen

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Foto vom Saxophon-Konzert am 30.11.2018 in Freiburg

Saxophon-Konzert am 30.11.2018 in Freiburg · Foto: © DPG – Stadtsektion Freiburg

007 | DESTINOS CRUZADOS: EINE MUSIKALISCHE REISE NACH PORTUGAL | Unter diesem Motto fand am 30. November 2018 im historischen Peterhof-Keller im Zentrum Freiburgs ein Saxophon-Konzert mit einem deutsch-portugiesischen Ensemble statt. Das Quartett bestand aus den Musikern Romeu Costa (Musikkonservatorium Braga), Fernando Ramos (Musikhochschule Porto), Vincent Haïssaguerre (Musikschule Tübingen) und Ingo Sadewasser (Musikschule Tübingen). Auf dem musikalischen Weg nach Portugal, mit Werken von Bernardo Sassetti und Luiz Costa, machte das Quartett auch in Deutschland, Frankreich oder Spanien halt, u.a. mit Darbietungen von Kurt Weil, Claude Debussy und Pedro Iturralde.

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Werner Tobias bei seinem Vortrag »Fliesenkunst in Portugal

Werner Tobias erklärt einem interessierten Publikum die »Fliesenkunst in Portugal« · © Herbert Schlemmer (2018)

006 | FLIESENKUNST IN PORTUGAL | Am 8.11.2018 hielt DPG-Mitglied Werner Tobias im Hotel Pestana in Berlin vor einem interessierten Publikum von 45 Personen einen Vortrag über das Thema »Fliesenkunst in Portugal«. Aus seinem reichen Erfahrungsschatz schöpfend, schlug der Vortragende einen Bogen von den ersten portugiesischen Fliesen über die Blütezeit holländischer Fliesenmalerei in Portugal bis in die Moderne der fliesendekorierten Metrostationen in Lissabon.
Der Vortragende hatte neben Fotos portugiesischer Fliesenkunst in allen öffentlichen Räumen zahlreiche Ansichtsexemplare mitgebracht. Geschmückt wurde der Saal zudem von einem Fliesenbild der Fliesenmalerin Ulrike Pohl, die DPG-Mitgliedern durch ihr »Kachel-Atelier« in der Leibnizstraße in Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf seit langen Jahren ein Begriff ist.
Ein gemütliches Beisammensein bei Snacks rundete den Abend ab.
Weitere Informationen zum Kachel-Atelier

Foto von Werner Tobias bei seinem Vortrag »Fliesenkunst in Portugal

Werner Tobias bei seinem Vortrag »Fliesenkunst in Portugal« · © Herbert Schlemmer (2018)

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005 | 2. DPG-STAMMTISCH IN BERLIN | Am 18. September 2018 fand in Berlin-Wilmersdorf im Café Lisboa der zweite Stammtisch der Berlin-Brandenburgischen Sektion der DPG statt. Über 24 alte und neue Mitglieder fanden sich zu einem gemütlichen und zwanglosen Zusammensein bei leckerer portugiesischer Küche ein.
Es wurden viele interessante Gespräche über das (harmonische) deutsch-portugiesische Zusammenleben, über Wünsche der Mitglieder und Projekte für die Zukunft geführt. Und natürlich wurden auch die nächsten (spannenden) Termine der Berlin Brandenburgischen Landessektion der DPG erwähnt – der Vortrag von Werner Tobias über FLIESENKUNST IN PORTUGAL am 8. November um 19 Uhr im Hotel Pestana in Berlin und die Weihnachtsfeier/Jantar de Natal am 11. Dezember 2018. Wir haben uns mit einer großen Mehrheit dazu entschlossen, eine Feier zu organisieren, zu der jeder mit leckeren Spezialitäten beitragen kann. Der Ort wird noch bekannt gegeben.
Und natürlich haben wir viele neue Ideen für das Jahr 2019!

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Foto des gut besuchten DPG-Stammtisch am 20.3.2018 in Berlin

Gut besuchter DPG-Stammtisch am 20.3.2018 in Berlin · © Herbert Schlemmer

004 | DPG-STAMMTISCH IN BERLIN | Am 20.3.2018 fand in Berlin-Wilmersdorf im Café Lisboa der erste Stammtisch der Berlin-Brandenburgischen Sektion der DPG statt. Über 20 alte und neue Mitglieder fanden sich zu einem gemütlichen und zwanglosen Zusammensein bei deutschen Ostereiern und portugiesischer Küche ein. Der Stammtisch ist der erste Schritt zu einem kulturellen und kulinarischen Programm, das die beiden neuen Leiterinnen der Landessektion Berlin-Brandenburg, Paula Goyke und Ruth Tobias, für die DPG organisieren.

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Foto bei der Vernissage für die Ausstellung von Michael Goyke

Mitglieder der DPG bei der Vernissage der Ausstellung von Michael Goyke · © 2018 Cristina Dangerfield-Vogt

003 | AUSSTELLUNG MIT WERKEN VON MICHAEL GOYKE | Michael Goyke ist 1962 in Duisburg geboren und lebt seit 1999 in Berlin. Die Kraft, die zur Entstehung seiner Werke führt, ist das innere Verlangen, malerische und skulpturale Wirkungen zu verbinden. Dabei verwendet er u.a. textile Stoffe als Material. Zusammengeknüllt auf den Träger gebracht offenbaren sich in den gebirgsähnlichen Erhöhungen und Vertiefungen mit ihren Licht- und Schatteneffekten plötzlich mystische Gestalten und Figuren. Mal steht am Anfang eine Idee, mal ist es der »Zufall« des Stoffes, der die Form bestimmt und diese Geschöpfe entstehen lässt.
Auffallend sind die – in seinen Werken immer wiederkehrenden – schwebenden Miniatur-Meteoriten, mit denen er seine Figuren umgibt. Diese bewirken eine besondere Plastizität und verleihen den Bildern eine geradezu surreale, irdische und überirdische, kosmische Aura.
Goyke zeigt hier einige seiner Arbeiten, bei denen er mit verschiedenen Materialien gearbeitet hat, aber auch Werke, gemalt in anderen Techniken, welche uns einen Einblick in seine inneren Traumwelten gewähren.
Die Ausstellung läuft vom 10. März bis zum 6. April 2018 in der Wein-Bar 7 Mares, Heimstraße 3, 10965 Berlin; Mo.–Sa., 18.30–22.30 Uhr
Weitere Informationen

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Taste Portugal 2018: Foto von Herbert Schlemmer

Taste Portugal 2018 · © Herbert Schlemmer

002 | TASTE PORTUGAL | Wie schon im vergangenen Jahr, fand auch 2018 die Kampagne »Taste Portugal« zur Bekanntmachung und Förderung von kulinarischen Produkten und Weinen aus Portugal statt. Vom 15. bis 17. März 2018 wurden in der Marheinicke Markthalle in Berlin-Kreuzberg typisch portugiesische, mit Liebe und Sorgfalt von Hand hergestellte ­Lebensmittel zur freien Verkostung angeboten, Produkte von portugiesischen Winzern, Ölerzeugern, Metzgereien, Käsemanufakturen, Honig- und Salzproduzenten. Als kulinarischer Botschafter war der bekannte TV-Koch Vitor Sobral anwesend, der ein Showcooking portugiesischer Spezialitäten veranstaltete, begleitet von der bekannten portugiesischen Musikgruppe »Trio Fado« aus Berlin. Die Veranstaltung wurde am Abend fortgesetzt mit einem Abendessen im ­Restaurant »Anabelas Kitchen« in Berlin-­Charlottenburg. Auch hier war Vitor ­Sobral anwesend, „»Trio Fado« rundete den Abend musikalisch ab. Vitor Sobral verlieh Urkunden an Inhaber der Restaurants aus Berlin und Umgebung, die zum weltweiten Netzwerk »Taste Portugal« gehören. (AUTOR: Michael W. Wirges)
Weitere Informationen (auf englisch)

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Foto von Herbert Schlemmer auf der Grünen Woche 2018 in Berlin

Auf der Internationalen Grünen Woche 2018 in Berlin · © Herbert Schlemmer

001 | INTERNATIONALE GRÜNE WOCHE (19.–28.1.2018 in Berlin): Der portugiesische Botschafter João António da Costa Mira Gomes besucht den portugiesischen Stand auf der Messe.
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Koch aus Leidenschaft: Interview mit Luis Ehlert

 

Foto von Luis Ehlert (»Insider Cooking«)

Luis Ehlert von »Insider Cooking« · Foto © Yara Ehlert

»Kochen ist meine Leidenschaft!«

Luis Ehlert über die portugiesische Küche, seine Kochkurse in Penedo und was er weder kochen noch essen mag • Fragen von Andreas Lahn

Hallo Luis, wie findest du ein Restaurant, wenn du auf Reisen bist und Hunger hast: Gehst du in das erstbeste, auch auf die Gefahr hin, enttäuscht zu werden?
Luis Ehlert: Nein, ich habe das Glück, dass meine Frau sich vorher erkundigt und gute Restaurants an der Strecke bucht. 

Das ist ja clever. Aber weißt du immer schon vorher, wo es lang geht?
Es ist selten der Fall, dass wir nicht vorher wissen, wo es hingeht. Wir waren zum Beispiel gerade in Aveiro. Da haben wir uns auch vorher erkundigt und sind nicht enttäuscht worden. Das war super!

Da kommt die Leidenschaft des Kochens voll zur Geltung. Wenn man ein bestimmtes Niveau erreicht hat, möchte man im Restaurant keine negativen Erfahrungen mehr machen?
Ja, genau! Weil wir nicht enttäuscht werden wollen, informieren wir uns vorab.

Du betreibst die Firma »Insider Cooking« zusammen mit deiner Frau Regina. Ihr bietet Kochkurse auf eurem Grundstück in Penedo an. Was wird da gekocht?
Da werden in erster Linie portugiesische Gerichte gekocht. Die Kurse sind ein Projekt der traditionellen, aber auch der zeitgenössischen Küche. Darüber hinaus habe ich die Ehre, immer mal wieder Gastköche einzuladen zu können, die nicht unbedingt portugiesisch kochen müssen. Sie kochen vielmehr das, was sie können und wollen. Das ist in der Regel zumindest portugiesisch angehaucht, weil viele Chefs auch in Portugal wohnen und sich mit dem Land verbunden fühlen. Im Mai bieten wir zum Beispiel einen Kochkurs zur iranischen Küche an, weil eine Freundin von mir Iranerin ist und vorzüglich kocht. Ein anderer Freund ist Brasilianer und kocht auch sehr gut. Das sind aber eher die Ausnahmen.

Was sind das für Leute, die an den Kochkursen teilnehmen?
Wir bieten die Kurse seit 2011 an. Die TeilnehmerInnen lassen sich in keine Schubladen stecken Da kommen ganz unterschiedliche Leute zusammen. Unsere Kochkurse sind für Einheimische und auch für Touristen. Wichtig ist das Ambiente. Wenn du aus Lissabon kommst, fährst du 40 Minuten und bist auf dem Land. Hier tauchst du in dieses pittoreske Dorf Penedo mit Blick aufs Meer in eine ganz andere Welt ein. Wir haben zwei Typen von Kochkursen. Zu den einen wird individuell eingeladen. Die anderen werden im Internet angekündigt und sind öffentlich. Daraufhin melden sich viele Leute unterschiedlicher Nationalitäten an, die zum großen Teil hier in der Gegend wohnen. In den Kursen sprechen wir portugiesisch, englisch und deutsch. Auch die Rezepte gibt es in diesen drei Sprachen. Über die Jahre hat sich ein Stammpublikum entwickelt. Es gibt sogar einige Menschen, die zu fast jedem Kochkurs kommen − unabhängig davon, was gekocht wird. Letztlich geht es ja nicht nur um das Kochen und Genießen. Ein Kochkurs ist quasi ein gesellschaftliches ­Ereignis, bei dem man in entspannter ­Atmosphäre viele Leute kennenlernt − auch aus anderen Ländern −, so dass interessante ­Gespräche geführt werden können.

Du legst Wert auf regionale Produkte und Weine aus der Gegend. Wie funktioniert das in der Praxis?
Bei Weinen aus der Gegend muss ich eine Einschränkung machen. Colares-Weine sind sehr spezielle Weine. Wir legen uns nicht so fest und denken landesweit. Portugal ist ja ein eher kleines Land. Wir haben Alentejo-Weine, aber auch welche aus dem Douro oder Dão. Ich lade auch mal ein Weingut ein, damit sie ihre Weine vorstellen können. Da möchte ich mich nicht festlegen. Portugiesische Produkte ja, aber für komplett regionale Produkte fehlt die Notwendigkeit. Portugal ist ein kleines Land.

In portugiesischen Restaurants lautet die erste Frage meistens Fisch oder Fleisch. Welche Rolle spielen vegetarische und vegane Gerichte in deinen Kursen und in der portugiesischen Küche insgesamt?
Das ist eine sehr gute Frage. Meine Töchter sind seit vielen Jahre Vegetarierinnen und jetzt Veganerinnen. Ich musste mich deshalb früher mit diesem Thema beschäftigen als mir lieb war. Ich habe auch schon Kochkurse mit vegetarischen Gerichten angeboten und dafür Köche eingeladen, die diese Herausforderung angenommen haben. Mittlerweile könnte ich es auch selber machen… Im Vergleich zu anderen Ländern hinken portugiesische Restaurants mindestens zehn Jahre hinterher. Es gibt bisher nur einige wenige Restaurants, die sich diesem Trend verschrieben haben.

Letztlich geht es ja nicht nur darum, was man anbietet, sondern darum, was die Gäste haben wollen. Wenn eine Gruppe von sechs Leuten zusammen essen geht, und zwei Personen wollen vegetarisch essen, dann wird kein Restaurant gewählt, das zu 99 Prozent Fisch und Fleisch anbietet. Das hat somit auch geschäftliche Gründe.
Du hast vollkommen Recht. Wir haben erst vor Kurzem einem Restaurant in Praia Grande die Empfehlung gegeben, zumindest ein vegetarisches und ein veganes Gericht anzubieten. Die haben diese Anregung gerne übernommen. Du musst dich diesem Markt stellen. Ansonsten kommen die Leute dort hin, essen quasi nur Beilagen und finden das nicht so witzig. Wenn ich ein Restaurant hätte, würde ich mindestens je zwei vegetarische und vegane Gerichte auf die Karte setzen.

Welche Gewürze sind typisch für die portugiesische Küche?
Knoblauch, Olivenöl, Koriander, Paprika, Oreganum, Petersilie, Minze, Piri Piri und Brunnenkresse. Zum Würzen ist Wurst sehr wichtig − in kleinen Stückchen, um den Speisen eine gewisse Geschmacksrichtung zu geben.

Du bietest zusammen mit anderen Veranstaltern kulinarische Reisen in portugiesische Regionen an. Im nächsten Jahr darüber hinaus sogar nach Marokko. Mit welchem Ziel?
Marokko hat mit der Kochbuch-Autorin Julie Stafford aus Australien zu tun, die auch die Veranstalterin ist. Sie hat zwei Workshops bei uns mitgemacht. Wir kamen ins Gespräch. Ich habe sie dann gebeten, eine kulinarische Reise zu organisieren und gleichzeitig auch eine Weinreise, was ja in einem muslimischen Land nicht so einfach ist. Mir macht es einfach Spaß, auch mal ins Nachbarland zu gehen. Warum nicht?

Haben diese Reisen Einfluss auf deine bestehenden Rezepte? Werden sie vielleicht zukünftig mit marokkanischen Gewürzen verfeinert?
Die habe ich schon Zuhause. Ich koche zum Beispiel einen Bacalhau bei Niedrig-Temperatur mit einem Kichererbsen-Püree. Da sind dann Kumin (geriebener Kreuzkümmel) drin und auch eine Gewürzmischung. Das kontrastiert wunderbar zum Bacalhau mit Olivenöl und Knoblauch. 

Wie wichtig sind Weine bei einem Essen in Portugal?
Ganz wichtig! Zumindest für mich und die meisten Portugiesen. Wir haben in Portugal bis zu 250 autochthonen Rebsorten, da kann man herrliche Cuvés draus machen. Das ist unsere Waffe gegen die weltweit angebauten Cabernet Sauvigons oder ­Syrahs. Rebsorten wie Touriga Nacional, Touriga Franca, Alfrocheiro etc. macht portugiesische Weine zu etwas Besonderem! Der Portugiese ist von Haus aus ein Genussmensch. Er isst nicht nur gerne, sondern er trinkt auch gerne seinen Wein. Wenn wir nicht soviel Wein selber trinken würden, könnten wir mehr davon exportieren. 

Wie seid ihr überhaupt nach Portugal und speziell nach Penedo gekommen? 
Das ist ganz einfach zu erklären. Ich bin in Lissabon geboren. Ich frage mich eher, wie ich nach Deutschland gekommen bin! Seit meinem achten Lebensjahr bin ich in der Gegend von Colares und Praia Grande aufgewachsen. Im Alter von 14 Jahren bin nach Deutschland gekommen und dort 20 Jahre geblieben. Ich frage mich heute wirklich, wie ich das geschafft habe. 1996 war die Saudade dann so groß, dass ich nach Portugal zurückgekehrt bin. Wir wohnen jetzt weiter oben auf dem Berg und schauen auf die Gegend, in der ich früher gewohnt habe. Kurz vor der Geburt meiner ersten Tochter bin ich mit meiner Frau Regina nach Portugal gezogen.

Du kannst dich glücklich schätzen, das Regina Lust hatte, mit dir nach Portugal zu gehen, oder?
Ja natürlich. Wenn sie keine Lust gehabt hätte, wäre das ein großes Problem ­gewesen. Aber dann müsste ich mich auch fragen, ob ich die richtige Frau kennengelernt habe. Wer Portugal nicht zu schätzen weiß …

Was denken die Portugiesen über die deutsche Küche? Gibt es Gerichte, die geschätzt werden?
Eisbein, deutsche Würste und Bier. Ich würde behaupten, dass die meisten Portugiesen nicht mehr aus der deutschen Küche kennen. 

Du bist Unternehmens- und Steuerberater von Beruf. Im Vergleich zum Kochen klingt das eher langweilig. Macht dir diese Arbeit noch Spaß?
In meinem Beruf arbeite ich, um Geld zu verdienen. Dem Kochen widme ich mich aus purer Leidenschaft. Das eine fordert den Kopf, das andere das Herz.

Welches ist dein Lieblingsessen? Wie oft kochst du es oder lässt du es dir kochen?
Ein richtiges Lieblingsessen habe ich in diesem Sinne gar nicht. Es gibt viele sehr gut schmeckende Gerichte. Ich habe letztlich deshalb angefangen zu kochen, weil ich außer gegrilltem Fisch oder Fleisch auch mal etwas Anderes essen wollte. Und das konnte ich in einem portugiesischen Restaurant nicht ohne Weiteres bekommen. Einen confierten Bacalhau zum Beispiel kriege ich besser hin als die meisten Restaurants.

Kocht ihr Zuhause getrennt oder auch mal zusammen?
Das ist unterschiedlich. Unter der Woche kocht meistens Regina, am Wochenende bin ich dann dran. Dazu werde ich quasi verdonnert. Natürlich kochen wir auch mal zusammen, bisweilen auch mit Freunden.

Gibt es Gerichte, die du nicht magst, die du nicht kochen kannst oder willst?
Ja, auf jeden Fall! Tripas à moda do Porto zum Beispiel. Damit kannst du mich ­jagen. Quasi alle Gerichte, die Innereien enthalten, esse ich nicht. Und weil ich sie nicht mag, macht es mir natürlich auch keinen Spaß, sie zu kochen. In China habe ich es beispielsweise auch nicht übers Herz gebracht, frittierte Kakerlaken zu essen.

Gibt es etwas, was du gar nicht kochen kannst?
Ich habe viele Kochbücher von Sterne­Köchen. Wenn du anfängst, die zu lesen, ist das Kochen einiger Gerichte derart aufwändig, dass es nicht zu bewältigen ist. Damit müsste ich mich intensiver ­beschäftigen als es meine Zeit häufig zulässt. Es ist wunderbar, diese beeindruckenden Bücher zu lesen, weil man sich daraus die eine oder andere Idee holen kann, um dann Teile daraus zu kochen. Das mache ich hin und wieder.

Letztlich muss es ja so sein, dass du die Gerichte, die du in den Kochkursen anbietest, etliche Male gekocht haben musst, damit auch alles klappt?
Ja, natürlich! Alles, was ich anbiete, kann ich aus dem effeff zubereiten. Sonst würde ich das gar nicht erst machen. Wenn ich koche, beschränke ich mich auf die portugiesische Küche und versuche, die eher traditionellen Gerichte in die heutige Zeit zu übertragen und sie dabei etwas leichter und bekömmlicher zu machen. Und wenn es geht, noch geschmackvoller, aber ohne dabei zu prätentiös zu sein. Das funktioniert prima!

LUIS EHLERT ist am 18.4.1961 in Lissabon geboren. Dort und in Penedo verbringt er seine Kindheit. Im Alter von 14 Jahren zieht die Familie nach Deutschland. 1996 kehrt er mit seiner schwangeren Frau Regina nach Portugal zurück. Er arbeitet als Steuer- und Unternehmensberater in Cascais. Auf seinem Grundstück in Penedo bietet er Kochkurse an. Hobbys sind Garten und Musik. Sein Lebensmotto lautet: »Verträume nicht das Leben, sondern lebe deine Träume!«
Luis Ehlert ist verheiratet und Vater zweier erwachsener Kinder. Er liest am liebsten Kochbücher und mag den Film »Mission«. Seine Lieblingsfarbe ist grün.

KONTAKT:
E-Mail: luis.ehlert@insider-cooking.com
Website: www.insider-cooking.com

DPG-Mitgliederversammlung 2020 in Berlin

Foto mit Blick auf den Berliner Bahnhof Friedrichstraße und das NH Collection Hotel

Samstag  | 31.10.2020  |  NH Collection Hotel Berlin

Liebe Mitglieder, 
aufgrund der Corona Pandemie verzichten wir in diesem Jahr auf ein mehrtägiges Programm und haben die Zeit der Tagung auf 10 bis 17 Uhr beschränkt. Damit wollen wir die Möglichkeit einräumen, nach der Tagung die Heimreise antreten zu können. 
Entsprechend den Anmeldungen und den Möglichkeiten zum Zeitpunkt der Tagung, nehmen wir gern eine Restaurantreservierung (Selbstzahlerbasis) vor, um den Tag mit Ihnen ausklingen zu lassen. Die Sitzordnung im Tagungsraum wird von dem Hotel festgelegt und erfolgt entsprechend den aktuell geltenden Hygieneregelungen. 
 
TAGUNGSHOTEL
NH Collection (Berlin Mitte)
Friedrichstraße 96
10117 Berlin
Telefon: +49 | 30 | 20 62 66 0
– Direkt gegenüber S / U-Bahnhof Friedrichstraße –
 
ZIMMERRESERVIERUNGEN / ABRUFKONTINGENT (CODE: DPG)
Wir haben im NH Collection Hotel 10 Einzelzimmer und 10 Doppelzimmer vom 30.10. bis 1.11.2020 reserviert. 
  • Einzelzimmer: 115 € pro Nacht und Zimmer inkl. MwSt./Frühstück
  • Doppelzimmer: 139 € pro Nacht und Zimmer inkl. MwSt./Frühstück
Diese können Sie bis zum 16.10.2020 auf der Event-Website des NH Hotels unter »DPG« bzw. telefonisch (+49 | 30 | 22 38 51 32) oder per E-Mail buchen: reservierungen@nh-hotels.com 
 
SAMSTAG, 31.10.2020
  • 10.00 Uhr: Treffen vor dem Tagungsraum / Check-in
  • 11.00 Uhr: Begrüßung und Ansprache des DPG-Präsidenten Michael W. Wirges
  • 11.15 Uhr: Ansprache des Botschafters von Portugal, S.E. Francisco Ribeiro de Menezes (angefragt)
  • 11.30 Uhr: Vorstellung der bisher vorliegenden Ergebnisse zum Projekt »Dokumentation der Geschichte der DPG 2020«, Gabriele Baumgarten-Heinke
  • 12.00 Uhr: Mittagessen im Hotel 
  • 13.00 Uhr: Mitgliederversammlung 
  • 15.00 Uhr: Kleine Kaffeepause (bis 15.30 Uhr)
  • 17.00 Uhr: Ende der Tagung

ANMELDESCHLUSS: 1.10.2020

Vorläufiges Programm · Änderungen vorbehalten!
 
 
 

Projekt »Dokumentation der Geschichte der DPG 2020«, Teil I

Aufruf zur Beteiligung an der Schaffung eines Archivs zur Geschichte der DPG    von Gabriele Baumgarten-Heinke

Liebe Mitglieder, am 9. November 2019 findet die DPG-Jahrestagung in Berlin statt. Dieser besondere Termin, 30 Jahre nach dem Mauerfall, ist vom DPG-Präsidium bewusst so ausgewählt worden. An diesem Tag erinnern neben der Tagung mit verschiedenen Programmpunkten an die Zeit vor 30 Jahren. Der Besuch des Panoramas Die Mauer von Yadegar Asisi hat die TeilnehmerInnen sehr stark beeindruckt und wird in Erinnerung bleiben. 
Aber wir begehen nicht nur diesen Höhepunkt, sondern auch einen besonderen Jahrestag − 55 Jahre DPG! Otto Wolff von Amerongen (6.8.1918−8.3.2007), einer der einflussreichsten Unternehmer in Deutschlands nach 1945 und Wegbereiter des Osthandels, gründet am 6. Mai 1964 in den Räumen der Firma Otto Wolf Eisenhandel in Köln die Deutsch-Portugiesische Gesellschaft West (DPG). Gründungsmitglieder sind neben Otto Wolff von Amerongen (erster Präsident), Sprachwissenschaftler der Universitäten Köln und Coimbra und der Botschafter der Republik Portugal in Bonn, Manuel Homem de Mello. Die Gesellschaft hat am Anfang 67 Mitglieder. Die Eintragung ins Vereinsregister Köln erfolgt 1966. 
Aber auch in der DDR gibt es eine Freundschaftsgesellschaft Portugal— DDR, die vor 45 Jahren, am 4. Dezember 1974, in Lissabon gegründet wird. Erster Präsident ist Joao Freitas Branco (Staatssekretär für Kultur), Vizepräsident der ehemalige Reporter von BBC London, Dr. Alexandre Babo (Jurist, Schriftsteller und Theaterregisseur).
Liebe Mitglieder, auf meinen Antrag hin hat die Mitgliederversammlung 2019 in Berlin das Projekt Dokumentation der Geschichte der DPG 2020 beschlossen. 2020 begehen wir den 30. Jahrestag der Vereinigung der DPG aus der BRD und der DDR. Diese Vereinigung ist sechs Tage vor der offiziellen Wiedervereinigung Deutschlands erfolgt. Nach Aussagen des heutigen Ehrenpräsidenten, Harald Heinke, erfolgt diese Vereinigung von Anfang an auf einer freundschaftlichen und konstruktiven Basis der gegenseitigen Anerkennung. 
Im Rahmen dieses Projektes wollen wir Materialen aus der Geschichte der DPG, und vor allem aus 30 Jahren vereinigte DPG, zusammentragen. Ziel ist es, an die vielen aktiven Mitglieder und die hervorragenden Projekte der DPG zu erinnern und dies in einer Broschüre zu präsentieren. 
Wir rufen Sie, liebe Mitglieder, dazu auf, uns Ihre Berichte, Fotos und/oder Unterlagen aus dieser Zeit zu zusenden. Nur so können wir diese Geschichte vollständig dokumentieren. Vielen Dank! 

Und so ist das im Jahre 1990

Dank der Initiative des damaligen Architekten und DPG Präsidenten der West-DPG, Peter Neufert, finden am 21. Mai 1989 im Hotel Barragem von Montagil (Alentejo) in einer kleinen Gruppe von Deutschen aus West und Ost und mit dem portugiesischen Rechtsanwalt Dr. Alexandre Babo (ehemaliger Generalsekretär der Gesellschaft Portugal—DDR) erste Gespräche der Vertreter der DPG der BRD und der Gesellschaft DDR—Portugal statt. 
Hier werden Grundlagen für eine ­zukünftige, gemeinsame Zusammen­arbeit  von DPG West und Ost beraten. Es nehmen neben Dr. Alexandre Babo (Portugal), Peter und Marys Neufert (BRD) und von der DDR, Harald Heinke und Dr. Inge Jank und Dr. Hans-Georg Jank Deutschlektoren vom Herder-Institut Leipzig), teil. Es geht um die Schaffung einer neuen unabhängigen Gesellschaft und einen gemeinnützigen Verein unter der tragenden Klammer der Freundschaft und Zusammenarbeit mit Portugal. 
Am 27. September 1990 wird mit einer Festveranstaltung im Schauspielhaus (jetzt Konzerthaus) auf dem Gendarmenmarkt in Berlin die Vereinigung der DPG der BRD mit der DPG der DDR vollzogen und eine Vereinbarung über gleichberechtigte Zusammenarbeit zwischen den DPG-Präsidenten Peter Neufert und Dr. Klaus Steiniger getroffen. 

Quelle: Bericht von Harald Heinke (2004)

Senden Sie Dokumente für dieses Projekt an die Geschäftsstelle der DPG:
Deutsch-Portugiesische Gesellschaft (DPG)
c/o Heinke
Zillertalstraße 51
13187 Berlin

oder per E-Mail: office@dpg.berlin

Telefon: 0176 | 54079866

Zeittafel zur Geschichte der DPG

Deutsch-Portugiesische Gesellschaft (DPG) – eine deutsche Vereinigung für Portugal

6. Mai 1964

  • Gründung der Deutsch-Portugiesischen Gesellschaft (DPG) in der Firma Otto Wolff Eisenhandel, Köln: 60 Mitglieder
    • Präsident: Dr. Otto Wolff von Amerongen
    • Geschäftsführer: Dr. Manfred Zapp
    • Unterstützt von Prof. Dr. Joseph Piel, Sprachwissenschaftler (Universität
    • Köln/Coimbra) und Botschafter Portugals, Dr. Manuel ­Homen de Mello

3. Mai 1966 

  • Eintragung ins Vereinsregister Köln

1974

  • Aprilrevolution in Portugal
  • Lissabon: Gründung der Freundschaftsgesellschaft Portugal−DDR (4.12.1974)
    • Präsident: Prof. Dr. João Freitas Branco, Staatssekretär für Kultur
    • Vizepräsident: Dr. jur. Alexandre Babo, Schriftsteller/Theaterregisseur

1976

  • Änderung des Namens der Gesellschaft in Deutsch–Lusitanische Gesellschaft e.V. – Sociedade Luso-Alemã (DLG)
    • Präsident: Dr. Otto Wolff von Amerongen
    • Vizepräsident: Werner Delvendahl, Essen
    • Vizepräsident/Schatzmeister: Architekt Dipl. Ing. Peter Neufert
    • Vizepräsident: Heinz Peter Ptak, Brigade General a.D., Dipl. Volkswirt
    • Köln: 1. Satzung der Deutsch–Lusitanische Gesellschaft e.V. in der BRD
    • Schwerpunkt Südwestdeutscher Raum
    • Eintragung der DLG Vereinsregister Köln u. a. neue Zielsetzung der DLG
    • 1. Erwähnung der Förderung des deutschen Tourismus nach Portugal
    • Erneute Namensänderung: Aus der Deutsch-Lusitanischen Gesellschaft wird Deutsch–Portugiesische Gesellschaft e.V., da der Begriff lusitanisch in der deutschen Öffentlichkeit zu Missverständnissen führte.

1981

  • Gründung der Schwestergesellschaft in Portugal: Associação de Cooperação Portugal − República Federal da Alemanha in Portugal (Lisboa)

1982

  • Herausgabe der Vereinszeitschrift Portugal–Nachrichten; Herausgeber: Heinz Peter Ptak; Redakteure: Dr. W. Födisch, Gerhard Scholz, Magret Ochsenfarth

Ende 1986  

  • Übergabe des Bundesvorsitzes der DPG auf Wunsch von Heinz Peter Ptak (gesundheitliche Probleme) an Dipl. Ing. Peter Neufert

12. Januar 1990

  • Montargil / Lissabon: 1. Gespräch der Vertreter der DPG der BRD und der Freundschaftsgesellschaft DDR sowie der Gesellschaft Portugal–DDR, auf Initiative des Präsidenten der BRD-Gesellschaft Peter Neufert und durch Vermittlung des Vorstandes der Gesellschaft Portugal–DDR: Vereinbarung über zukünftige Zusammenarbeit

16. Januar 1990

  • Berlin: Vollversammlung der Freundschaftsgesellschaft DDR−Portugal: Demokratische öffentliche Wahl des neuen Vorstandes und Beitritt neuer Mitglieder: Präsident: Dr. Klaus Steiniger

18. April 1990

  • Berlin–Ost / Club der Kulturschaffenden: Lesung der Gesellschaft DDR−Portugal mit dem Münchner Autoren und ehem. Leiter des Goethe-Instituts der BRD in Lissabon, Curt Meyer–Clason

Mai 1990

  • Ostberlin: Besuch des Präsidenten der Deutsch-Portugiesischen Gesellschaft der BRD, Peter Neufert bei der Freundschaftsgesellschaft DDR–Portugal

7. Juli 1990

  • Berlin–Ost: Öffentliche Vollversammlung der Gesellschaft DDR−Portugal Grußschreiben der DPG der BRD. Empfehlung der Vollversammlung an den neuen Vorstand, den Zusammenschluss der beiden Gesellschaften (BRD / DDR) bis Oktober 1990 vorzubereiten.
  • Aufhebung der Beantragung von Visa nach Portugal für Bürger der DDR
  • Berlin: Registrierung der neuen freigewählten Deutsch-Portugiesischen Gesellschaft in der DDR − Vereinsregister N° 595 Stadtbezirksgericht Berlin-Mitte

27. September 1990

  • Berlin–Ost / Schauspielhaus: Vereinigung der DPG der Bundesrepublik und der DPG der DDR, gegründet im Februar 1990. Nachfolger des 1974 gegründeten Freundschaftskomitees, später Freundschaftsgesellschaft DDR−Portugal. 
  • Vereinbarung der gleichberechtigten Zusammenarbeit zwischen DPG Präsident der BRD Peter Neufert und Präsident der DDR Gesellschaft, Dr. Klaus Steiniger 

29. Oktober 1990

  • Bonn / Deutsch Parlamentarische Gesellschaft: Vortrag von Dr. Klaus Steiniger − im Namen des Präsidiums der DPG »Die Deutsch-Portugiesische Gesellschaft − eine deutsche Vereinigung für Portugal«
  • Einladung der Deutsch-Portugiesischen Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestages: Dr. Max Kunz, MdB

17.11.–19.11.1990

  • Kassel: 1. Gesamtdeutsche Jahrestagung der DPG auf Schloss Waldeck: Zusammenschluss der DPG mit ­der Portugiesischen Gesellschaft Thüringen
  • Ausstellung: Portugiesische Literatur/ Oberlausitzer Kunstgewerbe 
  • Wahl des Präsidiums: Präsident Peter Neufert; Vizepräsidenten: Theo Morgenschweis, Prof. Dr. Dr. Manfred Kuder, Rainald Orbach, Dr. Klaus Steiniger, Harald Heinke, Ernst Heise
  • 200 Teilnehmer bundesweit

14. Februar 1992

  • Stuttgart: Gründung des Ortsverbandes; Vorsitz: Dr. jur. Daniela Kreidler-Pleus

15. März 1996

  • Gründung der Stadtsektion Leipzig; Leiter: Horst Herold

6. August 1996

  • Hamburg: Spaltung des Vorstandes des LV Hamburg − Austritt einiger Vorstandsmitglieder aus dem Bundesverband und Gründung der Portugiesisch-Hanseatischen Gesellschaft im Kulturhaus Eppendorf (Hamburg)
  • Berlin / ITB: Herausgabe der Zeitschrift «Bom Dia Portugal»

Oktober 1999  

  • Eröffnung der Olimar-Repräsentanz Berlin – Sitz der DPG-Geschäftsstelle und 2002 Nutzung des Büros für Veranstaltungen der DPG 

Januar 2000

  • Herausgabe der neuen Zeitschrift der DPG »Portugal Report«; Redaktion: Richard Blumenthal

 

Quelle: Aufzeichnungen von Ehrenpräsident Harald Heinke

DPG-Mitgliederversammlung 2021 in Porto

Foto In Porto: Blick über die Ponte Luis I auf die Ribeira

27.10.–31.10.2021: Reise nach Porto für DPG-Mitglieder und deren Partner 

ÜBERNACHTUNG UND TAGUNGSHOTEL 
Hotel Vila Galé Porto**** − max. 20 Zimmer: Nur 300 Meter entfernt vom U-Bahnhof Campo 24 Agosto erwartet Sie dieses 4-Sterne-Hotel im Zentrum Portos. Die Zimmer sind mit Flachbild-Kabel-TV, -Minibar, Dusche/WC, Haartrockner und WLAN ausgestattet. Das Restaurant Paris Texas bietet Portugiesische Spezialitäten und Pastagerichte. Das Hotel verfügt über ein Fitnesscenter mit Innenpool, Sauna, Whirlpool, Türkisches Bad, Solarium, Vichy-Dusche und Fitnessgeräte.
Kosten 
  • 60,00 € p.P./Nacht im Doppelzimmer mit Frühstück
  • 108,50 € p.P./Nacht im Einzelzimmer mit Frühstück

PROGRAMM
DONNERSTAG  |  28.10.2021
Ganztagesausflug Porto inkl. Bus und deutschsprachiger Reiseleitung sowie Audiosystem, inkl. Eintritt Casa da Musica, Casa Serralves und Kathedrale. 
Die Stadt Porto liegt auf einem Hügel an der Flussmündung des Douro in den Atlantik. Bei der Stadtrundfahrt erwarten Sie folgende Höhepunkte:

  • »Casa da Música« (mit Führung)
  • Besichtigung verschiedener Räume, Zusammenspiel von -Architektur und Veranstaltungen; 
  • Stiftung von Casa Serralves mit zeitgenössischer Kunst des 20. Jahrhunderts.Das Museum liegt in einem wunderschönen 18 Hektar großen Landschaftspark
  • Zweitürmige Kathedrale: Besuch des UNESCO-Weltkultur-erbe in der -Innenstadt Portos
  • Bahnhof São Bento: Bewundern Sie 20.000 Kacheln mit der Geschichte Portos.
  • Spaziergang: Am Torre dos Clérigos vorbei geht es die Rua das Flores hinunter in die Ribeira ans Ufer des Douro-Flusses − ins typische Porto der kleinen Leute, der Arbeiter, Fischer, Marktfrauen und Fischverkäuferinnen..
  • Kosten: 96,50 € p. P.; MindestteilnehmerInnen: 30 Personen
 
FREITAG  |  29.10.2021
Portos Küste: Halbtages-Ausflug inkl. Busfahrten, deutschsprachiger Reiseleitung und Audiosystem 
  • Auf der Fahrt Richtung Küste liegt der Stadteil Matosinhos, am nördlichen Ufer der Douromündung, eingebunden in den Fischerei- und Containerhafen am Nordende und dem Castelo do Queijo (der Käseburg!), wo ein kurzer Fotostopp -gemacht wird.
  • Besuch der Konservenfabrik Portugalnorte, die ein wesentlicher Bestandteil der portugiesischen Tradi-tion ist 
  • In der Nähe besichtigen Sie auch ein kleines architektionisches Juwel − ein Toilettenhäuschen im Art-Deco Stil aus den zwanziger Jahren. 
  • Fahrt zum Aussichtspunkt Jardim do Mouro mit toller Aussicht auf Porto von der anderen Seite des Douro.
  • Kosten: 27,50 € p.P.; Mindesteilnehmer 30 Personen
  • Die Fahrt endet um 13.30 Uhr am Portweinkeller Caves Ferreira, in dem wir an einer Verkostung teilnehmen.
    Kosten:  12,50€ p. P. 
Foto eines Weinkellers am Rio Douro

Weinkeller am Rio Douro · Foto: © Herbert Schlemmer

 
SAMSTAG  |  30.10.2021
  • Vormittag: fakultative 6-Brücken-Tour ab Ribeira: Wer den Samstagvormittag nutzen möchte, hat die Möglichkeit, an einer ca. 50-minütigen 6 Brücken-Fahrt in einem typischen Boot (Rabelo) teilzunehmen. Mit diesen Booten wurden früher die Portwein-Fässer transportiert. Die Abfahrt ist in der Ri-beira und geht sowohl ein Stück Richtung Mündung als auch ins Landesinnere.
    Kosten: 15,- € p.P., Bezahlung individuell
  • danach im Hotel Hotel Vila Galé Porto 
    12:30 Uhr: Mittagessen
    14−18 Uhr: Mitgliederversammlung
    Den genauen Ablauf der Mitgliederversammlung und die Tagesordnung erhalten Sie mit der schriftlichen Einladung.
 
FLUGMÖGLICHKEITEN
Hinflug: 27.10.2021 · Rückflug: 31.10.2021
Bitte wenden Sie sich mit Ihrer Fluganfrage an die OLIMAR Gruppenabteilung. Ab 10 gemeinsam reisenden Teilnehmern können Flugpreise zu Sonderkonditionen angeboten werden. 
Ansonsten nimmt OLIMAR Reisen gern Ihre Einzelreservierungen gemäß den Einzelplatzkonditionen entgegen. Einzelpreise erfolgen nur mit namentlicher Reservierung, hierbei müssen die Namen mit denen im auf der Reise zu benutzenden Ausweisdokument übereinstimmen.
 
BUCHUNG
E-Mail: gruppen@olimar.com; Telefon: +49 | 221 | 20590 - 596
 
 
 
 

Sorrir em tempo da máscara

Foto zwei maskierter Frauen zu Corona-Zeiten

de Eberhard Fedtke e Ana Carla Gomes Fedtke

> Encontro-me de sangue-frio numa fila frente a um supermercado, o carrinho de compras ligeiramente nas mãos, bem disciplinado, observando a distância de 2 m relativamente aos ­vizinhos da frente e atrás, cumprindo o que estipula a lei 2-A de 20 de março 2020. Imperativamente marcado, este isolamento social está estampado no chão em linhas amarelas, a cada 3 até 5 minutos avanço, como verifico no meu fiel relógio chinês, avaliado num valor de 10 euros, vou calculando e multiplicando os 17 compatriotas em frente a mim com uma média de 4 minutos de diferença, quando poderei entrar na loja para comprar o que preciso para a minha família, enchendo rigorosamente o carinho até ao topo. Felizmente não chove, nem pensar num martírio de tal compra! O ambiente parece um pouco como folclore, Covid 19 em tempo de confinamento, ­fazer as tarefas quotidianas para sobreviver sem contactos «cara a cara». Um suplício para muita gente, se vejo os vários rostos em torno. No total contabilizo uma fila com cerca de 30 pessoas bem mascaradas, algumas com luvas deselegantes. Sem máscara, é certo, ninguém entra, uma regra indiscutível! Lutamos juntos contra esta pandemia. Tem de ser, reflito absorto nesta irrealidade social.
O serviço militar não pode ser mais regulado. Mas os portugueses têm a calma e a paciência no sangue. Faz lembrar os antepassados dos séculos XV e XVI, em pleno período de Descobrimentos. Para chegar à América, foram semanas e semanas purgantes sem vento para andar em frente. O nosso povo mostrou efetivamente a sua perseverança, praticando a arte de espera e esperança. Mas a distância de 2 metros num «país de beijinhos e abraços sem fim» é um juízo digno do céu, mas uma «via dolorosa» para todo o mundo infectado.
Assalta-me a ideia de como poderei transmitir a uma outra pessoa a minha simpatia com um sorriso por detrás da máscara larga. A maneira usual de abrir a boca, mostrar os dentes e inclinar a cabeça, não serve. Devo experimentar uma nova maneira. A pessoa à minha frente com 2 m de distância obrigatória parece ter um bom vulto para uma prova espontânea. Trata-se de uma beleza, na casa dos quarenta, bem equipada com uma máscara radiante, evidenciando a magnitude dos seus olhos profundamente ­sonhadores. A mãe, com uma beleza igual à da filha, de máscara rosa, traz a pequenota com cerca de 12 anos, Mafalda de nome, pela mão. A pequena parece olhar continuamente para a minha máscara simples branca. Em contrapartida ela tem uma bela e pitoresca peça, com uma viva imagem dum passarinho, pintado em cima no fundo preto. Menina Mafalda, tu és muito mais bonita com a tua máscara, ganhaste a nossa competição secreta num mundo de mascarados.
Quando a mãe se virou, curiosamente com o mesmo nome, como ouvi num ­telefonema dela com uma amiga, tentei oferecer-lhe os meus cumprimentos com um melhor e prometedor sorriso. Abri a boca com tanta força que, mostrando os dentes quase caiu a minha máscara. ­Esbugalhei os meus olhos com toda a ­claridade e bondade, mas ela não reagiu, como que se sentisse cravada em pensamentos pandémicos. Analisei com des­ilusão violenta: a máscara é um obstáculo social terrível, um distúrbio zangado para a comunicação humana, um drama excessivo para a cultura.
Quando ela se virou pela segunda vez, isto porque eu tivera, entretanto, sem qualquer problema de logística uma ­comunicação de intensa comparação de máscaras com a sua filha Mafalda II − a rapariga farta de tamanha monotonia à sua volta − reproduzi a mesma cerimónia, usando para tal a minha própria beleza e, reforçando a minha ação, levantei a mão direita. Cumprimentei-a, deixando tremer as minhas sobrancelhas e as ­minhas orelhas, mas nenhuma reação chegou desta beleza distante. Quando na minha última tentativa completei os requisitos anteriores com uma profunda e dolorosa reverência para a minha coluna, quase arriscando uma prostração atrás do meu carrinho, ela riu-se mais ou menos de forma clemente, como que encantada perante a palhaçada dum doido. Acabou, a máscara é um bloqueio social catastrófico, inflexível e intransigível! ­Experiências de solidão no meio duma superpopulação, sem romances platónicos com as Mafaldas por detrás das nossas máscaras.
Encenei com novo entusiasmo e optimismo a mesma cerimónia ao cumprimentar com um sorriso atrás a máscara dois rapazinhos na linha atrás de mim. Usavam máscaras de estilo ilustre oriental e ambos traziam uma garrafa de cerveja na mão. Como irão beber sem mexer na máscara ou a molhar, questionava-me eu, curioso. Mas eis que, de repente, para minha surpresa, sacaram relaxadamente de uma palhinha, deitaram-na elegantemente no gargalo da garrafa e, colocando a palhinha na boca sem tirar a máscara, uma anormalidade surreal, murmuraram «obrigado» ao meu sorriso expressivo, compreendendo eu talvez um «bom apetite» ou «boa saúde». Obviamente bebem sempre a cerveja assim. A ­minha máscara não funcionou, não operou bem. Fim então a estas tentativas e sonhos sociais frágeis! Foi um bico de obra para entrar no supermercado.
Abreviando estas terríveis vicissitudes: Se o uso de máscara tiver como objetivo a salvação do ambiente social, era talvez preferível o «não uso» de máscara branca, como disfarce comum. Oferece-se um grande mercado de configurações individuais e de decorações especiais, ampliando na totalidade a base humana − uma panóplia ampla de máscaras diversas, salvaguardando um resto de erotismo sociocognitivo e de arte. Para qualquer publicidade da declaração íntima, pois logo provocam um sorriso automático ao observador, a máscara pode ter as cores da bandeira nacional, mostrar o símbolo do clube de futebol preferido, pode deixar ver o signo de nascimento, leão, escorpião, peixes, virgem etc., pode até enobrecer almas animais ferozes como o tigre, o elefante, o hipopótamo, o orangotango ou mesmo o resto do zoo, mas uma coisa é certa: a máscara universal para as crianças, assim como um promotor de bonecas e figuras artificiais da internet, é para toda gente um novo mundo de inspiração com marcas individuais e surpresas definitivas, um caleidoscópio infinitivo repleto de facetas multidimensionais e ocultas, formando, em simultâneo, multiplicidades de rostos de ícones surreais, sendo que no fundo, todo este novo ambiente social não é mais que, em inúmeros aspetos, um espelho da raça humana, refletindo a cara da terra. Sem passar esta época, iremos ter pouco a pouco o fim da vida social. Uma sociedade permanente com máscaras faciais, fora do carnaval, não é concebível. Uma máscara contra o vírus e por cima uma máscara para a alegria do carnaval é uma contradição infernal, um horror ético.
A indústria de máscaras deve ativamente explorar o mercado com ideias inovadoras. Quando um dia − efetivamente − acabar este período contemporâneo com o retorno de explosões drásticas e fanáticas de beijinhos e abraços bilaterais, muitas máscaras serão arquivadas e deixarão na memória encontros mascarados expressivos com recordações nomeadamente dos olhos bonitos portugueses exemplares, sejam de origem romana, árabe, visigoda e «omni-europeia» − filigranas ou violentas, simpáticas ou desconfortáveis, elegantes ou vulgares, artísticas ou rústicas, introvertidas ou progressivas, clássicas ou futuristas, honestas ou misteriosas, transparentes ou enigmáticas, terrestres ou ­galácticas, ambiciosas ou comodistas, ­insípidas e aromáticas, altruístas ou egoístas, enfim, também um desfile de lembranças exóticas e sofisticadas conforme os múltiplos caracteres únicos de portadores da máscara e da refinada ­tecnologia têxtil.

1990: Wieder-Vereinigung

Foto von Gerd Altmann

Grußwort zum 30-jährigen Jubiläum der Vereinigung der DPG-Gesellschaften in West- und Ostdeutschland und zur Wiedervereinigung Deutschlands • von Michael W. Wirges

> Liebe Mitglieder der Deutsch-Portugiesischen Gesellschaft e.V., liebe Freunde Portugals und der deutsch-portugiesischen Freundschaft, caros membros, caros amigos e amigas!

In diesem Jahr begehen wir am 3. Okto­ber den 30. Jahrestag der Wiedervereinigung Deutschlands. Ein Jubiläum, das uns gedanklich zurückführt an das Ende des Zweiten Weltkrieges vor 75 Jahren und an den Mut vieler Menschen, die Chance eines Neuanfangs zu wagen, ­mitten in der Trümmerlandschaft total zerbombter Städte und verwüsteter Landschaften. In Europa und in fast der ganzen Welt keimte die Hoffnung auf eine bessere, friedlichere Zeit.
Nach der Aufteilung Deutschlands durch die Siegermächte vor 75 Jahren und der Gründung zweier deutscher Staaten im Jahre 1949, nahmen nicht nur in Deutschland, auch in Europa und in der ganzen Welt die Spannungen zwischen den Machtblöcken des Westens und des Ostens immer mehr zu, der Kalten Krieg begann. Beide deutsche Staaten entwickelten sich in unterschiedlichen Wirtschaftssystemen und standen bis zur friedlichen Revolution in der DDR in einem prekären Verhältnis zueinander. Erst 1970 erkannte die Bundesrepublik Deutschland durch die neue Ostpolitik und der Abkehr von der Hallstein-Doktrin unter Bundeskanzler Willy Brandt die DDR als Staat an.
Ab Mitte der achtziger Jahre begann, dank der Öffnungspolitik des sowjetischen Generalsekretärs Gorbatschow und durch das Aufbegehren der Menschen in mehreren Ländern des Warschauer Paktes gegen Diktatur und für Reisefreiheit, das Ende des kalten Krieges. Das Resultat war die Wiederherstellung souveräner Staaten, die sich in ihrer Verfassung die Demokratie auf die Fahnen geschrieben haben.
Wir erlebten in Europa − abgesehen von dem Krieg auf dem Balkan in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts − die längste Periode überhaupt, ohne militärische Konflikte. Auch wenn wir fast 50 Jahre unter einem kalten Krieg der Supermächte zu leiden hatten − es hat sich immer wieder gezeigt, dass Kommunikation und Dialoge unter ­Krisenteilnehmern letztendlich zu friedlichen Lösungen führen, gegenseitiger Respekt und Verständnis vorausgesetzt.
Der Zusammenschluss von 28 europäischen Staaten (nunmehr sind es leider nur noch 27!) hat Europa geeint und gefestigt, wenn auch nicht alle Staaten ­immer gleiche Meinungen vertreten, was durchaus demokratisch ist, und Supermächten und anderen Staaten auf dieser Welt bewiesen, dass Europa als demokratischer Staatenbund seine Berechtigung hat, und als solcher funktionieren kann.
So hat auch das Wirken der DPG (Deutsch-Portugiesische Gesellschaft) gezeigt, dass ein respektvolles Miteinander aus verschiedenen kulturellen, menschlichen und politischen Ebenen möglich ist und die Beziehungen zu Portugal in den vergangenen Jahren weiter vertieft wurden.
Noch vor dem Termin der Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990 gab es für die Deutsch-Portugiesische Gesellschaft ein Ereignis von großer Tragweite: die Fusion der DPG der BRD und der DPG der DDR am 27.9.1990 im Berliner Schauspielhaus.
Dieser Zusammenschluss führte in den Jahren nach 1990 zu einer engagierten Arbeit der DPG in Gesamtdeutschland. In den neuen Bundesländern entstanden Stadtsektionen und Landesverbände. Das Interesse an Portugal wuchs vor allem nach der eingetretenen Reisefreiheit und es kam zu einem sprunghaften Anstieg der Mitgliedszahlen.
In den vergangenen dreißig Jahren wurden durch die aktive, ehrenamtliche Arbeit vieler Mitglieder unserer Gesellschaft sehr viele Projekte, Programme, soziale Aktionen und kulturelle Veranstaltungen durchgeführt, die die DPG landesweit und natürlich auch in Portugal und den portugiesischsprachigen Ländern sehr bekannt gemacht haben. Unsere Zeitschrift PORTUGAL REPORT, Vorträge namhafter Persönlichkeiten, Teilnahme an Empfängen von Botschaften und Veranstaltungen hochkarätiger internationaler Institutionen und deutsch-­­portugiesischer Foren trugen dazu bei. Die Zusammenarbeit mit der deutsch-­portugiesischen Parlamentariergruppe im Deutschen Bundestag ermöglichte auch den Zugang zu politischen Themen.
Jährliche Herbsttagungen mit Mitgliederversammlung und kulturellem Programm führten zu weitergehender Kommunikation und Austausch und stärkten den Gemeinsinn in der Gesellschaft. Alle drei Jahre finden weiterhin gleichzeitig Wahlen zum Präsidium und den ehrenamtlichen Verantwortlichen in den Landesverbänden und Stadtsektionen statt.
Heute ist die DPG zu einer wichtigen und anerkannten Gesellschaft herangewachsen, die sich auch auf dem internationalen Parkett Respekt verschafft hat.
Das Jahr 2020 wurde weltweit zum Jahr Corona und überall verbreitete sich das Coronavirus Covid-19, verbunden mit vielfacher Krankheit, Tod und Restrik­tionen im In- und Ausland.
So kam es natürlich auch in Deutschland und Portugal zum kulturellen und sozialen Stillstand, sodass auch die üblichen Begegnungen und Austausch eingefroren wurden.
Nichtsdestotrotz gab es Bemühungen in den Landesverbänden (wie z. B. in Berlin-Brandenburg), durch digitale Konferenzen den Kontakt zum Präsidium und den Mitgliedern aufrecht zu erhalten.
Hoffen wir alle, dass sich die geschlossenen Tore bald wieder öffnen, und wieder mehr Zugang untereinander möglich ist!
Halten Sie sich bitte an die Corona-­Schutzmaßnahmen und bleiben Sie ­gesund!

30 Jahre vereinigte DPG

Foto von Ulrike Leone · pixabay.com

Fakten und Meinungen zur Geschichte der Fusion von DPG Ost und West • von Gabriele Baumgarten-Heinke

> Was für eine wunderbare Geschichte: Noch vor der Vereinigung Deutschlands ­finden sich Freunde Portugals aus beiden Teilen Deutschlands zusammen und vereinen sich am 27. September 1990 in der Deutsch Portugiesischen Gesellschaft.
Aber wie lief das ab vor 30 Jahren− immerhin waren die DPG der BRD und die DPG der DDR Gesellschaften aus zwei unterschiedlichen Wirtschaftssystemen. Die Berichte aus dieser Zeit klingen harmonisch, »auf Augenhöhe« wird immer wieder zitiert. Um das genau zu erfahren, befragte ich mehrere Zeitzeugen unserer Gesellschaft.
Vorab der historische Ablauf: Die seit Juni 1975 in der DDR unter dem Dach der Liga für Völkerfreundschaft bestehende Freundschaftsgesellschaft DDR—Portugal, der nur berufene Mitglieder angehörten, öffnete sich unmittelbar nach dem Fall der Mauer im November 1989 für alle Interessenten und Fachleute. Am 16.1.1990 wurde die DPG der DDR e.V. gegründet, Dr. Klaus Steiniger wurde zum Präsidenten gewählt. Die DPG der DDR e.V. hatte zu diesem Zeitpunkt 530 Mitglieder in 5 Regionalgruppen. Zu den ersten Mitgliedern gehörten Wolfgang Weiß (LV BB), Bernhard Profé (LV BB), Maja Wolff (LV BB) und Horst Herold (LV Sachsen). Am 30. Mai 1990 war der damalige Präsident der DPG der Bundesrepublik Deutschland, Peter Neufert, bei der neugegründeten Deutsch-Portugiesischen Gesellschaft der DDR zu Gast.
Ohne zu wissen, dass bereits ein halbes Jahr später die deutsch-deutsche Mauer fallen sollte, fanden bereits am 21. Mai 1989 in Montargil (Alentejo) und Lissabon erste Gespräche zur Vereinbarung einer zukünftigen Zusammenarbeit zwischen Vertretern der DPG der BRD (Peter und Marys Neufert) und dem Komitee DDR-Portugal (Harald Heinke) statt. Anwesend war außerdem Dr. Alexandre Babo von der Gesellschaft Portugal-DDR. Wahrscheinlich war dieses Treffen ein Grundstein der gesamten weiteren Entwicklungen. »Das klingt wie ein Wunder«, sagt Bernhard Profè, bis 2003 der Vorsitzende des Landesverbandes Berlin/Brandenburg, »und als ein solches wurde es von den damaligen Mitgliedern auch empfunden. Von Anfang an gab es eine freundschaftliche Atmosphäre im vereinten Landesverband Berlin/Brandenburg und das setzte sich, nach einigen wenigen holprigen Schritten, auch in der gesamten DPG fort«.
»Die Festveranstaltung im Schauspielhaus Berlin, dem heutigen Konzerthaus, war sehr emotional«, sagt Andrea Runge, die von 2003−2015 den Landesverband BB leitete. »Man war sich der Bedeutung der Veranstaltung bewusst.«
Auch weitere Mitglieder, die sich zu diesem Thema geäußert haben, waren sich einig, dass ohne das diplomatische und engagierte Handeln von Harald Heinke, der auch Peter Neufert begeistern konnte, die Fusion und dieses für die deutsche Geschichte herausragende Ereignis, unter Umständen nicht statt­gefunden hätte.
Die erste gesamtdeutsche Jahrestagung der DPG fand am 19. November 1990 im Schloss Waldeck südwestlich von Kassel statt. Gewählt wurden Peter Neufert zum Präsidenten und Dr. Klaus Steiniger zum stellvertretenden Präsidenten der DPG. Die Arbeit der vereinten Deutsch-Portugiesischen Gesellschaft nimmt ihren Anfang.

Bolas de Berlim gibt’s auch wieder

Fotos des Verkaufs von Bolas de Berlim am Algarve

Portugals Algarve ohne Sommergäste? Unvorstellbar • von Catrin George Ponciano

> Am 30. Juni stand ich in Vila Real de Santo António am Flussufer und schaute auf den seicht dahin- strömenden Rio Guadiana, der von jeher die beiden Ufer und ihre Menschen im Süden der Iberischen Halbinsel voneinander trennt: die außerrömischen Provinzen Hispanien von Lusitanien, die islamisch besetzten Gebiete Al-­Andaluz vom Algarve, später das Königreich Portugal und der Algarven vom Königreich Kastilien und heute Spanien von Portugal.
Doch etwas stimmt nicht. Der Fluss, der hier zwischen Vila Real de Santo António in den Atlantik schwemmt, breit, gemächlich und tintenblau, ist leer: Kein einziges Boot hinterlässt einen Gischtschweif und schwappende Wellen, kein Dieselmotor tuckert im Zwei-Takt, das einzig Hörbare ist das Knarzen eines Segelschiffsbauches. Ein fliegender, nein, ein schwimmender Holländer, der vor den ehemaligen Thunfischhallen vertäut am Kai liegt. Das blau-rot lackierte Fährboot, das sonst ständig zwischen Ayamonte am Ufer gegenüber in Spanien und Vila Real de Santo António in Portugal hin und her schippert, fehlt. Die Erkenntnis trifft mich blitzartig in dem Moment, als ich eine ältere Frau sehe, die ihr Auto neben den Fischhallen parkt, aussteigt und all die fiependen, streunenden Katzen füttert. Sie trägt einen Mundschutz. Wir leben im Zeitalter der Corona-Pandemie und heute ist der 30. Juni. Die Grenze ist geschlossen und somit auf dem Guadiana nichts los.
Morgen wird es anders sein, denn morgen ist ein neuer Tag. Am 1. Juli öffnen Portugal und Spanien ihre Grenze wieder, die seit dem 17. März für die Dauer des internationalen Lockdowns geschlossen ist und danach, präventiv, weitere zwei Monate lang. Seit Anfang Mai ist der Hausarrest in Portugal vorbei. Seit Mitte Mai sind Cafés, Restaurants und Geschäfte wieder geöffnet. Seither wartet Algarve. Warten Angestellte. Warten Arbeitssuchende. Warten Lieferanten. Alle warten. Auf Touristen.
Die Stadtväter, die Geschäftsinhaber und vor allem die derzeit wegen Covid Ausgestellten und noch nicht wieder Angestellten hoffen, der gesamte Algarve hofft, dass während des Sommers, zumindest ein Teil der nach wie vor geltenden 50% Belegung ausgelastet wird. Dass wenigstens die Hälfte der erlaubten Betten, der erlaubten Sitzplätze im Restaurant besetzt werden. Dass Urlauber kommen mögen, und konsumieren. Einkaufen. Essen. Trinken. Übernachten. Damit Löhne bezahlt werden können. Mieten. Energie. Versicherungen. Steuern. Damit, ach nein, lieber nicht an den nächsten Winter denken.
Mitte Juni dann die Hiobsbotschaft: England sagt, Portugal wäre ein Risikoland. Andere stimmten in den Refrain ein. Die Angst wächst. Keiner will zu uns kommen. Portugal dankt einer Handvoll Partybestien, die in Lagos und in Lissabon das Tanzbein geschwungen haben, bis einige Tage später die Fallzahlen rasant in die Höhe schossen. Die Nation hielt den Atem an. Steht etwa ein zweiter Lockdown bevor? Sollte der Flughafen Faro, eben erst wieder zum Leben erweckt, etwa erneut in den Tiefschlaf gleiten?
Nein. Seit Anfang Juli erfährt der Algarve Belebung. Erst allmählich, dann rasant ansteigend. Die Engländer reisen in den Algarve via Amsterdam/Spanien und weiter mit dem Mietwagen. Die Spanier reisen ein, weil sie mehr Angst vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus im eigenen Land haben, und verbringen Wochenenden oder Ferien lieber hier. Mitte Juli − und seither unaufhörlich − höre ich, egal wo, im Supermarkt, an der Kasse, im Restaurant, in der Eisdiele, avec moi, und avec toi, und bonjour, ça va. Franzosen reisen an mit dem Flugzeug oder mit eige­nem Fahrzeug, quer durch Spanien. Peux á peux füllt sich der Algarve. Vor den Supermärkten bilden sich täglich längere Warteschlangen als in der gesamten Arrest-Zeit. Stop-and-go-Verkehr auf den Straßen innerorts und auf der Nationalstraße N 125 seit dem ersten August, seit die übliche alljährlich wiederkehrende Reisewelle aus Portugals Hauptstadt und dem Norden anrollt und portugiesische Touristen, wie alle Jahre wieder, sich in ihrer Provinz, häuslich einrichten − in Ferienwohnungen, bei Ávo und Avô oder in Hotels. Mitbringen tun sie alles, was man im ­Algarve braucht oder nicht, vom Klo­papier bis zur Babywindel sind ihre Autos vollgeräumt bis unter das Dach. Trotzdem gehen sie täglich alle zur gleichen Zeit einkaufen. Die Warteschlange vor den Discountern, egal wie er heißen mag, ist nicht die einzige. In den Shopping-Oasen herrscht Betrieb wie an Heiligabend. An der Einfahrt zum Parkplatz am Strand staut sich die Wagenkolonne. Am Strand zieht die Karawane in Gleichschritt und Gänsemarsch weiter ihre Runden, steht in den Strandlokalen an für einen freien Tisch oder bloß für ein Eis. Wie eh und je bevölkern Urlauber Algarves Strände, kommen vollbepackt mit Strand-Accessoires, Sonnenschirm und Liegestuhl, lassen sich Handtuchnaht an Handtuchnaht nebeneinander in den Sand sinken und bestöhnen im polyphonen Gleichklang das verflixte Virus­Jahr.
Am Abend zappelt die Karawane ungeduldig und hungrig − vor den Restaurants wartend − auf der Straße, bis ein Tisch frei wird. Wenn ein Gastronom verkündet, dass alle Tische belegt sind und danach Feierabend sei, reagieren die Wartenden entrüstet und polemisch. Trotz aller geltenden COVID-­Empfehlungen halten sich derzeit (gefühlt) mehr Gäste im Algarve auf, als Sitzplätze in den Restaurants zur Verfügung stehen. Service-MitarbeiterInnen und Küche arbeiten am Limit. Halb so viele Plätze stehen den Gästen bloß zur Verfügung, aber diese wechseln im Stundentakt. Um wirtschaftlich arbeiten zu können, haben die Gastronomen ihren Mitarbeiterstamm auf die Hälfte reduziert, aber alle Tische bleiben bis nach Küchenschluss ununterbrochen neu besetzt. Kinder quengeln, Frauen keifen, Männer fluchen. KellnerInnen eilen überfordert hin und her, stundenlang und pausenlos mit Mundschutz, bei Temperaturen zwischen 30 und 35 Grad Celsius, der Schweiß rennt ihnen über das Gesicht, das Hemd klebt ihnen am Rücken. Ihre zwei Hände und zwei Beine reichen nicht, um den ungeduldigen Ansturm zu bewältigen − aber irgendwie schaffen sie es trotzdem. ­August-Business as usual.
Der Mundschutz, auch für Gäste beim Betreten eines Lokals vorgeschrieben, baumelt bei den meisten − leider − bloß am Handgelenk. Der Abstand in der Warteschlange beträgt eher zwei Handbreit als zwei Meter, wobei zusätzlich alles versucht wird, um sich vorzudrängeln und den nächsten freien Tisch zu ergattern.
Am Strand sieht sie Situation ähnlich aus. Zu viele StrandbesucherInnen und zu wenig Platz. Die mit Liegen konzessionierten Flächen und die für freies Liegen mit Sonnenschirm sind deutlich erkennbar getrennt. Fahnenstangen markieren die Grenzen, Schiffstaue liegen kennzeichnend im Sand. StrandgängerInnen mit eigenem Sonnenschirm sind im konzessionierten Teil unwillkommen. Kleinkriege zwischen dem Strandliegen-Vermieter und dem Urlauber brechen aus − selbst im Covid-­Jahr. Denn auch hier gilt die 50%-Belegung, die Strandliegen stehen weiter auseinander, aber die Strandbetten-­Vermieter bezahlen trotzdem ihre Konzession, die RettungsschwimmerInnen und sorgen für sauberes Ambiente.
Todo boe da fixe. Die Strandbesucher teilen sich den Strand unter Algarves perfekt blauem Himmel und lassen sich rundherum sonnenbräunen oder röten. Der Algarve ist voll. Zumindest entlang der Küste. Der Tourismus boomt, alles ist wie immer: Alles wird gut! Und − Gott sei Dank − Bolas de Berlim gibt’s auch. Frisch, fettig, fluffig − und frech vom Verkäufer aus der Kühltasche angepriesen. Na dann: Schöne Ferien!

Porto Santo: Festival do Colombo

Foto der Ankunft der Santa Maria mit Kolumbus auf Porto Santo

Fest in Gedenken an Kolumbus auch in Zukunft? • von Dr. Ingolf Wernicke

> Christoph Kolumbus wurde 1451 in Genua geboren und gilt nach ­seinen vier Schiffsreisen, die ihn zwischen 1492 und 1502 unter Flagge Kastiliens nach Haiti, Kuba, zu den Antillen, nach Venezuela, Honduras und Panama führten, als Entdecker Amerikas. Ab 1476 lebte er in Lissabon, wo sein Bruder als Kartograf tätig war, und reiste als kaufmännischer Vertreter eines genuesischen Zuckerhändlers nach Madeira, wo er auch einige Jahre verbrachte. Um 1479/1480 heiratete er Filipa de Moniz, die Tochter von Bartolo Perestrelo, des ersten Gouverneurs von Porto Santo, der ebenfalls genuesischer Herkunft war. Auf der kleinen Insel Porto Santo, etwa 50 Kilometer nordöstlich von Madeira gelegen, soll Kolumbus zwischen 1479 und 1485 für kurze Zeit gelebt haben. Hier soll er in einem Stadthaus in Vila Baleira, der heutigen Casa Colombo, gewohnt haben, wo sich seit 1989 ein kleines Museum mit der Nachbildung eines seiner Schiffe, Seekarten und eine kleine Ausstellung zu seinem Leben und seinen Seereisen befinden. Seine Frau Filipa verstarb sehr früh, aus der Ehe entstammte sein Sohn Diogo.
Die Insel Porto Santo hat sich in den letzten Jahren zu einem stark frequentierten touristischen Urlaubsziel entwickelt, deshalb wurden auch viele neue Hotelanlagen und Wohnsiedlungen gebaut. Der ursprüngliche Charakter der Insel ging ein wenig verloren, Orte und Landschaft verändern sich.
Würde man heute mit dem Schiff auf Porto Santo an der alten Landungsbrücke in Vila Baleira anlegen, empfängt ­einen auf der linken Seite einer Palmenallee ein kleines Denkmal von Christoph Kolumbus. Einmal im Jahr geht hier sogar der Seefahrer persönlich für einige Tage an Land: Dann beginnt das Festival do Colombo. Während diesen Tagen im September verwandelt sich das Zentrum von Vila Baleira in eine mittelalterliche Stadt mit Palisadenzäunen und aus Holz errichteten kleinen Stadttoren, mit Ständen, Zelten, Holzbuden, Reit- und Turnierplätzen sowie Bühnen, auf denen Musik- und Tanzgruppen auftreten.
Den Auftakt des Festivals bildet die Ankunft von Kolumbus auf Porto Santo: ­O Desembarque de Cristóvão Colombo. Hier verwandelt sich der Strand in eine große Bühne, und in der Dämmerung nähert sich das Schiff Santa Maria (ein Nachbau aus Madeira) mit dem genuesischen Navigator und seinem Gefolge. Es folgen die Begrüßung von Kolumbus durch die Einheimischen sowie der Austausch von Geschenken. Während einer großen, multimedialen Show mit Musik, Tanz und Lichteffekten wird die Geschichte von Kolumbus und seiner Entdeckungen erzählt. Danach verwandeln sich während einer großen Prozession die Straßen von Vila Baleira in ein mittelalterliches Stadttreiben und Marktgeschehen mit Gauklern, Piraten, Bettlern, Mönchen und Nonnen, streitenden Musketieren, Händlern, Fischern und Seeleuten. Am zweiten Abend findet ein großes Ritterturnier Torneio de armas a cavalo statt. Im Zelt der Hexenmeisterei können Männer und Frauen mit ängstlichen Seelen Heiler um Hilfe bitten oder sich auch die Zukunft voraussagen lassen. Seemannsfrauen und Fischer beten angesichts der Gefahren des Meeres. Der letzte Tag hat als Höhepunkt die Inszenierung des Heiratsaufgebotes zwischen Filipa und Kolumbus. Begleitet wird das Festival von einem aktiven Straßentheater mit Live-Darbietungen, in die das Publikum als Akteur mit einbezogen wird, sowie Tanz- und Musikgruppen, die mittelalterliche, orientalische, afrikanische und indische Tänze darbieten. Es fehlen auch nicht portugiesische Spezialitäten wie gegrilltes Schweinefleisch, Schnecken, Schinken, Oliven sowie Süßigkeiten und Wein von der Insel Porto Santo.

Foto von zwei Reitern beim Festival do Colombo

Zwei Reiter beim Festival 2019 · © Dr. Ingolf Wernicke

Im Jahr 2019 wurde das Festival do Colombo mit 420 Akteuren unter der Leitung des Freizeittheaters Companhia de Teatro Viv’Arte aus Perrães bei Aveiro durchgeführt. Die dreitägige Veranstaltung wurde mit 135.000 Euro von der Regierung Madeiras finanziert.
Die Bewertung der historischen Leistungen von Christoph Kolumbus sind heute allerdings Gegenstand kontroverser Debatten geworden. Der Entdeckung Amerikas steht gegenüber, dass die Spanier auf Befehl von Kolumbus die indigene Bevölkerung versklavten und Gräueltaten verübten. Aktuelle Denkmalstürze von Kolumbus-Statuen in Baltimore (USA) und an anderen Orten im Zuge der öffentlichen Rassismus-Kolonialismus­Debatte sind Ausdruck dieses Umdenkens. Es bleibt für die Zukunft abzuwarten, wie sich die Neubewertung der historischen Ereignisse und des bisherigen Kolumbusbildes auf das Festival do ­Colombo auf Porto Santo, das in diesem Jahr (2020) vom 23. bis 27. September ­erneut geplant ist, auswirken wird.